Archiv der Kategorie: TV

DAS PROBLEM DER DEUTSCHEN FILMLANDSCHAFT / zdf magazin royale (auf youtube)

Böhmermann, differenzieren bitte! 

Klar, Satire muss pauschalisieren, sonst ist sie keine Satire, auch wenn sie dadurch platt und letztlich zahnlos bleibt. Gaudi um des Gaudis willen. Bashing aus Bashingfreude. Eine Sau durchs Dorf treiben, die lahm genug dafür ist, das ist nun wahrlich keine Kunst, das ist nicht mutig. Satire muss auch überzeichnen, richtig, aber Überzeichnung muss die Grundproportionen wahren. Und wenn die Lustigkeit nichts ändert, dann ist sie wohl umensunscht. 

Da hat der Böhmermann schon recht, oder das recherchierende Team hinter ihm, das deutsche Fördersystem ist zwar eine Förderung, aber gleichzeitig ein immenser Hemmschuh für das Kino. Es ist verbürokratisiert. Es muss, da es staatliches Geld verteilt, alles rational – und auch moralisch – begründen. Es muss sich absichern, kann sich kaum was trauen, weil letztlich Gremien das wichtigste entscheiden. Ein Gremienkino ist es. 

Aber Böhmermann erzählt nur die halbe Wahrheit oder schildert sie ungleichgewichtig, denn ein anderer wichtiger Teil dieses Systems ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der ebenfalls mit Hunderten von Millionen Euro die Filmproduktionen unterstützt; das erwähnt der Satiriker zwar, aber so als spiele es nur peripher und eine unbedeutende Nebenrolle. Das dürfte nicht ganz den Tatsachen entsprechen. Aber das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist sein Brötchengeber, hier das ZDF, dem wollen wir nicht zu sehr auf die Pelle rücken, wobei just das ZDF mit dem kleinen Fernsehspiel ab und an mutige Projekte unterstützt.

Ins deutsche Kino fließen also oft mindestens so schwergewichtig die Bedenken der öffentlich-rechtlichen Zwangsgebührentreuhänder, der Fernseh-Redakteure, ein in die Gremienentscheidungen, zB was Besetzungen betrifft. Wie es in solchen Gremien abläuft, das wäre echt mal eine äußerst scharfe Satire wert.

Ohne Fernsehgeld geht im deutschen Kino kaum was. Es ist also noch komplexer als von Böhmermann und seinem Team behauptet. Dagegen steht ein Heer erwachsener Menschen, Medienberufsmenschen, die oft mit Herzblut mittun; und die selbst in schwachen Komödien einen Reiz entwickeln können, wie ein Elyas M. Barek beispielsweise. Auch diese Seite des deutschen Filmes blendet Böhmermann aus – ok, nicht ganz, Toni Erdmann gegen den Rest des Kinos in etwa.

Das undurchdringliche Gremiengewucher im Zeugungs- und Kreißsaal des deutschen Filmes führt insgesamt zur Provinzialität des deutschen Kinos. Das wiederum erzeugt negative Wechselwirkungen auf die Filmkultur, die Mutlosigkeit breitet sich so exponentiell aus wie das Virus. Denn keiner, der an den Zitzen der Subvention hängt, möchte sein Teil an der Kinomuttermilch aufs Spiel setzen. Dieses Verhalten gäbe allerdings großartigen Stoff für Satire ab, wie selbst – oder gerade sie – prominente Menschen aus der Filmwelt sich karikaturreif benehmen, wenn es um die Sicherung ihres eigenen Namens, ihres Anteils am Kuchen geht. Das Thema ist eines der großen Tabus. Just Böhmermanns Art der Performance könnte da fabelhaft zur Geltung kommen. 

Als erstes könnte er sich Kirsten Niehus vornehmen, die er negativ hervorgehoben hat; wie „Namen“ Bücklinge vor ihr machen, sich schleimend der Geldöttin nähern, was an Geschenken und wie überreicht wird, an Gunstbezeugungen, an Einladungen und wie sie innerhalb des Räderwerkes funktioniert. Das wäre sicher eine tolle Aufgabe für Böhmermanns Rechercheteam. Die sollen sich doch bittschön mitten ins Getümmel trauen mit offen Augen und Ohren!

Ins Getümmel, das ein riesiges Gunstgewerbe mit kaum Wettbewerb ist. Böhmermann als Stephanie Heckner vom BR, die in einer Sendung zum Bayern-Ruhrpott-Tatort sagt, dass die Regisseurin das so schön gemacht habe, dass sie gleich noch einen Tatort drehen „dürfe“; müsste doch eine Traumrolle für Böhmermann sein. 

In so einer bemühten Gemengelage wie um den deutschen Film ist eine gegenseitige Befruchtung, eine kreative, film- und filminnovationsfreundliche Atmosphäre undenkbar. Im Subventionstümpel herrschen Angst und Neid. Das fängt schon an den Hochschulen an und endet nicht mit Eintritt der Rente.

