Loriot beneidet heutiges Rat Race nicht

Altmeister Vicco von Bülow, bekannt natürlich als Loriot, wird keine Szenen oder Sketche mehr fürs Fernsehen schreiben, meldet Spiegel Online.

Ich wundere mich, wie überhaupt jemand dies von ihm erwarten bzw. ihn dies fragen konnte: Zum einen ist der Mann mit fast 84 Jahren bald 20 Jahre im wohlverdienten Rentenalter, zum anderen ist in der heutigen Welt kein Platz mehr für seine Späße.

Ich meine das nicht abwertend, vielmehr bedauere ich selbst das Absinken das Niveaus der TV-Lustbarkeiten vom Level der (meist) gehobenen Unterhaltung hin zum gegenwärtigen Standard.

Während wenige Kabarettisten sich abmühen, auf Kleinkunstbühnen hintergründiges und doppeldeutiges Programm zu machen (drei meiner Lieblinge), steigt die Zahl der Comedians rapide an. Deren bisweilen abgründige Unterhaltung auf Schenkelklopfnievau unterster Kajüte zielt fast ausschließlich auf den Massenmarkt, sprich: den kleinsten gemeinsamen Nenner, also den niedrigsten Instinkt. Dies mag oft genug amüsieren, doch die Industrie, die sich hinter diesen Auftritten aufgebaut hat, ist erschreckend.

Im Video zu diesem Blogbeitrag gibt es einen Satz, der mich schwer beeindruckt hat, und der mehr denn je auf die heutige Unterhaltungsindustrie zutrifft. Sinngemäß:

Heute arbeitet das Mädchen für den Zuhälter, doch früher arbeitete der Zuhälter für das Mädchen.

Während es heute praktisch keine Tabus mehr gibt und die Producer immer nur mehr, mehr, mehr wollen, brennen die Künstler so schnell aus wie nie zuvor. Dies wurde im Popmusikformat mit Shows wie dem Superstar (noch immer nicht gefunden, wenn man mich fragt) institutionalisiert und beweist die Kurzsichtigkeit der Branche: Anstatt feinfühlig und langfristig die Musik wieder besser zu machen, kannibalisiert die Branche sich selbst und verkauft selbst diesen Ausverkauf als Show, und die Leute gucken, was sie vorgesetzt bekommen. Dabei sollten doch eigentlich wirklich die Produzenten nervös darauf warten, daß der Künstler ein Werk gebiert, anstatt am Niveau zu schrauben, so daß der Künstler zur Inspiration gezwungen werden kann, denn nun gibt es keinen Grund mehr, auf selbige zu warten. Und die Leute kaufen das auch noch.

Daß ein Vicco von Bülow es weder nötig hat, sich diesem Erfolgsdruck in Kombination mit einer unvergleichlichen Niveaulosigkeit auszusetzen, noch vielleicht einfach keine Lust hat, seinen wohlverdienten Ruhestand für Leute, denen mehrheitlich noch das Hinterletzte zu gefallen scheint, zu unterbrechen, kann ich mehr als gut verstehen.

Was ich nicht verstehen kann, sind dahingegen Claims wie „witzig ist witzig“, kann mir den mal einer erklären? Was soll das heißen? Zwei ist zwei? Geiz ist geil?

Hier noch ein Klassiker: Trübtauber Hain am Musenginst: Krawehl, Krawehl:

Mehr bei den Videos von Rialto Film.

Bavarian Pulp Fiction

Die neu aufkommende Lust, vorhandene Spielfilme und Serien neu zu synchronisieren, treibt immer skurrilere Blüten. Während die 24– oder auch Star Wars-Ausschnitte auf Schwäbisch noch geradezu professionell neu vertont wurden, und der neue Ausschnitt aus Stirb Langsam 4.0 (s.u.) einem einmal mehr die Lachtränen in die Augen treibt, versuchen es anderswo völlige Laien einfach selbst: Scheinbar haben sich hier ein paar Jungs mit dem Mikro vor den Computer gesetzt und einfach eine bairische Tonspur (mit teilweise sehr kruden Dialogtexten) für Pulp Fiction selbst eingespielt. Hier ist das Ergebnis:

Nicht unerwähnt bleiben darf hierbei natürlich auch nicht die Fucking Short Version von Pulp Fiction sowie die Typography-Version. Überraschen lassen!

