Archiv für die Kategorie: “TV”

Ein flankierender Film zu Apollo 11, der derzeit in den Kinos läuft und aus reinem Archivmaterial den Hype dieses ersten bemannten Mondfluges spannend wiedergibt.

In diesem Fernsehbeitrag von Elias von Salomon geht es um einen Wissenschaftler, der maßgeblich, von der medizinischen Seite her, dafür verantwortlich ist, dass der Mensch den Raumflug überhaupt überleben kann mit Raumanzug, Druckkammern.

Es war der Wissenschaftler Hubertus Strughold, ein Forscher, der schon in Weimar und in der Nazizeit ein Spitzenforscher war und die KZs für Menschenversuche nutzte für erste Unterdruckversuche.

Nach Kriegsende suchte die USA händeringend brillante Forscher in Deutschland, um wissenschaftliche Kapazitäten in den eigenen Dienst zu stellen und Deutschland ihrer zu berauben. Talentscout war Leo Alexander. Durch seinen Auftrag kam er diesen Menschenversuchen auf die Spur. Es handelte sich um ein ganzes Netz von Wissenschaftlern in direktem Auftrag von Himmler (erst die Entedeckung von dessen Privatarchiv erschloss die ganze Tragweite der Versuche).

Leo Alexander trug dazu bei, dass einige dieser Ärzte in Nürnberg verurteilt wurden. Aber Strughold blieb außen vor, er war zu unentbehrlich für die USA im Raumfahrtswettbewerb mit Russland auf dem Weg zum Mond,. Schon 1945 wurde Strughold in die USA geholt und war in San Antonio ein wichtiger Kopf in den Vorbereitungen, die 1969 zum ersten bemannten Mondflug führten; er wurde zum „Vater der Weltraummedizin“. Von seiner Nazivergangenheit wollte damals keiner was wissen; diese wurde erst viel später in den USA aufgearbeitet, ein nach ihm benannter Preis aufgelöst, sein Eintrag in der Hall of Fame der Raumfahrt getilgt. Ein eindrückliche Dokumentation, die einen bitteren Schatten auf die Mondflugeuphorie wirft.

Comments Kein Kommentar »

Leiden an den Theorien zur Kunst. Das wird in einer theatralen Installation kompetent und spannend dargestellt von Weltstar Cate Blanchett. Siehe Review von stefe.

Comments Kein Kommentar »

Geier über dem Zwangsgebührenhaufen.

Der Zwangsgebührenhaufen ist dank Haushaltzwangsgebühr gesichert. Jetzt geht es darum, davon so viel wie möglich abzuschöpfen. Findige Firmen müssen nur den Redaktionen, die aus der Zwangsgebühr den Zwang zur Produktion ableiten, plausible, „kreative“ Konzepte anbieten. Am besten geht immer ein bisschen was aus der Heimat, volkstümlich.

Diese Prinzip hat mit Erfolg, wie man sieht, eine Firma Labo M. GmbH angewandt und durfte mit dieser Sendung Zwangsgebührengelder auf ihr Konto abzweigen. Supergelungen ist die Chose nicht. Wirkt trampelig und kalkuliert. Ob ein Bedürfnis nach solchen Sendungen besteht, wage ich zu bezweifeln. Es muss halt bei den wegsterbenden, urtreuen Restzuschauern, die noch prioritär den BR eingeschaltet haben, irgendwas aus Bayern kommen, am besten bekannte Gesichter, werden sich die Redaktionen gesagt haben, denn sie können die Statistiken genau auswerten und exakt nachforschen, wer wann und wo wegzappt. Das scheint in etwa das Rezept für dieses weitere, belanglose und überflüssige Fernsehprodukt, was überwiegend sowieso nur eine Werbesendung für einen Schnapsbrenner, ein Café, einen Trompetenbauern, einen Gasthof und einen Wander- und Gleitschirmlehrer ist, die alle in Konkurrenzdruck stehen und froh sind um jede Gratiswerbeminute am Fernsehen. Und wenn keiner es schaut, so können sie selbst doch damit werben.

Vorab zu sehen war von dieser Sendung eine Arbeitskopie. Am Content dürfte sich kaum etwas geändert haben, an der massiven Werbung schon gar nicht.

