Archiv der Kategorie: TV

SUDO – Vom Schüler zum Darknet-Boss, Folge 3 Rock Bottom (BR. Mittwoch, 16. September 2026, 23.45 Uhr)

Die Geschichte vom reuigen Sünder

Diese Folge der Reihe erzählt die Geschichte vom reuigen Sünder. Sie erzählt, wie der Cyberkriminelle vom Drogenrausch ganz nach unten und die Hände der Polizei fällt (das ergibt ein paar Drogenrauschbilder und erzählt in einer Szene, wie man sich Drogen unauffällig schicken lassen kann, es müssen viele Briefkästen sein, den, der am meisten überquillt, versieht man mit einem neuen Namen). Die Polizei ist ihm auf der Spur und fasst ihn nicht zart an.

Das meiste wird wieder von Talking Heads erzählt. Verwirrend ist, dass bei manchen Szenen eingeblendet wird, dass das nachgestellte Szenen seien, nicht aber, wenn der Täter als Talking Head spricht; der aber ist wiederum im Abspann als Darsteller genannt, und auch seine Freunde dürften Darsteller sein, ach das ist so ein Mixmasch.

Aber bitte, Zuschauer, geht auf die richtige Seite, meint der Cyberpolizist – und recht hat er. Und auch der Täter meint, dass man die Täter immer erwische, weil irgendwann werde er den einen Fehler machen. Das wirkt alles so halbscharig, halb auf seriös gemacht, halb auf Sensationsreport und ist keines richtig.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

Vergessen wir nicht, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde einst gegründet, damit nie wieder extremistische, die Demokratie gefährdende Entwicklungen passieren würden; jetzt haben wir diesen fetten öffentlich-rechtlich 10-Milliarden Rundfunk und gleichzeitig das Umfragehoch einer Partei, die zumindest in Teilen „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.

SUDO – Vom Schüler zum Darknet-Boss 1: Flucht ins Deep Web (BR, Mittwoch, 16. September 2026, 22.45 Uhr)

Talking-Heads-Doku

Diese Doku von Felix Kriegsheim redaktionell betreut von Helge Freund und Johanna Teichmann besteht vor allem aus Talking Heads, manche würden sagen Blabla. Das ist vielleicht die billigste Art und die uninteressanteste im Dokubereich. Wobei ein Teil der Talking Heads nachgestellt sind bis auf Fachleute wie Journalisten, vom BKA, Strafverteidiger.

Der Protagonist ist aufgefallen und kriminell geworden, indem er sich zusammen mit einem Freund immer tiefer ins Internet hineinwagte bis er im Deep Net und dann im Darknet gelandet ist. Es fing mit kleinen Hackereien in der Schule an. Wie das dann genau abgelaufen ist mit dem Marktplatz, da wird die Doku nicht allzu genau.

Fazit: Außenseiter im bayerischen Dorf wird gemobbt von seinen Klassenkameraden, gehört nicht dazu, kann nicht über seine Gefühle reden und kompensiert das mit der Flucht ins Darknet. Das Übliche, wenn man so will, erkenntnismäßig nicht weiterführend. Das Format nennt sich aufschneiederisch ‚ARD-Crimetime‘. „Fickt Euch alle! Ihr habt mir nichts zu sagen, scheiß auf Euch und scheiß auf Euch alle.“, meint er.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

Vergessen wir nicht, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde einst gegründet, damit nie wieder extremistische, die Demokratie gefährdende Entwicklungen passieren würden; jetzt haben wir diesen fetten öffentlich-rechtlich 10-Milliarden Rundfunk und gleichzeitig das Umfragehoch einer Partei, die zumindest in Teilen „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.

Lebenslinien: Die Oma und ihr Omnibus (BR, Montag, 14. September 2026, 22.00 Uhr)

Schildkröte Greta

ist vielleicht das schönste Symbol für die Protganistin Helga Stuckenberger, Busunternehmerin in Niederbayern, die zwar noch keine 100 Jahre alt ist wie ihre Schildkröte, die schon ihre Mutter hatte, die aber mit 85 noch Schulbusse fährt oder inklusive Busreisen anbietet, also für Rollstühle geeignet, Pilgerreisen oder auch Hochseefischereireisen nach Skandinavien; die offenbar wie geschützt unter einem Panzer ihre Seele heil durch ein Leben gepflastert mit heftigen Widrigkeiten gebracht hat.