In diesem Klima der Angst kann Zivilcourage nicht gedeihen und insofern verwundert es nicht, dass die von Dietrich Brüggemann gut gedachte „allesdichtmachen-Aktion“ einknickt wie ein Eselchen, das das erste Mal aufzustehen versucht. 

Zu Böhmermanns Entlastung sei gesagt, so wie er den Text ablesend performt, wird völlig klar, dass er kein Cineast ist; das sagt er ja selbst. 

Hier stefe-Reviews zu von Böhmernann zitierten deutschen Filmtiteln: 

ABSCHUSSFAHRT

… hier hechelt das deutsche, zwangsgebührenfinanzierte Kino Welterfolgen … hinterher.

NIGHTLIFE

… kämpfen die Schauspieler umso mehr, als ob sie auf Treibsand agieren

VERRÜCKT NACH FIXI

Zielgruppenprodukt für den Sommerschlussverkauf mit kurzer Verfallszeit

MÄNNERHORT

… das odelt

MÄNNERTAG

…nichts Neues zu finden … eine Art Stammtisch- oder Schrebergartenunderstanding (mit dem Publikum)

MÄNNERHERZEN

… viele nette Witzchen …

IRRE SIND MÄNNLICH

Da ist es wieder, unser liebes, anspruchsloses Pfründenkino, bei dem der einzige Anspruch der zu sein scheint, auf der korrekten Bezahlung der guten, zwangsgebühren- und steuerfinanzierten Gage zu bestehen.

WHAT A MAN

… echter Traum aller Schwiegermütter

Das Schmatzen als Nonplusultra verwegener Mannwerdung.

MANN TUT WAS MANN KANN

bleifüßige, deutsche Boulevardkomödie für ein gesetzteres, anspruchsloses Publikum

DA MUSS MANN DURCH

Der Film verzichtet konsequent auf alles, was ein Publikum verführen könnte.

Auf den mäßigen ersten Teil folgt nun der noch mäßigere, zweite Teil, ….zum pfründenhaften Abgreifen von Subventions- und Fernsehgeldern …

GUT ZU VÖGELN

Warum Max von Thun die Hauptrolle zu spielen bekommen hat, bleibt ein Rätsel.

… Viele bekannte TV-Namen haben sinnfreie, weiter nicht erwähnenswerte Gastauftritte und sich damit ein kleines Taschengeld auf Kosten von MBB Medienboard Berlin Brandenburg, Filmförderungsanstalt FFA und Deutschem Fimförderfonds DFFF dazu verdient, selig seien diese Filmförderer, denn sie wissen nicht, was sie tun …

HOT DOG

… gezieltes Werbevehikel … für Marken wie Mc Donalds, Mercedes, Pepsi und (verbal) Dupla.

VATERFREUDEN

…Format einer gehobenen Buddelkastenübung …

100 DINGE

Kaffeekränzchenmoral

Omas Käseglockenkino

COMING IN

… deutsches Gefühlskino (was eo ipso ein menschelndes Biederkino ist) —

putzige Sprüche und Witzchen

TONI ERDMANN

Aneinanderreihung liebenswürdiger bis bösartiger Szenen

Musterkatalog wunderbarer Szenen für das Karriere- und Kapitalismusbashing

25 KM/H

Kino für den Vereinsabend.

Der Ehrgeiz der Filmemacher zielt nicht über die bundesdeutschen Filmsubventionsgrenzen hinaus.

Der Krieg in mir (ZDF, Montag, 3. Mai, 00.30 Uhr, auch Mediathekstart)

Tote Zone“

„Dieser Krieg hat Begleiterscheinungen, die außerhalb dessen sind, was mit Kämpfen und Töten zu tun hat.“ Wehrmachtsverbrechen im zweiten Weltkrieg in Belarus. 628 Dörfer wurden von der Wehrmacht ausradiert, zu „toten Zonen“ gemacht. Diese sind der Dreh- und Angelpunkt der Auto-Dokumentation von Sebastian Heinzel, in dem Sinne, dass er seiner Familien-Geschichte auf die Spur kommen will. 

Warum hat es Heinzel immer wieder nach Belarus gezogen? 

Hier hat sein Opa bei den Wehrmachtsverbrechen mutmaßlich mitgewirkt. Hier war der Opa extremen Stresssitutionen ausgesetzt, die sich laut Epigenetik ins Erbgut einbrennen. Diesem Erbgut schon in der zweiten Generation möchte Heinzel auf die Spur kommen; denn es treibt ihn um. Er bindet seinen Vater in die Recherche mit ein, der mit dem Thema nie befasst war. Weitere Helfer bei dieser Suche sind Wissenschaftler, eine Epigenetikerin aus Zürich (über Traumavererbung), ein renommierter Traumatherapeut, eine Archivarin und Menschen aus Belarus. Siehe die Review von stefe. 

