Archiv für die Kategorie: “Verstorbene”

Für Bud Spencer vergieße ich nicht nur eine Träne.

Carlo Pedersoli 2015 in Berlin. Foto: Michél Buchmann, CC-BY-SA 4.0. Quelle: Wikipedia

Carlo Pedersoli 2015 in Berlin. Foto: Michél Buchmann, CC-BY-SA 4.0. Quelle: Wikipedia

Nein, der Tod dieses großartigen Mannes rührt mich zutiefst. Er bezeichnete sich selbst nur als Darsteller neben dem ausgebildeten Schauspieler Mario Girotti (Terence Hill).

Er stellte sein Licht stets unter den Scheffel, war stets ehrgeizig und dankbar für seine Karriere.

Er war sich dessen bewusst, dass die von ihm gespielten Figuren nur aufgrund eines skurrilen kosmischen Zufalls erfolgreich waren, und nützte das nicht leidlich aus.

Von ihm stammt das einzige Autogramm, das ich von jemandem habe, den ich dafür nicht persönlich getroffen habe. Ich beneide einen Kollegen sehr, der vor Jahren noch ein Interview mit ihm machen konnte.

Noch vor wenigen Wochen ging ich mit der Idee schwanger, ihm einen Fan-Brief zu schreiben.

Ein erwachsener Journalist schreibt Fanpost an seinen gealterten Kindheitshelden, das hätte schön sein können. Es sollte nicht sein, ich war mal wieder zu langsam, zu bedacht, zu sehr von Ausreden („Gründen“) gehindert.

Deine Filme bereicherten meine Kindheit in einem Maße, wie es nur wenige andere konnten. Ich schulde Dir was.

Ich werde Dich immer in bester Erinnerung behalten, Mücke, Nilpferd, Bulldozer, Banana Joe, Kommissar Plattfuß. Ruhe in Frieden!

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Wolfgang Längsfeld ist verstorben, so erfuhr ich vorhin über das Radio, als ich im Auto saß. Der langjährige Leiter der Spielfilmabteilung der Hochschule für Fernsehen und Film München wurde 74 Jahre alt.

Ich habe Herrn Längsfeld noch persönlich und im Amt erlebt, insbesondere, da ich mich an der Spielfilmabteilung der HFF München beworben habe, mehrfach.

Besonders bemerkenswert erscheint mir meine erste Bewerbung, damals, für das Wintersemester 1995 / 1996. Ich hatte im Jahr zuvor Abitur gemacht, meine Begeisterung für Film war gigantisch, meine Energie grenzenlos. Dass die Filmhochschule nur drei S-Bahn-Stationen von zuhause entfernt lag, schien ein Wink des Schicksals. Anstatt zur Uni zu gehen und mein Bio-und-Chemie-fürs-Lehramt-an-Gymnasien-und-vielleicht-auch-Diplom-Studium zu forcieren, trieb es mich immer wieder zur Filmhochschule. Per Aushang bot ich meine Hilfe bei Filmproduktionen an, zum Zwecke des Sammelns von Erfahrung in der Produktion und bei Dreharbeiten. Sogleich stand das Telefon nicht mehr still: Kostenlose Assis, die wurden von jedem Filmschulstudenten gerne angeheuert.

Meine erste Tätigkeit überhaupt war die allgemeine Hilfe bei einer TV-Show namens Quintessenz. Die gab es natürlich nicht im Fernsehen, aber in einem Studiengang war sie entwickelt worden, nun sollte eine Pilotfolge gedreht werden. Das kleine HFF-Studio (mir erschien es damals gigantisch, mit all der Technik, die da von der Decke hing!) war mit einer Deko ausgestattet worden, es gab Zuschauerbänke, Kandidatenstühle und so weiter. Später kamen dann noch einzelne Filmdrehs hinzu, so dass ich mich, als ich mich daran machte, meinen Studienplatz an der HFF zu erarbeiten, schon recht zuhause fühlte in der Hochschule.

Im Rahmen der Bewerbung überfiel ich die lokale Neubiberger Aral-Tankstelle für das Fotoshooting einer Schlüsselszene. Freunde aus der Schulzeit, die sich allesamt in der Theatergruppe semiprofessionelle Kenntnisse rund um den Kulturbetrieb angeeignet hatten, halfen mir, diesen Überfall fotografisch festzuhalten. Ich hatte einen großartigen Beleuchter (der  heute Teilhaber an einem größeren Unternehmen für Veranstaltungstechnik ist), einen großartigen Fotografen (der arbeitet heute in einem der Münchner Theater als leitender Bühnentechniker oder wie das heißt), mehrere technische Assistenten (einer von ihnen ist heute bei einem anderen Unternehmen für Veranstaltungstechnik, ein anderer war später selbst auf der Filmhochschule, wurde dann aber doch lieber Arzt), einige Freunde vor Ort, die mit diversen Hilfen aushalfen, vom Stellen des neuen väterlichen BMWs für die Aufnahmen bis zum Dokumentieren der ganzen Aktion auf Video. Mein Bruder half natürlich auch mit, und jede Menge Leute hatten von der Sache gehört und kamen einfach so vorbei.