Keine Bange, dieser Lebenslinienbeitrag von Birgit Eckelt unter den redaktionellen Auspizien von Christina von Hahn ist weit entfernt vom leicht entstehenden Ruch billiger PR-Attitüde dieser Art von Lebenslinien (Zuletzt die Triathlon-Geschichte). Dieser Beitrag wird überstrahlt von der Persönlichkeit der Protagonistin; da fällt das inzwischen etwas sklerotische Gerüst des Formats gar nicht so auf. Allein wie sie in schönstem, gewordenem Niederbayerisch erzählt.

Und mehr noch: welche hochaktuellen Themenkomplexe ihr Leben bietet. Sie ist zur Hälfte Immigrantenkind, das Ur-Thema-Mutter-Tochter-Konflikt kommt in aller Härte, das Thema der Frau in Berufen, die lange Zeit Männern vorbehalten waren, die Vereinbarkeit von Beruf und Mutterschaft, Themen Pflege und Demenz, die Entscheidung über passive Sterbehilfe, der Umgang mit einem nicht selbst verschuldeten tödlichen Verkehrsunfall und dann auch noch der Verlust eines Kindes, alles wird abgedeckt. Sie ist ein Mensch, der zuerst versucht, die Dinge selbst zu erledigen, mit sich selbst zu klären. So werden die Lebenslinien zu einer kostbaren Begegnung mit einer Bayerin, die man so wohl nie kennengelernt hätte.
Eine Perle unter den Lebenslinien.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

Vergessen wir nicht, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde einst gegründet, damit nie wieder extremistische, die Demokratie gefährdende Entwicklungen passieren würden; jetzt haben wir diesen fetten öffentlich-rechtlich 10-Milliarden Rundfunk und gleichzeitig das Umfragehoch einer Partei, die zumindest in Teilen „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.

Ein Krimi aus Passau: Verlorene Seelen (Das Erste, Donnerstag, 10. September 2026, 20.15 Uhr)

Titelgeier/Titelgier

Das ist widerlich, die Eitelkeit der Beteiligten, die alle in die Titel drängen; es dauert fast sechs Minuten, bis endlich der Regisseur kommt. Das ist extrem kleinkariert, so ein bescheuerter Zirkus der Wichtigtuerei, des Aufplusterns. Den Normalzuschauer interessieren diese Namen einen Dreck, bis auf die Protagonisten, allenfalls der Regisseur noch. Aber wer kennt schon einen Daniel Rübesam oder den Autor Michael Vershinin; Vershinin: tv-versierter Autor.

Prinzipiell ist Fernsehen, speziell wenn es in Niederbayern spielt, besonders gewöhnungsbedürftig, wenn man grade vorher die neueste Folge der Eberhofer-Krimis geschaut hat, die auch in Niederbayern spielt. Wie ganz anders da Lokalkolorit und Mentalität beobachtet und umgesetzt werden. Ok, es ist unfair, die beiden miteinander zu vergleichen; ist auch zu schmerzlich. Gerade am Schauspieler Ostrowski fällt das besonders auf; nicht dass wir ihn und seine Partnerin Marie Leuenberger nicht schätzten, aber im Eberhoferkirmi spielt er eine Klasse bessser. Wie ungelenk Passau gegen Niederkaltenkirchen abstinkt. Das hängt mit Drehbuch, Rollenentwicklung und Regie zusammen. Daran kann man sich auch klar machen, wie bedeutungslos all die Namen, die hier im Fernsehen sich eitel im Vorspann drängeln und auf die Füße treten, im Vergleich zu Autor und Regie sind. Sie haben da nichts zu suchen. Man sieht auch, wie unwichtig die Caster sind; hier ist es beide Male dieselbe Dame. Und Filme und Schauspielerleistung sind so unterschiedlich. Hier wirkt alles hausbacken, das Ensemble inhomogen. Wer dafür grade stehen will, der darf in den Vorspann.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte höhere Ansprüche stellen und sich nicht als Sandkasten für unausgereifte Talente verstehen oder dann mit Formaten wie dem kleinen Fernsehspiel, ZDF. Die sollten mit wenig Geld erst lernen, Geschichten zu erzählen und dann erst größere öffentlich-rechtliche Budgets an die Hand bekommen.

