Archiv für die Kategorie: “TV”

Nichts gegen Ringsgwandl (den vom Vater und anderen Buben Verdroschenen), der hat im Entertainment- und Volkssängerbusiness eine schöne, bunte Marktlücke unter all den angepassten Künstlern entdeckt („ein Gewächs, das versucht hat, einen Raum zu finden“ sagt er), er verkauft sich gut, ist gut im Geschäft. Aber braucht er deswegen so eine tödlich langweilige TV-Hommage, ein schauderhaftes geistig unkontrolliertes Zusammengestöpsele und -gestiefele, ein Durcheinander ohne jede Spannung ohne jede Story mit öden Statements von anderen Adabei-Figuren aus jenem Fernsehen, dem die Zuschauer wegsterben; und jene, die noch leben und imstande sind einzuschalten, die werden mit den Placebo-Sprecherstimmen gleich wieder in den Dämmerschlaf versetzt, auch mit den unsäglichen Ratsch- und Tratschstatements von Kollegen aus Ringswandls beiden Berufsumfeldern Entertainment als auch Medizin; ja so einer braucht doch tatsächlich läppischerweise einen Biographen.

Soll uns die BR-Redaktion mal erklären, warum für so einen Bilderverhau Zwangsgebührengelder locker gemacht werden. Nicht zu vergessen: immer mehr Haushalten fällt es schwer, den Rundfunkzwangsbeitrag vom immer knapper werdenden Haushaltsbudget abzuknapsen – bei gleichzeitig stetig steigenden Lebenshaltungskosten, das soll uns Anke Mai als verantwortliche Redakteurin mal erklären, dass soll ihr oberster Chef Ulrich Wilhelm, der mit dem stolzen Kanzlerinnengehalt, mal erklären, weshalb sie so eine reine Musikkommerzsendung produzieren, eine billige Ramsch-Verhausendung in der zerfahrenen Art, in der das Fernsehen glaubt, die Wenigen, die noch einschalten, vom sofortigen Wegzappen abzuhalten. Noch dazu in Onanie-Sauce: lauter Eigenprodukte und Abhängige dürfen sich äußern.

Überflüssig, überflüssig, überflüssig, durch nichts zu rechtfertigen, für so ein reines Musikbusiness-Produkt Zwangsgebührengelder zu verschleudern.

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Per Annonce gefundene, über 100-Jährige, also relativ wache und aktive, geben der Filmemacherin Dagmar Wagner („Das Ei ist eine geschissene Gottesgabe“) mit teils stupenden Statements Auskunft darüber, wie sie ihre doch absehbar endliche Zeit verbringen. Siehe stefes Review.

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Rassimus im BR?

An diesen Lebenslinien von Boris Tomschiczek (Redaktion Christiane von Hahn) über Christiane Blumhoff sind einige Dinge bemerkenswert.

Sie ist Schauspielerin, wird hier aber als Volksschauspielerin bezeichnet. Näheres über diese Begriffsdifferenzierung zu erfahren, wäre interessant.

Die Kamera von Josef Mayerhofer liebt Spiegelspielereien, besonders, wenn Christiane Blumhoff vor ihrem Verhau von Fotos der Kindheit sitzt; dieses Chaos spiegelt sich in den Brillengläsern. Chaos, Härten, Brutalitäten in der Kindheit, das was schon in den Lebenslinien von anderen Schauspielerinnen zu erfahren, bei Ilse Neubauer.

Hier war es das Extrem der Bindung und Terrorisierung durch die Oma (der Krieg hatte ihr alles genommen und nur die Enkelin gelassen). Jetzt sagt die Schauspielerin, Freiheit sei ihr das Wichtigste. Aber ihre Kernfamilie, das sind nach dem Tod ihres Mannes ihre drei längst erwachsenen Kinder, würde zusammenhalten wie ein Kokon – spiegelt sich da nicht das Verhalten der Oma wieder?

Am bemerkenswertesten allerdings – und dass der BR das sendet, dafür verdient er Respekt – ist der Hinweis auf Rassismus beim BR, zumindest in der Vergangenheit. Nachdem Christiane Blumhoff einen jungen Mann, der Diplomat werden wollte, geheiratet hat, blieben die Angebote vom BR, bei dem sie beim Komödienstadel gut beschäftigt war, plötzlich aus.