Die Handlung der von mir für die Bewerbung ersonnenen Geschichte, aus der ich einen Ausschnitt als Fotoserie inszenierte, war relativ simpel: Ein Mann trifft die Frau seines Lebens, die ihm daraufhin auch noch ihre Nummer aufschreibt. Weil keiner einen Zettel dabei hat, schreibt sie ihm die Nummer auf einen 50-DM-Schein und geht. Der Mann trinkt vor Freude über sein Glück ein paar über den Durst und bezahlt schließlich unbedacht mit genau diesem Schein. Ab dem nächsten Morgen versucht er mit zunehmender Verzweiflung, diesen einen Schein aus dem Umlauf einzuholen, was schließlich in der Verzweiflungstat eines Banküberfalls mündet, allein zu dem Zweck, damit der Mann die 50er kontrollieren kann. Schließlich findet sich das Paar auch ohne den Schein wieder, denn als der Mann auch noch die Pferderennbahn überfallen will, findet er die Frau wieder: Sie ist die Ansagerin, den ganzen Renntag über hört er unbewusst ihre Stimme.

(Für die Fotos mussten wir die Tankstelle überfallen, denn die Bank wollte bei meinem Vorhaben nicht mitspielen. Bei der Tanke arbeitete ein Freund, und ich kannte den Inhaber über die Feuerwehr-Burschenverein-Connection ein wenig, daher ging das. Der Besitzer stellte uns sogar ein Bündel 50er.)

Für die Dokumentationsaufgabe machte ich eine Dokumentation (ebenfalls wieder nur eine Szene mit Fotos) über das Atelier Klex in Ismaning, wo Renée Birkner (damals mit künstlerischem Partner) so ziemlich als einziger in Deutschland noch große Kinoplakate für die Werbewände der Lichtspielhäuser von Hand malen. Bis heute sind diese Plakate zum Beispiel im Münchner City-Kino im Einsatz, natürlich stets zum aktuellen Film.

An die dritte Aufgabe erinnere ich mich nicht, sie war aus dem Produktionsbereich und hatte irgendwas mit der Kalkulation eines Außendrehs an einem See zu tun, wenn ich mich recht erinnere. Also eine Fleißaufgabe mit viel Recherche.

Als ich schließlich mit der Bewerbung fertig war und diese mit stolz geschwellter Brust bei der HFF abgab (natürlich auf den letzten Drücker, wie sich das so gehört), konnte ich die Antwort kaum erwarten. Tatsächlich, einige Wochen (oder Monate?) später kam die Antwort, ich sei in die zweite (und letzte) Auswahlrunde des Bewerbungsverfahrens eingeladen.

Am Tag X fand ich mich also in der HFF München wieder, aufgeregt bis nahe an der Hysterie. Immerhin ging es hier um meinen Lebenstraum und nicht weniger als den nächsten Stern am Mainstream-Kinohimmel, also mich.

Als ich endlich an die Reihe kam, wurde ich in einen der Vorlesungsräume gebeten, direkt neben den Tischen der Cafeteria auf der Galerie der HFF (einer ehemaligen Daunenkissenfabrik übrigens). Hier saßen mir vier oder fünf Leute gegenüber, nur zwei von ihnen kann ich heute noch namentlich nennen: Die Produzentin Uschi Reich und Wolfgang Längsfeld.

Beide kannte ich natürlich schon vorher, Frau Reich nur vom Sehen, und Herrn Längsfeld natürlich etwas besser wegen meiner Tätigkeiten bei HFF-Produktionen.

Als erstes sagte man mir, dass ich ja keine Beispiele eigener Arbeiten eingereicht hätte, warum denn nicht? Ich antwortete, dass ich zwar schon seit Jahren jede Menge gedreht und gefilmt habe, dies aber „nicht gut genug“ für diese Runde sei.

(Ich hätte die ganze Wahrheit sagen sollen: Ich hatte mich viel mehr für Tricks und Effekte interessiert als für dramaturgische Szenen. Ich hatte jede Menge Beispiele für Zeitraffer, Zeitlupe, Rückwärtsfilmen, Doppelbelichtung, Doppelbelichtung mit Maskierung (z.B. Typ geht hinter einem Baum vorbei und verschwindet dabei), Zeichentrick, Stop-Motion-Animation (die Einzelbilder habe ich mit Blitz beleuchtet und sogar die richtige Belichtung habe ich errechnet, ohne sie irgendwie messen zu können!!), sogar Rotoscoping hatte ich versucht (aber aufgegeben, weil mein Projektor nicht mitgespielt hat), alles in Super 8 und mit der elterlichen Braun-Nizo-Kamera von vor meiner Geburt und jeder Menge Zubehör, das ich mir vom Munde abgespart und auf Filmbörsen und Flohmärkten zusammengekauft hatte. Aber ich war viel zu bescheiden, um diese Dinge als ernsthaft nutzbar für die Bewerbung an der HFF zu halten, da es sich um keine erzählten Geschichten handelte.)

