Männerherzen

Fazit: Ein zu einer großen Tüte Popcorn und einem 1,5-Liter-Becher-Brause gewiss Freitag abends in Begleitung von Kumpels oder dem Gspusi wohl zu vertragende bunte Mischung. Der Film schaukelt wie eine Nussschale auf der Dünung moderner Paarbeziehungen über der Tiefenströmung heutiger männliche Identitäts-Verunsicherung.

Zwei Qualitäten.

Etwa ein halbes Dutzend ineinander arrangierte, stark vereinfachend, beinah strichmännchenhaft knapp skizzierte Liebesgeschichten, ein Mikrokosmos aus den verschiedenartigsten Männlichkeitsbehauptungen zwischen Nudelreklame aus den 50ern und der Herren-Duft-Reklame von heute und ihren Lieben und deren Hindernissen. Dass sie alle zu einem guten Ende finden, darf ruhig verraten werden, es sind Minikomödien. Schön daran, was für einen deutschen Film leider schon eine ungewöhnliche Qualität ist, dass vielen Szenen Beobachtungen aus dem Alltag zugrunde liegen. Somit kann der Zuschauer auch problemlos andocken.

Viele nette Witzchen, zum Beispiel über den Namen Günther, versuchen das Niveau leicht zugänglich zu halten.

Die zweite Qualität betrifft das Schauspielerische.

Sie wird bestimmt und dominiert von Til Schweiger und dessen internationalen Erfahrungen, seinen Folgerungen daraus. Er erinnert an einen Zombie, eine Männercharge wie aus einem Vietnamkriegsfilm, Rolle „starke Type“. Mann oh Mann. Die Show ist der Mann.

Er spielt einen Musikproduzenten, der aus Geldgründen Kitsch-Schlager produziert und, nachdem er kurz vor Ende des Films eine Schwangere vom Rad runtergefahren hat, eine fast christliche Bekehrung erlebt (in diesem Rahmen gesehen ist das doch recht amerikanisch!), das Geschäft hinschmeißt, ein Gutmensch wird (als solcher wirkt er dann recht fad) und aus Berlin, wo er sich immer als Bayer aufgespielt hat, Münchner Kennzeichen und FC-Bayern-Aufkleber, in sein tatsächliches Heimatdorf, ein Kaff in Westhessen, zurückkehrt.

Das ist nicht negativ gesehen. Im Gegenteil. Er scheint seine Kollegen zu einer ähnlichen Art Typen-Schauspielerei zu animieren, was diese mit Wonne tun, auch das eine im deutschen Film rare Qualität.

Der Effekt ist der, dass das Gemenge aus Typen, gerade diese Zombiehaftigkeit Schweigers und seiner Epigonen, eine im Grunde genommen skurrile Zwergenwelt abgibt, trotz oder gerade wegen dem teils dröhnenden, PS-protzenden und gewichthebenden Macho-Getue.

Der Eindruck wird noch verstärkt durch vermutete Klauseln im Vertrag von Schweiger, dass sein Kopf immer eine Idee größer und deutlicher als die Gesichter seiner Mitspieler zu fotografieren sei. Schrittmacher für Startum à l’Américaine.

Die Kombination der hier festgestellten Qualitäten ergibt einen durchaus ansehbaren skurrilen Bilderbogen, wobei noch ungeklärt ist, wie weit diese Skurrilität freiwillig oder nicht ist; ob der junge Simon Verhoeven, der Regisseur, schon mit so viel Psychowasser gewaschen, schon so durchtrieben im Spiel mit den nicht unbedingt bewussten Qualitäten seiner Schauspieler ist.

Zu denken gibt einem allenfalls die Erkenntnis, dass Til Schweiger in seiner Altersklasse wohl der derzeitig starhafteste deutsche Filmstar sein dürfte, was das Filmland dann doch wieder als ziemliches Zombie- und Zwergenland erscheinen lässt.