Der Makel an der Heirat: die Hautfarbe ihres Mannes war schwarz, er stammte aus Niegeria. Wäre solche Besetzungwillkür beim BR heute theoretisch noch möglich? Wie wird generell heute besetzt? Haben alle Schauspieler gleiche Chancen? Gibt es Wettbewerb um die Rollen? Oder ist nicht auch heute noch jede Besetzung ein nicht justiziabler Gunstbeweis?

Im Film trifft die Protagonistin auf die Tochter des Erfinders des Komödienstadels, die will nicht wahrgenommen haben, dass Blumhoff damals bewusst ausgegrenzt worden sei. Nach der Metoo-Debatte scheint das ein noch unbeackertes Feld.

Und überhaupt: warum wird immer nur über bekannte Schauspielerinnen so ein Feature gemacht. Hier kommt Ursula Rehm vor, wer ist sie – hätte sie – und viele, viele andere, die immer wieder im Fernsehen zu sehen sind, nicht auch was zu erzählen? Ist das nicht auch wieder eine Art der Diskriminierung, nur die zu präsentieren, die eh schon im Geschäft sind? Womit die Sendung lediglich eine Werbesendung in eigener Sache wird.

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„Der Turing Test untersucht, ob ein Computer wie ein menschliches Wesen denkt.
Kann eine Person nicht unterscheiden, ob sie es in einem Gespräch mit einem menschlichen Gegenüber oder mit einer künstlichen Intelligenz zu tun hat, so hat die Maschine den Turing-Test bestanden.
Der Test wurde bis heute noch nie erfolgreich durchgeführt.“

So rein theoretisch fängt dieser Tatort an. Er will mit Text und nicht mit Bildern fesseln. Das dürfte die Zugangsschwelle hoch ansetzen. Und diejenigen, die sich auf etwas Anspruchsvolles einstellen und freuen – endlich mal im Tatort – umso herber enttäuschen, als dann doch nebst vielen Erklär- und graphischen Spielereistellen nur die aller schablonenhaftesten Beziehungen vorkommen (das geschiedene Paar, das um das Kind bangt und in dieser Angst sich wieder näherkommt und Gefahr läuft, sich in eine heftige Liebesszene zu involvieren) und ein billiger Wortwechsel zwischen dem Kalle und der Mitarbeiterin im Computerforschugnszentrum in Garching – was extrem plum aufgelöst wird.

Sonst geht es um die Habhaftwerdung von Verdächtigen, um die Postproduktion von Wasser- und anderen Leichen; Pardon, mit Postproduktion sind die grausliche Schminkerei und die üblichen Autopsie-Befunde gemeint.

Was die versprochene KI betrifft, so tappst der Film im Ungefähren, es gibt zwar die Maria, die so eine ist, ein Forschungsobjekt, was durch einen Hacker entkommen ist und sich jetzt mit Melanie (einsam) anfreundet. KI Maria ist wenig schlüssig („Keine Angst, ich beiße nicht“).

Melanies Einsamkeit wird wiederum nur erklärenderweise vorgetragen und nicht wie in einem der bisher wohl besten Filme zum Thema, in Her, wo die Einsamkeit des Protagonisten filmisch spürbar gemacht wird.

So bleibt das KI-Thema in Ansätzen stecken, bei der Beiziehung unendlich vieler Schablonen des Hit and Run und der Mutmaßerei, teils recht Handgelenk-mal-Pi, was und wer und wieso und oft nicht brillant zu nennender Inszenierung dieser Dinge.

Damit fängt der Film schon an, ist auch schwierig, aus dem Stand heraus einen geschiedenen Vater zu spielen, der seine Tochter abholen möchte in einem ansonsten offenbar leeren Einfamilienhaus. Sie antwortet nicht. Da der Vater das Drehbuch kennt, agiert er überzogen hektisch. Er muss sich künstlich aufregen. Dabei weiß der Zuschauer immer noch nicht, ob er diesen aufgeregten Vater nun sympathisch finden soll und mit ihm mitleiden oder nicht. Dann stellt sich heraus, dass es ein Berufskollege der Kommissare ist und ab dem Moment reden sie alle ganz gedeckt.