Analog zur hier gezeigten Bayern-Version gibt es auch eine Menge weiterer Werke, als da wären: Star Wars, Full Metal Jacket, und auch Knight Rider:

Bavarian Pulp Fiction weiterlesen

Die Ehre, die erste Kritik zu veröffentlichen

Meine Eindrücke zu Mein Traum oder Die Einsamkeit ist nie allein von vorgestern wurden vom Verleih zum Anlaß genommen, gleich komplett als Pressemitteilung verschickt zu werden – als „erste Kritik zu Mein Traum„. Mich hat das ziemlich gerissen, denn so eine Ehre und Aufmerksamkeit wurde mir noch nie zuteil. Vielen Dank!

Warum manche Filme besser digital animiert werden…

… anstatt real gedreht zu werden, erklärt dieser Trailer zu Bee Movie mit einem Augenzwinkern:

(Hinweis: Ich bin nun schon zum wiederholten Male abgebrochen bei diesem Trailer, wahre Filmfexe sollten sich diesen und andere Trailer zu Bee Movie lieber in höherer Qualität hier ansehen. Den Trailer nur deshalb von YouTube hier eingebunden, weil das am bequemsten und schnellsten geht.)

Filmfestival Bunter Hund

Eine Meldung vom Werkstattkino:

Von Donnerstag, den 18. bis Sonntag, den 21. Oktober 2007 findet zum neunten Mal Münchens unabhängiges Kurzfilmfest „Bunter Hund“ im Werkstattkino statt. Aus der ganzen Welt wurden Kurzfilme eingereicht. Unterteilt in die Rubriken „Anders & Artig“, „Arbeit ist das halbe Leben“, „Liebe und andere Grausamkeiten“, „Helden wie wir“ und die schrille Trash Night sind rund 50 neue Produktionen dieses Jahr zu entdecken.

Hier das Programm:

Donnerstag, 18. Oktober
18.00 Uhr: Arbeit ist das halbe Leben
20.00 Uhr: Liebe und andere Grausamkeiten
22.00 Uhr: Anders & Artig

Freitag, 19. Oktober 2007
18.00 Uhr: Liebe und andere Grausamkeiten
20.00 Uhr: Anders & Artig
22.00 Uhr: Helden wie wir

Samstag, 20. Oktober 2007
18.00 Uhr: Helden wie wir
20.00 Uhr: Arbeit ist das halbe Leben
22.00 Uhr: Trash Night

ab 22.00 Uhr: Bunter Hund Party: Mad Dog Film Lounge im „Weltraum“ (Rumfordstr. 26)

Sonntag, 21. Oktober 2007
18.00 Uhr: Trash Night
20.00 Uhr: Der Preis ist heiß!
22.00 Uhr: Der Preis ist heiß!

Geheimtipp: Bei der Vorführung um 18.00 Uhr bekommt Ihr ganz sicher eine Karte! Bei den weiteren Vorführungen gilt immer noch: frühzeitig da sein! 😉

Mehr zum Bunten Hund: www.kurzfilmfest-muenchen.de

„And now can come what want!“
(Zitat: Uschi Disl)

Joey Bishop: 1918 – 2007, Deborah Kerr: 1921 – 2007

Das endgültige Ende des legendären Rat Pack wurde mit dem Tod des letzten lebenden Mitgliedes Joey Bishop am gestrigen Mittwoch besiegelt.

IMDb News, Wikipedia, Google, Google News.

Außerdem von uns gegangen ist Deborah Kerr, doch das ging bereits durch viele Medien. Ein Nachruf bei Spiegel Online.

Go ahead, make my day.