Trailer: Star Wars Uncut

Das überaus coole Fan-Projekt Star Wars Uncut funktioniert ganz einfach: Fans der Macht drehen den Film einfach nach, und zwar nicht an zentraler Stelle, sondern quasi Open Source, in 15-Sekunden-Szenen. Der fertige Film wird also 472 Regisseure haben. Nun gibt es einen Trailer:

Star Wars: Uncut Trailer from Casey Pugh on Vimeo.

Es kommt der Tag

Es ist im Moment gesellschaftlicher Konsens, Filme über Terroristen zu machen. Das kommt gut an bei den Redaktionen. Erst recht, wenn Iris Berben Judith Hofmann, die Ex-Terroristin, gibt.

Hier ist immerhin der Plot auf einen Satz zusammenzufassen, aber das wars dann auch schon. Frau Hofmann, besagte Iris Berben, ist nach Banküberfällen und einem Mord abgetaucht, hat im Elsass ein neues Leben aufgebaut, hat einen Winzer geheiratet, ist Aktivistin in einer Umweltschutzvereinigung (glaubwürdig?), aktuell gerade gegen Genmais.

Ihre terroristische Vergangenheit holt sie ein in Form einer ihrer Töchter, die sie beim Untertauchen zurücklassen musste. Diese wird gespielt von Katharina Schüttler, Alice heisst sie im Film, eisern-verschlossenes Gesicht, gut geformt, sehr deutsch, bei den Gängen immer die Arme am Körper angelehnt, wer weiss, wer ihr das gesagt hat.

Diese Tochter resp. diese von Frau Hofmann im neuen Leben verschwiegene Vergangenheit, platzt also bei Winzers rein.

Jetzt müsste nur noch eine Geschichte daraus gemacht werden. Zu früh wollen wir das düstere Geheimnis nicht ans Licht bringen. Das geht folgendermaßen.

Wir stellen Frau Berben mit ihren Umweltschützern vor. Heile Heilerwelt. Dann stellen wir Alice vor, die Tochter, wie sie einen Typen auf einem Autobahnparkplatz bumst, einen netten Jungen, die daraufhin sein Zeugs rausschmeisst, während er pinkeln geht, und ihn zurücklässt.

Sie ist also eine Gestörte. Das haben wir kapiert.
Diese Gestörte hat die Mutter aufgespürt und will sie nun herausfordern.
Sie taucht unvermutet bei Winzers auf, quartiert sich als Gast ein.

Erst müssen diverse Szenen erfunden werden, Frühstücks- und Essenszenen, bei denen die Dramatis Personae zusammenkommen. Das Problem ist allerdings, dass dann mit viel Spass und Gejuchze auch mal Sekt geöffnet werden muss, irgendwelche Füllgespräche erfunden werden, kostbare vertane Kinozeit, bis endlich ein Gespräch Mutter-Tochter zustande kommt.

Dazwischen erscheinen ohne jede dramaturgische Begründung die Großeltern des Winzers, Franzosen… Es folgen typischen Auslegeordnungen bürgerlicher Szenen deutscher Filmemacher und Filmemacherinnen, so, wie sie sich die Deutschen (und hier auch die Franzosen) so etwas eben vorstellen.

Der Film fängt an, eine Drehbuchwerkstatt haben wir auch besucht, mit dem Voice-Over-Text einer Frauenstimme, die über das Wasser, das den Fluss runterfliesst, räsoniert und den Weg umgekehrt gehen möchte. Zu guter Letzt kotzt Frau Berben am Fluss ihren Mageninhalt (oder ihre Vergangenheit) aus: frisch gereinigt muss sie nun entscheiden, in welche Richtung sie gehen wird. Der Fluß fliesst abwärts…

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Nach der Wiesn ebenso.

Nun, dass Angela Merkel Kanzlerin bleiben würde, war ja eigentlich klar. Aber ob schwarz-gelb das beste für uns ist, bleibt abzuwarten. Nicht alles, was die Mehrheit will, ist immer das beste.

Ich hab derweil eine Fotoserie vom Oktoberfest hochgeladen, die ich gemacht habe, als die Zelte schon geschlossen hatten. Die meisten Fotos entstanden aus der Hand, und sind daher leicht verwackelt. Betrachtet es als Kunst. Wer sie verwenden will, bitte Kontakt aufnehmen!

