Archiv für die Kategorie: “TV”

Thomas Schmauser spielt den Rudolph Moshammer mit soviel Würde und Grandezza, dass der ganze Kitsch an Drehbuch und übriger Darstellung und der vor Ehrfurcht erstarrte Dilettantismus um ihn herum aufgewogen werden. Aber so war das wohl schon in seinem Laden und in seinem Leben: alles um ihn herum nur Hofstaat und Staffage (bis auf die kleine Evi). Insofern 1:1 stimmig im Hinblick auf die Realität.

Alexander Adolph hat Szenen aus dem Leben des Münchners mit dem großen Herzen nacherfunden und lose aneinandergereiht; sie versuchen dessen Geschäftssinn herauszustellen, fahren ab und an nachts mit ihm und dem Rolls durch dunkle Straßen, lassen ihn die Geradeheraus-Evi (Lena Urzendowsky) anstellen (weil die Schlange von Kosmetikerin sie vor Kunde Moshammer denunziert hatte), versuchen das Verhältnis zu seiner Mutter darzustellen und wollen nachzeichnen, wie Moshammer mit Hilfe seines Geldgebers an den Geldadel als Kunden herangekommen sein soll und wie die Presse seine Hilfsbereitschaft den Odachlosen gegenüber ausschlachten will.

Hannelore Elsner gibt die Mutter primadonnenhaft süffisant; sie stochert in ihrem Rollentext wie in einem Fischfilet, das ihr nicht richtig schmeckt und changiert zwischen Grande Dramödin (das Degeto-Lächeln), Laientheater (der ausgestreckte Zeigefinger), Wachsfigurenkabinett (die Aufmachung) und Schauspielschule (Spannungsableitung über Armzucken links, wenn Evi aus dem Raum soll, sowie Hand aufs Herz und tiefer Atmer vor Deckenverteilung an Obdachlose).

Sunny Melles wirkt als Schweizerin seltsam angespannt und Hanns Zischler läuft als ihr Mann in der Tonirolle neben ihr her und versucht einen auf Fränkisch zu machen.

Der Hochadel ist – wie alle anderen auch – von Regie und Drehbuch im Stich gelassen worden. Dudu und Funi oder Fuzzi können sich so reich wie sie laut Drehbuch sein sollen, auch nicht so recht vorstellen, die farbenblinden Grafen von Anzenberg.

Teils gleicht der Film einer – nicht immer ganz passenden – Videostrecke zu klassischer Musik.
Und die Pressefritzen sind mehr zugeneigt denn neugierig.

Mit diesem Film will die versammelte Schwarmintelligenz der öffentlich-rechtlichen Redakteure Claudia Simionescu, Claudia Grässel, Klaus Lintschinger, Corinna Liedke und Henrike Viergge ihr Bildungsniveau unter Beweis stellen und damit zur öffentlich-rechtlichen Geschmacksbildung beitragen.

Comments Kein Kommentar »

Keine noch so durchschnittliche Fernsehware kann Glanz und Faszinosum des Rudolph Moshammer beeinträchtigen.

Auch nicht diese „Lebenslinien-Ausschlacht“-Lebenslinien von Stefanie Illinger unter der redaktionellen Obhut von Christian Baudissin.

Es sollte möglichst wenig Kosten. Spardruck wegen immer schwerer zu legitimierender Zwangsgebühren führt zu diesem lieblosen Kuddelmuddel und Zusammengestöpsele aus einer Lebenslinien-Produktion des BR von 2001, aus Archivmaterialien und aus Statementabsonderungen von Menschen, die mit ihm zu tun hatten oder von solchen – und das scheint der Hauptzweck dieser Sendung: Werbung für ein weiteres BR-Produkt -, die in einem BR-Film Moshammer und sein Ambiente darstellen.

Wobei diese Ausschnitte aus dem hiermit beworbenen TV-Spiefilm eher Stirnrunzeln verursachen, wenn man sieht, was für ein groteskes Paar dieser Modezar mit seiner zwei Köpfe kleineren Mutter doch war und dann wird diese mit einem gremienkompatiblen Subventionsstar besetzt, da möchte man sich gleich in den Haaren raufen. Szenenausschnitte, die vermuten lassen, dass der Filmmoshammer auf ein TV-Durchschnittsformat geschrumpft wurde (der TV-Film kommt dann doch anders, siehe Review vom nächsten Mittwochabend).

Immerhin kommt in den Originalzitaten das unendlich große Herz von Moshammer zum Ausdruck. Und vor allem die dunkle Motivationsseite, eine mindestens, für seinen Ehrgeiz nach Prunk und Berühmtheit, der Niedergang zuhause von feinen Verhältnissen zu weniger feinen bis zu den Alkoholexzessen des Vaters und dem heimlichen Auszug von Rudolph und seiner Mutter aus der Wohnung; denn die Polizei konnte nichts machen.

Hier macht es sich der BR ziemlich einfach, ein Moshammer wäre mit solcher Zusammenschusterei nie und nimmer zufrieden zustellen, er, der Perfektionist.

Das macht der Film immerhin klar: die Marke fehlt in München. Aber vielleicht ist das auch symptomatisch, dass München inzwischen einen Wachstumsschub hinlegt, der alle hergebrachte Identität zu sprengen droht. Denn irgendwie war dieser selbsternannte Modezar auch rührend provinziell. Und ebenso provinziell das Naserümpfen einer gewissen Münchner Society. Aber das große Herz, das kann Moshammer keiner absprechen; da könnten sich alle ein Stück abschneiden davon – und es bliebe noch genügend übrig.