Bayerns Gartenküche, Folge 1 (BR, Montag, 26. April 2021, 20.15 Uhr)

Grün so grün

Innerhalb des Medienkonsums könnte dieser TV-Film von Ines Gambal und Andrea Thiele als Currywurst mit Pommes bezeichnet werden: ein populäres Gericht, ein furchtbarer Mischmasch aber total beliebt. 

Auf der einen Seite steht die Ernährung, die dem Menschen eh nahe geht, dann das Gärtnern, wovon breite Schichten träumen (siehe den Erfolg der Schrebergärten) und auf der anderen Seite bewährte Gesellschaftsspiele. 

Hier geht es um einen Wettbewerb von fünf Teilnehmern, die mehr als nur Hobbygärtner sind und mehr als nur Schrebergärtner. Sie bekommen zwei Aufgaben, eine bestimmte Pflanze großzuziehen, in dieser ersten Folge geht es um Paprika, keine allzu normale Pflanze in Bayern. Zum anderen erhalten sie eine Aufgabe, hier geht es darum, ein Wurzelfenster zu bauen, einen Kasten, der auf einer Seite eine Glaswand hat, durch welche das Wurzelwerk der Pflanzen zu sehen ist. 

Der Clou der Folge ist eine Einladung der Protagonistin an die anderen vier Teilnehmer, die den Garten begutachten und die bekocht werden und dafür Punkte abgeben dürfen, gut, etwas müde wirkt das Prinzip schon; es reitet bequem darauf, dass Fernsehen in manchen Schichten immer noch einen Stellenwert hat, der im Bekanntenkreis der Darsteller zu viel Aufregung führen dürfte. 

Ein Film wie maßgeschneidert und optimiert für die relativ alte, verbliebene Stammzuseherschaft des öffentlich-rechtliche Rundfunkes, die noch keine alternativen Möglichkeiten für den Montagabend gefunden hat, und die hier besonders nach dem drögen Coronawinter das viele Grün und die vielen Blumen und Blüten und Alpenblicke zu schätzen wissen dürfte. Ein Produkt aus Fernsehomas Küche. 

Damit auch dem Regionalproporz Genüge getan ist, kommen alle fünf Wettbewerbsgärtner aus verschiedenen Teilen Bayerns. Und, was das Fernsehen besonders liebt seit Corona, ein Experte ist auch dabei. 

Das Grand Egyptian Museum – Ein neuer Palast für Tutanchamun (BR, Dienstag, 20. April 2021, 22.50 Uhr)

Storytelling. 

Das Stuttgarter Architektur-Büro, das mit der Gestaltung der Tutanchamun-Galerie des im Bau befindlichen Megamuseums bei Kairo betraut ist, verwendet für den Aufbau der Ausstellung den Begriff „Storytelling“ oder auch „Inszenierung“ als Antwort auf die Frage, wie eine Ausstellung spannend und informativ zu gestalten sei. Das ist überzeugend, werbewirksam und man würde schon gerne das bis heute nicht eröffnete Museum möglichst bald besuchen wollen. 

Dem Film von Sabine Scharnagle mangelt es allerdings deutlich an Storytelling. Das fängt schon beim Titel an. Nicht das ganze Projekt ist das Thema, es geht praktisch nur um den deutschen Beitrag, den das Büro bei einer weltweiten Ausschreibung gewonnen hat. Das hätte man vielleicht schon im Titel klären sollen. Desinformative Titel schmerzen den Zuschauern, bauen Erwartungen auf, die nur enttäuscht werden können.

Dann wäre es für den BR, einen öffentlich-rechtlichen Sender mit einem demokratischen Grundauftrag auch leichter geworden, auf die politischen Rahmenbedingungen dieses Prestigeprojektes der Generäle, wie es immerhin heißt, einzugehen. 

Respektvoll wird von der „Militärführung“ als Auftraggeber gesprochen. Ein öffentlich-rechtlicher deutscher Sender dürfte heutzutage – selbst bei einer so mittelmäßigen Reportage – beim Begriff Militärführung nicht stehen bleiben. Es müsste hinzugefügt werden, dass es sich um ein Propagandaprojekt handelt, ein sehr raffiniertes sogar, das alte Ägypten ist weltweit ein attraktiver Mythos, ein Propagandaprojekt einer Unrechtsregierung , die vertuschen will, wie sie mit Gegnern umgeht, wie sie Kritiker einfach ins Gefängnis wirft; wie sie die Demokratie mit Füßen tritt. 

So ein Beitrag dürfte nicht ausblenden, wie die Miliardenkosten des Projektes im Verhältnis zum Wohlstand resp. der Armut im Lande stehen. Solange da eine Diktatur ist, werden auch die Einnahmen aus dem Projekt nur der korrupten Elite zugute kommen; insofern ist es nicht angebracht, einen reinen Werbefilm dafür hier im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu zeigen. 