Der Film macht im ersten Drittel Werbung für eine Schnapsbrennerei, für einen Gleitschirm- und Bergwanderführerguide, einen Männerchor und ein Café. Dann für einen Bauernhof. Wobei die „Kichle“ von der Bäuerin eher nicht kommerzielle Ware sein dürften und einen Hofladen gibt’s auch nicht – soweit im Fernsehen ersichtlich.

Etwa nach einer halben Stunde folgt die Werbung für einen Trompetenbauer. Der bringt immerhin die Verbindung über seinen Sohn zum Jazz und zu New York und zu einer etwas ungewöhnlichen Musikformation, die in Bad Tölz auftritt.

Für den letzten Teil begeben sich die beiden Selbstdarsteller von Moderatoren, das sind die Schauspieler Sebastian Bezzel und Simon Schwarz, die manchmal etwas ungeschickt durch die Sendung die Füße vertun und ab und an zwischen all der Werbung alibihalber Bemerkungen zu Dialektunterschieden machen, ins Allgäu zu einem exotischen Wunder: einem Bergführer aus dem Irak. Da staunen die deutschen Fernsehschauspieler, von denen der eine, der Bezzel, wohl Schiss hatte, mit dem Gleitschirm zu fliegen, und die beiden Moderatoren zeigen, dass auch für sie Integration alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, sonst müsste man diesen Bergführer ja nicht als so exotisch darstellen und tun, als sei das ein Weltwunder, wenn denn Integration doch eine Selbstverständlichkeit sein soll.

Die Firma, die diesen Beutezug auf Zwangsgebührengelder veranstaltet hat, Labo M, schreibt auf ihrer Website „hat sich echte journalistische Sorgfalt auf die Fahne geschrieben. Mit dieser Sicherheit können sich unsere Autoren, wenn nötig, in ihrer Geschichte weit vorwagen. Und komplexe Themen korrekt und verständlich vereinfachen – zur Freude der Zuschauer“. Das darf angesichts dieser Sendung bezweifelt werden.

Sie geben vor, herausfinden zu wollen, wie die Menschen im Grenzgebiet Bayern-Österreich ticken, was eine reine Lüge ist, denn es geht primär um Werbung, Werbung wie oben erwähnt: Schnapsbrennerei, Café, Bergwanderführer, Paragliding, Schnapsbrennerschule.

Das Fernsehen als private Beute.

Comments Kein Kommentar »

Psychogramm eines Erfolgreichen, Zerrissenen.

Aus Statements und anderen lebenslinientypischen Dokuverfahren wie Ortsbegehungen und BR-Schnipsel sowie Democlips vom Protagonisten als Musiker montiert Birgit Eckelt unter der redaktionellen Obhut von Zwangsgebührentreuhänderin Christiane von Hahn das groteske Psychogramm eines Erfolgreichen und Zerrissenen zugleich, von BR-Tatortkommissar Miroslav Nemec.

Statements sondern ab: der Kommissar selber, Rita Russek, ehemalige Lebensgefährtin, Gerhard Hinz, Jugendfreund, Gerwin Eder, Jugendfreund, Branko Becejac, Cousin, Udo Wachveitl, Schauspielerkollege „Tatort“, Amelie Hartwig, Miroslavs Ziehtochter, Janina Hartwig, ehemalige Lebensgefährtin, Karin Nemec, Ehefrau.

Die notorischen Ortsbegehungen führen nach Ex-Jugoslawien, Zagreb, Istrien und nach Freilassing. Fotos aus den Familienalben und Musikerauftritte (einmal mit höflichem Publikumsapplaus, einmal mit kaugummikauender Ehefrau in der ersten Reihe) ergänzen dieses Psychogramm.

Die Psychogrammwirkung dieser besonderen Montage dürfte eher zufällig zustande gekommen sein und dem Umstand geschuldet, dass speziell Nemec seine Statements so abgibt, als sage er im Kriminalverhör aus oder als spreche er zu seinem Psychiater. Nie holt die Dokumentaristin auch nur einen ansatzweise persönlichen Ton aus ihm heraus. Hinzu kommt, dass des Protagonisten Drang, diese Dinge endlich öffentlich zu Protokoll zu geben, enorm stark sein muss, es scheint, ihm liege daran, dass alle Welt sein Schicksal erfährt.