Später fragte mich der Längs (das war so ein Spitzname für ihn damals), was denn mein ganz persönlicher Filmgeschmack wäre. Ich wusste, dass diese Frage schwierig war, denn mein (damaliger) Geschmack war nicht das, was die HFF-Leute hören wollten. Ich hätte „bedeutungsschwangeres Drama rund um eine Behinderung“ oder so antworten sollen, aber musste natürlich wieder mit dem Kopf durch die Wand. Also sagte ich: „Fantasy und Science Fiction sind meine Lieblingsgenres, die Star Wars-Trilogie meine Lieblingsfilme. Ich weiß, das ist nicht das, was üblicherweise in Deutschland gedreht wird, aber ich bin überzeugt, dass es auch hier einen gewissen Markt dafür gibt.“ Dem half, dass Roland Emmerich gerade Stargate gemacht hatte, also wurde genickt und notiert.

Dann lehnte sich Herr Längsfeld in seinem Stuhl zurück, führte seinen Kugelschreiber nachdenklich zum Mund und blickte mich an: „Nehmen wir mal an, ich wäre Ihr Produzent, und wir hätten 5 Millionen DM. Was für einen Fantasyfilm würden wir dann drehen?“ Meine Antwort, ein klassischer Beweis dafür, dass bei mir das Mundwerk oft schneller arbeitet als das Gehirn, lautete: „Mit fünf Millionen? Gar nichts. Das reicht nicht für ordentliche Effekte“.

Da war er aber angepisst, der Längs. Und die anderen runzelten auch schon die Stirn. Ich rang um Fassung. Das Problem war, dass drüben in Hollywood gerade Titanic in der Mache war, und die Nachricht, dass dies der erste Film überhaupt sei, der die magische 100-Millionen-Dollar-Schwelle an Produktionskosten überschreiten würde, hatte kurz zuvor in der Filmwelt schon ziemliche Wellen geschlagen. Offenbar hielten sie mich für größenwahnsinnig. Aber mal ehrlich, was kann man denn bitte im Fantasybereich mit 5 Mio DM anfangen? Da bekommt man vielleicht gerade mal einen Yeti und einen Dreh in der Tundra.

„Gut, vergessen wir das Geld, was drehen wir für einen Fantasyfilm?“, hakte er nach. Ich wurde nervös. Ich wusste nicht, was für einen Fantasyfilm wir plötzlich drehen sollten, zumal er offensichtlich auch noch billig sein musste. Auf die damals noch lange nicht existente Verfilmung aus dem D&D-Universum ging ich nicht ein, denn es wäre viel zu kompliziert und nerdig gewesen, auch noch die Rollenspiele zu erklären. Mein Gehirn war blank. Schließlich zog ich eine Idee für einen Film aus dem Hut, den wir schon zur Schulzeit hatten drehen wollen, und zwar die völlig überdrehte und ins groteske verzerrte Slapstick-Komödie um einen Mannbarkeitsritus zweier Freunde eines Steinzeitstammes. Was halt so rauskommt, wenn man als 15-jähriger mit Schulfreunden und ohne Aufsicht, dafür aber mit Limo und Chips ein Drehbuch schreibt, und man dabei allein von der Tatsache ausgegangen war, dass man in bequemer Entfernung eine aufgelassene Kiesgrube zur Hand hat, die eine schöne Fantasy-Umgebung liefern könnte. Leicht zu drehen also. Mein Pitch ging gnadenlos in die Hose, aber ich rettete mich damit, dass ich nachreichte, dass ich auf diese Frage nicht vorbereitet sei und man durchaus ansprechende Stoffe entwickeln könne, genug Inspiration gäbe es ja dank unserer Märchen und Sagen hier im Land.