Wo sollen Diktatoren sonst lernen, dass ihr Tun von demokratischen Gesellschaften ganz genau beobachtet und entsprechend missbilligt wird. So aber gibt der BR zu vestehen, dass das, was die Militärrgierung in Ägypten mit Kritikern macht, eine lässliche Sünde sei, nicht weiter erwähnenswert, wir können mit Zwangsgebührengeldern gerne a bissl Werbung für so eine Diktatur machen mit einem Kulturhappen, der hier garantiert gierig verschlungen wird und dem altägyptischen Gold, das vom Tahir-Platz und seinen Folgen ablenkt und dafür sorgen soll, dass die Touristenströme wieder Geld für die Generäle ins Land spülen, damit sie Kritiker noch brutaler mundtot machen, gar ermorden und in Deutschland munter weiter Rüstungsgüter einkaufen können.

Schlimm, dass ich für solch miese Propaganda vom Staat gezwungen werde, Zwangsgebühr einzuliefern. 

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Die Wittelsbacher – Geiseln Adolf Hitlers (BR, Mittwoch, 21. April 2021, 22.00 Uhr)

Vornehme Zurückhaltung.

Das ist die Überraschung in diesem Film von Andrea Mocellin und Thomas Muggenthaler, dass in der Flut von Naziverarbeitungsfilmen noch ein neuer Ton, eine neue Sichtweise möglich ist, die von letzten Zeitzeugen, die noch als Kinder Sondergefangene des Dritten Reiches waren und die erst seit zehn Jahren innerhalb der Familie überhaupt angefangen haben, davon zu reden und die erst jetzt finden, es sei an der Zeit, das öffentlich zu machen: die königlich bayerische Familie der Wittelsbacher mit den zentralen Protagonisten Herzog Franz und Herzog Max von Bayern, die als Buben mit ihrer Familie, teils getrennt, vor den Nazis zerstoben, erst nach Ungarn, dann nach Italien und schließlich doch gefangen wurden; dass die Familie den Status von Sondergefangenen hatte, die in den übelsten KZs separiert von den anderen Gefangenen untergebracht waren, teils direkt neben dem Krematorium, und so Eindrücke sammeln konnten, wie kaum andere Zeitzeugen, wie sie den Rauch aus dem Krematorium beschreiben, diesen klebrigen Niederschlag, der so merkwürdig gerochen hat. Wie sich Leichenberge direkt neben ihrer Unterkunft stapelten. Wie die Buben immerhin ab und an zum Spielen nach draußen durften und ihnen das aber vom Papa verboten wurde, nachdem sie erzählt hatten, was da zu sehen war. Junge SS-Soldaten erzählten den Buben bei einem Spaziergang, welchen Spaß es mache, Säuglinge an die Wand zu klatschen. Der Mensch ist eine Bestie und kann so freundlich sein. 

Privilegiert war immer noch dreckig genug. Es brachte der Familie ab und an Vorteile, dass Leute, auch aus der SS, sie erkannten und Respekt vor der Familie hatten. Das Nazireich im Niedergang versprach sich von der königlichen Familie als Geiseln Vorteile. Als Nebenprotagonistinnen erzählen Prinzessin Sophie von Arenberg, geborene Prinzessin von Bayern, und Prinzessin Marie-Gabrielle von Waldburg-Zeil, geborene Prinzessin von Bayern. 

Zwischen Interviews und spannenden Archivaufnahmen gibt es angenehm unpathetischen, teils verlangsamten Bilderbeifang von Impressionen aus der Natur, das Reencactment eines Militär-LKWs (auf so einem ist die Familie herumtransportiert worden) und den Glanzpunkt eines Fasans, der wie eine Sternschnuppe ins Grau des KZs Dachau gefallen sei, dieses Bild schildert fast poetisch Franz von Bayern wie ein wunderbares Erlebnis – oder vielleicht ein Hoffnungspunkt – im tristen KZ-Alltag oder auch die meditative Bebilderung der Geschichte vom Förster, der immer mit dickem Mantel bei der Familie vorbeischaute unter Lebensgefahr und nach dem Besuch ganz dünn geworden ist, wobei auch mal ein Apfel über den Boden gekullert sei. Hier unterstützt das subtil nachgedrehte Bild plastisch die Erzählung und verstärkt damit ihre Haltbarkeit. 

Etwas verwirrend ist der Storyfaden, der würde gewiss zu einer leichteren Nachvollziehbarkeit führen für diejenigen, die sich nicht auskennen in der Genealogie der Wittelsbacher, wenn die Gebrüder Franz und Max dezidiert als Protagonisten genommen würden, hier wirken sie eher als informelle Hauptdarsteller. Also die Story von den beiden aus aufzudröseln, aber dazu waren sie vielleicht zu bescheiden. Sonst käme womöglich jemand auf die Idee, diese Geschichte gar zu verfilmen – wert wäre es das. 

