kleine Presseschau

Ich mag es ja eigentlich nicht, mehrere Infos in einen Post zu quetschen, aber manches muß eben doch gesagt werden:

  • Ich hätte nie, nie, niemals geglaubt, daß es den Comic Book Guy (übrigens das Alter Ego von Matt Groening, hab ich mal irgendwo in einem Interview gelesen) wirklich gibt.
  • Al Gores Sohn wurde verhaftet – wenigstens in einem umweltfreundlichen Toyota Prius mit Hybridmotor. Das wird natürlich Wasser auf den Hämemühlen der Klatschblätter sein und man wird sehen können, wie ernst es denen dann doch mit ihren teilweise recht großspurigen Umweltschutzglaubensbekenntnissen ist.
  • Für Michael Bay zu arbeiten, scheint anstrengender zu sein als unter anderen Regisseuren.
  • Eine interessante Zusammenstellung von Recyclingbemühungen bei Disney-Klassikern hier, Quelle BoingBoing.
  • Diese schöne Zusammenstellung der 20 Best „That Guys“ of All Time lohnt sich wirklich, leidet aber unter schlechtem HTML: Die Namen der Personen korrespondieren nicht immer mit ihren Bildern, so heißt Danny Trejo (#15) in der mir vorliegenden Ansicht noch Noah Emmerich (#14). Und leider fehlt Jeffrey Jones, der mir vom Gewicht abgesehen angeblich ähnlich sieht, gänzlich.

Sex and the City: The Movie

Mit Sex and the City habe ich so meine Erfahrungen. Während meiner Zeit in der Film-PR bei Premiere fand sich mein Name unter einer Pressemeldung, laut derer die Serie auf unserem Sender zu sehen sein würde. Noch am selben Tag stellte man weiter oben in der Hierarchie jedoch fest, daß doch Pro7 das Rennen gemacht hatte und ich mußte ein Dementi für eine Meldung herausgeben, die aus der Sicht der Öffentlichkeit auf meinem Mist gewachsen war. Eine meiner liebsten Erfahrungen aus der Medienbranche…

Nun kommt der Film, meldet der Defamer, sich auf die Variety beziehend. Und weil ich heute nicht so viel Zeit zum Bloggen hatte, steht dies nun auch überall online.

Europäisches Kino

Daß in europäischen Filmen bisweilen auch ganz ordentlich der Bär steppt, zeigt dieser Werbespot der MEDIA 2007-Initiative der EU. Alle Clips hier, eine kleine Jumpsite hier. Nur: Was macht Gegen die Wand plötzlich unter den Szenen?

Quelle: Marketing-Blog.biz (denen ich herzlich für die total nette Postkarte danke, aber dazu nicht extra einen Blogeintrag verfasse, um mich noch auf die Dankesliste zu schummeln)

Nachtrag vom 8. Juli: Das Handelsblatt sieht den Film als Beinahe-Porno und erklärt den EU-Channel bei YouTube für gescheitert. Das mag stimmen, mir ist dort nämlich gar kein EU-Channel aufgefallen. (Ich kann mir allerdings keinen YouTube-User mit höherem Budget vorstellen als die komplette EU, jedenfalls rein theoretisch…)

Nachtrag vom 6. Juli: Dank dem Trackback dieses Eintrages bin ich nun doch auf der zweiten Dankesliste beim Besserwerbeblog gelandet. Ich freu mich tierisch, und zum Dank für den Dank für den Dank für die Karte nun ebendiese hier nachgereicht: Europäisches Kino weiterlesen

Auf zum Kwik-E-Mart!

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Im diesem Fall ist der Schatten gelb: In den über 6000 Seven-Eleven-Filialen Nordamerikas gibt es ab sofort einige Produkte aus dem Simpsons-Universum zu kaufen: Squishees, Buzz Cola und auch Krusty-O’s. Einige der Filialen haben sich auch gleich in stilechte Kwik-E-Mart-Filialen verwandelt, und bei einem eigenen Blog (mit Fotos) laufen die Fäden der 7-11-Kwik-E-Marts zusammen. Auf einigen Blogs wird auch schon eifrig berichtet: BoingBoing und MTV Movies Blog zum Beispiel.

Nicht, daß die Simpsons noch eine Marketingkampagne nötig hätten – aber lustig ist’s allemal. Ich würde zum Beispiel gern mal einen Squishee schlürfen.

Nachtrag vom 6. Juli: Beim Shopblogger habe ich eine schöne Seite mit vielen Kwik-E-Mart-Fotos gefunden.

Sperrfristen und Pinkies

Was ich nicht verstehe, ist neben der Quantenphysik auch die Vielzahl von undurchsichtigen Entscheidungen der Filmverleiher und deren Film-PR-Agenturen. Zwei Beispiele: Sperrfristen und Pinkies weiterlesen

Über das ostentative Filmemachen

Ein Buch, das nun wirklich jeder Cineast kennen sollte, ist Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? von François Truffaut. Dort interviewt der damals 34-jährige französische Regisseur, der zu diesem Zeitpunkt bereits unter anderem Jules et Jim sowie Farenheit 451 im Kasten hatte, den damals 67-jährigen Alfred Hitchcock. Dieser hatte zu jenem Zeitpunkt seine Schäfchen schon lang im Trockenen und sollte nur noch drei weitere Filme drehen. Ein Klassiker der Filmliteratur.