Comments Kein Kommentar »

Frau Doktor lottert durch dieses Trivialfilmchen von Natalie Spinell, die mit Felix Hellmann auch das Drehbuch gechrieben hat. Frau Doktor geht lieber gleich in die Wäschekammer statt vorher noch in die Oper oder zum Vietnamesen. Sie verhilft Kindern ins Leben, lässt die Mütter pressen, raucht Zigarette auf dem Klinikdach. Frau Doktor ist Single und nymphomanisch veranlagt. Mit Freundinnen will sie eine Party steigen lassen, damit die Frauen an Männer rankommen. Frau Doktor wohnt mit Oma, die nicht mehr ganz von dieser Welt ist, am Viktualienmarkt in München.

Für die dramaturgische Beratung steht Susanne Bieger, für die Redaktionsleitung Carlos Gerstenhauer. Bei aller Trivialität ist dem Filmchen eine gewisse Spontaneität und Spielfreude der Darsteller nicht abzusprechen. Verkopftheit ist nicht zu diagnostizieren, eher Verunterleibtheit.

Wie die Begründung lautet, das mit Zwangsgebührengeldern zu finanzieren und auch noch auszustrahlen, bleibt rätselhaft.

Comments Kein Kommentar »

Lose Szenen aus einem vermeintlichen Twenty-Something-Alltag, die sich ums Anbandeln, Trennung, Ficken, Kindermachen, Beziehungskiste, Wohnungssuche drehen oder ums kleine Scheißerchen Helmut, das Thema Spätgebärende. Ohne festen dramaturgischen Faden. Am Schluss wird der böse Fremdficker unvermittelt in den Brunnen geworfen.

Die Texte wollen teils grob und direkt sein:
„Was bist du für eine verkackte Schlampe, Annabel.“
„Wär das cool für dich, wenn ich ihn ab und zu bei dir reinstecken dürfte?“
„Dem Typen gehören echt die Eier abgeschnitten.“
(Buch: Felix Hellmann, Natalie Spinell, Regie: Natalie Spinell: Dramaturgische Beratung: Susanne Bieger, Redaktionsleitung: Carlos Gerstenhauer).

Das Ganze wirkt wie eine Aneinanderreihung von Übungsszenen einer Regieklasse an der HFF oder eines Schauspielerworkshops für Fortgeschrittene.

Fraglich, ob die Öffentlich-Rechtlichen mit solchen Produkten, die Nonchalance signalisieren sollen, auch nur einen neuen Zuschauer erreichen aus der Generation, die längst nicht mehr fernschaut, die dürften sich kaum für solche Sandkastenspiele und Versuche in filmischer Trivialität interessieren (hat auch nicht funktioniert mit dem Polizeiruf 110 – Das Gespenst der Freiheit, miserable Sehbeteiligung gerade der Jungen).

Ein Geburtstag. Frau Doktor ist letzte Nacht sowas von uninspiriert durchgerammelt worden. Immerhin scheint es, dass die einen gewissen Fun beim Dreh hatten. Eine Beziehung geht in Brüche. Lou will es sich nicht bieten lassen. Dominik hat Annabel geschwängert.

Comments Kein Kommentar »

Hier spart das Fernsehen an der Glaubwürdigkeit.

Das mag angehen, dass sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen ein Fernsehspiel ausdenken möchte, das das Thema Trauer und Trauerverarbeitung unterhaltsam bringt. Dass es darauf aufmerksam machen möchte, dass es Trauertherapien gibt und sogar Trauerreisen. Das ist ein urmenschliches Thema. Oft werden Menschen unvorbereitet vom Tode eines Lieben getroffen.

Aber das wars dann schon, was es an Positivem zu diesem Film von Wolfgang Murnberger nach dem Drehbuch der Vielschreiberin Ruth Toma in einer österreichisch-bayerischen Koproduktion zu sagen gibt.

Der Rest heißt sparen, sparen, sparen. Sparen an Glaubwürdigkeit, an Gründlichkeit der Ausarbeitung eines Drehbuchkonzeptes, an Durchdenken von Handlungssträngen, an Drehtagen.

Irgendwie muss von Frau Thoma oder irgendwelchen Einflüsterern die Idee gekommen sein, man könnte das schwierige Thema spannender fürs Mittwochabendpublikum des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gestalten, wenn man so einen Bus von Trauerreisenden von Ganoven als Geiseln nehmen lässt.

Und, um die Sache nicht allzu tragisch werden zu lassen, sind diese Verbrecher gute Verbrecher, sie stehlen lediglich einem erfolgreichen Künstler, der mit einer Masche unglaublich viel Kohle gemacht hat, zuhause verstecktes Geld. Dumm, dass Hauspersonal da ist, dumm, dass einer der Diebe beim Weggrennen vom Tatort so unglücklich stürzt, dass sich ein Schuss löste und der andere einen Bauchschuss erhält.

Das ist von Murnberger so miserabel inszeniert, dass spätestens die Redaktion die Szene hätte rausschneiden sollen.