So ergibt sich – durch einen Unfall quasi – für das doch arg abgelutschte und zum billigen Promi-PR-Vehikel verkommene Format „Lebenslinien“ unverhofft eine spannende Perspektive, wenn das, was hier zufällig passiert ist, zur Methode erhoben würde, so könnte die Verschnarchtheit Lebendigkeit weichen.

Vermutlich jedoch hat die Redaktion keinerlei Interesse, die ausgefahrenen Gleise, wie im Vorspann zu sehen, zu verlassen, weil bei solchen Sendungen um Menschen immer noch weniger Zuschauer wegzappen als bei anderen Formaten, wodurch der BR viel Legitimation sich zugute hält.

Comments Kein Kommentar »

Wiederholung einer Sendung von 2016. Empfehlenswert nicht nur wegen der Originalausschnitte aus dem Kultwerk des Münchner Regisseurs Helmut Dietl, sondern auch wegen dem Augenmerk auf seiner Drehbuch- und Dialogarbeit, geschult an Fritz Kortner. Woran sich viele heutige Regisseure ein Beispiel nehmen, Impulse holen könnten.

Comments Kein Kommentar »

Ein süffisanter Blick auf die zwiespältige Haltung der Schweiz Flüchtlingen gegenüber. Hier geht’s zu stefes Review.

Comments Kein Kommentar »

Drogen an der Eisbachwelle.
Seit der Intendant des BR (jawohl, derjenige mit dem Kanzlerinnengehalt!) gesagt hat, er könne wegen nicht genügend Geld nicht mehr die gewünschte Qualität liefern, also weniger Drehtage und mehr Wiederholungen, hat das den Fokus auf die BR-Produktionen geschärft.

Nach einer schön nostalgischen 1984er-Nackt-Schwimm-Szene in Portugal scheint einem der Überfall 35 Jahre später in München auf einen Eisbachwellen-Surfer auf dem Heimweg (Drehbuch: Alex Buresch, Matthias Pacht, Regie: Andreas Kleinert) bereits mit zu wenig Zeit und zu wenig Geld (und vielleicht auch zu wenig Überlegung) dilettantisch gefilmt. Dann wacht der Überfallene im Krankenhaus auf und Leitmayr hat ein Aha-Erlebnis, das wohl auch mit zu wenig Zwangsgebührengeld in den Kasten musste.

Soll man sich überhaupt noch Zeit nehmen und sich mit so einem Märchen-Zusammengestöpsele-Produkt beschäftigen? Zu differenzieren, was akzeptabel war, was nicht? Na denn…

Das Bühnenbild ist schön romantisch, etwas vertüdelt, liebevoll, kleindörflich mit viel Einsatz der Ausstattung und des Lichtes (immer im Hinblick auf das zu wenige Geld, was die ARD laut deren Sprecher mit den Zwangsgebühren einnimmt).

Die Story, das ist ein Stück vom Märchenonkel, der inzwischen Mühe hat; ein aus den Fingern gesaugtes Märchen, hirnverquast bis dort hinaus.

Die Story der Ausgangslage in Portugal ist eine Ménage-à-trois, die zeigt einen Anhauch von großem Kinofilm, da müssen sich die Darsteller auch nicht durch unspielbare Rollen quälen, wie später Andreas Lust als Mikesch, das gesuchte Eisbachopfer. Er beweist am deutlichsten, wie unspielbar seine Rolle ist. Das fällt auf die Drehbuchautoren Alex Buresch und Matthias Pacht zurück.

Der Regisseur Andreas Kleinert, der mal als große Kinohoffnung gegolten hat, erfüllt das Drehpensum mit deutlichen Performance-Dellen in diesem Krimi, der zwischen Melodram und Krimi dermaßen schwankt, dass dem Krimi der Krimi ausgetrieben wird.

