Die Sache mit dem Blick durch fremde Augen

Gute Journalisten formulieren ihre Beiträge so, daß Außenstehenden einen Sachverhalt oder ein Detail davon auf verständliche Weise vermittelt bekommen. So ein Text muß Unwissende informieren, darf gleichzeitig aber Informierte nicht langweilen.

Dies zu bewerkstelligen ist eine Fähigkeit, die uns unter anderem mit Filmemachern und anderen Erzählern, Lehrern, Marketingleuten und nicht zuletzt Eltern verbindet. Sie läßt sich mit einer Autobahnauffahrt vergleichen, die ja mit ihrer meist langen Kurve und dem (oft, aber leider nicht immer) folgenden Beschleunigungsstreifen auch dazu dient, den Fahrer an Richtung und Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf der Fahrbahn hinzuführen, so daß er sich am Ende der Auffahrt problemlos in den fließenden Verkehr einreihen kann und nicht blinkend vor einer vorbeirauschenden Blechlawine verhungern muß.

Dreh- und Angelpunkt dieser Kunst ist die Fähigkeit, sich in andere Leute versetzen zu können und so z.B. den eigenen Text aus fremer Sicht probelesen zu können, oder eben auch eine Werbekampagne aus dem Blick der gewünschten Zielgruppe wahrnehmen zu können – eine anspruchsvolle Sache. Die Sache mit dem Blick durch fremde Augen weiterlesen

Filmpiraterie in Kanada ins rechte Licht gerückt

Ich habe ja auch schon mal berichtet, daß manche US-Studios aus Angst vor Piraterie in Kanada keine Previews ihrer Filme mehr veranstalten. Nun hat sich der Jurist Dr. Michael Geist hingesetzt und auch einmal ein paar Fakten zusammengetragen, die die andere Seite der Angelegenheit beleuchten. Das Video ist mit Musik unterlegt und kann auch ohne Ton genossen werden:

(Quelle übrigens BoingBoing)

Moore vs. Gupta

Ich will eigentlich nicht schon wieder ein Michael Moore-Video posten, doch die Schlammschlacht in den Staaten ist einfach zu faszinierend. Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, daß diese Art der Öffentlichkeitsarbeit, auch wenn sie in der antiken Tradition der freien Rede steht, weitgehend Augenwischerei ist, denn die Fakten sind ja schon gesagt, alles weitere ist im Grunde Zeitverschwendung. Nun müssen die reden, die etwas bewegen können.

Wie sagte doch Fred Allen so bittersüß: „Television is a device that permits people who haven’t anything to do watch people who can’t do anything.

Hier also Michael Moore vs. Sanjay Gupta: Moore vs. Gupta weiterlesen

10.000 B.C.

Nun ist es schon soweit, daß sogar Filmtrailer nur zur Hälfte herausgegeben werden, um die Neugier zu erhöhen. Seit heute ist der Trailer zu Roland Emmerichs neuestem Werk, 10.000 B.C., in voller Länge zu sehen. Und zwar hier in HD, hier und natürlich auf YouTube.

To boldly go where no man has gone before

Ich bin wahrlich kein fanatischer Trekkie, doch sollte nicht unerwähnt bleiben, daß William Shatner in Star Trek 11 (in der Pipeline) nicht dabei sein wird, wohl aber Leonard Nimoy. Meldet zumindest Beyond Hollywood. Dies wirft Fragen auf, denn a) ist Kirk tot und b) ist Star Trek XI ein Prequel.

Auch wenn Vulkanier wesentlich älter werden als Menschen, würde mich ein faltiger junger Spock doch etwas stören. Aber ich begebe mich hier auf extrem dünnes und rutschiges Glatteis, denn wenn schon die oberflächliche Recherche ergibt, daß z.B. bei Wikipedia offenbar eine Diskussion tobt, ob etwas namens T’plana-hath in die Vulkanier-Sektion des großen dortigen Star Trek-Portals aufgenommen werden soll oder nicht (es handelt sich hierbei wohl um eine natürlich fiktive vulkanische Philosophin), daher bekenne ich mich zur nahezu kompletten Unwissenheit und halte die Klappe.

Hier jedenfalls eine Videoaufzeichnung von William Shatner (auf seinem eigenen Videochannel, wie es scheint), der von den neuen Entwicklungen in Star Trek XI erzählt, und als Ausgangspunkt Star Trek bei Wikipedia. Die offizielle Seite sollte hier natürlich auch erwähnt werden. Dieses älteren YouTube-Video hier scheint wohl die erste Erwähnung des Prequels zu sein, in dem Shatner wohl noch mitspielen sollte wollte:

Charles Lane: 1905 – 2007

Im geradezu alttestamentarischen Alter von 102 Jahren ist Charles Lane am Montag verstorben, meldet die IMDb. Seine Filmkarriere begann mit einem Auftritt 1931 in Smart Money, seine letzte Tätigkeit war die Erzählstimme zum Kurzfilm The Night Before Christmas im Jahre 2006. Mein persönlicher Lieblingsfilm aus seiner Karriere ist übrigens Arsen und Spitzenhäubchen von 1944. Die IMDb listet 338 Einträge als Schauspieler für Film- und Fernsehproduktionen.