Allerdings wäre von dem Film nicht mehr viel übrig geblieben, wenn die Vorgänge glaubwürdig hätten inszeniert werden sollen und alles Unglaubwüridge bei der Abnahme rausgeschnitten worden wäre.

Zum Beispiel die Entwicklung der Blutungen durch den Bauchschuss – die vergisst der Film zwischenzeitlich über große Strecken – eine Wunde, die Pause macht.

Die Verbrecher nehmen nun diesen Bus in Geiselhaft. Das müsste natürlich auch, damit der Zuschauer dran bleibt und einen spannenden Rahmen für das ernste Thema hat, plausibel inszeniert und gespielt werden. Aber: Die Geiselfahrt wird die Mittwochabendgemütlichkeit selbst. Inszenierungs- und damit glaubwürdigkeitstechnisch könnte hier ein Vergleich mit dem israelischen Propagandafilm 7 Tage in Entebbe hilfreich sein.

Das Konglomerat von Schauspielern versucht zwar, seine Sätze mit der entsprechenden Gefühlslage lsozuwerden, aber die angespannte Situation, das Unvorbereitete, wird gar nicht inszeniert oder gespielt. Dieser Maßstab wäre aber das Minimum für eine plausibel Bilderzählung. Das ist hier überhaupt nicht erfüllt. Die Situation wird immer gemütlicher.

Das Drehbuchrezept von Frau Toma scheint zu sein, dass sie sich ausrechnet, in wieviel Wochen sie das Buch im Hinblick auf die Gage geschrieben haben muss, da bleibt keine Zeit zum Durchdenken. Da werden wie in der Vorweihnachtszeit beim Plätzchenbacken mit einer Schablone Figürchen aus dem Castingteig herasugestochen und mit Weisheitssätzen zum Thema Liebe, Beziehung, Verlust, Alleinsein, Tod, Trauer bestreut und die Schauspieler versuchen, diese möglichst natürlich rüberzubringen („Alkohol löst gar nichts außer Fettflecken“). Attraktive darstellerische Leistungen sind so nicht zu erbringen.

Sparen allerorten. Am Ende der vier Wochen sind offenbar nur noch jene Teilnehmer dabei, die die Geiselfahrt mitgemacht hatten, diejenigen, die an der Tankstelle zurückblieben sind und die das Reiseunternehmen mit einem separaten Bus nachgeschickt haben will, sind offenbar verschollen – und niemand interessiert sich dafür. Aber selbst das müsste der Film erzählen. Inakzeptabler Fabrikationsfehler, der von der Wurstigkeit der Produzenten zeugt.

Dann gehört, weil das schläfrige Fernsehpublikum oder die betäubten Redakteure das so wollen, noch eine Anbandelgeschichte zwischen einem Geiselnehmer und einer Trauernden dazu. Die Räuber sind gute Menschen, weil sie einen schlechten Künstler bestohlen haben. Der Zweck heiligt die Mittel, offenbar auch eine Mittwochabendmoral der Öffentlich-Rechtlichen.

Bei handwerklich so lausig erzählten Geschichten darf keiner sich wundern, dass dem Fernsehen die Zuschauer weglaufen, dass sie wegzappen, dass die Quoten immer kleiner werden. Das zwangsfinanzierte öffentlich-rechtliche Fernsehen als eine Veranstaltung fernab jeglicher gesellschaftlichen Realität.

Die Frage ist nur, warum soll der Zwangsgebührenzahler für solche unausgereiften, unfertigen, richtiggehend pfuschigen Produkte bezahlen, die dann eh keiner sehen will? Solchen Ramsch sollte man besser gar nicht mehr herstellen, darauf verzichten. Kein Mensch würd ihn vermissen und man könnte easy die unfair finanzierten Zwangsgebühren senken.

An so einem Abend täte das Fernsehen besser daran, einen Klassiker zum Thema zu bringen, zum Beispiel „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ von Nicolas Roeg. Das käme dem Grundauftag des Fernsehens dann doch deutlich näher, weder so ein unsäglich dilettantisches Machwerk auszustrahlen, mit dem zwar die Beteiligten Zwangsgebührengeld auf ihr Konto lenken dürfen, mit dem aber keinem Menschen geholfen ist

Wolfgang Murnberger hätte diesen Regiauftrag, bei den offenbar ungenügenden Bedingungen, nie und nimmer annehmen dürfen. Er ist doch ein erfahrerener Regisseur. Er hätte sehen müssen, dass er mit der Drehzeit, bei dem Drehbuch und mit diesem Cast niemals eine solide Arbeit abliefern kann. Oder ist er inzwischen auch nur noch ein Subvetnionsname, der von der Gunst der Redakteure profitiert und nicht aufmuckt, weil die Trauben so tief hängen?

Die penetrant aufdringliche Musik kann von den Fabrikationsfehlern des Produktes nicht ablenken.

Hunde wären wahrscheinlich nicht nur die besseren Menschen, sie wären wahrscheinlich auch die besseren Drehbuchautoren.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Comments Kein Kommentar »

Ein Mesut Özil der darstellenden Kunst?

Dagmar Manzel ist ein Naturtalent, eine stimmige Schauspielerin und glaubwürdig dazu, eine, die von der Muse oder vom Engel geküsst wurde. Insofern ist ihr immer schön zuzusehen.