Deprimierend ist, wie schnell man sich an so ein bescheidenes Niveau an Performance und Inszenierung gewöhnt. Da reicht das Routinestorywritinglevel eines Vershinin immerhin aus, dass man dranbleibt.

Man wundert sich, wie der Regisseur zu diesem bestimmt ordentlich bezahlten Auftrag gekommen ist. Gab es eine Ausschreibung? Hat er sich gegen qualifizierte Bewerber durchgesetzt? Mich als Zwangsgebührenzahler ärgert es, dass ich für solch mediokre Leistung zur Kasse gebeten werde. Die Leute sollen sich ihre Sporen woanders verdienen. Wie ist der Regisseur zu seinem Job gekommen? Das würde ich gerne mal wissen! Ein Regisseur, der die Schauspieler so allein lässt, sie sich so schlecht verkaufen lässt. Kann er gut mit den Redakteuren, hier sind es Claudia Luzius vom BR und Kathrin Kirchen von ARD Degeto? Die Situation ist unbefriedigend, dass solche Produkte keine bessere Qualität haben, gerade so über die Runden gerettet vom Netz des Drehbuches. So sind das auf jeden Fall Produktionen, die die Öffentlich-Rechtlichen ohne irgend einen Verlust an Renomme, ohne eine Verletzung ihres Grundauftrages problemlos streichen können. Gerade noch der Charme der beiden Hauptdarsteller als Trostpflästerchen.

Was außerdem zur Erträglichmachung positiv beiträgt ist der Sound aus Elektro und Unterwasser.

Ein Krimi, der mit einem ungelösten Mordfall aufhört. Vielleicht ist das ja der nächste Fall. Aber der Zuschauer weiß schon Bescheid. Und leid tut es ihm auch nicht um das Opfer.

Rote Karte des Zwangsgbührenzahlers!

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

Vergessen wir nicht, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde einst gegründet, damit nie wieder extremistische, die Demokratie gefährdende Entwicklungen passieren würden; jetzt haben wir diesen fetten öffentlich-rechtlich 10-Milliarden Rundfunk und gleichzeitig das Umfragehoch einer Partei, die zumindest in Teilen „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.

Quer-Spezial: Gesichert! – Wie kriegstüchtig wollen wir sein? (BR, Donnerstag, 10. September 2026, 20.15 Uhr)

Unendliches Thema

Den Reizbegriff „kriegstüchtig“, den der Verteidigungsminister vor einiger Zeit in die öffentliche Diskussion wie eine Handgranate geworfen hat, nehmen die BR-Redakteure Domink Glass und Christoph Thees zum Anlass, Philipp Potthast, Viola Nowak und Laura Beck mit einer Reportage zum dem Begriff zu betrauen.

Als Reporter, Fragensteller, teils auch als Versuchskaninchen fungiert Philipp Potthast, der aus Freising stammt. Er ist ein talentierter Nachwuchsjournalist und fragt sich, wie er sich entscheiden würde, wenn er sich in der Bundeswehr zur Landesverteidigung einbringen müsste, zum Dienst an der Waffe oder zu anderem.

Zu diesem Behufe besucht der Jungreporter den Tag der offenen Tür an der Bundeswehrakademie in Neubiberg. Hier sieht alles nach Abenteuer aus, hier soll der Dienst an der Waffe oder am Panzer attraktiv dargestellt werden. Das scheint auch einigermaßen zu funktionieren. Es finden sich Stimmen, die sich positiv dafür begeistern.

Dann besucht der Reporter ein Militärcamp in Lettland. Hier können junge Menschen ganz konkret militärische Trainings absolvieren, sich in Kampfsituationen und an der Waffe üben. Physisch schlägt sich Philipp Potthast recht gut, aber wie es um das Schießen geht, da kriegt er die Krise.