Fanal: ein brennend roter Himmel zwischen Spurensuche. Als Illustration zum Begriff „Maria und die ungehäckte Empfängnis“?

So spannungsarm, weil nett gemeint, etwas hochschülerhaft, versuchen die Autoren einem breiteren Publikum KI näher zu bringen, auch mit viel dekorativer Bildschirmspielerei. Das Fernsehen empfindet sich dabei vermutlich als mutig und innovativ. Aber es vergisst dabei, dass den Menschen immer das Menschliche interessiert – und nicht die KI an ihm.

Vergleiche Joaquino Phoenix in Her: da geht es um menschliche Einsamkeit. Hier geht es um Computertüfteleien und Spielereien mit der Künstlichen Intelligenz und dann die übliche Spurensuche, die also solche nicht fasziniert und als allzubekanntes Schema ohne besonderen Reiz daherkommt. Im Gegensatz zu Her wird hier die Hauptfigur, die einen Grund hat, sich auf KI einzulassen, ausgeblendet, bleibt eine Leerstelle.

Hat sich die Redakteurin Stephanie Heckner von den KI-verspielten Autorenjungs Stefan Holtz und Florian Iversen eintüdeln lassen, weil diese ihr gegenüber einen Vorsprung behaupten, das Urteilsvermögen der Redakteurin mit diesem vorgeblichen Wissensvorsprung ausgehäckt haben?

Da wirken die beiden Kommissare höchst laienhaft. Aber so ist es ja auch.
Hinzu kommen Dinge wie eine schwach gefilmte Verfolgungsjagd auf dem Campus in Garching mit vielen unlogischen Schnitten und Bewegungen. Die Regie von Sebastian Marka ist zu mangelhaft für einen Tatort. Das steigert sich ins Peinliche, wenn der Verdächtige schreit „Sie lebt“ und sich vom Haus stürzen will. Und dann plötzlich unerklärlich feierliche Musik drüber zu Gewässerimpressionen und der Einnahme von Pillen. Groschenromanhaft: Streit der Eltern darum, dass der Vater sich nicht um das Kind gekümmert habe.

Mit solchen Produktionen trägt der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht gerade zu seiner Legitimation bei, die eh schon in einer schweren Krise steckt.

Dann eine amtliche Verhandlung über die Tauglichkeit von Gesichtserkennung eines Computerprogrammes und das Problem der Richterin, ob sie daraufhin einen Haftbefehl ausstellen darf, hier ist der Film ein Stück weit in sich logisch, aber nicht spannungserzeugend.

Und dann muss noch das Mathhäus-Evangelium herhalten.
Das Gespräch über Rache ist garantiert ein Wegzapper.

Und dann noch eine Selbstmordgeschichte.
Die beigen wieder viel zu viel rein: Scheidung (inklusive schablonenhafter Wiederannäherung), Einsamkeit, Selbstmord (inklusive Wahlmöglichkeiten), Rache (und die Meinung der Bibel dazu), KI (als sowohl moralischer, lexikalischer als auch kriminalistischer Instanz),…. — sieht denn das die Redakteurin Frau Heckner nicht, dass das zu viel und zur Spannungserzeugung gleichzeitig zu wenig ist?

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„Das Feuchte ist für mich eine Herausforderung“.

Es geht in dieser BR-Dokumentation von Eva Severini unter der Redaktion von Ulrich Gambke um eine gefällige Produktpräsentation kommerzieller Schamanen im Alpengebiet. Aus den 70, die es geben soll, wurden einige – nach nicht weiter eruierbaren Kriterien – herausgepflückt und erhalten hier Werbezeit – einmal mehr, ohne dass auf die Kosten eingegangen würde. Um davon abzulenken, tut die Dokumentation so, als würde sie Alpenländisch-Kulturelles objektiv ventilieren – lässt es aber bei oberflächlicher Schönschreibung auf sich beruhen. Wieder eine dieser verkappten Werbesendungen, bei einem an sich interessanten Thema: Was hat Schamanismus mit unserer immer vernetzteren IT-Welt, unserer Komfort- und Wohlstandszivilisation überhaupt zu tun? Allein es fehlt die Recherche.