Capitalism: A Love Story – Bald!

Heute legt Deutschland den Grundstein dafür, wie es die kommenden Jahre weitergehen wird, und welchen Kurs wir einschlagen werden. Ein wenig zu spät für einen Einfluss auf die Wahl kommt Michael Moores neuer Film, Capitalism: A Love Story, in die Kinos.

Für alle, die sich schon auf den Film freuen, hier ein paar Auftritte von Moore bei diversen US-Talkshows. Die URLs sind seiner aktuellen Rundmail entnommen. Die Videos nach dem Sprung.

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Denkanstöße zur Bundestagswahl 2009

Wieder ein artfremder Blogeintrag, doch Moment: Die Politik unseres Landes geht uns alle an, daher kann man durchaus mal die beruflichen Scheuklappen beiseite legen den Fokus vom Beruf nehmen, einen Schritt zurücktreten und das Gesamtbild betrachen.

Ich will auch keinen langen Eintrag schreiben (wer nur 12 Minuten Zeit hat, bitte die beiden Videos unten anschauen), und zur Wahl (nicht vergessen, das ist morgen!) ist schon lange gesagt, was gesagt werden musste. Hier nochmal meine persönlichen Denkanstöße in stichpunktartiger Form:

  • Der Schutz vor Kriminalität im Internet (meine eigenen Erfahrungen mit so einem Früchtchen hier) darf trotz aller ermittlungstechnischen Erleichterungen nicht die Rechtfertigung für ein neues Stasi-System sein. Die Politik, aber auch alle anderen müssen kapieren, dass das Netz nur ein Medium ist, eine Vernetzungstechnologie, aber kein „rechtsfreier Raum“ oder ähnlicher Käse.
  • Meines Erachtens ist der Schutz von Urheberrechten wichtig und notwendig, aber Kleinkopierer zu kriminalisieren (mit drakonischen Strafen, die teilweise schlimmer sind als die für echte Verbrechen), YouTube-Parodien zu unterbinden und ähnliches, ist völlig übertrieben. Ein gewisser Schwund war schon immer, und wird auch immer sein. Faustregel: Je besser der Film, das Album, das Buch, desto mehr Leute werden sich das Original kaufen wollen. Gebrannter Filmfan scheut den DVD-Kauf.
  • Die Piratenpartei ist meines Erachtens der ideale Kandidat für alle Protestwähler (Zweitstimme). Als regierende Partei wären sie durch mangelnde Erfahrung und die Festlegung auf wenige zentrale Themen als eigentlichen Fokus sicherlich ziemlich unfähig, was Außen- und Innenpolitik angeht. Dennoch sollten sie unbedingt in den Bundestag, sozusagen als Plugin-Partei, allein schon um Leuten wie Zensursula und Schäuble Paroli bieten zu können, oder nötigenfalls wenigstens ein paar Technology Basics erklären zu können.
  • Ein für mich persönlich sehr wichtiges Thema ist das bedingungslose Grundeinkommen, das jedem Bürger gewährt werden sollte. Hier, ganz minimal, die Argumentationskette:
    1. Vollbeschäftigung ist weder möglich noch gewünscht, die Gründe hierfür sind verstärkte Automatisierung (Industrialisierung) sowie die panische Angst der Arbeitgeber vor den Lohnforderungen der Arbeitnehmer. Die könnten, wenn man ihnen nicht mehr mit „dann nehmen wir halt jemand günstigeren“ drohen kann, ganz ordentliche Lohnforderungen stellen. Siehe Wirtschaftswunderjahre.
    2. Arbeitslosigkeit eines Teils der Bevölkerung ist somit ganz normal. Sie ist sogar selbsterklärtes Ziel der technischen Entwicklung und gewünschter sozialer Effekt bei Arbeitgebern, um die Löhne drücken zu können. Es wird also immer Arbeitslose geben. Und sie werden langfristig nicht weniger, sondern mehr werden.
