Tapas Mixtas

Kurzfilme sind ein heikles Thema: Filmschüler drehen sie in rauhen Mengen, sehen will sie kaum jemand. Mit YouTube und anderen Webseiten wird dem Kurzfilm zwar ein neues Forum gegeben, doch finanzielle Auswirkungen auf die Produktion haben diese maximal sekundär. Auch in Redaktionen und Filmdatenbanken werden Kurzfilme stiefmütterlich behandelt, kaum einer macht sich für einen Siebenminüter dieselbe Mühe wie für einen Spielfilm. Eine undankbare Situation für alle Beteiligten.

Daher ist es umso mutiger, wenn ein Verleih sich entschließt, eine Kurzfilmrolle zusammenzustellen und diese mehr oder weniger regulär ins Kino zu bringen. So hat die W-Film unter dem Label Kurzfilmkino schon einige Kurzfilmprogramme zusammengestellt, offenbar und erfreulicherweise eine lohnenswerte Bemühung.

Tapas Mixtas So denke ich, ist es nicht die schlechteste Idee, seiner Liebsten (seinem Liebsten) am Vorabend von Nikolaus einen etwas anderen Kinoabend zu kredenzen: Tapas Mixtas heißt die aktuelle Sammlung von sechs spanischen Kurzfilmen, die mit den Längen von 17, 21, 10, 18, 19 und 14 Minuten zu Buche schlagen. Gezeigt wird die spanische Originalfassung mit englischen Untertiteln.

Wer nun Blut geleckt und sich zu einem netten kleinen Kinoabend der etwas anderen Art entschlossen hat, der möge doch bitte am 5. Dezember (das ist kommender Mittwoch) um 18:30 im Studio Isabella in der Neureutherstraße 29 in München auflaufen.

Schwerter des Königs-Requisiten zu ersteigern!

Das betreuende Pressebüro hat soeben bekanntgegeben hat, daß Originalrequisiten aus Schwerter des Königs bei eBay bzw. atrada zu erwerben sind. Die Auktion des von Kristianna Loken signierten Helmes wird am 9.12. um 18:00 Uhr enden, und die Auktion des von Leelee Sobieski signierten Kleides am 9.12. um 14:57 Uhr. Wer die Auktionen nicht extra verfolgen will, sollte einfach dem Blog treu bleiben, ich weise nochmal darauf hin.

Was mit den Erlösen der Auktion passieren soll (Link von mir):

Die Höchstgebote beider Auktionen gehen an die von Kristanna Loken unterstützen Organisation MylifE:
In Südafrika, mit nahezu den höchsten AIDS- und Kriminalitätsraten der Welt, müssen viele Kinder am Rande der großen Städte in einer unterentwickelten und verarmte Gemeinschaft aufwachsen.
Das Ziel von MylifE ist es, nachhaltige Gesellschaftsstrukturen auf zu bauen und Gemeinschaften und Kindern zu helfen, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Zur Bekämpfung von AIDS gehört auch die Schaffung eines Familienersatzes für die Millionen von verwaisten Kindern. Nur so kann der Teufelskreis des AIDS-Virus durchbrochen werden.

Derzeit steht das Kleid noch bei € 1,00 und der Helm bei € 1,50. Mal sehen, wohin das weitergeht. Ich schätze, beide Teile gehen für je ca. 300 Euro weg. (wild guess!)

Factsheets zur Kundenbindung

Zum Film Aliens vs. Predator: Requiem (also Teil 2 der Romanze zwischen zwei großen SciFi-Klassikern) wurde mir ein Fact Sheet über die Hauptfiguren des Films zugeschickt. Ich weiß leider nicht, ob diese Information über die Filmfiguren uns Journalisten helfen soll, bessere Artikel zu schreiben, ob diese Aufstellung auch für Filmfans gedacht ist, oder ob der unwissende Laie, der das Predator- sowie das Alien-Universum erst zu diesem Film (also sehr spät) betritt, damit einen Überblick über die Akteure erhalten soll.

Nur leider paßt das Fact Sheet in keine der genannten Kategorien:

  • Der Journalist, dem nach der Pressevorführung immer noch nichts zu schreiben einfällt, kann mit Informationen wie „Skorpionschwanz“ oder „zahnbewehrter Innenkiefer“ leider nicht besonders viel anfangen.
  • Filmfans rollen sich die Zehennägel auf, wenn sie beispielsweise beim Predator-Alien-Hybriden lesen: „Übernommene Eigenschaften des Predator: Dreadlocks, Insekten-Kinn“.
  • unentschlossene Laien werden durch Fakten wie „unzerstörbares Exoskelett“ oder „Laserpointer, der als Schusswaffe funktioniert“, eher vom Besuch des Films abgehalten, als dazu angeregt, denke ich.

Grundsätzlich paßt so eine Auflistung der Figuren eher zu einem Computerspiel oder einem Trading Card Game, wo man sich seine Spielfigur oder seinen Favoriten nach dessen Fähigkeiten und Ausstattung raussuchen kann, aber sicherlich nicht zu einem Film. Auch wenn der noch so nah am Computerspiel sein mag bzw. der leichten Unterhaltung dienen mag. Man stelle sich vor, solche Fact Sheets gäbe es auch zu den großen Klassikern. Luke: hat die Macht und ein Lichtschwert, ist zu 50% adelig. Jerry: heißt auch mal Daphne, kann Tango tanzen, spielt Baß. Inspektor Clouseau: ist tolpatischg, bewaffnet. Don Corleone: immer für einen Gefallen zu haben, Familienmensch.

Ich fürchte, solche Anheiz-Veröffentlichungen zielen (leider!) oft am Film vorbei. Viel interessanter wäre es doch, dem Zuschauer den Film über die Konflikte und Motivationen der Figuren schmackhaft zu machen. Das ist bei Alien vs. Predator 2 natürlich nicht so leicht möglich wie zum Beispiel bei L.A. Confidential oder The Usual Suspects, wäre aber auch bei Spider-Man gegangen.

Andererseits: Vielleicht ist das ja wirklich der Speck, mit dem man heutzutage die Mäuse ins Kino holt. Mit 34 Jahren zähle ich ja wohl auch nicht mehr zur Kernzielgruppe der 18 bis 25-jährigen. Dann ist es meines Erachtens eher beklagenswert, daß die Aufmerksamkeitsspanne heute so kurz ist, daß der Zuschauer nur noch mit reißerischen Stichpunkten gelockt werden kann.

Go ahead, make my day.