Also man könnte auch eine Doku machen über Menschen mit verwachsenen Zehennägeln und dass das für sie was Besonderes bedeute und dass sie ein Geschäft damit machen …

Es ist dies die einfältigste Art von Dokumentation: das Objekt hübsch darstellen ohne einen gesamtgesellschftlichen oder gar demokratischen Bezug (siehe Grundauftrag der Öffentlich-Rechtlichen) herzustellen, ganz ohne klare dokumentarische Haltung, ohne Rechercheneugier.

Hingehen, quatschen und quatschen lassen, den Schamanen die Bühne für Selbstpräsentation freigeben, damit sie sich gut darstellen, ohne zu erwähnen, dass es sich ganz simpel um ein Geschäft am Rande der Heilerbranche handelt.

Dazu versucht Frau Severini mit Bild- und Tonfirlefanz als Referenz auf das Magisch-Mystische den Werbeeffekt für die Schamanen noch zu erhöhen und das eh schon unkritische Publikum mit einer Märchenonkelstimme mit Märchenonkeltexten einzulullen.

Es gibt keine Rechtfertigung, Zwangsgebührengelder für solch schwachbrüstigen Dokumentationen auszugeben. Mit meiner Zwangsgebühr muss ich auch diese Sendung mitfinanzieren, werde aber vom inhaltlichen Anspruch her in der Wüste stehen gelassen mit solchem Einfaltszeug.

Offenbar halten Eva Severini und Ulrich Gambke die Zuschauer für hinterm Mond und sie sind sich anscheinend auch nicht des Privilegs bewusst, das sie als Gehaltsempfänger vom zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk genießen. Ja sie scheinen es fehlzuinterpretieren als Carte Blanche, dass sie machen können, was sie wollen, mit so wenig Anstrengung wie sie wollen, da je eh keiner schaut (oder dass das Thema für ein paar Dutzend Zuschauer schon gut sei, ob qualitätsvoll oder nicht).

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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Wandelnde Litfaßsäule.

Es bedarf nur eines Klickes im Internet unter „Magdalena Neuner“, um zu sehen, wofür die hier als ideale Frau vom Lande (ein ganz normaler Mensch, eine zweifache Mutter und umtriebige Geschäftsfrau, die von Familie, Natur und einem netten Miteinander im eigenen Haus träumt), als strickende Biathletin von der Moderatorin auf Hochglanz vorgestellte Ex-Sportlerin alles wirbt.

Magdalena Neuner ist laut ihrer eigenen Website: „Botschafterin, Werbepartnerin und Testemonial für meine Partner. Gemeinsam realisieren wir Projekte, Kampagnen und Events.“ für „BMW, adidas, JOKA, LAMA GROSSA, ERDINGER ALKOHOLFREI, B2Run DAK-Gesundheit, 1000 (1.000 Tage Webportal), DSV Shop.de.

Es bedarf also nur eines Klicks, um aufzudecken, dass es sich bei dieser Sendung von BR-Redakteur Steffen Linkenheimer unter der redaktionellen Mitarbeit von Christoph Nahr und in der Regie von Nick Golüke um eine nur schwach kaschierte Umgehung des Werbeverbotes im öffentlich-rechtlichen Rundfunk handelt.

Denn womit verdient sich Frau Neuner heute ihr Geld? Als Markenbotschafterin oder wie auch immer die Titel für ihre PR-Auftritte lauten. Je bekannter sie durch solche Image-Sendungen im Fernsehen wird, desto höher ihr Werbewert, erst recht wenn sie so glattpoliert als ideale Hausfrau dargestellt wird, die gar nichts Schlimmes denken kann, ja, die nicht mal Jugendsünden hatte, und die bei schönstem Wetter in der idyllischsten, bayerischen Voralpenlandschaft ihre Lieblingsorte anspaziert.