Hier ein paar Links zum weiteren Recherchieren:

Wikipedia englisch, Wikipedia deutsch, generische Google-Suche, generische Google-News-Suche, ein Bericht mit Fotos von Charles Lanes 100. Geburtstag.

Jubel für die Transformers

Mit einer doppelseitigen Anzeige in der Variety, dem wohl bekanntesten Filmbranchenblatt überhaupt, informierte die Paramount Hollywood über den großen Erfolg, mit dem Tansformers gestartet ist: Mit $155.405.412 domestic gross to date sichert sich der Film den Titel „Biggest Opening Week of All Time„.

Aber Moment, was steht denn da klitzeklein darunter? „For a Non-Sequel-Film„. Aha, und was heißt das nun genau?

Der Defamer, ein wirklich lesenswerter Blog über Hollywood Gossip, hat die Aussage relativiert. Wie ich ja auch schonmal anmerkte, halte ich nicht viel von diesen Definitionsspielchen, auch wenn der jeweils hinter so einer Meldung stehende Erfolg durchaus berechtigt sein mag.

Transformers Variety Scan via Defamer

(Bild und Montage via Defamer)

Journalismus liegt mir wohl im Blut

Die Meldung, daß die halb vergessenen Young Indiana Jones Chronicles (offizielle Seite) nun auf DVD erscheinen werden (nach 15 Jahren!) hat mich an eine amüsante Episode aus meiner, naja, journalistischen Vergangenheit erinnert.

Ich war noch Schüler, als ich 1992 hörte, daß George Lucas nach München kommen würde, um seine neue TV-Serie, eben die Young Indiana Jones Chronicles, vorzustellen. Damals (vor der unsäglichen Star Wars Special Edition von 1997, in der Greedo zuerst schießt, und den für Fans gewöhnungsbedürftigen Episoden I, II und III) hatte ich noch gewaltige Ehrfurcht vor dem Mann, der die Holy Trilogy erschaffen hatte, und der nur drei Jahre zuvor zusammen mit Steven Spielberg den genialen Indiana Jones and the Last Crusade ins Kino gebracht hatte. Zu einer Zeit, als digitale Tricks übrigens noch furchtbar aussahen. Journalismus liegt mir wohl im Blut weiterlesen

Kult urpur

Café Kosmos AußenansichtHeute habe ich, auf der anderen Seite der Kreuzung vom Gabriel Kino, wo die große Mehrzahl der Münchner Pressevorführungen stattfinden, das Café Kosmos entdeckt. Früher war dort ein Fotogeschäft (über 40 Jahre lang), nun ist dort eine auf den ersten Blick gewaltig kultige, dank Astra-Ausschank auch mutige junge Kneipe mit erfreulich wenig Sitzplätzen eingezogen.

Das Nierentisch-Ambiente lädt zum Verweilen ein, und eine Vielzahl von kleinen originellen Originalen aus den 50ern setzen stilvolle Kontrapunkte. Ich denke, ich werde in Zukunft den einen oder anderen Cappuccino im Café Kosmos einnehmen. Für alle Interessierte hier mehr Fotos. Übrigens mein erstes Flickr-Album, nur so zum Ausprobieren.

Filmemacher unter sich

Dietrich Brüggemann Pressebild von First Steps

Der junge Filmemacher Dietrich Brüggemann, der letztes Jahr mit seinem Spielfilmdebut Neun Szenen erste Preise gewinnen konnte, führt einen interessanten Blog, siehe auch die Blogroll dieses Blogs.

Während manche von uns Freien sich bisweilen um die Auftragslage Sorgen machen müssen und die Kollegen mit Festanstallungen entsprechend beneiden, verlieren wir auch ganz gern mal den Blick für den Rest der Branche, deren letztes Kettenglied vor dem hitting the market wir Journalisten darstellen: Auch die Regisseure haben es nicht leicht. Ebensowenig wahrscheinlich alle anderen, die irgendwie selbständig wurschteln. Ach, ich bin fürs Grundgehalt.

Dietrichs aktueller Blogeintrag, Meine Armut kotzt mich an, greift die aktuelle Verdienstsituation von Filmregisseuren in Deutschland auf und mündet in einen interessanten Einblick in den Status Quo der deutschen Regieszene. Lesenswert!

(Bildquelle)

Go ahead, make my day.