    3. Arbeitslosigkeit muss daher entstigmatisiert werden. Arbeitslosigkeit darf kein Mangel mehr sein, der an einem Menschen haftet.
    4. Da es Arbeitslosigkeit immer geben wird, nutzt die Arbeitgeberschaft die Existenz der Arbeitslosigkeit (bzw. die Möglichkeit, ins Ausland zu outsourcen), schamlos, um Menschen zu menschenunwürdigen Löhnen arbeiten zu lassen. Wie kann es angehen, dass jemand eine Vollzeitstelle hat, aber immer noch Hartz IV obendrauf braucht?
    5. Die Wirtschaft kann nur florieren, wenn die Leute ihr Geld auch ausgeben.
    6. Die Leute geben ihr Geld aber nicht oder nur sehr sparsam aus, wenn sie nicht sicher sein können, ob jemals wieder neues Geld hereinkommt.
    7. Die Löhne sind meist schlecht, die so lang vielgepriesene Sicherheit der Festanstellung existiert praktisch nicht mehr. Daher ist die Bereitschaft zum Einkauf von Gütern außer dem absolut Nötigsten (und dies am billigsten) nicht mehr gegeben. Ergo leidet die Wirtschaft unter den niedrigen Löhnen, die sie an ihre meist leicht kündbaren Angestellten auszahlt, selbst am meisten.
    8. Die einfache Lösung: Gebt den Menschen – allen Menschen – ein bedingungsloses Grundeinkommen. Den Arbeitslosen, den Obdachlosen, aber auch den Besserverdienenden und den Superreichen. Gebt es ihnen, damit sie es ausgeben! Denn wenn den Leuten ein monatliches, unpfändbares Einkommen gesichert wäre, würden sie natürlich auch anfangen, es auszugeben. Aus einer Wirtschaft, die knapst und optimiert, würde plötzlich eine Wirtschaft, bei der keiner mehr im Regen stehen muss.
    9. Finanzierbar ist das Grundeinkommen schon heute, und zwar (u.a.) durch das Ersetzen aller Steuern durch eine einheitliche Verbrauchssteuer, die rund 50% eines Endpreises besteht. Klingt kompliziert und fantastisch, aber dazu mehr weiter unten in diesem Blogpost, bei den weiterführenden Leseempfehlungen.
    10. Außerdem wäre es sowieso höchst unmoralisch, das Bedingungslose Grundeinkommen nicht einzuführen: Jeder, der aus irgendwelchen Gründen (von Krankheit bis Überflüssigkeit) den Anschluss an die Gesellschaft verloren hat, muss sich heute mit einem lächerlichen Hartz-IV-Satz durchkämpfen, als ob er der Gesellschaft auf der Tasche läge und sich was schämen sollte. Diesen Zustand kann und sollte man abwählen.
  • Meiner Meinung nach ist die Zeit langsam vorbei, in denen die Menschen dem Geld dienen. Es kann nicht angehen, dass einige Unternehmen schon mehr Macht und Geld haben als manch souveräner Staat. Ist das wirklich die Welt, in der wir leben wollen? Können wir wirklich verantworten, dass z.B. Millionen von Indern oder Afrikanern kein sauberes Trinkwasser haben oder an heilbaren Krankheiten leiden müssen, weil es sich für uns in der Ersten Welt nicht lohnt, ihnen die Technologie und die Medikamente zu geben? Was sind wir nur für Menschen?
  • Wollen wir bei uns wirklich eine Klassengesellschaft einführen und zwischen Leuten, die sich eine notwendige ärztliche Behandlung leisten können und denen, die es nicht können, unterscheiden? Die Bequemlichkeit, mit der wir bisher gelebt haben – wohlgemerkt, auf Kosten der Länder, deren Bevölkerungen wir mit dem selbstbetrügerischen Argument „Arbeit und Geld für Euch“ geködert haben – muss ein Ende haben, allein schon des eigenen Gewissens wegen.
  • Es muss also viel verändert werden, nicht bloß die Frage nach einer Internetzensur oder einer Einwanderungspolitik. Es geht nicht um Merkel oder Steinmeier, es geht um Sein oder Nichtsein. Das ist hier die Frage!