Noch weniger spielbar ist die Tochter der unspielbaren Mikesch-Figur – oder sie ist ein eklatanter Castingmissgriff. Die beiden haben rein gar nichs miteinander gemein. Selbst ein Märchen sollte doch wenigstens eine minimale Glaubwürdigkeit im Interesse des Publikums gewährleisten.

Die Autoren dichten dem Kommissar Leitmayr eine Hippie-Vergangenheit an, deren Mitbeteiligte, ohne dass er es mitkriegt, unter seinen Augen in München alt werden. Der Melodram-Kommissar muss mehrfach große Augen machen, wenn er damit konfrontiert wird. Das überschreitet die Grenzen der Kommissarsprofessionalität andauernd und ist reines Märchen, aber kein besonders gut erfundenes.

Oder was soll es uns erzählen? Dass aus einem Hippie ein seriöser Fernsehkommissar geworden ist? Was wäre der Reiz dabei? Und aus seinem damaligen Kumpel ein Looser, der versucht, mit Drogendealerei aus der Scheiße rauszukommen (dazu passt das Surfen am Eisbach wie die Faust aufs Auge – oder gehören zu den Surfern auch Drogen?).

Dabei reitet er sich nur immer weiter rein. Der arme Andreas Lust muss ständig mit einer lebensgefährlichen Wunde durch den Film rennen. Mal denkt er dran, meist nicht. Dann agiert er als sei nichts, und wenn dann jemand sagt, es gehe ihm nicht gut, so ist das diametral der gespielten Realität entgegengesetzt. Vermutlich haben die das sogar so abgesprochen, die Mühe müsse sich der Darsteller nicht machen, wie im Märchen reiche allein die Behauptung, dass er lebensgefährlich verletzt sei, das brauche er nun wirklich nicht in jeder Einstellung spielen (das liege auch gar nicht drin bei der Gage, die der Intendant des BR dafür rausrückt).

Der ARD-Intendant jammert, er könne mit dem ihm zur Verfügung stehenden Geld kein qualitätsvolles Programm machen. Das beweist eine Sendung nach der anderen, auch dieser Tatort.

Wie unglaubwürdig schon die Ausgangsszene mit dem Messser im Bauch inszeniert ist. Da hätten die einfach mehr Zeit gebraucht. Aber die gibt es nicht. Insofern gibt es für den Zuschauer auch nicht das Sprungbrett mit der nötigen Elastizität für Spannung.

Was will uns dieser Möchtegern-Krimi erzählen? Dass München ein Märchenwald ist, in welchem grotesk-absurde Szenen ablaufen, allerdings nicht grotesk genug, um auch Witz zu beinhalten, gar Zeitkritik.

Wenn der Gesuchte in der leeren Straßenbahn mit blutender Bauchwunde mit dem Kommissar telefoniert und der Satz fällt, „dann sind wir vielleicht zusammen Vater“, so weiß man nicht, ist das jetzt gewollt schauderhaft oder zufällig oder einfach nur peinlich? Mir scheint das eher das Resultat von Ratlosigkeit angesichts eines Drehbuches, bei dem hinten und vorne nichts zusammengeht, das vor Weltfremdheit und Unglaubwürdigkeit, besonders wenn es um die Drogendealerei geht, nur so strotzt.

„Sie müssen nicht tot sein, damit wir ermitteln“.
„Ich möchte die Wiedersehensfreude nicht bremsen, aber vielleicht können wir kurz das Geschäftliche regeln.“
„Den Rest kannst privat machen, wir müssen uns um den Messerstecher kümmern“.

Der Assi Kalle berichtet den beiden neben die Unterführung hingestellten Kommissaren, dass das Opfer aus dem Krankenhaus abgehauen sei und eine tiefe Wunde habe, was eine ernste, lebensbedrohliche Lage darstelle. Schnitt. Der so beschriebene ist munter in der Stadt im Sonnenschein unterwegs, von tiefer Wunde keine Spur, irgendwie komisch gehen tut er.

Die Freundin von Mikesch ist auch ziemlich doof, dass sie nicht merkt, dass es ihm wirklich schlecht geht. Das spielt er aber erst später, kurz nachdem sie gegangen ist.

