Europäisches Kino

Daß in europäischen Filmen bisweilen auch ganz ordentlich der Bär steppt, zeigt dieser Werbespot der MEDIA 2007-Initiative der EU. Alle Clips hier, eine kleine Jumpsite hier. Nur: Was macht Gegen die Wand plötzlich unter den Szenen?

Quelle: Marketing-Blog.biz (denen ich herzlich für die total nette Postkarte danke, aber dazu nicht extra einen Blogeintrag verfasse, um mich noch auf die Dankesliste zu schummeln)

Nachtrag vom 8. Juli: Das Handelsblatt sieht den Film als Beinahe-Porno und erklärt den EU-Channel bei YouTube für gescheitert. Das mag stimmen, mir ist dort nämlich gar kein EU-Channel aufgefallen. (Ich kann mir allerdings keinen YouTube-User mit höherem Budget vorstellen als die komplette EU, jedenfalls rein theoretisch…)

Nachtrag vom 6. Juli: Dank dem Trackback dieses Eintrages bin ich nun doch auf der zweiten Dankesliste beim Besserwerbeblog gelandet. Ich freu mich tierisch, und zum Dank für den Dank für den Dank für die Karte nun ebendiese hier nachgereicht: Europäisches Kino weiterlesen

Auf zum Kwik-E-Mart!

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Im diesem Fall ist der Schatten gelb: In den über 6000 Seven-Eleven-Filialen Nordamerikas gibt es ab sofort einige Produkte aus dem Simpsons-Universum zu kaufen: Squishees, Buzz Cola und auch Krusty-O’s. Einige der Filialen haben sich auch gleich in stilechte Kwik-E-Mart-Filialen verwandelt, und bei einem eigenen Blog (mit Fotos) laufen die Fäden der 7-11-Kwik-E-Marts zusammen. Auf einigen Blogs wird auch schon eifrig berichtet: BoingBoing und MTV Movies Blog zum Beispiel.

Nicht, daß die Simpsons noch eine Marketingkampagne nötig hätten – aber lustig ist’s allemal. Ich würde zum Beispiel gern mal einen Squishee schlürfen.

Nachtrag vom 6. Juli: Beim Shopblogger habe ich eine schöne Seite mit vielen Kwik-E-Mart-Fotos gefunden.

Sperrfristen und Pinkies

Was ich nicht verstehe, ist neben der Quantenphysik auch die Vielzahl von undurchsichtigen Entscheidungen der Filmverleiher und deren Film-PR-Agenturen. Zwei Beispiele: Sperrfristen und Pinkies weiterlesen

Über das ostentative Filmemachen

Ein Buch, das nun wirklich jeder Cineast kennen sollte, ist Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? von François Truffaut. Dort interviewt der damals 34-jährige französische Regisseur, der zu diesem Zeitpunkt bereits unter anderem Jules et Jim sowie Farenheit 451 im Kasten hatte, den damals 67-jährigen Alfred Hitchcock. Dieser hatte zu jenem Zeitpunkt seine Schäfchen schon lang im Trockenen und sollte nur noch drei weitere Filme drehen. Ein Klassiker der Filmliteratur.

Ich habe das Buch gerade nicht zur Hand, daher kann ich nicht exakt zitieren, doch sinngemäß sagt Hitchcock:

Wenn Du etablieren willst, daß eine Szene in der Schweiz spielt, dann zeige Berge, Kühe und Käse.

Wir alle kennen dieses Stilmittel, das uns meist in der minimalsubversiven Form des Establishing Shot präsentiert wird. Ohne den Eiffelturm wüßten wir nicht sofort, daß wir uns in Paris befinden und so weiter und so fort.

Nun ist mir in den Filmen der letzten Jahre eine Tendenz mit dem Arsch ins Gesicht gesprungen aufgefallen, die mich, gelinde gesagt, erschüttert: Es gibt kaum noch Tabus beim Filmemachen. Über das ostentative Filmemachen weiterlesen

Google vs. Sicko

Sicko PosterLaut dieser Meldung bei BoingBoing bietet Google offenbar an, dem Suchwort „Sicko“ kontraproduktive Werbeinhalte zuzuordnen, möglicherweise mit dem Hintergrund, die Google-Nutzer abzulenken. Nichts dergleichen sei hier behauptet, doch interessant ist’s allemal.

Nachtrag vom 2. Juli: Google hat die Sachlage klargestellt.

Echte Journalisten

Hut ab vor Mika Brzezinski, MSNBC-Nachrichtenmoderatorin, die sich On Air entschied, die „Lead Story“ der Sendung über eine gewisse Paris Hilton nicht vorzulesen.