Der Film begleitet die beiden greisen Brüder zu KZs, in denen sie als Buben untergebracht waren. Im Schloss Nymphenburg, wo sie wohnen, zeigen sie Erinnerungsfotos und eine Krippe, die die Mutter in der Gefangenschaft gebastelt hat, sowie eine Uhr aus einem abgestürzten Flugzeug, was der überlebende Pilot ihnen geschenkt hatte. 

Die Wellküren -Schwestern im Dreiklang (BR, Montag, 12. April, 22.00 Uhr)

Das sind ja lauter Begonien“,

meint das Promischleimtimbre der Stimme des Interviewers am Grab der Eltern der kinderreichen Familie Well, 15 Kinder, aus denen je zwei berühmte, bayerische Musikgruppen hervorgegangen sind. 

Um das weibliche Trio, die Wellküren, geht es in diesem schlichten PR-Film von Matti Bauer mit etwas PR-Beifang auch für die Brüdergruppe, die Biermösl Blosn. 

Einen schönen Friedhof haben die wirklich in Günzlhofen, da möchte man direkt begraben sein, das immerhin kann man befinden nach der Sichtung dieser in den Wind geblasenen Lebenslinien. 

Nichts gegen die Wellküren, nichts gegen die Biermösl Blosn; die sind Teil der bayerischen Kultur. 

Vom Geschäft ist leider bei solchen Lebenslinien kaum die Rede. Das ist bei Musik und Kabarett eine gern verheimlichte Größe; vielleicht weil es dabei immer arg kapitalistisch zugeht. Und da sollte der unter Spardruck stehende BR endlich einen Grundsatzentscheid fällen: Gefälligkeits-Promi-Lebenslinien wie diese für Markennamen nur noch gegen Bezahlung, denn sie sind, wie hier, reine Weißwäscher-PR, eine Investition, die sich für die Musiker auszahlen wird. 

Als Ausnahme sollten nur noch Leute genommen werden wie Jutta Speidel oder Markus Wasmeier, die ihren Lebenssinn nicht mehr darin sehen, der eigenen Wichtigkeit und dem eigenen Geschäft zu leben, sondern sich mit allen Kräften (und nicht nur wohltätigkeitsalibibhalber) für ein Museumsdorf oder ein Frauenhaus einzusetzen. 

Es ist nicht einzusehen, dass bei der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes Haushalte, die weder Grundsicherung noch HartzIV beziehen, aber mit minimalen Budget über die Runden kommen müssen, davon auch noch happige Euro 17.50 abziehen sollen, um PR-Gefälligkeiten zu finanzieren. 

Der BR hat diesen Musikern/Musikerinnen mit zu ihrem Ruhm verholfen, von dem sie jetzt zehren und vermutlich nicht zu knapp. Das ist ein undemokratischer Hammer, wenn der Prekariatshaushalt in der Sozialwohnung noch zuschauen soll, für welch schönes Landleben von Promis er wegen der Haushaltszwangsgebühr auf den kleinsten Luxus verzichten muss. 

Das gilt übrigens auch für die chronische Ringlstetter-Werbung (wie sauer Bier) in den Tageszeitungen, die der BR immer noch schaltet, wenn auch inzwischen irritierter. Warum muss das Branding dieses Einzelunternehmers noch von Zwangsgebührengeldern unterstützt werden, eines Namens, der dem Träger schöne Finanzquellen erschließt? Warum setzt der BR da nicht wenigstens statt seiner das Bild der Gäste, damit andere auch was abbekommen von der BR-Gratis-Namens-Werbung. Demokratisch sauber ist diese Politik des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes nicht, da mögen Juristen sich noch so sehr in Winkelzügen verheddern. 

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Vor 60 Jahren: Eine Epoche vor Gericht (ARD-alpha, Freitag, 9. April 2021, 21.15 Uhr)

Journalismus 1961

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht aktuell im Kreuzfeuer der Kritik nicht nur wegen der Zwangsgebühr, die unfair zu Lasten einkommensschwacher Haushalte erhoben wird, er steht auch in der Kritik wegen Qualitätsabfall, wegen zu vieler Wiederholungen, von einigen Seiten wird er gar als Lügenfunk bezeichnet (das wäre wohl anno 1961 kaum vorstellbar gewesen); er steht in der Kritik wegen zu komplizierter und ineffizienter Strukturen, er steht in der Kritik wegen exorbitanter Pensionsverpflichtungen und der Sprecher der ARD Anstalten, der WDR-Mann Tom Buhrow, fällt vor allem durch ein Gehalt höher als das der Bundeskanzlerin auf und dass er es nicht schafft, im Land Gehör und Vertrauen für die Sache des öffentlich-rechtlichen Rundfunks herzustellen. 

Jetzt tut der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen Griff tief in sein Archiv und erinnert an eine Zeit, als solche Angriffe und Kritik an ihm nicht vorstellbar gewesen sind. 