Der Zuschauer denkt sich, nun, so einen begabten jungen Mann sollte man, wenn es um die Landesverteidigung geht, sowieso viel besser im medialen Bereich einsetzen und da im vorbeugenden Schutz, in der geistigen Landes- und Demokratieverteidigung – fürn Hindukusch wäre er denkbar ungeeignet.

Vorbeugen gegen den Krieg dürfte die halbe Verteidigung sein, das der Gedanke des Schreiberlings, so weit geht der Verteidigungsminister nicht, der sagt in einem Nebensatz nur, dass es um Verteidigung gehe (das bedürfte dann doch der eingrenzenden Spezifizierung).

Der Reporter spricht mit Ole, einem vehementen Pazifisten, der behauptet, im Krieg verteidige doch der Staat sowieso nur seine Interessen; er kommt allerdings beim Ukraine-Thema und der Selbstverteidigung ins Stottern. Eine Gegenmeinung liefert Arthur. Der ist angesichts des Ukraine zum Befürworter einer Verteidigungsarmee geworden.

Was Krieg selbst bedeute, darüber ist der Besuch bei einem deutschen Afghanistanverteranen aufschlussreich. Der Veteran leidet unter einer PTBS, einer posttraumatischen Belastungsstörung. Hier ist vom in die Hose pinkeln und von Erbrechen beim Kampfeinsatz die Rede.

Supertiere made in Bavaria (BR, Montag, 20. Juli 2026, 21.00 Uhr)

Sehr lange zwanzig Minuten
Gebührenabgreifprojekt im Pfründenstadl

Sendungen, die kein Mensch braucht. Sendungen, die unnötig Gebührengelder verbrennen. Man kennt sich. Man schiebt sich die Jobs zu. Davon, dass hier aus einem Wettbewerb, der öffentlich ausgeschrieben gewesen wäre, die besten Vorschläge und Besetzungen herauskristallisiert wurden, ist nirgendwo die Rede. Dies zu einer Zeit, in der zur Diskussion steht, ob selbst die Oktoberfestwirtschaften per europäischem Wettbewerb ausgeschrieben werden sollen.

Nicht so beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Hier zählen Beziehungen. Wer kennt wen. Und im Abspann bittschön keine Namen. Irgendwo als Gebührentreuhänderin eine offenbar leicht vereinnahmbare Christine Peter. Die muss wohl eine Firma namens Redseven kennen. Diese steht im Abspann als Produzentin. Wie hat sie den Auftrag ergattert? Wie ist der Auftrag vergeben worden? Wie ist die Moderatorin Caro Matzko an den Job und damit an die Gebührenkröten gekommen?

Ergiebig ist es nicht, was da über den Bildschirm verbreitet wird, Boulder-Wand, technische Kurzinfos über das Bewegungsmuster von Eichhörnchen, teils mit KI-generierten Bildern, ein jämmerlicher Kletterversuch der Moderatorin mit Höhenangst und zwei sympathische Speedkletterer.

Solange niemand klagt, interessiert das Thema auch niemanden. Zu klagen dürfte sich kaum jemand trauen, da es sich doch primär um ein Gunstgewerbe zu handeln scheint. Der Wirt der beim Oktoberfest klagte, der ist jetzt draußen.

Meiner Meinung nach sind solche Format einzig und allein dazu erfunden, Zwangsgebühren abzugreifen, sie sind weder unterhaltsam noch bildend, weder lehrreich noch philosophisch noch gesellschaftskritisch und schon gar nicht investigativ, sie haben nicht im entferntesten mit dem demokratischen Grundauftrag eines zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkes zu tun. Sie sind billig gemacht, kulturelles Leergut, sie sind nicht anregend, allenfalls zeitgeistanpasserisch mit ihren Anglizismen: ‚Made in Bavaria‘ im Titel, das Wort ‚Challenge‘ wird eingesetzt, das kommt offenbar bei den möglicherweise in einem geistigen Komazustand sich befindlichen Redaktionen gut an wie ein Beschwörungstrunk.