Ich habe das Buch gerade nicht zur Hand, daher kann ich nicht exakt zitieren, doch sinngemäß sagt Hitchcock:

Wenn Du etablieren willst, daß eine Szene in der Schweiz spielt, dann zeige Berge, Kühe und Käse.

Wir alle kennen dieses Stilmittel, das uns meist in der minimalsubversiven Form des Establishing Shot präsentiert wird. Ohne den Eiffelturm wüßten wir nicht sofort, daß wir uns in Paris befinden und so weiter und so fort.

Nun ist mir in den Filmen der letzten Jahre eine Tendenz mit dem Arsch ins Gesicht gesprungen aufgefallen, die mich, gelinde gesagt, erschüttert: Es gibt kaum noch Tabus beim Filmemachen. Über das ostentative Filmemachen weiterlesen

Google vs. Sicko

Sicko PosterLaut dieser Meldung bei BoingBoing bietet Google offenbar an, dem Suchwort „Sicko“ kontraproduktive Werbeinhalte zuzuordnen, möglicherweise mit dem Hintergrund, die Google-Nutzer abzulenken. Nichts dergleichen sei hier behauptet, doch interessant ist’s allemal.

Nachtrag vom 2. Juli: Google hat die Sachlage klargestellt.

Echte Journalisten

Hut ab vor Mika Brzezinski, MSNBC-Nachrichtenmoderatorin, die sich On Air entschied, die „Lead Story“ der Sendung über eine gewisse Paris Hilton nicht vorzulesen.

Man kann Mika die innere Spannung deutlich ansehen (spätestens, als sie die Meldung verbrennen will), daher halte ich dies nicht für einen PR-Gag. Außerdem kann ich ihren Kollegen nur beipflichten: „What a statement. A statement about the state of Journalism in our country.“ und „You have changed the world, Mika Brzezinski!“ murmeln die in ihre Mikros, scheinbar gänzlich in Unkenntnis darüber, welch ein Statement dieses Verhalten tatsächlich darstellt.

In einem Land, das manche Live-Sendungen seit Nipplegate (deutsch hier) verzögert ausstrahlt, um rechtzeitig zum Schutze der Zuschauer Zensur üben zu können, und in dem die Nachrichtenwürdigkeit einer Meldung nur durch die Faktoren Geld, menschliches Leid, Blut, Pseudo-VIPs und ihre Skandälchen und ähnlichen kleingeistigen und global gesehen völlig unwichtigen Kram bestimmt wird, ist so eine Reaktion aufsehenerregend. Mich würde es nicht wundern, wenn Mika ihren Job verlöre, aber auf YouTube und anderen Seiten wird dieses Statement immer erreichbar bleiben:

Das ist meines Erachtens Journalismus von Weltklasse. Dieser Meinung ist auch Rogelio Perea, der das Video schon am Mittwoch bei YouTube eingestellt hat am Donnerstag und in seinem Blog Stellung bezog, etwas zurückhaltender formuliert es die Medienhure. Auch beim Spiegel findet sich ein Bericht.

Einladung nach Hollywood

Ach, wie gern würd ich jetzt in den Flieger steigen und mir ein paar gediegene Klassiker im schön gelegenen W Hotel Los Angeles reinziehen. So schön exklusiv die e-Mail, die schändlicherweise auch noch in meinem Spam-Ordner gelandet war, auch anmutet: Ich fürchte, jeder, der den Newsletter des Hollywood Reporter abonniert hat, hat sie bekommen. Nichtsdestoweniger möchte ich einfach gern mal wieder hin, in diesen sympathischen und zugleich abstoßenden Moloch von Stadt an der Westküste… Also, die Cabanas am Pool sehen echt gut aus! Einladung nach Hollywood weiterlesen

Michael Moore: Flucht nach vorn

Michael Moore dürfte es ja nicht gefallen haben, daß Sicko schon seit Ewigkeiten online verfügbar ist, und das offenbar in guter Qualität. Doch er machte gute Miene zum bösen Spiel und befürwortete die freie Zugänglichkeit von Informationen.

Nun setzt er noch eins drauf: Am heutigen Starttag von Sicko (und dem iPhone) bittet er Zuschauer in einem offenen Brief, Fotos oder Handy-Videos von den Vorführungen einzuschicken. Aus Moores Formulierung wird jedoch nicht klar, ob er damit meint, man solle im Kino ein Foto von dem Film auf der Leinwand machen oder eher ein Bild vom Kino, der Schlange im Foyer und den (hoffentlich begeisterten) Zuschauern, um die Stimmung rund um den Filmstart einzufangen.

Auch wenn das Mitbringen von Handies in öffentlichen Vorführungen noch nicht verboten ist, schärft Michael Moore damit das Bewußtsein der Leute, daß man im Kino ja durchaus auch mitfilmen kann. Dies dürfte den Filmverleihern tendenziell eher nicht gefallen, auch wenn Mitschnitte aus dem Saal kaum ernsthaft eine Gefahr darstellen dürften.

Go ahead, make my day.