Dass das scheinbar raffinierte Umgehen des Werbeverbotes im öffentlich-rechtlichen Fernsehen rundum gelungen scheint, dafür bedanken sie sich am Ende der Image-Sendung gegenseitig artig, die Möbelpolitur-Moderatorin (die das Image der Protagonistin auf Hochglanz poliert mit ihren im Sinne der Werbeträger wohlpräparierten Fragen) „Danke, dass wir da sein durften“ und die wandelnde Litfaßsäule sagt „Danke, dass Ihr da warts“ und der Film selbst bedankt sich im Abspann mit einem „Dank an die Alpenwelt Karwendel“.

Derweil träumt der Herr Wilhelm im Oberstübchen des BR, der mit dem Kanzlerinnengehalt, von internationalen Internet-Plattformen als Mittel gegen das zunehmende Legitimationsproblem seiner Sender und checkt nicht, wie sein eigener Laden mit solch unverhohlenen Werbesendungen noch den letzten Kredit verspielt.

Die ganze Heuchelei von Sportprofis und ihrem Geschäftssinn wundert nicht weiter, denn wer begeistert an der korrupten Veranstaltung Olmypiade teilnimmt, kann kein Problem damit haben, an so einer halbseidenen, von der Grundstruktur her verlogenen Sendung zu partizipieren und sich dann auch noch artig zu bedanken dafür.

Man kann es Frau Neuner nicht verübeln, dass sie auch nur an ihren nächsten Gehaltsscheck, an den Hausbau und an die eigenen Kinder denkt, dass sie nicht durchblicken lässt, dass sie grundsätzlich demokratisch denkt, dass sie sich wohl nicht bewusst ist, wie so eine Sendung finanziert wird (sie wird freudig die begeisterten Komplimente ihrer Firmen entgegennehmen, was für ein gelungener PR-Gag die Sendung gewesen sei – wieviel Werbezeit sie sich damit gespart hätten). Nein, wir wollen Frau Neuner auch kein schlechtes Gewissen machen, indem wir ihr verraten, dass das Geld für solche Sendungen mit von vielen einkommensschwachen Haushalten unter Schmerzen aufgebracht werden muss wegen der unfairen Zwangsgebühr, von Haushalten, die sich kaum die Miete leisten und schon gar kein Haus bauen, die nicht in so einer traumhaften Gegend wohnen, ja, die sich nicht einmal den Urlaub dort leisten können.

Mehr zu rügen ist die Moderatorin Marianne Kreuzer, die wir hier Möbelpoliteurin nennen wollen, weil sie ihre Protagonistin, diese wandelnde Werbeträgerin, darin nach Kräften unterstützt, ein Werbehochglanzprodukt zu werden, denn Kreuzer stellt nicht die geringste kritische Nachfrage, sondern betet brav die Erfolge herunter, um der Werbebotschafterin eine makellose Bühne zu bieten; sie scheint richtig gebrieft worden zu sein im Hinblick auf die Werbeeffizienz für die Werbepartner ihrer Protagonistin. Kreuzer könnte ja nachfragen nach dem Korruptionsthema der Olympischen Spiele, darnach, wie die sich von Potentaten missbrauchen lassen, darnach, was mit Doping sei, nach gesundheitlichen Folgeschäden durch Extremsport, was Wintersport mit der Zerstörung der Alpen zu tun habe. Denkste.

Diese Art Sendung kann getrost als PR-Sendung bezeichnet und in den Müll gekippt werden – so wie unerwünschte Werbung im Briefkasten. Das Etikett steht zwar nicht drauf. Aber die Redaktion hat die Werbung indirekt hineingeschmuggelt, indem sie die Litfasssäule, die sie trägt, als grandios beschreibt.

Was kostet so eine halbe Stunde Werbezeit im BR? – Darf er überhaupt so lang am Stück werben? Künftig sollte der BR solche Sendungen von den Werbefirmen, mit denen die Markenbotschafterin zusammenarbeitet, als ganz normale Werbezeit bezahlen lassen und als solche kenntlich machen. Das brächte dem BR einen schönen Batzen. So könnten die Zwangsgebühren gesenkt werden. Wodurch sie etwas weniger ungerecht würden.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Herr Wilhelm, merken Sie überhaupt, was Ihre Redakteure so rumkungeln?

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Die Plaudereien der Münchner Opernstars sind charmant – der Film ist das Werk eines Amateurs und Opernliebhabers, der dank seines Funktionärsjob einen kurz Weg zu den Fördergeldern hatte. stefes Review.