Redaktionen, die solche Formate produzieren, können ohne Qualitätsverlust oder Schaden für das Ansehen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufgelöst und eingespart werden im Interesse des Gebührenzahlers und des Images der Anstalt.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

Vergessen wir nicht, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde einst gegründet, damit nie wieder extremistische, die Demokratie gefährdende Entwicklungen passieren würden; jetzt haben wir diesen fetten öffentlich-rechtlich 10-Milliarden Rundfunk und gleichzeitig das Umfragehoch einer Partei, die zumindest in Teilen „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.

Manipulation: Wenn Coaching zur Gefahr wird (ARD, Mediathek)

Werbesendundung für Markus Streinz

Der Titel dieser Sendung von Caroline Hofmann unter redaktioneller Verantwortung der Zwangsgebührentreuhänder Daniel Schwenk und Nicoletta Renz ist selbst eine Irreführung. Sie untersucht nicht das Phänomen Coaching als solches. Sie wägt auch nicht ab ein Dafür und ein Dawider. Sie findet auch keine Beispiele von positivem Coaching. Sie arbeitet sich simpel ab am Guru Markus Streinz aus Östereich, auf den offenbar viel Menschen reingefallen sind und teuer dafür bezahlt haben.

Diese Sendung hat weniger mit Investigativ-Journalismus zu tun, wie sie den Eindruck zu erwecken versucht, sie ist vielmehr ein Bashing-Konglomerat von Opfern, die sekundiert werden von aller Art von Fachleuten, die als Talking-Heads mannigfache Vermutungen dafür absondern, warum diese Leute sich haben neppen lassen. Wobei das Thema Leichtgläubigkeit und warum der Guru es möglicherweise leicht hat, ausgespart bleibt.

Unten links am Bildrand taucht als Qualitätssiegel das Markerl „ARD Wissen“ auf. Was wissen wir nach der Sendung mehr? Sei vorsichtig, wenn Du einen Guru buchst. Sei vorsichtig mit Schwätzern. Sei vorsichtig, wenn Du vorgeblich für Glück Geld ausgibst. Banalitäten, die man aus der Sendung ziehen kann.

Es gibt aktuell einen interessanten Film im Kino mit dem Titel Manipulation. Der versucht an einem Modell und ganz ohne Bösewicht in der realen Gesellschaft, auf den man eindreschen kann, ohne dass er selbst zu Wort sich meldet, Mechanismen der Manipulation freizulegen.

Man könnte jetzt noch die Minuten zählen, in denen Markus Streinz mit Eigenwerbung vertreten ist. Building of a Bösewicht. Die Öffentlich-Rechtlichen täten besser daran, mal haargenau nachzuvollziehen zu versuchen, wie Menschen zu Parteien driften, die die demokratische Grundverfassung in Frage stellen; wieso sie sich von diesen verführen lassen.

So viel müssten die Medienmenschen vom BR ja wissen, dass Fernsehpräsenz allein zählt, dass die Leute nachher nur noch wissen, den haben wir am Fernsehen gesehen, also den Markus Streinz, und dass sie nachher überhaupt nicht mehr wissen, ob gut ob böse. Der Markus Streinz aber ist ihnen nach so einer Sendung ein Begriff: bekannt aus dem Fernsehen. TV-Präsenz schafft Bekanntheit. Die Sendung trägt zur Vermehrung der Bekanntheit von Markus Strenz bei. Also scheinen auch die Verantwortlichen für diese Sendung mit einer gewissen Naivität ausgestattet, die wiederum bei vielen die Voraussetzung ist, um auf Bauernfänger reinzufallen. So ein Format gab es einmal: „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“. In meiner Erinnerung haben die mehr prinzipiell Betrugsmaschen offengelegt, als dass sie auf einzelne Betrüger losgegangen sind wie hier.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

Vergessen wir nicht, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde einst gegründet, damit nie wieder extremistische, die Demokratie gefährdende Entwicklungen passieren würden; jetzt haben wir diesen fetten öffentlich-rechtlich 10-Milliarden Rundfunk und gleichzeitig das Umfragehoch einer Partei, die zumindest in Teilen „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.