Sie ist in der DDR aufgewachsen und dort Schauspielerin und ein Star geworden. Sie hat das System der DDR als gegeben genommen und nicht in Frage gestellt. Den Wegfall dieses politischen Systems hat sie mit Annahme des katholischen Glaubens kompensiert. Sie wurde nahtlos zum Subventionsstar im Film- und Fernsehsystem der jetzigen Bundesrepublik. Sie selbst hat mit 40 noch eine Operettenkarriere als Soubrette an der Komischen Oper in Berlin begonnen. Auch das offenbar ohne Krampf und mit glänzendem Erfolg.

Aber diese unbedarfte Dokumentation von Josephine Links und Maria Wischnewski ist unergiebig. Sie wühlen sich eher zufällig durch das immense Bildmaterial, was es heutzutage von einem darstellenden Künstler gibt, speziell von einer Film- und Fernsehdarstellerin. Mit nicht besonders glücklicher Hand ziehen sie Fundstücke heraus und verschnetzeln sie kürzest geschnittenen noch mit Clips aus privatem Foto- und Super-8-Material aus der Kindheit von Dagmar Manzel und zusätzlich mit einem Wust aus Bla-Bla von üblichen Statementabsonderern aus ihrer Umgebung.

So ergibt sich eine unsolide Arbeit, die allenfalls klar macht, dass Dagmar Manzel ungeeignet für so eine Kuddelmuddel-Doku-Würdigung ist, wo sie selbst noch in einem Theater/Kino-Fauteil sitzend endlos über sich selbst reden soll und von Seiten der Dokumentaristen nicht die geringste Gesprächsführung oder Nachfragehaltung zu entdecken ist.

Da ich mittels Zwangsgebühr Mitfinanzierer dieser lausigen Dokumentation bin, schlage ich vor, die verantwortlichen Dokumentaristinnen nicht so schnell wieder öffentlich-rechtlich zu beschäftigen und die verantwortlichen Redakteure, für den BR: Fatima Abdollahyan und Petra Felber, Jens Stubenrauch für den RBB, Matthias Morgenthaler vom MDR, Titus Richter vom MDR sofort freizustellen. Mit den gesparten Kosten wäre wieder ein Schritt in Richtung Reduktion – und somit mehr Gerechtigkeit – der Zwangsgebühr getan.

Kuddelmuddel-Doku-Würdigung, die den Eindruck erweckt, die wollen ihre Protagonistin am liebsten begraben unter all den Bla-Bla-Statements und dem Dumm-Gequassele. Privatleben gab es bei ihr nur in der Kindheit; die taucht hier auf in Schwarz-Weiß-Fotos und Super-8-Filmen. Jetzt öffnet sie den Blick auf ihr Privatleben gerade mal für die Kinder, vielleicht auch als Promotionshife für die Tochter gedacht, die auch Schauspielerin ist.

Keine Nachfrage der Dokumentaristinnen, warum sie die DDR als gegeben hingenommen habe, keine Nachfrage, wieso sie ausgerechnet als Kompensation für den Wegfall der DDR zum katholischen Glaube übergetreten sei, keine Nachfrage zum aktuellen Thema Me-Too und schon gar keine Nachfrage zum deutschen Kino, zum deutschen Filmsubventionssystem.

Manzel will – bis auf die Kindheit und Erwähnung ihrer Kinder und Kindeskinder – keine Homestory. Das ist ihr gutes Recht. Manzel gibt weder eine gesellschaftliches, noch ein politisches oder kulturelles, besonderes Engagement zu erkennen. Das ist ihr gutes Recht. Aber da bleibt über sie kaum mehr was zu berichten. Dann müssten wenigstens die Rollen in ein entsprechend spannendes Erzähllicht getaucht werden. Sie mit Wärmejacke am Tatort-Dreh zu zeigen, ist nicht gerade ergebnisfördernd. Kein Mensch soll politisch sich öffentlich äußern müssen, aber wenn Manzel schon nur einerseits den Beruf will und sonst nur privat in Zürich die Oma spielen, so braucht es definitiv auch keine Dokumentation über sie. So zeigt die Doku lediglich, dass sie für die öffentlich-rechtlichen Sender eine bequeme Mitarbeiterin ist, zuverlässig und erster Güte, mit der sie mit dieser dünnflüssigen Doku noch Werbung für sich machen wollen.

Auch stimmt der Titel der Sendung nicht. Sie ist keine Antidiva. Sie ist lediglich privatistisch und möchte das bleiben. Insofern hat sie keine ausgereifte Starphilsophie. Eine Antidiva müsste so eine haben. Das könnte spannend sein.

Sie ist kein Antistar, sie ist ein Subventionsstar, der sich am liebsten verkriechen möchte. Insofern auch eine Variante des Beweises für das Darniederliegen der deutschen Filmkultur. Die andere Variante, das sind jene lauthalsen Selfmade-Stars, die in Hollywood reingeschnuppert haben, sich dort nicht halten konnten – oder schlicht nicht gut genug waren, dann reumütig nach Deutschland zurückkehren und hier mit der Hollywooderfahrung ihr Startum uns einzutrichtern versuchen.

Comments Kein Kommentar »

Wer diesen Film im Fernsehen anschauen will, dann lieber aus sicherer Distanz, denn „sein Protagonist, der Jahrhundertdrummer Ginger Baker, könnte womöglich die Fernsehkiste oder den Computer zur Explosion bringen“, so stefe in seiner Review zum Kinostart.

