Michael Crichton: 1942 – 2008

Wie ich von Torsten per Mail erfahren habe, ist Autor und Multitalent Michael Crichton gestorben. (THR, Spiegel, Ahoi Polloi) Crichton hat als Romanautor weltweite Berühmtheit erlangt. Sein bekanntestes Werk ist sicherlich Jurassic Park, dem er die wissenschaftliche Arbeit von Svante Pääbo zugrunde legte.

Ich hatte die Ehre, beide Männer zu treffen: Michael Crichton 1993 in Chicago, wo er mir ein Autogramm in das Taschenbuch zu Jurassic Park gab und auf meine Frage „Will there be a sequel?“ mit einem empören „Nooo!“ antwortete. Svante Pääbo 1996 in der LMU München, wo ich als Biologiestudent seinen Paläogenetik-Gastvortrag besuchte und eine Kommilitonin, in die ich damals ziemlich verschossen war, mitschleppte. Sie hatte ihren Hund dabei, der unter der Bank einschlief. Pääbos Englisch hatte einen dermaßen dicken Schwedisch-Akzent, dass im Grunde kein Wort der Veranstaltung zu verstehen war. Wir verloren bald die Lust und verließen den Hörsaal mit der Begründung, dass der Hund dringend Gassi gehen wolle, leider. Der Hund jedoch hatte so fest geschlafen, dass wir ihn, deutlich schlaftrunken und ziemlich desorientiert, an der Leine aus dem Saal zerren mussten, was unsere Ausrede ziemlich lahm aussehen ließ.

Nun ist Michael Crichton an Krebs gestorben. Wirklich traurig, seine Romane habe ich immer gern gelesen. Gerade vorhin (ich war bei Freunden, in einen Geburtstag reinfeiern), habe ich sein vorletztes Werk, State of Fear, im Regal stehen sehen und mich gefragt, wann wohl wieder ein neues von ihm erscheinen wird.

Next hatte ich schon völlig vergessen, was aber daran lag, dass ich auf State of Fear noch ziemlich sauer war. Die Aussage dort lautet nämlich im Grunde, dass der Klimawandel ein natürliches Phänomen ist und der Mensch im Grunde so weitermachen kann wie bisher. Ich hoffe zwar selbst, dass das so sein mag, aber es ist unverantwortlich, sich auf solchen Vermutungen auszuruhen. Auch wenn Crichton schreibt, dass es sich um ein Work of Fiction handele, bleiben beim durchschnittlichen Leser dann doch nur einige wenige Fakten hängen.

Nichtsdestotrotz ist Michael Crichton ein weiterer Krebstoter, den die Welt nicht braucht. Hoffen wir, dass die Forschung bald einen radikalen Durchbruch in diesem Bereich macht. In der Gentechnik liegt nicht nur Schlechtes. Und möge er in Frieden ruhen.

Presseverhinderer: Das e-book!

Zuallererst eine persönliche Anmerkung: Ich bin ja so froh, dass nicht John McCain gewonnen hat, sondern Barack Obama. Nochmal vier oder gar acht Jahre unter einer vernagelten Republikaner-Regierung hätte die Welt nicht ausgehalten, und die USA schon gar nicht.

Im Marketing-Blog gibt es den leider nicht besonders fiktiven Archetyp des Presseverhinderers. Ein Presseverhinderer ist jemand, der Pressearbeit machen soll, sich aber so ungeschickt anstellt, dass seine Message gnadenlos (aber verdientermaßen) untergeht.

Nun hat Dr. Frauke Weber all ihre Erfahrungen mit Presseverhinderern, von denen es übrigens eine ganze Menge gibt, in einem e-book zusammengefasst. Dieses steht bis 30. November 2008 kostenlos zum Download zur Verfügung. Nicht nur PR-Leute sollten sich die 30 PDF-Seiten durchlesen, sondern auch wir Journalisten: Zum einen liefert die Autorin wertvolle Argumente für eigene Anmerkungen, auch hilft die Lektüre, PR-Veranstaltungen besser zu verstehen.

Roger Eberts Regelbuch, Roger Eberts Kochbuch

Ich wollte schon länger Roger Eberts Regelsammlung für Filmjournalisten verlinken, es aber in aller Ruhe erstmal selber durchlesen. Doch jetzt bin ich in Zugzwang, denn nun hat Ebert seine geheime Vorliebe für den Reiskocher durchblicken lassen. Es ist schon irgendwie traurig, alles in einen Topf zu schmeißen, wenn man so viel bessere Ergebnisse mit richtigem Kochgeschirr erzielen könnte. Ich habe nichts gegen kreative Innovation, aber da Ebert nicht gerade selten verbrauchergerecht vorbereitete Zutaten vorschlägt, bin ich eher skeptisch. Gefrorenes Gemüse, Schnellkochreis und Hamburgerfleisch kann meines Erachtens gar kein fantastisches Gericht mehr ergeben, schon gar nicht als Eintopf. Und hey: Was ist denn ein Reiskocher schon anderes als ein normaler Topf mit Platte in Kombination mit einer Uhr?