„Und was ist Ihr Traumprojekt? Welchen Film möchten Sie einmal drehen?“ wollte er wissen. Wieder so eine Frage. Nicht so einfach. Mein Traumprojekt war klar, ebenso klar war, dass das meinen Größenwahn endgültig offenlegen würde. Aber was soll’s, jetzt die Karten auf den Tisch und ehrlich sein, das ist sicher besser als wieder irgendwas aus dem Hut ziehen. Ich antwortete „Also, mein absolut größter Traum, und das bitte ich Sie nicht falsch zu verstehen, mein größter Traum zu verfilmen, das ist aber nur was für später im Leben, wenn man wirklich versiert und fähig ist und wenn auch die Spezialeffekte viel besser sind, wenn ich also auf lange Berufsjahre als Regisseur zurückblicke, zurückblicken würde, meine Utopie also, die wäre es ––– den Herrn der Ringe zu verfilmen.“ Sprachlosigkeit in der Runde. Der Herr der Ringe galt damals als unverfilmbar, viel zu gigantisch, nicht zu machen. Die Zeichentrick-Version von Ralph Bakshi hatte gezeigt, welchen Aufwand man mit einem Realfilm treiben müsste, ganz und gar unmöglich. Das ließ man mich auch wissen. Ich dachte an Das Gewand, Ben Hur, Spartacus, Lawrence von Arabien, Reise nach Indien, Planet der Affen, Star Wars, E.T. und Indiana Jones, alles ganz große Produktionen, und kratzte meinen Mut zusammen, denn zurückrudern wollte ich jetzt auch nicht. Ich spielte mein letztes Argument aus: „Natürlich müsste man weltweit drehen, die richtigen Landschaften finden, aber auch günstigere Produktionsbedingungen als hier oder in den USA. Man kann den Stoff natürlich nicht in einen Film pressen, hier müsste man wahrscheinlich drei Filme drehen, so wie die Geschichte in drei Bände (eigentlich sind es ja sechs Bücher) geteilt ist. Ich schätze, man würde hier mit einem Aufwand von 200 Millionen Dollar rechnen müssen.“

Nunja, wie das Interview ab hier weiterging, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, man hat mich nicht angenommen an der Münchner Filmhochschule. Auch nicht in Ludwigsburg, Berlin, Potsdam-Babelsberg, Köln, Hamburg oder Wien. Ich habe es fünf Jahre lang probiert, mich mehrfach beworben, wo ich nur konnte. Jedesmal mit aufwendigen Bewerbungsmappen, teilweise mit wiederverwendeten Ideen. Bei meiner zweiten Bewerbung in München kam ich nichtmal mehr in die Endrunde, aber später gestattete man mir, mich als Gasthörer einzuschreiben. Diesen gewährte man üblicherweise nach zwei Semestern einen dritten Bewerbungsversuch, was eine Ausnahme zur Regel darstellte.

Das Jahr meiner Gasthörerschaft öffnete mir die Augen. Wie es manche der Kommilitonen auf die HFF geschafft hatten, war mir völlig schleierhaft. Da waren Leute dabei, die so von sich und irgendeiner Vision überzeugt waren, dass sie es nicht für nötig erachteten, sich für technische Aspekte des Filmemachens überhaupt zu interessieren, geschweige denn, sich damit vor einer Bewerbung zu befassen. Man mag jetzt argumentieren, dass das dann eben geborene Erzähler seien und die Technik ihnen zuzuarbeiten habe. Aber ich habe jedenfalls nie verstanden, wie solch seltsame Leute, die das Filmemachen nicht als Handwerk begreifen, sondern, offenbar in ganz eigenen künstlerischen Sphären schwebend, gänzlich unbeleckt von Zweifeln im Selbstwertgefühl oder auch von Vorkenntnissen zu Meilensteine der Filmgeschichte, nur in menschlichen Dramen denkend, diese durch „film das mal, und jetzt das hier“ auf die Leinwand zu bringen gedenken. Doch diese Leute waren problemlos angenommen worden, teilweise sogar schon beim ersten Versuch (was als unmöglich galt). Auch bekam ich mit, dass Talent scheinbar dominant vererbt wird, denn der Nachwuchs etablierter Filmschaffender hatte beim Bewerben tendenziell eher selten mit einer Ablehnung zu rechnen. Auch tauchten plötzlich Studenten aus der Mongolei in der Filmhochschule auf, nachdem einer der Professoren dort Urlaub gemacht hatte. Doch es gab natürlich auch brillante Köpfe, die es völlig zu Recht auf die Schule geschafft hatten. Nicht wenige von ihnen sind heute etablierte Regisseure, aber ich will hier kein Namedropping veranstalten.

Ich weiß natürlich nicht wirklich, welche Hürden die anderen Studenten zu nehmen hatten, bevor sie zum Studium zugelassen wurden. Aber dass man mir diese Chance nicht geben wollte, traf mich sehr. Ich beneidete die anderen Studenten um ihre Studienplätze, ärgerte mich, wenn sie Freitags die Filmgeschichte (Vorführungen von Klassikern im HFF-Kino mit Erläuterungen, was will man mehr?) schwänzten oder auch die absolut gigantisch-geniale Technik-Vorlesungsreihe von Prof. Müller (eine Koryphäe, er hatte das Farbfernsehen in der DDR eingeführt und war später durch einen selbstgegrabenen Tunnel nach West-Berlin geflohen). Ich war tief getroffen, als ein Freund von mir sich eher lustlos und aus Zeitvertreib ebenfalls an der HFF bewarb und gleich genommen wurde. Und ich, der den ach so unverfilmbaren Herrn der Ringe zwei Jahre vor den ersten Gerüchten sozusagen auf die Million genau prognostiziert hatte, der sein Leben lang Filmemacher werden wollte, der Film atmet und liebt wie kaum eine andere Kunst, war vergessen und wurde auch beim dritten Versuch nicht genommen. Da war ich dann schon eher weniger gut zu sprechen auf den Herrn Längsfeld.