Der BR allerdings versendet so einen spannenden Film mit einer so unbürgerlichen Figur und einem grandiosen Künstler zugleich, lieber in der Zeit, wo Bürgerliche spätestens ins Bett sollen, denn der Schlaf vor Mitternacht, der zähle.

Warum trauen die Zwangsbeitragstreuhänder so einen Film nicht dem 20-Uhr-Publikum zu? Halten sie es für zu alt oder für zu blöd – oder wissen sie schlicht aus Erfahrung, dass dieses Publikum, bei egal, was kommt, eh einschläft? Das ist unverschämt, gerade dieses Publikum hätte so etwas Extraordinäres verdient!

Comments Kein Kommentar »

Ja grüss Di Foxi, bist du ein Süßer.
Ah, da ist ja Eure Katze.
Jetzt schaun ma mal Eure Pferde an.

45 Minuten Dauerwerbesendung für Hundetrainer Markus Richter auf Kosten teils brutal eingetriebener Zwangsgebührengelder (Vollstreckungsandrohung schon bei kleinen Rückständen bei einkommensschwachen Haushalten). Unerklärlich, warum im Abspann nicht groß Visitenkarte und Preise des Hundetrainers angezeigt werden.

Gleichzeitig eine verlogene Tiererei:
„Das ist ja keine Game-Show. Es geht nicht ums Verlieren und Gewinnen“, heißt es an einer Stelle – dabei ist doch das genau das Prinzip – wie beim Büchsenschießen, womit das Fernsehen auf Zuschauer hofft; wer bleibt übrig, wer gewinnt den Hund? Heuchlerisch und verlogen durch und durch, es geht nicht um das Tierwohl, es geht um die Hoffnung auf Zuschaueranteile.

Plot: Ziel ist es, unter drei Bewerbern das geeignete Herrchen für Fox aus dem Tierheim zu finden; einziger Juror ist der Protagonist und Tiertrainer.

Auf der Sprecherspur erzählt eine Apotheker-Placebo-Stimme mit Sonntagsschul-Einfaltstexten in BR-Eindössound das, was eh zu sehen ist.

Eine weitere Sendung, mit der der BR seine Entbehrlichkeit beweist und damit zu verstehen gibt, dass mit einer Gebührenreduktion unter entsprechendem Verzicht auf solche Überflüssigkeiten keine Qualitätseinbusse und schon gar nicht eine Minderung des demokratischen Grundauftrages verbunden wäre.

Ein Produktion von Maximus-Film im Auftrag des BR. Die behaupten auf ihrer Website, sie würden hochwertigen Content produzieren. Mit diesem Hundchen-Film bleiben sie den Beweis schuldig und belegen lediglich zweifelsfrei, dass sie gute Kontakte zu den verantwortlichen Zwangsbeitragstreuhändern des BR, den Redakteuren Ingmar Grundmann und Dorit Büttner haben. Diese wiederum erweisen Maximus-Film eine Gunst mit der Auftragsvergabe, also mit der Weiterleitung von Zwangsgebührengeldern.

Herr Wilhelm, Herr Wilhelm, was ist bloß in Ihrem Laden los?

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Comments Kein Kommentar »

Der Kommissar mit den Ed. Meier-Schuhen.

Die Absicht dieses Polizeirufes scheint zu sein, aufzuzeigen, wie Verfassungsschutz und Polizei in Bayern von rechtslastigem Gedankengut infiziert sind.

Der Plot dreht sich um einen Spitzel des Verfassungsschutzes mit offensichtlichem Migrationshintergrund, der in eine Neonazi-Gruppierung eingeschleust wurde und daraus berichten soll. Die Gruppe hat einen Mord zu verantworten, so vermutet der Kommissar von Meuffels (Matthias Brandt). Deshalb gerät der Spitzel in die Mühlen zwischen dem unkoscheren Verfassungsschutzmann, Joachim Król, und dem fürsorglichen Menschenversteher von Meuffels.

Warum das hinten und vorne nicht funktioniert.
Der gröbste Lapsus, der weder zu verzeihen noch zu rechtfertigen ist, den der BR sich hier leistet, ist der Verzicht auf einen Drehbuchautor. Es heißt lediglich „nach einer Idee von Günter Schütter“ und „Regie: Jan Bonny“. Die Redaktionsverantwortung trägt Cornelia Ackers.

Das Fehlen eines Drehbuches
führt zu einem Totalausfall an Glaubwürdigkeit.
Es führt dazu, dass die ganzen Schlägereiszenen mangels sorgfältiger Begründung in schlechte Schauspielschulschauspielerei ausarten.
Es führt dazu, dass der Kommissar kostbare Sendezeit dafür verschleißt, zu erklären, wo die Herrentoilette ist oder dass er ankündigt, er werde jetzt eine Verbandsschachtel an der Pforte holen, nachdem er gestanden hat, dass er die Wunde des Delinquenten (Brandt als biblischer Samariter, der keine Gummihandschuhe zur Wundversorgung braucht) nicht professionell behandelt habe und dass er dann tatsächlich in der nächsten Szene mit diesem Verbandskasten auftritt.
Es führt dazu, dass die Neonazi-Gruppe ganz offen und wild tanzt, singt, Heil-Hitler ruft in einer Kneipe auf Straßenhöhe mit Fenstern ohne Vorhänge direkt zur Straße.
Es führt dazu, dass eine Waffe mitten in der Bahnhofshalle und unverpackt in einer Plastiktüte übergeben wird, wo diese Halle doch gut kameraüberwacht und mit Zivis durchsetzt ist (aber da es kein Drehbuch gibt, gibt’s auch keine Recherche).
Es führt zu sonderbaren Befragungsimpros, an denen die beteiligten Darsteller wohl ihren Spaß gehabt haben, was für das Narrativ nicht von Nutzen ist.