Und dann wird’s richtig Kindertheater, wie sie die Kartons auspacken mit dem Dope und es dem Heinrich anhängen wollen. Ach, alles so unglaubwürdig …
was sind das für Dealer! Oder so hingepfuscht. Die bräuchten ne Menge mehr Drehtage für so einen Stoff, der sich kaum zusammenreimt.

„Der Robert, der glaubt, Sie san sein Freund“ (dieser Schauspieler gibt sich wenigstens Mühe).

Batic mimt ab und an ein Ischias oder sowas – wie mit dem Vorschlaghammer … einzig, damit die Pointe mit dem Anbau für den Eigenbardarf vorgetragen werden kann …

… eine weltfremde Dealerszene in Kunstmuseum … Drogendealer-Melo …
und dann gibt’s noch eine richtig romantische Schießerei.

Comments Kein Kommentar »

Keine Schattenseiten.

In Bad Hindelang werfen nur die hohen Berge Schatten. Die Menschenwelt ist laut dieser Dokumentation von Dominique Klughammer (Redaktion Ulrich Gambke) strahlend, glücklich, erfolgreich, gesund, viel Sonnenschein; das wird mit Glücklichmusik dazu serviert.

Ein paar Löffel Honig am Tag und Du brauchst Deiner Lebtag nie zum Arzt gehen, das ist das Motto eines alten Bauern, des ersten von drei Protagonisten. Immerhin: der hat schon vor 50 Jahren angefangen, auf Chemie zu verzichten, so dass seine Talschaft vorbildlich für Artenschutz und Nachhaltigkeit dasteht ohne jeden chemischen Eintrag.

Schattenseiten? Nur zweimal tönt kurz an, dass Frauen, die aus Frankreich oder Sri Lanka kamen, anfangs mit Distanz behandelt worden seien. Sie sind inzwischen integriert.

Dominique Klughammer versucht gar nicht erst ein Gesamtbild der Ortschaft herzustellen. Mit glücklicher Hand hat er drei exzellente Protagonisten (und ihre Familien) gefunden, die werbewirksam die positive Seite dieser Talschaft herauszustellen imstande sind.

Da ist der international anerkannte Holzkünstler, der im Frühjahr nach den Lawinenabgängen an stotzigen Berghängen uralte Baumstämme sucht, die umgeknickt worden sind. Da ist der Familienvater, der immer schon von biologischer Landwirtschaft geträumt hat und diese jetzt mit Investitionen aufbaut mit Frau und zwei Kindern, auf der Alpe wird auch Käse hergestellt und die Gastronomie ist das dritte Standbein. Sie bedauern allerdings, dass die Gastronomie im Tal noch zu wenig Bewusstsein vom regionalen Einkauf hat.

Als Hochglanz-Werbeprospekt ist dieses Feature ok. Es bringt aber keinerlei Hintergründe über die politischen Verhältnisse, über allfällige soziale Probleme (gab es hier Flüchtlinge, Rassimus, Nationalismus, Arbeitlose, Armut?). Wie sieht das Parteienspektrum aus?

Was die Forderung nach Artenvielfalt betrifft gibt das Projekt Hindelang der bayerischen Petition zum Erhalt der Bienen recht, denn 80 Prozent der Ortschaft stehen unter Naturschutz.

Comments Kein Kommentar »

Bienchendoku.

Grob kursorisch hupft Peter Künzel in dieser Dokumentation am Faden der Chronologie durch die Geschichte der Sektion Regensburg des Deutschen Alpenvereins. Insofern führt der Titel schon mal in die Irre.

Auch das Versprechen „Von Höhen und Tiefen“ kann er nicht richtig erfüllen, das tritt thematisch schnell in den Hintergrund. Die dunklen Zeiten werden zwar angetupft, der Erste Weltkrieg mit seinen Dramen in den Alpen, die Nazifizierung der Sektion Regensburg, deren Aufarbeitung erst 2018 überhaupt begonnen hat, wird vorsichtig mit Samthandschuhen angefasst.

