Ich kann es kaum fassen! Hollywood, die Superschmiede der größten und wohl auch besten Kinofilme aller Zeiten, gehen offensichtlich die Ideen aus. Das deuten Pläne wie die Verfilmung des wirklich prallen Computerspiel Asteroids, oder die Wahnsinnsidee, Ridley Scott Monopoly verfilmen zu lassen, an. Will ich in so einer Welt leben? Ganz fantastisch auch der Plan, Schiffe versenken auf die große Leinwand zu bringen. Ich kann mir schon richtig vorstellen, wie Sean Connery oder eine andere Schauspielgröße als grimmiger Kriegsschiff-Käpt’n ins Mikro raunt: „A Sieben, Jungs, A Sieben. Ich bin diesmal ganz sicher. Und Feuer!“ Und dass Gore Verbinski ernsthaft mit einer Verfilmung von Cluedo zu tun haben will, geht mir irgendwie auch nicht in den Kopf.
Die ganzen Brettspielverfilmungen entspringen natürlich dem finanziellen Erfolg von Transformers und dessen Fortsetzung, denn plötzlich kam wohl wieder so ein Banker auf die tolle Idee, dass man noch mehr vom Spielwarenhersteller Hasbro verfilmen könnte. Schlau. Wäre ich nicht drauf gekommen. Bei dem Erfolg von Pirates of the Caribbean, der ja nach dem gleichnamigen Disneyland-Ride ins Leben gerufen wurde, sind ja auch die Verfilmungen des Teetassenkarussells oder von It’s a small world logisch nachvollziehbarerweise nicht weniger als ungeschliffene Filmdiamanten.
Und natürlich ist auch mir klar, dass die Handlung des fertigen Films mit dem Brettspiel kaum noch etwas zu tun haben wird. Doch dann kann man so einen Film auch drehen, ohne vorher groß anzukündigen, dass er auf einem Brettspiel oder einem alten Computerspiel basiert, und ohne dem Hersteller des Brettspiels einen Credit zu geben. Tja.*
Die Lösung für die sich ankündigende Kinoflaute könnte übrigens ausgerechnet aus Deutschland kommen: Der Filmförderung geht es nicht besonders gut, und da könnte es ja glatt passieren, dass man plötzlich Filme drehen muss, die am Markt funktionieren und die nicht nur die persönlichen Pet Projects des jeweiligen Filmemachers sind, die dann doch wieder keiner sehen will.
Man sieht schon, ich bin kein großer Freund der Filmförderung. Das ist schnell erklärt: Ich bin für Kunst- und Kulturförderung, nicht aber für Marktförderung. Wenn ein Film fürs Publikum, also für einen Kinostart, gedreht wird, dann sollte nicht der Steuerzahler das finanzielle Erfolgsrisiko tragen. Wird ein Film für eine künstlerische Verwendung gedreht, beispielsweise als Installation, oder zu Bildungszwecken, wie zum Beispiel eine Dokumentation über aussterbende Dialekte, dann ist eine Förderung völlig okay mit mir. Von mir aus auch für Erstlingswerke mit oder ohne Filmhochschulstudium, ich will ja gar nicht so ein Bankertyp sein.
Dass aber etablierte Größen wie Doris Dörrie sich noch fördern lassen (müssen, können, wollen, trauen) und Multimillionenprojekte wie so ziemlich alles von Bully Herbig (z.B. Wickie) auch noch eine Anschubfinanzierung brauchen, sehe ich nicht wirklich ein. Diese Leute haben gezeigt, dass sie es können, nun aber ab auf den harten Markt mit ihnen. Wie bei den Großen eben, in Hollywood.
Siehe das Fundament der Karriere von Kevin Smith. So ein Finanzierungsmodell würde sich hier wieder keiner trauen. Also, meiner Meinung nach muss die Filmförderung von Grund auf neu gestaltet und konzipiert werden. Sonst könnte ich mir ja den Blog hier fördern lassen und vielleicht auch noch meine Arbeit als Filmjournalist?
*Siehe auch!