Ich schob die Schuld natürlich auf die Frauen, denn als völlig ungeküsste Jungfer war ich damals natürlich auch nicht gerade die Ausgeburt des Selbstbewußtseins im Auftreten. Rückblickend gesehen war ich völlig unreif, ein filmverrücktes Kasperle, zu früh an die Hochschule getreten und hatte mich vorgestellt. Ich hätte etwas abwarten sollen, vielleicht doch ein anderes Studium vorziehen sollen. Jetzt wäre ich langsam soweit, aber mit 38 bin ich weit jenseits der Bewerbungskriterien, außerdem habe ich keinen Bock mehr, mich mit stylischen Machertypen durch die Mühle drehen zu lassen und dann deutsches, gefördertes Kino zu machen. Das überlasse ich jungen, sexuell erfolgreicheren Leuten, die eine gesunde Beziehung zu ihrem Selbstwert haben und Ellenbogen, somit auch ein gutes Standing gegenüber einem Team oder einem Auswahlkomittee, und eine Vision, was auch immer das genau sein mag. Und den Willen, sich auch einmal gegen andere durchzusetzen, ein Verhalten, das mir völlig fremd ist.

Wolfgang Längsfeld werde ich jedenfalls nie vergessen. Wir hatten unsere Begegnung, wir haben nicht wirklich zueinander gepasst, und er saß am längeren Hebel. Fair enough. Vielleicht hat er uns allen ja einen Gefallen getan, indem er mich nicht hinter eine Kamera gelassen hat. Oder er war mein Fürsprecher und die anderen im Komitee waren gegen mich? Ich werde es nie erfahren.

Ein Todesfall ist immer tragisch, daher trauere ich mit vollem Mitgefühl mit den anderen um diesen großen Mann, der so viel Einfluss auf Generationen von Münchner Filmhochschülern hatte.

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Es ist eine undankbare Aufgabe, Komödien zu drehen. Alle lieben Komödien, jeder lacht gerne herzlich im Kino oder schmunzelt gern beim Fernsehen, doch die großen Preise räumen Komödien nicht ab. Die Oscars und all die anderen renommierten Auszeichnungen gehen an die Dramen, die großen Konflikte, die Tränendrücker. Komödien gelten als zu oberflächlich, zu leicht, geradezu unfair im Kampf um die Gunst des Publikums.

Blake Edwards, bzw. seinen Humor kannte ich viel länger, als ich dachte, denn seine Arbeiten war mir schon als Kind bekannt, ohne dass ich wüsste, wer dahintersteckt. Insbesondere natürlich durch den rosaroten Panther kam ich in Kontakt mit Edwards‘ „funny bone“, aber auch der eher unsubtile Humor in Das große Rennen rund um die Welt, der bei uns als klassischer Nachmittagsfilm zum Kinder-Ruhigstellen in der Vorweihnachtszeit (mit der besten Tortenschlacht aller Zeiten!) fungierte und jedes Jahr begierig aufs Neue geguckt werden musste. Der Partyschreck ist natürlich auch so ein Klassiker. Auch das Spätwerk, zum Beispiel Skin Deep und Switch, konnte sich sehen lassen.

Eine der ersten Schallplatten, die ich mir nach meiner Kasperl-und-Seppl-Zeit gewünscht habe, war der Soundtrack zum rosaroten Panther. Meine Eltern müssen mich für verrückt gehalten haben, nicht wie alle anderen Rock- oder Popmusik zu wünschen. Ich wollte nicht Queen und nicht Michael Jackson, ich wollte Henry Mancini. Den kannte in der Schule natürlich keiner, den Hit natürlich jeder.

Und einmal, da habe ich ihn so gut wie getroffen, den Blake Edwards. Da habe ich nämlich ein Interview gemacht mit Anne Hathaway und Julie Andrews (Mary Poppins persönlich!) zu Plötzlich Prinzessin 2. Während ich in Anwesenheit diesen beiden Rasseweiber – die eine nicht mehr ganz taufrisch, zugegeben, aber dafür umso mehr Grand Dame, die andere noch sehr jung, gerade am Erblühen und heute tatsächlich eine unsagbar attraktive Frau – also Blut und Wasser schwitzte, fiel mir ein, Julie Andrews doch ihren Mann von mir grüßen zu lassen, besser noch, ihm meinen ewigen Dank für nicht wenige Fundamentsteine meines eigenen Humorverständnisses ausrichten zu lassen. Das ging natürlich nicht, während die Mikros an waren, doch beim Verabschieden habe ich meinen Mut zusammengekratzt und Mrs. Andrews um diesen Gefallen gebeten. Sie freute sich sichtlich, dass es in diesen hektischen, oberflächlichen Kinozeiten noch Fans der soliden Arbeit wie der ihres Mannes gibt und versprach mir an Ort und Stelle in die Hand, ihm meinen Dank auszurichten. Ich vertraue darauf, dass sie es getan hat. Und so habe ich ihn wenigstens um eine Ecke getroffen, den großen Blake Edwards – und was für eine Ecke noch dazu!