1961 gab es kein Internet, die Journalisten waren noch echte Berichterstatter von Ereignissen rund um die Welt; einer Welt nicht wie heute, in der jeder an seinem PC oder auf seinem Smartphone oder was auch immer längst die Bilder von Katastrophen oder Demos senden oder empfangen kann, bevor der öffentlich-rechtliche Rundfunk überhaupt darüber berichtet. 

Damals waren die Journalisten von Zeitungen, Funk und Fernsehen die einzigen mit größerer Öffentlichkeit. Die Berichterstattung aus Jerusalem über den Prozess gegen den SS-Mann Adolf Eichmann war eine logistische Herausforderung für den deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, denn in Israel selbst gab es noch gar kein Fernsehen zu der Zeit; zum Prozess wurde lediglich eine Art Public Viewing veranstaltet.

Im Gerichtssaal selbst hatte eine amerikanische Fernsehgesellschaft das Monopol auf die Bilder; es war ein Non-Profit-Geschäft. Aufgezeichnet wurde mit einem Magnetverfahren, was nicht kompatibel mit dem deutschen System war, so dass die Bilder für Deutschland erst in London umkopiert werden mussten – mit deutlichen Qualitäts- und Zeitverlusten. Um keine Unruhe im Gerichtssaal aufkommen zu lassen, waren nur wenige Kameras an festen Positionen platziert. 

Der deutsche Moderator entschuldigt sich ausdrücklich für die technischen Probleme, auch mit der Begründung des Ehrgeizes, ein Zeitdokument zu erstellen, das nicht nach drei Tagen schon wieder veraltet sei. Das Behelfsstudio im Kings Hotel in Jerusalem sei leider nur mangelhaft gegen Straßengeräusche abgedichtet. Kaum vorstellbar aus heutiger Sicht, wie Studiogäste ungeniert rauchen. Die Moderation erklärt, dass die meisten deutschen Stimmen von Simultandolmetschern stammen. Ob dieses Zeitdokument seither oft angeschaut worden ist?

Faszinierend ist auch, dass Journalisten als Berufskleidung fürs Fernsehen Anzug mit Hemd, Krawatte und sogar Manschettenknöpfen für passend hielten. 

Eichmann selbst wohnt dem Prozess in einem kugelsicheren Glaskabäuschen bei in Anzug, weißem Hemd, Krawatte, perfekt wie der Buchhalter vom Dienst. Er sieht sich als einen gewissenhaften Menschen, als einen unbedeutenden Bürokraten. Der Ausrottungsbeschluss war für ihn nur ein Stück Papier, dessen Inhalt es auszuführen galt, er hatte die Leitung für die gesamte jüdische „Auswanderung“.

Hochspannend ist Eichmanns innerer Monolog bei Schilderungen von Zeugen; man sieht diesen pedantischen Buchhalter des Todes förmlich den Vergleich ziehen zwischen seiner Anleitung vom Schreibtisch aus und dem, was laut Schilderungen real passiert sein muss; manchmal scheint man eine Unzufriedenheit zu entdecken, manchmal ein süffisantes Lächeln, gar Strahlen, wenn er das Gefühl hat, dass genau nach seinen Anweisungen gehandelt worden ist, da glaubt man in seinen Augen Zufriedenheit, Stolz, Triumph ablesen zu können. Er ist das perfekte Bild für das Bluthandwerk vom Schreibtisch aus, für die Banalität des Bösen, wie Hannah Arendt es nannte. 

Interessant ist auch die Figur des Verteidigers, der seine Sache ernst nimmt, damit ein fairer Prozess daraus wird, ein rechtsstaatlicher im Gegensatz zu den Verfahren der NS-Justiz; er beantragt sogar, Entlastungszeugen aus Deutschland oder Österreich einzuladen und ihnen freies Geleit zu garantieren; was teilweise auch gelingt und einen bemerkenswerten Seitenblick auf den Angeklagten eröffnet, der anfangs Auswanderung noch nicht im Vernichtungssinne verstanden habe; der aber in kurzer Zeit eine brutale Wandlung durchgemacht haben muss vom Menschenretter zum Spediteur des Todes. 

Jede Folge berichtet über eine halbe Verhandlungswoche, die Deutschen laden deutsche Journalisten in ihr Studio ein, aber auch israelische Gäste, sie sehen sich in Jerusalem um, sie befragen Korrespondenten aus aller Welt. Und sie haben zwei Sonderkorrespondenten vor Ort. Mit Axel Schildts „Medien-Intellektuelle in der Bundesrepublik“ im Hinterkopf fragt man sich unwillkürlich, wie denn diese deutschen Medienleute selbst die Nazi-Zeit wohl überbrückt haben. Da könnte die ARD nachlegen, allenfalls sogar Aufarbeitung betreiben und wenn sie schon dabei ist, dann wäre auch interessant zu erfahren, wie in der DDR über den Prozess berichtet worden ist.