BR Queer-Film-Reihe Sommer 2026

Wieder legt der BR eine Reihe mit exzellenten und über die Community hinaus aufregenden queeren Film auf. Aber für wie unmündig hält er seine Zuschauer, dass die Filme alle in die tiefe, dunkle Nacht hinein verbannt sind, als ob etwas Anrüchiges dabei wäre? Das wäre doch mal einen Versuch wert, diese in der Hauptabendschiene zu senden. Es geht schließlich um Liebe und Toleranz – wenn das mal keine Themen für die Hauptsendezeit sind!

RODEO (18. Juni, 23.15 Uhr)
Dieser Film über eine Motorradbraut riecht nach Benzin.

LILIES NOT FOR ME (BR, 25. Juni)
Die schönste Liebe kann zerstört werden, wenn die Mitmenschen es nicht wollen, und glauben, sie mittels Testikelverpflanzung heilen zu müssen.

CLOSE TO YOU (BR, 2. Juli)
Es gibt ganz andere Qualitäten von Beziehungen als nur die über den Sex.

FIREWORKS (BR, 9. Juli)
Wenn das liebe Dorf mit einer Liebe nicht umgehen kann.

WHAT A FEELING (BR, 16. Juli)
Das delikate Thema lesbischer Liebe mit Wiener Charme und Schmäh angegangen

AUS MEINER HAUT (BR, 30. Juli)
Wie im Liebesakt Allgemeinheit und Indivdualität verschmelzen, so dass der Geschlechterunterschied keine Rolle mehr spielt.

FRAU AUS FREIHEIT (BR, 23. Juli)
Schönstes Genusskino mit menschlicher Tiefe über eine menschliche Transition

What a Feeling (BR Queer) (BR, Donnerstag, 16. Juli 2026, 23.15 Uhr)

„Ich geh jetzt meine Zeit verbringen mit Leuten, die im 21. Jahrhundert leben“.

Damit meint die Protagonistin Dr. Marie Theres Wallner (Caroline Peters), sie treffe sich mit Leuten, für die es keine Rolle spielt, ob ein Mann eine Frau oder einen Mann oder eine Frau einen Mann oder einen Mann liebt. Was eigentlich längst selbstverständlich sein sollte; Glück ist Privatsache und was geht das Intimste, das Bett, die anderen an.

Aber so selbstverständlich scheint das auch heute noch nicht zu sein. Im französisch-luxembourgischen Film Love Me Tender dreht ein Mann nach der Trennung durch, wie seine Frau ihm erzählt, sie sei jetzt mit einer Frau zusammen.

Und eigentlich ein schlechtes Zeichen für unser fortgeschrittenes 21. Jahrhundert, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich bemüßigt fühlt, extra eine Queerreihe aufzusetzen und die dann noch ganz verschämt, als ob dies etwas Anrüchiges sei, tief in der Nacht zu senden.

Der Film von Kat Rohrer behandelt das Thema mit österreichischem Charme, mit einer Komödiantik sondergleichen, wie selten in diesem Themencluster.

Caroline Peters spielt ihre Rolle des Dr. Wallner in der Art eine großen Komikerin, die von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Die aus allen Wolken fällt, wie ihr Mann Alexander (Heikko Deutschmann) nach einer Auszeit, nackt im Dschungel, eine weitere Auszeit braucht und auszieht.

Wallner ist Ärztin in einem Wiener Krankenhaus und fassungslos. Das wirkt sich auf ihre Arbeit aus, worauf ihr Chef Dr. Brinkmann (Joseph Lorenz), ganz Macho, sie vorläufig beurlaubt. In ihrer Verzweiflung über ihre Mannes Auszug kippt sie einen zuviel hinter die Binde und landet sturzbetrunken, nicht nur angetüdelt, in der Pussy Cat Bar. Und, wie ein Sprichwort sagt, man begegnet sich immer zweimal (es kann dann auch mehr werden), stößt sie hier auf Fa Safir (Proschat Madan).