Ich hoffe nur, dass Ebert nicht begonnen hat, sein Herz auszuschütten, weil das Unvermeidliche naht.

Im Schatten des Mondes

Ich habe gerade meine Review zu Im Schatten des Mondes abgegeben (Trailer hier, Review hier) und bin bei der Recherche auf diese unvergleichlich geniale Ultra-Zeitlupenaufnahme des Starts einer Saturn V – Rakete gestoßen.

Für die Tuning-Fans: Die Saturn V ist stolze 110 Meter hoch und wiegt voll betankt 2934,8 Tonnen, ungefähr soviel wie 7,5 Jumbo-Jets. Sie schleppt bis zu 133 Tonnen Nutzlast in die Erdumlaufbahn oder schiebt wahlweise 50 Tonnen bis auf Fluchtgeschwindigkeit (Verlassen der Erdanziehungskraft). Sie beschleunigt im ersten Gang von 0 auf 8600 km/h in 2,5 Minuen, natürlich senkrecht nach oben. Allerdings braucht sie dafür auch 2000 Tonnen Brennstoff. Im zweiten Gang schafft sie es dann in weiteren 6 Minuten auf 24.600 km/h. Im dritten Gang (Kupplung geht angeblich etwas holprig) braucht der Oltimer Baujahr 1967 dann nochmal fünf Minuten, um auf 37.500 km/h zu beschleunigen. Es gibt hier eine schöne Konstruktionszeichnung, falls jemand sie zuhause nachbauen will, man sollte aber wirklich genug Platz im Garten haben.

Und hier das Video aus ungefähr der Perspektive, aus der Eure Nachbarn den Start dann von der Veranda mitfilmen, um sich beim Bürgermeister zu beschweren:


via videosift.com

40 Jahre MPAA-Ratingsystem

Ich gebe es zu, ich hab nicht alles nachgeprüft. Aber nach Info des Defamer wird das US-System der Filmbewertung der MPAA (offiz. Webseite) am heutigen Samstag 40 Jahre alt. Happy Birthday!

Der Rest des Artikels ist allerdings weniger erfreulich zu lesen.

The Woman Whisperer

Eine schöne Parodie auf den Horse Whisperer hat die australische Carlton-Brauerei da gedreht:

Die Brauerei hat ja einst schon den genialen Werbespot im Stile von Flashdance gemacht, hier noch ein paar weitere, sehr amüsante Bierwerbespots:

The Woman Whisperer weiterlesen

Wazzup?

In den USA zeigen manche Unternehmen zur Zeit Flagge, indem sie entweder Barack Obama (yay!) oder John McCain (nay!) mehr oder weniger deutlich unterstützen. So wurde der ein alter Werbespotklassiker von Anheuser Busch, der Budweiser-Brauerei, neu, und überaus treffend, aufgelegt. Nur: Von wem? Denn laut Nachspann spiegelt der Spot nicht zwingend die Meinung der Brauerei wieder. Trotzdem sehr treffend.

Original Whassup? von 2000:

Aktualisierte Version Whassup now? von 2008, ein schönes Beispiel dramaturgischer Exaktheit in sehr beschränktem zeitlichen Rahmen:

Es gibt übrigens einige Filmszenen und Fanprojekte, die von Whassup? inspiriert wurden. So zum Beispiel diese Stelle in Scream. Auch gibt es eine Menge Fan Fiction, so zum Beispiel mit den Simpsons oder Super Mario, Pikachu und Lara Croft – oder einfach mit der Oma bzw. den eigenen Kindern. Doch die besten Nachfolger kommen immer noch von Budweiser selbst (besonders nett die Sushi-Variante), auch wenn die der nicht so direkten Konkurrenz auch nicht schlecht sind. Mehr Spots bei YouTube: Whassup, Wassup, Wazzup. Via Werbeblogger.

Verlust

Am Samstag früh ist ein sehr lieber Kollege gestorben. Am Donnerstag war er noch in der PV zu The Women. Er war zwar keine vierzig mehr, aber noch weit entfernt von einem Alter, in dem ein Ableben nicht mehr als überraschend empfunden wird.

Er wird vermisst werden.

Go ahead, make my day.