Wer die beiden hier zusammentreffenden Klassiker nicht kennt, dem ist nicht zu helfen. Allen anderen brauche ich ja nichts zu erklären:
Close Encounters of the Redneck Kind from Marc Bullard on Vimeo.
Wer die beiden hier zusammentreffenden Klassiker nicht kennt, dem ist nicht zu helfen. Allen anderen brauche ich ja nichts zu erklären:
Close Encounters of the Redneck Kind from Marc Bullard on Vimeo.
Regelmäßige Leser dieses Blogs (also nicht die hammermäßige Flut der BILD-Leser, die seit vorgestern auf der Suche nach Fotos des Geschlechtsteils von A.M. hier vorbeiströmen) wissen, dass das Filmzitat unter der Kopfzeile täglich wechselt – meinem IT-Fachmann und seinem Plugin sei Dank.
Ein gutes Filmzitat zur rechten Zeit ist schon immer die soziale Trumpfkarte unter Cineasten gewesen, vermittelt es doch gegenüber Kennern punktgenau einen ganzen Stimmungskosmos in wenigen Worten und das in nahezu jeder Situation. „Ich liebe Dich“ – „Ich weiß“ auf einer Hochzeit, und der halbe Saal (die Männer) liegt wiehernd am Boden. „Do you feel lucky?“ und „We’re gonna need a bigger boat“ bringen ebenfalls so einiges auf den Punkt, wenn Not am Mann ist.
Obwohl ich was ganz ähnliches schonmal gepostet habe, hier nocheinmal sehr schöne Filmzitate aus 100 Jahren Kino. Zum Schmachten.
Ich habe vorhin eine Liste von „11 Dirty TV Moments That Slipped Past The Censors“ gefunden und mich gefragt, was das wohl für ein Schweinkram ist, den eifrige Amerikaner (das nimmt man zumindest an) da zusammengetragen haben. Nipplegate hat ja gezeigt, was für ein Problem das prüde Amerika mit der natürlichsten Sache der Welt hat, also ist so eine Liste natürlich möglicherweise „juicy“.
Leider verhält es sich genau gegenteilig. Was den US-Zensoren da „entgangen“ ist, ist absolut harmlos. Umso skurriler ist es für uns Europäer, sich diese pesudo-anrüchigen Szenen und Ausschnitte anzusehen. Bei uns läuft härteres im Nachmittagsprogramm, und die gelisteten Szenen zu schneiden, wäre nichtmal dem Papst eingefallen. Das mag aber auch daran liegen, dass beim Übersetzen zwei Drittel mal wieder nicht verstanden wurden…
PS: Ebenso lächerlich finde ich die Aufbauschung des zugegebenermaßen geschmacklosen, aber dennoch völlig belanglosen rape joke.
Die heutige BILD-Schlagzeile weist darauf hin, dass die Schauspielerin Antje Mönning, die für die ARD auch als Nonne in der Serie Um Himmels Willen tätig ist, einen „Sexfilm fürs Kino“ drehte, „mit echtem Geschlechtsverkehr“. Auf Seite 15 findet sich der Artikel (hier online), der sich weniger um den Film Engel mit schmutzigen Flügeln von Roland Reber dreht, als um die Frage, ob die Sexszenen nun echt oder gestellt waren. Laut BILD hatte Antje Mönning angegeben, bei jeder Sexszene einen echten Orgasmus gehabt zu haben, und sämtliche Penetrationen nicht gespielt zu haben.
Nunja.
Ich habe den Film auch gesehen und muss sagen: Ich habe keine einzige Penetration tatsächlich erblicken können, auch wenn es nicht wenige Szenen gibt, in denen der Geschlechtsakt des homo sapiens eine Rolle spielt. Es ist natürlich gut möglich, dass diese Szenen tatsächlich nicht gespielt waren, sondern eher dokumentarische Qualitäten hatten. Auch will ich Antje Mönning nicht absprechen, dass sie sich traut, vor der Kamera echten Sex zu haben und dabei auch noch wirklich kommt. Es ist allerdings auch Auslegungssache, ab wann man von „Geschlechtsverkehr“ sprechen kann, und ob dieser auch ohne Penetration möglich ist. Ich wäre allerdings ein schlechter BILD-Schreiber, denn ich hätte die Story gar nicht erkannt. Bei mir hätte die Schlagzeile gelautet „Vielseitige Schauspielerin spielt Nonne und Sexszenen im selben Leben“ oder „Schauspielerin macht ihren Job“.
Das tolle an der Angelegenheit ist jedoch nicht die Frage, ob oder ob nicht Antje Mönning Geschlechtsverkehr und dabei einen Orgasmus hatte, sondern der Werbeeffekt, den diese Schlagzeile haben wird. Denn die wtp Film um Roland Reber und seine Crew ist eine kleine, trotz Sexszenen seriöse Filmproduktions- und Verleihfirma, der ein durchschlagender finanzieller Erfolg (im Gegensatz zum eher abwertenden „Erfolg bei der Kritik“) zu wünschen ist. Nicht, dass das Team von wtp von ihren bisherigen Filmen nicht leben könnten, aber die Firma spielt halt in einer anderen Liga als die ganzen Mainstreamproduktionen, die ohne millionenschwere Fördertöpfe gar nicht erst vom Boden hochkommen.
Auch bei mir explodierten heute die Besucherzahlen, im Vergleich zu den „üblichen Zahlen“ von Anfang des Monats (bevor ich den Blog für ein paar Tage offline nehmen musste) vermehrten sich die Besucher ungefähr um den Faktor 12. Und der Tag ist noch nicht vorbei.