Mit Fa hatte Wallner auf der Straße schon einen unfreundlichen Zusammenprall. Fa ist die Tochter der Patientin Samira (Nicole Ansari-Cox), einer Iranerin, die mit ihren drei Kindern nach Österreich ausgewandert ist.

Aus dem Zusammentreffen in der Bar wird eine Nacht, von der Resi, wie Theres abgekürzt genannt wird, nicht mehr genau weiß, was da war. Jedenfalls stolpert sie in die lesbische Liebeswelt vollkommen unvorbereitet, so etwas hätte sie nie gedacht, hätte sie sich nie ausmalen können, wäre ihr um nichts in der Welt auch nur in den Sinn gekommen. Und dann war es plötzlich da. Und gar nicht so übel.

Der Film arbeitet gekonnt mit Komödienstrukturen. Er jongliert mit dem Thema, dass so was verschwiegen werden müsse, versteckt, dass erst recht für die iranische Familie Lesbentum ein großes Tabu sei und auch Resi möchte es vor ihrer Tochter Anna (Allegra Tinnefel) verborgen halten.

Geschickt schraubt der Film die Verwicklungen, die sich durch den Beruf von Resi und die Krankheit der Mutter von Fa und der Liebesgeschichte ergeben, zu immer neuen Konstellationen und Konflikten hoch und kriegt dann rechtzeitig die Kurve zu einem Happy-End. Die als Eiszapfen apostrophierte Ärztin wirkt dann abgeschmolzen, befreit.

Fireworks (BR Queer) (BR, Donnerstag, 9. Juli 2026, 23.15 Uhr)

Mitten im impulsiven Leben von Sizilien

gedeiht 1980 ganz unauffällig die Liebe der beiden Jungs Nino (Gabriele Pizzurro) und Gianni (Samuele Segreto). Das fällt niemandem weiter auf. Das Leben quirlt. Die Männer hocken vor der Dorfkneipe. Der Onkel von Gianni betreibt eine kleine Mofa-Werkstatt. Vom Vater heißt es, der sei im Norden am Arbeiten.

Mutter Lina (Simona Malato), kann mit dem Buben beim Onkel unterkommen. Der schickt ihn am Abend noch ein gutes Stück weit weg, ein Moped, was ein Geburtstagsgeschenk sein soll, abliefern. Den Rückweg muss er zu Fuß antreten.

Gianni wird im Dorf verspottet als Giannuzza, sein Vornamen als weiblicher Diminutiv. Er ist der Opfertyp. Andere Jungs und Männer bedrängen ihn, schminken ihm die Lippen rot. Er wird als Schwuchtel bezeichnet. Toleranz ist nicht das charakterisierende Merkmal der Dörfler.

Giuseppe Fiorello schildert das Leben in Italien attraktiv, ausladend. Es dauert bis Gianni und Nino die erste Begegnung haben. Und dann wieder bis zur zweiten. Gianni taucht bei der Familie von Nino auf. Sein Vater hat Gesundheitsprobleme, kann aber niemanden einstellen. Er installiert Feuerwerke für Dorffeste. Nino arbeitet mit seinem Vater.

Gianni bekommt beim Onkel von Nino einen Job im Steinbruch. Hier holt Nino Gianni von der Arbeit ab mit seinem Moped. Es gibt Gerüchte über die Vergangenheit von Gianni. Er stellt sich aber als ordentlicher, zuverlässiger Arbeiter an.

Die Freundschaft zwischen ihm und Nino wächst. Unauffällig. Sie gehen schwimmen zusammen. Es gibt romantische Momente. Immer wieder schauen die Leute Fußball. Es ist 1980 und die WM und Italien haben einen guten Lauf.

Wie Gianni mit Nino die Feurwerksarbeit übernimmt, weil der Vater so krank ist, enzündet sich wie ein Feuerwerk die Liebe; ein Romanze flammt auf. Sie verstecken das nicht, oder aber: in so einem Dorf bleibt nichts geheim. Da zeigt sich die hässliche Seite einer solchen Dorfgemeinschaft. Aus der Romanze wird ein Drama, dann eine Tragödie.