Es führt dazu, dass die Firmen Oliva und Breiter schön lesbare Werbeschilder in den Film platziert bekommen – oder der Kameramann war betrunken.
Es führt dazu, dass die erste Szene lediglich eine nichtssagende Autofahrt ist mit Kamera hintenraus zum Himmel, damit die Vorspann-Namen umso wichtiger daherkomen, wobei sich der Normalzuschauer eh nur für die prominentesten ein oder zwei Namen interessieren dürfte – der Rest ist Eitelkeit oder Gunstbeweis.
Es führt dazu, dass in diesem Fernsehfilm hinten und vorne nichts stimmt und zusammengeht, dass der einzige Impuls an den Zuschauer der ist, wegzuzappen.

Es führt dazu, dass das einzig Glaubwürdige noch die Berufsmüdigkeit des Kommissars ist, die es für ratsam erscheinen lässt, dass er den Job an den Nagel hängt.
Es führt dazu, dass die Werbung für ein Schuhgeschäft in München überaus viel Platz einnimmt und dass diese trotz leichter Verschlüsselung eindeutig Werbung bleibt.

Die Ed. Meier-Werbung.
Da mangels Drehbuch auch keine klare Exposition des Falles stattfindet, nutzt der Kommissar gleich zu Beginn die Zeit, um auf seine Schuhe zu sprechen zu kommen. Ein sehr teures Fabrikat aus der Residenzstraße (hier hat Ed. Meier früher residiert und dürfte der einzige Schuhmacher und Schuhverkäufer dort gewesen sein, also eindeutig identifizierbar). Der Kommissar gibt sogar mit eigens inszenierten Tanzschritten eine direkte Präsentation der Schuhe. Dann hält auch der Kollege vom Kommissar noch die Schuhschachtel werbewirksam in die Kamera – und die ist blöd genug, das aufzunehmen – wobei auch hier ein leichte Differenz zur eindeutigen Identifizierbarkeit besteht, man will ja bei der Schleichwerbung nicht ertappt werden. Später nestelt der Kommissar ohne Grund in einer Szene an seinem Schuh – auch das wurde bewusst gefilmt und im Film gelassen – obwohl es für den Fortgang der Story keinerlei Bedeutung hat. Später wird er bei einem Verhör (!) die Schuhe nochmal thematisieren und wie teuer die seien. Und am Schluss, das soll dann wohl Antiwerbung sein, gibt der Kommissar die Schuhe als Sargbeigabe dem ermordeten Spitzel mit und läuft dann in Socken hinter dem Sarg zum Grab, aber das eindeutig zu zeigen, traut sich der Film dann doch nicht. Fetter geht Produktwerbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kaum. Hat jemand den Darsteller Matthias Brandt im Ed. Meier-Laden gesichtet? Erhält dieser eine Vorzugsbehandlung und vor allem: Vorzugspreise? Die Versuchung ist in so einer TV-Promi-Position groß.

Texte und andere Blüten:
Kommissar: „Finden Sie allein raus? Oder soll ich Sie bringen?“
„Gang runter links ist die Damentoilette, die andere ist kaputt.“
(Antwort: „das mach ich nicht“) und weitere Sendezeit geht drauf für die Erklärung zur Toilette.
Kommissar: „Gewalt ist schwer zu dosieren, wenn man sie sorglos genießen will“ (welch ahnungsloses Hirn scheißt denn solche Weisheiten?).
Wertvolle Sendezeit wird verplempert nach Kommissars Erklärung, dass er die Wunde nicht richtig versorgen könne: „ich geh dann mal zur Pforte, um Verbandszeug zu holen – und nicht weglaufen, versprochen?“.
Kommissar: „Er hat doch nicht einen Bürgerkrieg überlebt, um sich hier am Stadtrand totprügeln zu lassen“ (welche sprachlich-gedankliche Sumpfblüte!).
Und weiter im Sumpfblütentext bei einer Wohnungsdurchsuchung: „Vor zwanzig Jahren hätten wir hier „Mein Kampf“ gefunden“.

Die komisch-zynisch-lyrische Verletzungsbeschreibung des Kommissars.
Dann fasst er den Verdächtigen mit der Wunde mit bloßer Hand am Kinn und will wissen, wer von ihnen das Opfer getötet hat – wobei nach der Verletzungsbeschreibung wohl eh ausgeschlossen ist, dass einer ganz klar der Täter sein kann.

„Ich war bei den Regensburger Domvotzen.“

Die Szene mit dem Aufnehmen der Polizeifotos ist grottenschlechtes Theater. Da fehlts auch am Inszenierungsdurchblick.

Unergiebiger Lokaltermin mit Zeugenbefragung bei einer Unterführung.

Ein Castingproblem: viele Schauspieler, die schlecht zu verstehen sind. Fällt beim Fehlen eines durchdachten Drehbuchs besonders ins Gewicht.