Hier noch ein paar Lese- und Videotipps für heute Abend. Ja, für heute, noch vor der Wahl:

Hier ein Videobeitrag über das Grundeinkommen in zwei Teilen, für alle, die nur 12 Minuten Zeit haben:

PS: Meine ganz wilde Idee wäre ja eine Weltregierung, mit vergleichbaren Löhnen und Sozialleistungen für wirklich alle. Aber das bedarf noch einiger Jahrhunderte und außerdem einer als Bedrohung empfundenen Anwesenheit von außen.

PPS: Der Trailer zu The End of Poverty liefert ebenfalls ein paar Denkanstöße.

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Short Cut to Hollywood

Schon die Grundidee ist hornochsig. Das Trio aus Mittermeier, Stahlberg und Kottenkamp will Weltkarriere machen, indem Stahlberg sich eine Extremität nach der anderen amputieren lässt mit dem medialen Höhepunkt seines gezielten Aus-dem-Leben-Scheidens.

Wenn so eine hirnrissige Sache im Kino funktionieren soll, muss das ganz genau als realistischer Plan dargelegt werden (und, wie er vielleicht durchaus beabsichtigt, dem Tod in letzter Minute noch ein Schnippchen zu schlagen vermag), damit wir das mit Interesse verfolgen, ob es auch funktioniert.

Und es müssen auch plausible Gründe angeführt werden, welche Notlage für die Drei vorherrscht, dass sie überhaupt auf eine solche Idee kommen und allen Ernstes an deren Durchführung herangehen. Nichts von alledem bei Stahlberg. Die Idee kommt eher wie eine Primanerscherz auf die Leinwand und gleich geht’s unreflektiert, ohne Hindernisse an die Umsetzung. So entsteht keine Spannung.

Dass es in Amerika dann nicht auf Anhieb funktioniert, also das Hindernis mit dem Produzenten, dem sie den amputierten Arm von Stahlberg in einer grossen Phiole auf den Konferenztisch hauen um dann medienecholos wieder rausgeschmissen zu werden, ist weder spannend noch originell und keineswegs dazu angetan, Empathie für die Akteure zu empfinden, zu klotzig und flüchtig wird das inszeniert und gefilmt.

Sowohl Drehbuchidee als auch deren handwerkliche Durchführung sind einfältig zu nennen. Und einfältige Filme will umgotteswillen niemand im Kino sehen.

Ausserdem legen sich die Akteure selbst ein Ei, indem sie den Vergleich mit amerikanischen Schauspielern direkt herausfordern und dabei ziemlich schwach abschneiden. Bei der Todesszene im Prunkbett hinter rotem Tepppich auf Hochausdach mit Hintergrund Las Vegas, da kommt kurz Interesse auf. Als aktuelle Folie sieht man den Tod von Michael Jackson als Film hinterm Film und die Mutter, die aus Deutschland angegflogen kommt, die erweckt Mitgefühl. Leider sind in diesem Moment schon weit über 60 Minuten Unerträglichkeit hinter einem. Wegen eines solch kleinen Trostpflasters würde wohl kaum einer ins Kino gehen.

Ein weiteres deutsches Förderprodukt, dessen Flop schon bei sorgfältiger Lektüre des Drehbuches hätte prognostiziert und also vermieden werden können. Keine dreidimensionalen Charaktere, keine Figuren, die irgendwelches Mitgefühl erwecken. Alle bleich und papieren. Hat das keiner gesehen von den Redaktueren und den Förderern, oder sind alle so verbandelt untereinander, dass, wie bei des Königs neuen Kleidern, keiner sich was zu sagen getraut hat, um das Projekt frühzeitig zu stoppen oder dramatische dramaturgische Korrekturen zu verlangen?

Löblich ist allein der medienkritische Ansatz. Geht aber ungefähr so in die Binsen, wie das Unterfangen, mit einer Papierschere echten Drahtzaun durchschneiden zu wollen.

So ein bisschen parodieren und flachsen und lustig sein ist eben krass wenig im Gegenwert zu einem Kinoticket.

Go ahead, make my day.