Blake Edwards ist gestern im Alter von 88 Jahren in Santa Monica gestorben. Möge er in Frieden ruhen, dieser eifrige Handwerker im Dienste des Zwerchfells. Er wollte nie mehr sein als das, aber auch nicht weniger. Ich denke, er hat seinen Job blendend gemacht.

Und ach ja: Eine meiner überpeinlichen Wissenslücken in Sachen Film sollte ich dann besser auch bald schließen: Ich habe Breakfast at Tiffany’s nie gesehen. Peinlich, nicht?

(IMDb, Wikipedia, Google News)

Anbei eine kleine Playlist aus Kultszenen: Zunächst die Tortenschlacht aus Das große Rennen rund um die Welt, die man im Alter von sieben Jahren sicher am besten genießen kann, dann zwei geniale Szenen aus dem rosaroten Panther, die durch die Zeitlupe, insbesondere mit Zeitlupenton, für den kleinen Julian damals das Repertiore der in der komödie erlaubten Stilmittel mit einem Aha-Effekt stark erweiterten und ihm so die Kino-Augen ein wenig weiter öffneten und das Hirn ein wenig weiter in Richtung Querdenker verkabelten, schließlich als Kompromisslösung (ich müsste ja eigentlich das Gesamtwerk posten) eine Zusammenstellung von schönen Szenen aus dem rosaroten Panther (Peter Sellers ist und bleibt einfach unschlagbar), dann die Szene aus der Exposition des Partyschreck, die man als „defining moment“ für die Figur des Hrundi V. Bakshi betrachten könnte, dann der herrliche Cock Fight aus Skin Deep und schließlich die Verleihung des Lifetime Achievement Awards an Blake Edwards bei der Oscarverleihung 2004 durch Jim Carrey. Richtig gewonnen hat er ja leider keinen Oscar, was sehr schade ist.

Also, viel Spaß!

[Leider ist es bei zweien der o.a. Videos das Einbetten deaktiviert, bitte einzeln anklicken]

Und wer möchte, kann gerne weitere Videos in den Kommentaren vorschlagen, ich binde sie dann ggf. ein.

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Oh, wie schmerzlich ist es doch zu hören, dass Dan O’Bannon gestern „nach kurzer Krankheit“ verstorben ist. Er ist dem Mann von der Straße natürlich eher kein Begriff, doch in Hollywood hat er seine Marke als Drehbuchautor für alle Zeiten hinterlassen. Aus seiner Feder stammen Science Fiction-Klassiker wie Dark Star, Alien und die Dick-Adaption von Total Recall. (Wikipedia)

Allein sein Name war uns jungen VHS-Cineasten schon in der Schulzeit eingängig, ungefähr so wie das melodiöse Team Menahem Yoram und Yoram Globus, der Effektspezialist Dennis Muren, Puppenfachmann Stan Winston oder Peter Jackson (den heute ja jeder kennt). Leute wie O’Bannon waren unsere Chuck Norris, unsere Bruce Lee, sagenumwobene lebende Legenden des Films. Natürlich hatten wir keine Ahnung, was diese Leute tatsächlich so getrieben haben, wir mussten ja noch Filmbücher kaufen und lesen, um was zu erfahren. (Kennt hier jemand noch die Filmland Presse aus München? Da hab ich mal gejobbt. Dann haben sie zugemacht.) Mythen und Legenden rankten sich um jedes bisschen Freakfutter, so wie die hartnäckige Behauptung, dass in Tunesien noch echte Kulissen des Star Wars-Drehs aus den 1970ern stehen (und der Name Tatooine von einem dortigen Ortsnamen abgeleitet ist).

Nun ist Dan O’Bannon tot, und ich weiß nur, dass ich eigentlich nicht wirklich etwas weiß über ihn.

Und außerdem musste am gestrigen 17. Dezember auch noch der Hund einer alten, guten Freundin eingeschläfert werden. Ich kannte ihn die vollen 17 Jahre seines Lebens. Der Verlust schmerzt sehr, doch mich hat er nie besonders leiden können. Hat mich immer angebellt und angeknurrt. Meinen Respekt in Sachen Frauchen-Schutz hat er sich schon lang verdient.

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Mit Bestürzung habe ich über einen Kollegen erfahren, dass nicht nur Patrick Swayze, sondern auch Henry Gibson verstorben ist (Google News, Bildersuche). Henry Gibson war einer der vielen Schauspieler, die jedermann irgendwie kannte, die aber in keinem Film wiklich die erste Geige spielten, so wie zum Beispiel auch Judge Reinhold oder Jeffrey Jones. Sein Tod ist denkbar unerkannt vorübergegangen, nachdem sich alle natürlich auf den größeren Star gestürzt haben. Wie man weiß, sterben Celebrities ja immer mindestens paarweise.