Das wird natürlich wieder zurückgehen, außer ich poste täglich nackte Mädels (das geschäftliche mit dem angehemen verbinden? Vielleicht keine so schlechte Idee…), und ich hoffe, dass zum Filmstart im März sich eine Menge Leute persönlich von den Qualitäten von Engel mit schmutzigen Flügeln überzeugen wollen. Dieser Tage bricht die Crew um Roland Reber jedoch erstmal nach Indien auf, um der Reber-Retrospektive beim IFFI 2009 beizuwohnen.
Und wer diesen Blog weiterhin besuchen will, ist sowieso herzlich willkommen.
Prototypisch zu nennendes deutsches Filmausbildungsprodukt. Verdient Bestnoten am laufenden Band für die einzelnen Departments. Trotzdem erscheint das Ganze wie leeres Blendwerk, lediglich wie die Kulisse in einem Film ohne interessierende Geschichte, ohne interessierende Figuren davor. Eager-Beaver-Produkt als Kassengift fürs Kino.
Wer dem Bedürfnis, Frau Harfouch in einer einzigen Rolle eine ganze Palette verschiedener Alkoholikerinnen spielen zu sehen, nicht widerstehen kann, und das inmitten eines Drehbuch-Verhaus und flankiert von einem Handgelenk mal Pi zusammenstöpselten Cast, der ist hier richtig.
Der erste Tannöd-Film dieses Jahr war zwar eine Katastrophe, der hiess Hinter Kaifeck, aber in seinem unvoreingenommenen Dilettantismus war er doch deutlich origineller, ja innovativer. Der ließ die Tannöd-Geister ohne direkte Ursache und viel später wieder auferstehen, parapsychologisch gewissermassen.
Bettina Oberli dagegen betätigt sich vornehmlich als Malerin eines barocken Deckengemäldes aus Fratzen, Hexen, Krüppeln, derben bayerischen Figuren, Mägden, Knechten, Inzüchtlern, Behinderten und Irren.
Dazwischen kommt immer wieder die gespenstische Musik des Waldes, wild sich bewegende Baumstämme- und wipfel, aus Untersicht aufgenommen, choralhafte, das Böse beschwörende Waldmusik. Sehr barock, sehr heftig. Die ist schön
Wenn jetzt noch die passende Geschichte dazu da wäre. Die aber fehlt.
Julia Jentsch stolpert zwar durchs Bild. Sie bildet sozusagen den Leitfaden der so gut wie nicht vorhandenen Narrative. Sie kehrt zur Beerdigung ihrer Mutter, die die Tochter nie umarmt hatte und ablehnte, weil sie ein Bastard war, aus der Stadt in ihr Heimatdorf, das grauenhafte, zurück.
Für Verwirrung sorgt nicht nur, dass sie selbst zusehends zur Irren in dieser irren Einödwelt wird, für Verwirrung sorgt auch die Perspektive der Geschichte, die allwissend – genauso sorglos changiert zwischen dem Bebildern von Szenen der Getöteten kurz vor ihrem Ableben, vom Mord und dessen Entdeckung und von zwei Jahren später und da geht es genau so heftig und derb und hexisch und inzüchtlerisch zu.
Das Wirre hebt sich in diesem Film nicht ab von Klarem. Das Wirre geht in Wirrem unter.
Das Gemälde von Frau Oberli suggeriert eine vollkommen verkommene und zurückgebliebene Dorfgesellschaft, in der so ein Massenmord offenbar genau so selbstverständlich ist wie der Fick des Vaters oder des Onkels mit der jungen Frau.
Sogar die Entdeckungsszene wird nachgezeichnet. Ganz laut schreiend springt dann ein junger Mann durchs Dorf, wie von Hornissen gestochen.
Für die Gemäldehaftigkeit sorgt mit bedeutendem Anteil die Kamera von Stéphane Kuthy. Die ist sagenhaft schön. Sie entdeckt auch immer wieder idyllische Kleinode, ein kleines Holzpferdchen, eine Frau, die sich um ein Kälbchen sorgt, eine bedeutungsvolle Griffelschachtel.
Im übrigen wird ein himmelschreiend gecoachtes Bayerisch gesprochen. Dies dürfte jedoch nicht das Hindernis für eine allfällige internationale Auswertung sein, dies liegt viel mehr an der Erzählstruktur, die keine Spannung aufkommen lässt.
Was will uns Frau Oberli erzählen? Ach wäre doch Frau Oberli bei ihren Herbstzeitlosen und den reizenden Dessous geblieben!
Dass es unserer Branche nicht gerade blendend geht, ist ja schon länger bekannt. Nun hat Dietrich B. nach langer (drehbedingter) Blogpause deutlich darauf hingewiesen, welche Art Profis sich das Berliner Stadtmagazin berlinien.de eingekauft hat. Ich … #Facepalm #Berufswechsel
Ich habe Paranormal Activities nicht gesehen, aber nach dieser Parodie denke ich, dass das auch nicht mehr nötig ist.
Wie meine Leser ja wissen, bin ich ein Verfechter der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Eine soziale Basis aller für alle, die es allen Menschen in unserer Überflussgesellschaft ermöglicht, ein würdevolles Leben zu führen, auch wenn sie keine Arbeit haben. Nun habe ich diesen Vortrag von Götz Werner (ein bekannter Verfechter des BGE) gefunden, der in wenigen Minuten übersichtlich klarstellt, warum so eine revolutionäre Idee gar nicht so revolutionär ist, sondern eher eine logische Konsequenz aus dem Jetzt. Video nach dem Sprung.