YouTube Live

Am morgigen Sonntag um 2 Uhr früh (also in rund 8 Stunden) wird es den YouTube L!ve-Event geben, der über YouTube live gestreamt werden wird. Auf der Webseite des Events sind die „Confirmed Artists“ angegeben, die sich für den Event, der rein physikalisch wohl in San Francisco stattfinden wird, angemeldet haben. Unter ihnen befindet sich auch will it blend, also Tom Dickinson, der Typ, der alle möglichen Dinge schreddert. Ich finde wirklich künstlerische Performances (zum Beispiel Blame Society Films mit Chad Vader) hier wesentlich angebrachter. Aber es könnte kultig werden, es klingt wie so eine Art Konzert mit Kabarettauftritten dazwischen. Viel Spaß!

Minuscule

Wer auf der Filmhochschule studiert, dreht als erstes eine Kameraübung. Während man vor einer Dekade noch ein paar Dosen Schwarzweißmaterial und eine 16mm-Kamera gestellt bekommen hat, dürfte der heutige Filmstudent bereits von Haus aus digital genug ausgestattet sein (Ambition vorausgesetzt), um Filme wie diesen hier zuhause drehen zu können. Denn das wichtigste Merkmal eines Übungsfilms lautet (zumindest bei der HFF München): Keinerlei Dialog.

In untenstehendem Beispiel aus der Serie Minuscule gibt es auch keinen Dialog, aber dafür eine Menge Messages. Das Thema (militärische) Hierarchie wird auf sehr amüsante Weise angesprochen. Wäre dies eine Kameraübung, hätte der Student bei mir sicherlich bestanden. Auf einer Filmschule wohl nicht, weil er ja nicht wirklich mit der Kamera geübt hat. Korinthenkacker. (via)

LIFE-Fotoarchiv ist online frei verfügbar

Die Welt geht einen weiteren Schritt in Richtung Vernunft, nachdem das amerikanische LIFE Magazine nun sein gesamtes Fotoarchiv der Vergangenheit sukzessive online und ohne Beschränkung erreichbar macht – und das natürlich kostenlos. Derzeit stehen bereits etwa 20% der geschätzten 10 Millionen, größtenteils unveröffentlichten Motive online.

So findet sich zum Beispiel kein Foto von Barack Obama, wohl aber eine Menge zur Prominenz der Vergangenheit, von Nixon bis Hitler, Einstein bis Newton. Jede Suche führt zu einer normalen Google-Bildersuche mit dem einschränkenden Suchparameter „source:life“, weswegen sich der findige Googler sich die Life-Suchseite nicht bookmarken muss. Die Bilder liegen üblicherweise in einer Größe von 1280 Pixel in der längeren Seite vor, lassen sich aber leider nicht bequem auf anderen Webseiten einbetten.

Natürlich läßt sich auch mit Schlagworten wie Robot oder Nuclear suchen, was bisweilen zu lustigen Entdeckungen führt. Zum Beispiel ein Reaktor, der dem Atom-Ei in Garching sehr ähnlich sieht, oder diese Maschine zur Wartung von Atomraketen. Ich könnte ewig klicken!

Die Bilder sind meist nicht nachbearbeitet, das heißt, dass zum Beispiel ältere Fotos bereits halb verblichen sind. Schweinkram gibt es nicht, und eindeutige Begriffe zum Dritten Reich oder Vietnam empfehlen sich nicht als Suchbegriff, aßer man sucht Zeugnisse der menschlichen Vergangenheit.

Anderweitig weit verbreitete emotionale oder faktische Suchbegriffe wie „Mountain“ oder „Love“ führen ebenfalls zu keinem Ergebnis. Aber wen interessiert das schon, wenn man Arnold neben einer (Film-)Atombombe posierend finden kann oder Steve Jobs mit kultiger Digitaluhr? (via)

Glaubt hier wer an UFOs?

Ich habe es natürlich nicht angeschaut, stattdessen lese ich mich zu später Stunde durch die Nachbeben des Pro7-UFO- und Alien-Livequatsch vom Wochenende (Niggemeier, Spiegel, DWDL). Es muß ein furchtbares Debakel gewesen sein, so abgrundtief hirnverbrannt doof, dass nichtmal die TV-Junkies einschalteten.

Hier ein paar Anmerkungen und Kleinigkeiten, die mir nach wenigen Sekunden des über Niggemeier verlinkten Ausschnitts aufgefallen sind, bzw. schon immer bekannt waren. Volksschulbildung reicht hier übrigens völlig aus:

  • An UFOs kann man nicht glauben oder nicht glauben. UFOs sind „unidentifizierte Flug-Objekte“. Das kann vom Herbstlaub über eine seltsam geformte Wolke bis zu einer Kaffeetasse alles sein – natürlich auch ein extraterrestrisches Raumschiff. Die Verfehlung der Identifikation eines jeden Objekts im irdischen Hoheitsgebiet kann jedoch nur auf menschlicher Seite liegen, sei dies durch eine schmutzige Brille, Kurzsichtigkeit oder schlichte Unkenntnis dessen, was man sieht, bedingt. Diese Frage ist keine Glaubensfrage. Die Ausgangsfrage ist also schonmal falsch gestellt.
  • Ein Radioteleskop kann nicht funken. Es kann nur empfangen. Gesendet wird üblicherweise mit Funkmasten – auch wenn die nicht so schön fotogen sind wie die großen, schwenkbaren Parabolantennen. (Man kann natürlich sehr wohl mit einem Parabolspiegel senden, dann muss man aber schon ziemlich genau wissen, wo man hinzielt. Da empfiehlt es sich auch nicht, den Spiegel so weit zu kippen, dass er praktisch parallel zur Erdoberfläche abstrahlt und dabei viel mehr atmosphärischen Widerstand überwinden muss als das Funken direkt nach oben – aber das ist sowieso alles so dermaßen vermurkst und unlogisch, dass ich hier gar nicht weitervermuten will.)
  • Kein Funkmast der Welt trötet wie eine Luftsirene, während er funkt. Das nervt nur die Anwohner. Man stelle sich vor, jedes Handy würde im Betrieb auch dauernd so tröten – nicht auszudenken! (Ist aber ein interessantes „Achtung!“-Konzept, das man auch in philharmonischen Konzerten anwenden könnte – damit das Publikum weiß, wann es hinhören muß.)
  • Die Menschheit hat schon immer ins All gefunkt, nicht erst jetzt dank Pro7. Funkwellen haben die Angewohnheit, sich kugelförmig auszubreiten, daher ist es auch vollkommen logisch, dass die Außerirdischen im gar nicht so fantastisch-fiktiven Contact als erstes Bilder aus dem Dritten Reich zurückfunken. Denn das war nunmal so ziemlich das erste, was wir Menschen hier in nennenswerter Signalstärke herumgefunkt haben. Richtfunk ist zwar möglich, aber dann muss eben gezielt werden, und das Signal schwächt sich trotzdem ab.
  • Völlig egal, ob jetzt zielgerichtet „zu den Aliens“ gefunkt wurde oder einfach nur so ins Blaue hinein – die Funkwellen bewegen sich ohnehin nur mit Lichtgeschwindigkeit fort. Wir sollten also allerfrühestens in 8½ Jahren eine Antwort erhalten.

Und zur großen UFO-Frage: Damit ist natürlich gemeint, ob man glaubt, dass außerirdisches Leben existiert oder nicht. Ich persönlich bin davon überzeugt, denn wie es ebenfalls in Contact hervorragend begründet wird:

Young Ellie: Dad, do you think there’s people on other planets?
Ted Arroway: I don’t know, Sparks. But I guess I’d say if it is just us… seems like an awful waste of space.

Diese Aussage mag zwar kitschig klingen, ganz unrecht hat der Papa aber nicht: Von der Drake-Gleichung haben bestimmt schon die meisten gehört, wenn vielleicht auch nicht namentlich. Nach dieser gibt es 37964,97 außerirdische Zivilisationen – allein in unserer Galaxis. Und ich bin sicher, dass keine von denen Pro7 guckt. Oder nach so einer Show bei uns anrufen würde. Die schicken höchstens eine fette Bombe, um uns gnädigerweise von dem Hirn-Kolbenfresser, unter dem die Menschheit offenbar zu leiden scheint, zu erlösen.

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„World War Z“ unter der Regie von…

Eben habe ich gelesen, dass Marc Forster, der Regisseur von A Quantum of Solace, sich dem Zombiegenre zuwenden wird: In World War Z wird die Welt nach einer Zombiekrise beleuchtet. Das gab es zwar schon in der Satire Fido, dort aber eben nur auf einer kleinen, lokalen und vor allem satirischen Ebene. Der kommende Film basiert auf einem Buch von Max Brooks, Sohn von Anne Bancroft und Mel Brooks. Der junge Autor (er ist ein Jahr älter als ich und ich fühle mich jung!) legte mit The Zombie Survival Guide ein Sachbuch zum Überleben in einer von Zombies verseuchten Welt vor. Sein zweites Zombiebuch, World War Z: An Oral History of the Zombie War, spielt in einer postapokalyptischen Welt und erzählt die Zombiekrise im Rückblick aus der Sicht der Überlebenden. Produziert wird das ganze von Plan B, also Brad Pitts Produktionsfirma. Ich freue mich schon!

Ach ja: Gelesen habe ich das bei Kino.de, doch vorsicht, die machen plötzlich mehr Werbung als sonst. Besonders die Popups nerven mich.

Wie das Handy das Filmemachen verändert

Wer sich nicht ganz klar darüber ist, welch massiven Einfluss das Mobiltelefon auf das Filmemachen hat, möge bitte diese alternativen Versionen bekannter Filme genießen:

Grundeinkommen: Film hier anschauen!

Dailymotion hat Grundeinkommen zum Embedden, hier also der Film in voller Länge. Und hier sowie hier zwei vorige, lesenswerte Blogbeiträge dazu. Die DVD kann man auch kaufen. Und die Macher kommende Woche in den Kammerspielen zur Rede stellen (PDF-Pressemeldung)!

Batman vs. Batman

Nein, kein neuer Film, sondern traurige Wahrheit. (hier) Danke M.L.!

PS: Ich hatte heute am Nachmittag Weihnachten und Geburtstag zugleich. Die Brau-Beviale in Nürnberg ist auf jeden Fall einen Besuch wert: An praktisch jedem Stand muss man deren neueste Biersorten probieren. Na gut, wenn’s nicht anders geht… %-}

Go ahead, make my day.