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Déformation professionelle

einer Karrieristin, das ist, was diese Lebenslinien von Susanne Fiedler über die Ex-Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl in ihren naiven Machart grotesk erzählen, denn die Protagonistin gibt Auskunft über ihre Leben, als handle es sich um eine Pressekonferenz zur Wiesn.

Auch ihr Bewegegungshabitus ist durch die jahrzehntelange Chefhaltung geprägt. Es wird offenbar, dass diese Frau alles ihrer Position, ihrer Karriere geopfert hat. Wobei das zweite Kind, ein Sohn, dann doch mehr Zuwendung erhalten hat, als das erste, eine Tochter. Das ist Frau Weishäupl schon bewusst.

Sie vermutet auch, dass ihre Beziehung zu den Ehemännern unter der Karriere gelitten haben könnte. Aber auch das sagt sie, als sei sie auf einer Pressekonferenz. Wobei der Vorteil davon der ist, dass sie sehr präzise und knapp formuliert und ihr gut zu folgen und zuzuhören ist.

Das Spannende wäre allerdings gewesen, von dieser Frau zu erfahren, wie sie mit diesem totalen Loch umgegangen ist, was entsteht, wenn jemand mit soviel Hingabe seine Position erfüllt und wenn die Position dann wegfällt. Da wäre mehr Nachfrage interessant gewesen, statt diese doch recht beliebige Auswahl aus dem Wust an Bildern, die so ein Leben hinterlässt, zusammenzuschneiden und nicht mal gemütlich durchzuschmökern und da und dort mal für einen persönlichen Eindruck innezuhalten.

Sie hakt alles zack zack ab. Das muss das Rezept für ihren Erfolg als Wiesn Chefin gewesen sein. Aber heute ist sie es eben nicht mehr.

Man hätte diesen Lebenslinien unter dem Aspekt des Loslassen-Könnens Profil verleihen können. Das ist ein Thema, was viele Menschen betrifft, gerade in Zeiten, in denen Karrieren immer fordernder werden, in denen Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar sein müssen. Aber Susanne Fiedler hat sich mit der unfreiwilligen Groteske, die ein solchermaßen zusammengestiefeltes Lebensbild abgibt, begnügt. Sie versucht sogar, das Bild dieser Frau als Denkmal ihrer Position zu zementieren. Versteinerung von Lebenslinien.

Frau und Karriere. Der Sohn, der offenbar weniger darunter gelitten hat, war bereit, im Film mitzuwirken. Selbstverständlich ist sein Befund positiv. Die Tochter, für die das anscheinend nicht gilt, wollte wohl nicht mitmachen. So bleibt die Bewertung einseitig.

Der Film wirkt eher wie eine Positionsverteidigung als eine Suche nach dem Menschen hinter der Position.

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Thomas Schmauser spielt den Rudolph Moshammer mit soviel Würde und Grandezza, dass der ganze Kitsch an Drehbuch und übriger Darstellung und der vor Ehrfurcht erstarrte Dilettantismus um ihn herum aufgewogen werden. Aber so war das wohl schon in seinem Laden und in seinem Leben: alles um ihn herum nur Hofstaat und Staffage (bis auf die kleine Evi). Insofern 1:1 stimmig im Hinblick auf die Realität.

Alexander Adolph hat Szenen aus dem Leben des Münchners mit dem großen Herzen nacherfunden und lose aneinandergereiht; sie versuchen dessen Geschäftssinn herauszustellen, fahren ab und an nachts mit ihm und dem Rolls durch dunkle Straßen, lassen ihn die Geradeheraus-Evi (Lena Urzendowsky) anstellen (weil die Schlange von Kosmetikerin sie vor Kunde Moshammer denunziert hatte), versuchen das Verhältnis zu seiner Mutter darzustellen und wollen nachzeichnen, wie Moshammer mit Hilfe seines Geldgebers an den Geldadel als Kunden herangekommen sein soll und wie die Presse seine Hilfsbereitschaft den Odachlosen gegenüber ausschlachten will.