Henry Gibson war klein und hatte ein markantes Gesicht. Besonders hübsch kann man ihn nicht unbedingt nennen, doch er hatte das gewisse Etwas, das es eben für die Leinwand braucht, eine Präsenz. Man erinnert sich an ihn durch seine Rollen nicht nur in

  • Blues Brothers (Obernazi)
  • Inner Space (Chef von Martin Short im Supermarkt)
  • The ‚burbs (Der mysteriöse Nachbar, von dem keiner weiß, ob er nun Leichen im Garten vergräbt oder nicht. Auch spielt da ein Typ mit, von dem niemand wusste, ob es nun John Candy war oder auch nicht.)
  • und last,  but by far not least: 24 Folgen als jungfräulicher, 70-jähriger Richter, der noch bei seiner Mutter lebt, in Boston Legal

Möge er in Frieden ruhen, der gute alte Henry Gibson.

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Oh nein! John Hughes, Regisseur von Kleinigkeiten wie Ferris macht Blau, The Breakfast Club oder Planes, Trains & Automobiles, ist an einem Herzinfarkt gestorben. In späteren Jahren konzentrierte er sich mehr auf die Produktion und das Schreiben, so stammen zum Beispiel Maid in Manhattan und Drillbit Taylor aus seiner Feder.

Nachtrag: Hier eine Montage der besten Szenen seiner Filme.

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Der Hollywoor Reporter vermeldete am 26. Juni in seinem Newsletter:

Newsletter mit reißerischer ÜberschriftABC’s Fawcett coverage tops Jackson news specials

And the big ratings draw amid all the Michael Jackson news specials Thursday night was … Farrah Fawcett. With coverage of the singer’s passing generating mass coverage on the cable news networks and online, ABC’s Barbara Walters special on Fawcett was the highest-rated news show on broadcast last night.

Im entsprechenden Artikel hieß es dann:

ABC’s Fawcett coverage leads Jackson news specials

und

ABC’s Barbara Walters special on Fawcett was the highest-rated and most-watched news show on broadcast last night, placing second in the adult demo only to Fox’s usual Thursday winner „So You Think You Can Dance.“

Der Artikel vermeldet zwar nur sachlich die gemessenen Einschaltquoten, doch scheint mir die Überschrift ein wenig reißerisch. Denn was hier aussieht wie ein mehr als makaberes Zombie-Rennen zwischen Michael Jackson und Farrah Fawcett, ist meines Erachtens nach nur eine statistische Korrelation:

Bei Farrah Fawcett wurde bereits 2006 Darmkrebs diagnostiziert, ihr Kampf gegen die Krankheit verlief im Lichte der Öffentlichkeit. Michael Jackson dahingegen wurde, mit Verlaub, vom Schicksal aus heiterem Himmel niedergestreckt, was wirklich niemand kommen sah. Kein Wunder also, dass die Sender für den (bei Krebs meist garantierten) Fall des Ablebens von Farrah Fawcett entsprechende Nachrufe und Specials vorbereitet hatten und nur noch spontan ausstrahlen mussten. Ebenfalls kein Wunder, dass die Nachrichten rund um Michael Jacksons Ableben eher so aussahen (Berichterstattung bei Promis) und von Musikvideos und hastig zusammengeschnittenen „News Pieces“ unterfüttert wurden.

Durch die fehlenden Jackson-Inhalte ist natürlich klar, dass der Zuschauer an diesem bewegten 25. Juni 2009 früher oder später kapiert hat, dass der King of Pop tot ist und dass wohl keine weiteren Entwicklungen bei der Liveberichterstattung zu erwarten sind. Also kann man auch das Fawcett-Special mit Barbara Walters anschauen, dass um 20 Uhr pazifischer Zeit ausgestrahlt wurde. Fawcett verstarb um halb zehn am Vormittag, Michael Jackson wurde um 14:26 Uhr für tot erklärt.

ABC hatte also rund zehn Stunden Zeit, das längst vorbereitete Special anzukündigen, wohingegen die für die Einschaltquoten „konkurrierende“ Berichterstattung zu Michael Jacksons Ableben für diesen Slot nur rund halb soviel Zeit hatte, überhaupt einen Beitrag aus dem Boden zu stampfen. Da dies natürlich nicht möglich ist, ist auch klar, warum die Einschaltquoten sich so verhalten.

Mittlerweile häufen sich die Skurrilitäten, so soll Goldesel Jackson angeblich von Gunther von Hagens plastiniert werden, außerdem zeigt sich einmal mehr, dass die Netzbevölkerung offenbar überwiegend einen skurrilen, Monty-Python-esken Humor hat. Hier ein animated GIF mit Farrah Fawcett, Ed McMahon, Heath Ledger und Michael Jackson, basierend auf dieser Szene aus Zoolander:

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Laut aktueller Meldungen (mehr später) ist soeben Michael Jackson im Alter von 50 Jahren verstorben.