Der westdeutschen Öffentlichkeit wurde durch die Berichterstattung über den Eichmann-Prozess das Ausmaß und die unmenschliche Grausamkeit der Nazivernichtungsmaschinerie das erste Mal so drastisch vor Augen geführt, speziell mit Augenzeugenberichten, bei denen selbst die Simultandolmetscher emotional gerührt mitgehen. 

In unseren dämlichen Corona-Zeiten kommt dieser dreistündige Archiv-Fund wie gerufen. Er wirft einen prägnanten Blick nicht nur auf die Medienvergangenheit, er spricht direkt die brandaktuelle Problematik an, wie die Welt mit Potentaten, Antidemokraten, Diktatoren umgehen soll und die Frage, ob sie etwas dazugelernt hat? Immerhin können inzwischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit allüberall geahndet werden (in Jerusalem musste damals juristisch trickreich nachjustiert werden). Verabscheuungswürdige Gräuel passieren weiter in China, Syrien, Myanmar und und und und gerade deswegen darf diese ganze Tötungsmaschinerie nie vergessen werden. Auch nicht, dass Menschen wie ich und du zu solchen Dingen fähig sind. 

Hier wird die Erinnerung von einem historischen Prozess ins Gedächtnis gerufen, der damals weltweit Aufsehen erregt hat; er war ein Weltmedienereignis. Die Erinnerung daran muss dazu dienen, jegliche Art von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, von Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus immer wieder laut anzuprangern, nicht darüber hinwegzusehen, bei Handelsbeziehungen mitzuberücksichtigen, auf höchster politischer Ebene offen anzusprechen; da scheint es, hat die neuere deutsche Politik viel zu oft Kreide gefressen, wenn es darum ging, Autos zu verkaufen oder U-Boote oder Kraftwerksturbinen. 

Das würde bedeuten, nicht aus der Geschichte gelernt zu haben. Aus der Geschichte gelernt haben heißt doch, sensibilisiert sein für die Missachtung von Menschenrechten, ohne gleich als Weltmoralpolizist aufzutreten. Es ist zwar richtig, das ist eine gute Maxime der deutschen Außenpolitik, im Dialog zu bleiben. Aber es ist genau so wichtig, Verbrecher gegen die Menschenrechte nicht mit militärischen Ehren zu empfangen oder sich von solchen pompös einladen und für Propaganda missbrauchen zu lassen (wie gerade diese Woche die EU-Spitze in Ankara); Arbeitsebene genügt. Im Moment hat Corona zwar die politische Reisetätigkeit etwas in den Hintergrund treten lassen, aber den Spitzen, ob Verbrecher oder nicht, schweben bestimmt jede Menge Nachholbegegnungen vor – und damit ergibt sich Gelegenheit, die entsprechenden Dinge offen anzusprechen. 

Geschichte ist Zukunft – Marketing und Propaganda (ARD-alpha, Dienstag, 6. April 2021, 21.45 Uhr)

Hitler geht immer

und besonders gut in diesem Bilderwust zum kopflastigen Titel, der sich letztlich mit Propaganda beschäftigt und orientierungslos im Riesenmeer von schnell montierten Texten, Bildern und Statements herumschippert. 

Wobei das Ungleichgewicht verblüffend ist: gegen den großen Anteil von Hitlerwerbung werden keine Antibilder aus KZs gesetzt, nur an einer Stelle wird erwähnt, dass Hitler mit seiner Propaganda den Holocaust begründet hat; der Film selbst bekommt so eine übel propagandistische Schlagseite. 

Eine Historikerin, die nicht genug bekommen kann von den süßen Nazipropagandafilmchen, zitiert auch Goebbels und seine Propagandatheorie, dass Lüge dazu gehöre. 

Ausgangspunkt der Mischmascharbeit ist das Thema Impfen. Insofern aktuell, obwohl der Film von 2020 stammt. Fallen wir auf Propaganda rein, wenn wir gewarnt werden vorm Impfen? Dann zentriert der Bilderbrei um die Nazizeit und geht weiter, immer reden auch Experten und man ist Gast bei einer Marketingagentur, die Wasser verkaufen will, dann geht’s zu den modernen Social- Media-Plattitüden und zu einer Influencerin.

Ein TV-Schnellgericht mit x-beliebigen Zutaten. Immerhin heißt es an einer Stelle, es wäre gut, ein Bewusstsein über Werbung und Propaganda zu haben, um nicht von ihr geneppt zu werden. Beweise bleibt das Machwerk schuldig. An wen wendet es sich? Die Leute, die ein Bewusstsein von Propaganda und Werbung haben, erfahren nichts Neues und die Direktkonsumenten der allüberall über uns herfallenden Werbung, die dürften so etwas eher nicht schauen. 