Hannelore Elsner gibt die Mutter primadonnenhaft süffisant; sie stochert in ihrem Rollentext wie in einem Fischfilet, das ihr nicht richtig schmeckt und changiert zwischen Grande Dramödin (das Degeto-Lächeln), Laientheater (der ausgestreckte Zeigefinger), Wachsfigurenkabinett (die Aufmachung) und Schauspielschule (Spannungsableitung über Armzucken links, wenn Evi aus dem Raum soll, sowie Hand aufs Herz und tiefer Atmer vor Deckenverteilung an Obdachlose).

Sunny Melles wirkt als Schweizerin seltsam angespannt und Hanns Zischler läuft als ihr Mann in der Tonirolle neben ihr her und versucht einen auf Fränkisch zu machen.

Der Hochadel ist – wie alle anderen auch – von Regie und Drehbuch im Stich gelassen worden. Dudu und Funi oder Fuzzi können sich so reich wie sie laut Drehbuch sein sollen, auch nicht so recht vorstellen, die farbenblinden Grafen von Anzenberg.

Teils gleicht der Film einer – nicht immer ganz passenden – Videostrecke zu klassischer Musik.
Und die Pressefritzen sind mehr zugeneigt denn neugierig.

Mit diesem Film will die versammelte Schwarmintelligenz der öffentlich-rechtlichen Redakteure Claudia Simionescu, Claudia Grässel, Klaus Lintschinger, Corinna Liedke und Henrike Viergge ihr Bildungsniveau unter Beweis stellen und damit zur öffentlich-rechtlichen Geschmacksbildung beitragen.

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Keine noch so durchschnittliche Fernsehware kann Glanz und Faszinosum des Rudolph Moshammer beeinträchtigen.

Auch nicht diese „Lebenslinien-Ausschlacht“-Lebenslinien von Stefanie Illinger unter der redaktionellen Obhut von Christian Baudissin.

Es sollte möglichst wenig Kosten. Spardruck wegen immer schwerer zu legitimierender Zwangsgebühren führt zu diesem lieblosen Kuddelmuddel und Zusammengestöpsele aus einer Lebenslinien-Produktion des BR von 2001, aus Archivmaterialien und aus Statementabsonderungen von Menschen, die mit ihm zu tun hatten oder von solchen – und das scheint der Hauptzweck dieser Sendung: Werbung für ein weiteres BR-Produkt -, die in einem BR-Film Moshammer und sein Ambiente darstellen.

Wobei diese Ausschnitte aus dem hiermit beworbenen TV-Spiefilm eher Stirnrunzeln verursachen, wenn man sieht, was für ein groteskes Paar dieser Modezar mit seiner zwei Köpfe kleineren Mutter doch war und dann wird diese mit einem gremienkompatiblen Subventionsstar besetzt, da möchte man sich gleich in den Haaren raufen. Szenenausschnitte, die vermuten lassen, dass der Filmmoshammer auf ein TV-Durchschnittsformat geschrumpft wurde (der TV-Film kommt dann doch anders, siehe Review vom nächsten Mittwochabend).

Immerhin kommt in den Originalzitaten das unendlich große Herz von Moshammer zum Ausdruck. Und vor allem die dunkle Motivationsseite, eine mindestens, für seinen Ehrgeiz nach Prunk und Berühmtheit, der Niedergang zuhause von feinen Verhältnissen zu weniger feinen bis zu den Alkoholexzessen des Vaters und dem heimlichen Auszug von Rudolph und seiner Mutter aus der Wohnung; denn die Polizei konnte nichts machen.

Hier macht es sich der BR ziemlich einfach, ein Moshammer wäre mit solcher Zusammenschusterei nie und nimmer zufrieden zustellen, er, der Perfektionist.

Das macht der Film immerhin klar: die Marke fehlt in München. Aber vielleicht ist das auch symptomatisch, dass München inzwischen einen Wachstumsschub hinlegt, der alle hergebrachte Identität zu sprengen droht. Denn irgendwie war dieser selbsternannte Modezar auch rührend provinziell. Und ebenso provinziell das Naserümpfen einer gewissen Münchner Society. Aber das große Herz, das kann Moshammer keiner absprechen; da könnten sich alle ein Stück abschneiden davon – und es bliebe noch genügend übrig.

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