Vor einigen Minuten twitterte Perez Hilton, dass Michael Jackson mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht worden ist. Nur wenig später bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen. Seither macht die Meldung die Runde.

Trotz seines exsaltierten Lebensstils und der schrägen Biographie des Musikers gilt der King of Pop als wegweisender Künstler. Seine Alben Off the Wall, Thriller (das bestverkaufte Album aller Zeiten) und Bad dürften jedermann bekannt sein. Derzeit befand „Jacko“ sich in einer finanziellen Krise. Doch eine noch nie dagewesene Serie von 50 Konzerten, die für dieses Jahr in London geplant waren, und bereits ausverkauft waren, sollten dies ändern. Allein das dürfte wieder ein Rekord sein.

Mit Michael Jackson geht ein nicht unumstrittenes Ausnahmetalent von uns, seine Werke werden auf ewig bleiben. Meine Erinnerungen an die Konzerte, die ich besucht habe, auch.

TMZ.comTagesanzeiger (Schweiz) – ORFGoogle News-Suche

Nachtrag: Aus dem Film Brüno, über den die deutsche Presse sich schriftlich verpflichten musste, vor einem gewissen Datum keine Meinung oder Kritik zu veröffentlichen, wurde spontan eine Szene herausgeschnitten. Mehr hier.

Noch ein Nachtrag: Der wohl definitivste Artikel zum Tode von Michael Jackson findet sich bei der Daily Mail in England.

Meine persönlichste Erinnerung an Michael Jackson dürfte dieses Video hier sein: Zwei der klatschenden Hände in der Menge gehören nämlich mir. Gedreht wurde das Video gegenüber vom Nachtwerk in einer alten Werkshalle. Der Freund von mir, der nach den Dreharbeiten ein wenig unter Aufsicht von Slash auf dessen Gitarre schrammeln durfte, sitzt mittlerweile im Rollstuhl. Makes you think.

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Wie ich von Torsten per Mail erfahren habe, ist Autor und Multitalent Michael Crichton gestorben. (THR, Spiegel, Ahoi Polloi) Crichton hat als Romanautor weltweite Berühmtheit erlangt. Sein bekanntestes Werk ist sicherlich Jurassic Park, dem er die wissenschaftliche Arbeit von Svante Pääbo zugrunde legte.

Ich hatte die Ehre, beide Männer zu treffen: Michael Crichton 1993 in Chicago, wo er mir ein Autogramm in das Taschenbuch zu Jurassic Park gab und auf meine Frage „Will there be a sequel?“ mit einem empören „Nooo!“ antwortete. Svante Pääbo 1996 in der LMU München, wo ich als Biologiestudent seinen Paläogenetik-Gastvortrag besuchte und eine Kommilitonin, in die ich damals ziemlich verschossen war, mitschleppte. Sie hatte ihren Hund dabei, der unter der Bank einschlief. Pääbos Englisch hatte einen dermaßen dicken Schwedisch-Akzent, dass im Grunde kein Wort der Veranstaltung zu verstehen war. Wir verloren bald die Lust und verließen den Hörsaal mit der Begründung, dass der Hund dringend Gassi gehen wolle, leider. Der Hund jedoch hatte so fest geschlafen, dass wir ihn, deutlich schlaftrunken und ziemlich desorientiert, an der Leine aus dem Saal zerren mussten, was unsere Ausrede ziemlich lahm aussehen ließ.

Nun ist Michael Crichton an Krebs gestorben. Wirklich traurig, seine Romane habe ich immer gern gelesen. Gerade vorhin (ich war bei Freunden, in einen Geburtstag reinfeiern), habe ich sein vorletztes Werk, State of Fear, im Regal stehen sehen und mich gefragt, wann wohl wieder ein neues von ihm erscheinen wird.

Next hatte ich schon völlig vergessen, was aber daran lag, dass ich auf State of Fear noch ziemlich sauer war. Die Aussage dort lautet nämlich im Grunde, dass der Klimawandel ein natürliches Phänomen ist und der Mensch im Grunde so weitermachen kann wie bisher. Ich hoffe zwar selbst, dass das so sein mag, aber es ist unverantwortlich, sich auf solchen Vermutungen auszuruhen. Auch wenn Crichton schreibt, dass es sich um ein Work of Fiction handele, bleiben beim durchschnittlichen Leser dann doch nur einige wenige Fakten hängen.

Nichtsdestotrotz ist Michael Crichton ein weiterer Krebstoter, den die Welt nicht braucht. Hoffen wir, dass die Forschung bald einen radikalen Durchbruch in diesem Bereich macht. In der Gentechnik liegt nicht nur Schlechtes. Und möge er in Frieden ruhen.

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Am Samstag früh ist ein sehr lieber Kollege gestorben. Am Donnerstag war er noch in der PV zu The Women. Er war zwar keine vierzig mehr, aber noch weit entfernt von einem Alter, in dem ein Ableben nicht mehr als überraschend empfunden wird.

Er wird vermisst werden.

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