Man kann Mika die innere Spannung deutlich ansehen (spätestens, als sie die Meldung verbrennen will), daher halte ich dies nicht für einen PR-Gag. Außerdem kann ich ihren Kollegen nur beipflichten: „What a statement. A statement about the state of Journalism in our country.“ und „You have changed the world, Mika Brzezinski!“ murmeln die in ihre Mikros, scheinbar gänzlich in Unkenntnis darüber, welch ein Statement dieses Verhalten tatsächlich darstellt.

In einem Land, das manche Live-Sendungen seit Nipplegate (deutsch hier) verzögert ausstrahlt, um rechtzeitig zum Schutze der Zuschauer Zensur üben zu können, und in dem die Nachrichtenwürdigkeit einer Meldung nur durch die Faktoren Geld, menschliches Leid, Blut, Pseudo-VIPs und ihre Skandälchen und ähnlichen kleingeistigen und global gesehen völlig unwichtigen Kram bestimmt wird, ist so eine Reaktion aufsehenerregend. Mich würde es nicht wundern, wenn Mika ihren Job verlöre, aber auf YouTube und anderen Seiten wird dieses Statement immer erreichbar bleiben:

Das ist meines Erachtens Journalismus von Weltklasse. Dieser Meinung ist auch Rogelio Perea, der das Video schon am Mittwoch bei YouTube eingestellt hat am Donnerstag und in seinem Blog Stellung bezog, etwas zurückhaltender formuliert es die Medienhure. Auch beim Spiegel findet sich ein Bericht.

Einladung nach Hollywood

Ach, wie gern würd ich jetzt in den Flieger steigen und mir ein paar gediegene Klassiker im schön gelegenen W Hotel Los Angeles reinziehen. So schön exklusiv die e-Mail, die schändlicherweise auch noch in meinem Spam-Ordner gelandet war, auch anmutet: Ich fürchte, jeder, der den Newsletter des Hollywood Reporter abonniert hat, hat sie bekommen. Nichtsdestoweniger möchte ich einfach gern mal wieder hin, in diesen sympathischen und zugleich abstoßenden Moloch von Stadt an der Westküste… Also, die Cabanas am Pool sehen echt gut aus! Einladung nach Hollywood weiterlesen

Michael Moore: Flucht nach vorn

Michael Moore dürfte es ja nicht gefallen haben, daß Sicko schon seit Ewigkeiten online verfügbar ist, und das offenbar in guter Qualität. Doch er machte gute Miene zum bösen Spiel und befürwortete die freie Zugänglichkeit von Informationen.

Nun setzt er noch eins drauf: Am heutigen Starttag von Sicko (und dem iPhone) bittet er Zuschauer in einem offenen Brief, Fotos oder Handy-Videos von den Vorführungen einzuschicken. Aus Moores Formulierung wird jedoch nicht klar, ob er damit meint, man solle im Kino ein Foto von dem Film auf der Leinwand machen oder eher ein Bild vom Kino, der Schlange im Foyer und den (hoffentlich begeisterten) Zuschauern, um die Stimmung rund um den Filmstart einzufangen.

Auch wenn das Mitbringen von Handies in öffentlichen Vorführungen noch nicht verboten ist, schärft Michael Moore damit das Bewußtsein der Leute, daß man im Kino ja durchaus auch mitfilmen kann. Dies dürfte den Filmverleihern tendenziell eher nicht gefallen, auch wenn Mitschnitte aus dem Saal kaum ernsthaft eine Gefahr darstellen dürften.

Mandigo has landed

So, nun ist es raus: Das neue Thema dieses Blogs ist seit diesem Post offiziell Mandigo. In den letzten Tagen dürften der eine oder andere Besucher das Thema schon einmal aufblitzen gesehen haben, während ich es testete. Mandigo has landed weiterlesen

Zack and Miri make a Porno

Kevin Smiths übernächstes Filmprojekt Zack and Miri make a Porno wurde von Harvey Weinstein allein wegen des Titels abgesegnet. Eine meines Erachtens vorbildliche Entscheidungsfreude!

Während hier Filmförderungsanträge in 12-facher Ausführung eingereicht werden müssen (und ohne Förderung scheinbar gar nicht gedreht wird), genügt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine solide Filmografie sowie ein griffiger Pitch. Ich bin gespannt – seit Wie Erwin Struntz den Sexfilm drehte warte ich auf so ein Projekt.

Hier schonmal eine Seite aus dem Drehbuch, das Bild gibt’s auch in groß bei Affenheimtheater:

Kevin Smith und eine Seite aus dem Skript zu Zack and Miri make a Porno

(Quelle)

Go ahead, make my day.