Der Profikletterer Alexander Huber hat nicht Anstand genug, auf seine Trainingsjacke mit Werbepickerl zu verzichten, missbraucht so gnadenlos den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für Marken-Schleichwerbung – oder fehlt ihm das Bewusstsein dafür, ist die orangene Jacke mit den Markennamen Zufall oder Dusseligkeit? Wenn er so dusselig ist, sollte er das Klettern lieber lassen. Werden hier dunkle Kapitel in Form von Kommerzialisierung fortgeschrieben? Und Redakteur Matthias Eggert ist das wohl auch nicht aufgefallen – oder partizipiert er gar?

Nervig ist auch der konfuse Einsatz von Drohnen, diese Schwellmusik, allerlei Beifang und zwischendrin, mal wieder das Interessanteste: das sind die Archivaufnahmen.

Die Dokumentation von Peter Künzel bleibt oberflächlich. Ihre hervorragendste Qualität ist die Sprecherstimme von Brigitte Hobmeier, die die nicht allzu gründlichen Texte spricht.

Typisch Fernsehen, man muss sich nicht ernsthaft mit dem Thema beschäftigen, Statements und Selbstdarstellungen. Wobei das Thema durchaus etwas für einen engagierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk wäre, aber dann müsste es fundierter behandelt werden: die Verbindungen von Armut in den Bergen, Tourismus, Relation von Ehrenamt und Kommerz etc.. Künzel aber hupft wie eine Biene auf dem Feld der Geschichte von einer Blüte zur anderen, schnell den Rüssel rein und wieder weiter. Er erreicht damit hohe Unverbindlichkeit und schnelles Vergessen.

Künzel versucht seine inhaltliche Unsicherheiten und Unklarheiten mit Oversounding und Overdrohning zu kompensieren.

.

Comments Kein Kommentar »

BR-Redakteur Peter Giesecke wirkt hier als Vollstrecker der Drohung seines obersten Chefes, BR Intendant Ulrich Wilhelm (jawohl, der mit dem Kanzlerinnengehalt!), der gedroht hat, die Qualität der Sendungen leide, es würde weniger Drehtage geben, wenn die Politik einer Erhöhung der Zwangsgebühr nach einem Indexmodell nicht zustimme.

Peter Giesecke bestraft hier im Sinne seines Chefes präventiv schon mal den Zuschauer dafür, dass die KEF noch aktiv ist und das indexgebundene Zwangsgebührenmodell noch nicht von den Länderchefs abgenickt wurde. Er bestraft den Zuschauer mit Fernseh-Minderqualität. Ein merkwürdiges Geschäftsgebaren, was der BR hier an den Tag legt. Damit soll die Politik zum indexbasierten Zwangsgebührenmodell erpresst werden.

Nicht zu erwarten ist nach dieser bescheidenen Life-Style-Privatgeplapper-Sendung zum Thema Berge, dass im Lande ein Aufstand erwächst, der sagt, wir wollen die Zwangsgebühr erhöhen, damit uns solche Sendungen erspart bleiben, wir wollen die Zwangsgebühr erhöhen, damit solches Billig-Jakob-Format künftig da hinkommt, wo es auch hingehört: in die sozialen Netzwerke und nicht ins öffentlich-rechtliche Fernsehen, denn dazu fehlt schlicht die Qualität, zu schweigen von den unbeholfenen Drohnenversuchen.

Das kann ja jeder, ein Bergtürchen mit einem bekannten Photographen, ein Mountain-Bike Trip mit Girls, Trailrunning mit Girl, Besuch auf der Alm bei Hobbysennen, Werbung für einen Bekannten oder Freund, der Berufsphotograph ist (er habe viele Preise gewonnen!) und dann sind der Sendungsmacherin Katharina Kestler offenbar die Protagonisten ausgegangen, dann wird’s rein privatistisch, dann wird die eigene Familie ausgewrungen.

So peinlich wie hier dürfte das öffentlich-rechtliche Fernsehen noch kaum den sozialen Medien hinterhergehechelt sein und so deutlich dürfte es bisher kaum bewiesen haben, dass das nicht funktioniert – am A ist finster -, dass sein Auftrag ein anderer ist, als private Bergausflüge mit Zufallsgeplauder in Minderqualität auf Zwangsgebührenzahlerskosten zu finanzieren.

Dazu besoffene Musik.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Comments Kein Kommentar »