Man kapiert nicht die erste Szene mit Joachim Król. Was ist seine Funktion?
Und dann wieder schlechtes Theater: die Kampfszene im Gefängnis.

Warum trägt der Junge Windeln, wenn er nach dem Kampf allein in einer Zelle liegt? (sowas muss begründet werden in einem seriösen Drehbuch).

Nach seiner Freilassung spielt ein Verdächtiger eine unergiebige Liebesszene in einem Zwischengeschoß-Fastfood-Laden. Wobei auch diese diffus gedreht ist.
Dann Job in Logistikzentrum. Figur bleibt unklar.

Nach einer halben Stunde sollen die vier Jugendlichen plötzlich Neonazis sein – echte Überraschung. In diesem Polizeiruf stimmt nichts außer dem Leiden des Kommissars an Routine und Deplatziertheit.

Auch diese Neonazis spielen sie einfach grauenhaft schlecht. Aber das liegt am Drehbuch, dass es nicht vorhanden ist und dass es also auch keine Überlegungen zu den Figuren gibt, zu ihren Beweggründen, dass die Drehbucharbeit fehlt. Das ist, wie wenn Ikea Bretter liefert, die durchs Zusammenschrauben keine Stabilität erhalten – es sind zwar Bretter, aber sie ergeben kein Regal.

Wieso kommt der Kommissar in das Neonazi-Lokal?
Das Lokal ist bald halbvoll, bald halbleer. Die Reaktionen auf den Kommissar sind unglaubwürdig.

Miserabel inszenierter Überfall auf den Straßenstrich.

Auch wie der Junge zum Spitzel wird, oder dass er einer ist, wird nicht nachvollziehbar erzählt – dabei geht es um ein elementares, dramaturgisches Element in diesem Fernsehfilm.

Nicht nachvollziehbar ist die Zeugenkonfrontation in einem Imbiss im Bahnhofsviertel – und der für die Tageszeit auch ungewöhnlich leer ist, wohl wegen der Dreharbeiten. Absolut unrealistische Szene, wie der Kommissar verlangt, dass der Typ sich entschuldigen soll. (Der junge Darsteller kann nichts dafür, dass ihm keine besser durchdachte Rolle angeboten wird). Und auch hier wird nur schlechtes Theater draus, mangels Buch!
Wie bescheuert muss dieser Idiot von Kommissar sein, der daraufhin verlangt, dass der Verdächtige ihm sofort sage, wer das Opfer getötet habe.

Aha, und dann mit Kilometern Verspätung kapieren wir, dass hier der Verfassungsschutz mitspielt. Und das wird offen und laut in einem Imbiss verhandelt. Noch ein Grund zu verstehen, dass der Kopmmissar die Nase voll hat. Während der Verfassungsschutz sich bestens amüsiert.

Es gibt hier offenbar auch keine staatlichen Entscheidungshierarchien. Der Verfassungsschützer tut so als arbeite er auf eigene Rechnung und gibt dem Kommissar Anweisungen. Voll daneben mangels Drehbuch und Recherche.

Das schlechte Jugendtheater geht weiter mit der Pistole am Lagerfeuer.

Brandt ist halt doch ein Seelsorger und kein Kommissar: das beweist das Bekehrungsgespräch mit dem jungen Spitzel.

Wie eine schlechte Kabarettnummer ist das vorgebliche Telefon des Verfassungsschützers mit dem Innenminister – und im Hintergrund steht der Abschirmdienst vom Dreh-Set. Was ist los mit Król? Er wirkt so aufgeputscht.

Und dann machen sie (der Spitzel und seine Tusse) offen in der Kneipe einen Liebestanz – nicht nachvollziehbar bei der Bedrohlichkeit der Situation.

Wenn der BR nicht in der Lage ist, einen Polizeiruf glaubwürdiger und nachvollziehbarer zu produzieren, dann soll er es bleiben lassen. Ein konfuses Stück Fernsehen. Die verantwortliche Redakteurin, Frau Cornelia Ackers, sollte bei Herrn Wilhelm um eine Auszeit bitten. Wobei dieser eh schon im Off zu agieren scheint (oder ist er grad bei Ed. Meier am Aussuchen von Schuhen?).

Einen Großteil des Budgets muss die Werbung für die Ed. Meier-Schuhe verschlungen haben – und dann ist kaum was übrig geblieben, nicht für einen Drehbuchautor, nicht für ein qualifiziertes Ensemble.

Diesem Film fehlt die intellektuelle Führung. Hat Meuffels irrtümlich den Drehbuchautor in den Knast gesteckt? Höchste Zeit für den Kommissar, abzudanken.

Kindertheater: die Erschießungsszene.

Dieser Fernsehfilm beweist, dass die Diskussion um die Wichtigkeit von Autoren dringlicher ist denn je.

Bei diesem Polizeiruf wird augenfällig, dass nicht nur bei der Polizei und beim Verfassungschutz einiges im Argen liegt, sondern auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Comments Kein Kommentar »

Da muss irgendwo ein Raubtier in der Nähe sein.

Es gibt Fernsehsendungen, die spüren fast vergessene, einst berühmte Namen auf und stellen die Frage, was macht heute …? Diese bayerisch-italienisch Fernseh-Koproduktion könnte so eine Sendung sein, sie beantwortet die Frage, was Terence Hill heute macht. Und sie gibt die Antwort.