Die ARD hätte Kosten und Energie lieber dazu verwendet, in ihrem Programm Propaganda und Schleichwerbung näher zu betrachten und Beispiele aufzudecken. Zum Beispiel die Sendereihe Lebenslinien sich vornehmen und genau zu unterscheiden, wo es lediglich um PR für Prominente geht und wo wirklich Lebensgeschichten vermittelt werden, die Wahrheit haben und nicht den Schleichzweck, die Protagonisten in ihrer geldwerten Bekanntheit noch bekannter werden zu lassen, ohne das als Werbung kenntlich zu machen, was laut diesem Filmchen Propaganda ist, damit sie die mit ihrem Namen verbundenen Geschäfte (beispielsweise ‚Markenbotschafter*in‘) noch lukrativer betreiben können. 

Es scheint bei der Sendung vor allem darum gegangen zu sein, aus einem bestimmten ARD-Geldtopf einen Happen zu erhaschen; und wer einen pompösen Titel einreicht, hat den redaktionellen Geldhahn schon halb geöffnet, hat dem öffentlich-rechtlichen Zwangsgebührentreuhänder schon den Kopf verwirbelt, werden sich die Macher Emanuel Förster, Sonja Herzl und Stefanie Daubek gedacht haben. Und recht (und Geld) haben sie bekommen. 

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Lebenslinien: Markus Wasmeier – Nach dem Rennen (BR, Montag, 5. April 2021, 22.00 Uhr)

Lüftlmalerei und Riesenslalom.

Schmerzpunkt dieser Lebenslinien von Monika Manoutschehri ist der Besuch von Rosi Mittermeier und Christian Neureuther, diesen eitlen Selbstvermarktern, die ihre Lebenslinien schamlos für Eigen-PR diskreditiert haben. Die müssten für jeden Auftritt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlen, weil es sich um eine reine Investition in ihren PR-Wert handelt. Es ist nicht einzusehen, dass für solche Investitionen der Zwangsgebührenzahler aufkommen muss, der Gewinn aber von den Promis privat eingesteckt wird; da liegt viel Einnahmepotential bei den unter Sparzwang stehenden Öffentlich-Rechtlichen. 

Umso positiver sticht Markus Wasmeier hervor. Wasmeier nimmt man seine Heimatverbundenheit ab, nicht nur wegen dem Dialekt, sondern wegen seinem Einsatz für das Museumsdorf, das er idealistisch aufgebaut hat.

Der ehemalige Skirennfahrer und Olympiamedaillengewinner stammt aus Handwerkerverhältnissen, hat selber als Maler angefangen. Sein Vater war Lüftlmaler und in der Fantasie spinnt die Verbindung von Riesenlalom und Lüftlmalerei wunderbare Kapriolen. 

Wer hier bei filmjournalisten.de schon mal reingeschaut hat, dürfte die Skepsis von stefe Promi-Lebenslinien gegenüber bekannt sein, grad weil sie, wie eingangs oben erwähnt, oft korrumpiert werden zu reiner Personality-Show mit PR-Effekt. Der Erhalt von Monumenten, von Häusern der bäuerlichen Kultur im Alpenland Bayern gehört sicher nicht zu der Kategorie. 

Es gibt eine Szene im Film, wie Wasmeier mit seiner Gitti über deren Krebserkrankung spricht und sie am Seeufer stehen, da kommt das Alpenpanorama im Hintergrund rüber wie ein Gemälde von Ferdinand Hodler. Auch so ein Bild, ob zufällig oder nicht, kann zum Qualitätsmerkmal einer Dokumentation werden. 

Angenehm ist, dass die Skikarriere mit ihren Erfolgen und Misserfolgen wie nebensächlich abgehandelt wird. Zentrum des Lebens von Wasmeier ist Schliersee, die Bodenhaftung braucht er und wie Jutta Speidel es schon getan hat mit ihrem Horizont-Projekt, stellt er das Interesse für sein Museumsdorf in den Mittelpunkt, bei dem die ganze Familie mit den drei Söhnen mit anpackt, auch sie sind alle offenbar handwerklich nicht nur interessiert, sondern auch begabt. Und auch der Vater von Markus Wasmeier tut mit. 

Die Geheimnisse des schönen Leo (BR, Mittwoch, 31. März 2021, 22.45 Uhr)

Eine Minute am Schalthebelchen der Weltpolitik

Diese Familienforschung eines Enkels nach seinem prominenten Großvater rankt um das Misstrauensvotum gegen Willy Brandt von 1972, das nicht erfolgreich war wegen zweier Abweichler aus der CDU-CSU-Fraktion. Es waren zwei Stimmen, die von der DDR gekauft waren, weil die wollte, dass Willy Brandt an der Macht bleibt wegen der Ostverträge. 

Einem der beiden Abweichler gilt diese Recherche. Sie ist von dessen Enkel Benedikt Schreiber. Peakfein trägt der Opa sogar im intimen Familienleben Anzug mit Krawatte. 

Der Film gibt einen einmaligen Nähkästchen-Einblick in die wurmstichigen Eingeweide der Bonner Republik. Siehe die Review von stefe.