Hill verdient sich sein Geld, indem er sich abfilmen lässt als berittener Bergförster unter den Bergen Südtirols, die hier Kathedralen des Himmels genannt werden. Wir können ihm beim Geldverdienen zuschauen. Er ist umgeben von einem durchwachsenen Cast. Regie führt Riccardo Donna und den Dreherklärbuchbrei hat ein halbes Dutzend sogenannter Fernsehautoren verdorben.

Es kommen vor in den beiden Folgen „Leichte Beute“ und „Am Seidenen Faden“: ein Braunbär, dem ein Wilderer Fallen stellt, der Wilderer, Terence Hill in Försteruniform hoch zu Pferd, eine Erbpachtgeschichte mit Giftanschlägen im Gefolge, radioaktiv verseuchte Pellets, eine im Bergwald versprengte Ukrainerin, die in einer Bärenfalle verletzt wird und sich erst an nichts erinnern kann, ein Polizist, der nie dazukommt, seiner Verehrten den Heiratsantrag zu machen und dessen Verlobungsring ungewollt Irrwege geht, sowie Pferde, Wölfe, Ziegen, ein Bär, Gebirgslandschaft, blühende Alpenweide, Bauernmöbel, See, blühende Wiesen, gedeckter Tisch, Idylle und ein voluminöses Orchester, das frech beim Western klaut und schnell sich zur Süßtube aufplustert, wenn es gefühlig wird, eine deutsche Synchronisation die auf Tempoteufel runtergerotzt wird und Dialoge, die immer alles erklären, so dass man die Serienteile auch von der Küche aus ganz ohne Bild und ohne Verluste mitbekommen kann.

Dieses Bild- und Szenenzusammengeschustere streng nach Klischee ist in typisch fernsehhysterischer Kurzatmigkeit geschnitten, so dass keiner der Zuschauer auch nur ansatzweise nachdenken kann oder muss.

Das scheint der Sinn dieser Zwangsgebührenproduktion zu sein: die Menschen vom Denken abzuhalten, sie unmündig und dumm zu lassen, sie abzulenken mit Geschichten, die den Menschen zum Strichmenschen reduzieren. Und der BR kann verzapfen, dass er im Sommer nicht nur Wiederholungen bringe im Wettbewerb um die schwächsten Legitimationsversuche.

Das kann alles nicht im Sinne des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes sein, dürfte eher demokratiefeindlich wirken, den Zuschauer so unmündig zu behandeln, ihm alles zwei- und dreifach zu erlkären, ihn davon abzuhalten, seine eigenen grauen Zellen zu aktivieren.

Aus dem Textbuch:

Ich weiß, du wirst alles versuchen.
Wenn du willst, kannst du das haben, das braucht niemand mehr.
Du, du, du bist sehr wichtig für mich geworden.
Ganz ruhig, hier bist du in Sicherheit.
Wer vergiftet denn ein vierjähriges Mädchen?
Sie war so abgelenkt, dass sie einen Autounfall gebaut hat.
Pass auf, mein Vater ist da draußen und hackt das Holz.
Entschuldige, kannst du kurz kommen, der Bär ist etwas unruhig.
Wahrscheinlich wurde die Falle vom Bärenjäger ausgelegt.
Sie hat fast keine weißen Blutkörperchen mehr.
Du hast recht, es ist Eifersucht im Spiel, es ging nicht um Geld.
Ich muss das erst nähen, danach gehen wir essen.
Sicher ist nur eine einzige Sache, die Vergiftungsgefahr ist noch nicht gebannt.

Der Sack, was macht er hier?
Ich hoffe, es hat die richtige Größe.
Danke, dass du soviel für mich machst (mit ukrainischem Akzent)
Wie du siehst, gab’s hier einen Erdrutsch.
Wieso hast du dich so schick gemacht?
Ich hab immer gesagt, er soll sich nicht so abkapseln.
Die musst du probieren, die sind von mir.
Für das, was ich vorhabe, passt das sehr gut.
Die Geduld hab‘ ich verloren.
Ich muss die Sachen ins Auto bringen, es gibt noch Arbeit im Wald.
Was? Wann denn? Wie ist das passiert?
Ich weiß, wo der Ring ist.
Ich hab das nicht so gemeint.
Hör zu, Johann, ich schwör, zwischen deiner Frau und mir ist nie was gewesen.
Ich befürchte, er ist weg.
Und die Analyseergebnisse des Brunnenwasssers sind hier.
Er ist da oben, kommen Sie schnell, los.
Er ist bewaffnet.
Kommen Sie raus, wir wissen, dass Sie da sind.
Es tut mir so leid, es sind Komplikationen aufgetreten.
Dunja, du hast aus mir einen anderen Menschen gemacht.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Es kann nicht wahr sein, dass um Geld für solche überflüssigen Produktionen zusammenzutreiben, der sogenannte BEITRAGSSERVICE Menschen mit sehr wenig Geld mit Zwangsvollstreckung bedroht, wenn sie die Haushaltszwangsgebühr nicht zahlen können.

Rote Karte für Ulrich Wilhelm, den Intendanten des BR, der eine automatisierte, an die Inflation angepasste, regelmäßige Zwangsgebührenerhöhung fordert!

Comments Kein Kommentar »