Versuch der Verfilmung des Welterfolges „Die Wand“ von Marlen Haushofer.
Ein hingebungs- und andachtsvoll hingepinseltes Alpengemälde mit einer Frau, die auf einer Jagdhütte eine zweijährige Robinsonade mit einer Kuh, einem Hund und einer Katze verbringt und mit einem knalligen Fremdkörper mittendrin: einer pantomimisch angedeuteten, unsichtbaren Wand oder Glaswand, einer durchsichtigen Wand, die aber auch eine akustische Wand ist von einer Undurchdringlichkeit, von der so manches Tonstudio träumen dürfte – eine jener Art von Literaturverfilmungen, die möglicherweise dem, der das Buch kennt, zumindest durch den Wortlaut und wenn er/sie gelegentlich die Augen schließt, den als gesprochenen zu Gemüte zu führen vermag. Stefes Review.
Archiv der Kategorie: Tipp
Lebenslinien: Veronika Ferres – Es muss doch mehr geben im Leben (BR, Montag, 9. März, 21.00 Uhr)
Der BR-Redakteur Jörg Seewald (der hatte schon die Klatschsendung Essenz des Lebens zu verantworten) baut hier ein Verehrungsmarterl für Veronica Ferres, zweifellos einer der bekanntesten weiblichen Fernsehstars in Deutschland. Der BR goes Klatschbusiness. Zwangsgebührengelder für das private Marketing eines erfolgreichen Stars, dem man bei jedem Satz anmerkt, dass er reines Kalkül im Hinblick auf das Ikonenbuilding ist. Dieses Geschäft sollte der öffentliche Rundfunk bittschön Der Bunten oder Gala oder den Privatsendern überlassen. Das hat mit dem demokratischen Grundauftrag des Senders nichts zu tun.
Der „Journalismus“ des Herrn Seewald, der redaktionell von Christian Baudissin zu verantworten ist, begnügt sich mit unkritischer Hofberichterstattung, stellt nicht eine tiefere Frage, versucht nicht ein einziges Mal Frau Ferres eine spontane, persönliche Äußerung zu entlocken.
Herr Seewald bietet Frau Ferres devot und untertänig, als ob er an ihrem Speichel klebe, eine Bühne zur Selbstdarstellung. Bereitwillig bringt er die Bilder, die sie von sich als Star sehen möchte, von Roten Teppichen und Preisverleihungen, von der exklusiv vermarkteten Hochzeit (die insofern ein PR-Desaster war, als gleichzeitig Herr Clooney in Venedig und dort mit Weltniveau und Weltklatsch geheiratet hat; wenigstens darauf hätte Herr Seewald doch eingehen können). Er zeigt sie als Star im Fond einer Limousine, geblondet und besonnenbrillt, so wie sich Lieschen Müller einen Star von anno dunnemals vorgestellt hat.
Frau Ferres darf treuherzig erzählen, sie wolle keine Marke sein; Herr Seewald muss blind und taub sein, dass er nicht merkt, wie er sich zum willfährigen Werkzeug der gezielten Marken-Strategie von Frau Ferres machen lässt. Müssen Bilder von ihr am Grab der Mutter wirklich in die Öffentlichkeit? Muss sie, die das Vermarkten von Kindsbeinen an im elterlichen Kartoffelgeschäft gelernt hat, das immerhin erfahren wir hier, die raffinierte (Nicht)-Vermarktung ihrer Tochter, so breittreten und mit Aufnahmen mit ihr beim gemeinsamen Tauchen gleichzeitig konterkarieren? Auf diesen Zwiespalt hätte man sie aufmerksam machen können; einerseits eine gute Mutter sein; andererseits das auch breit herum erzählen und zur PR einsetzen. Herr Seewald hätte wenigstens fragen können, ob es ihr mit dem Schutz der Tochter ernst ist, wenn sie das so ausgiebig erzählt. Ein Geheimnis, was man so fett preisgibt, ist kein Geheimnis mehr. Vielleicht will Frau Ferres mit solchen Bemerkungen nur den Tag vorbereiten, an welchem sie ihre Tochter exklusiv und öffentlichkeitswirksam vermarkten wird.
Der Intendant des BR, Ulrich Wilhelm, sollte sich überlegen, ob er Herrn Seewald weiter mit solchem Klatschbusiness betrauen will oder ob sich nicht im Archiv eine Stelle für ihn findet lässt, wo die Öffentlichkeit von ihm verschont wird.
Warum fragt Seewald Frau Ferres nicht nach entscheidenden Situationen in ihrem Leben, wo sie sich zwischen Machtwillen und Liebe entscheiden musste, oder wo sie sich womöglich für die Liebe entschieden hat, weil diese der Karriere förderlich war?
Warum fragt Seewald sie nicht, warum sie sich, wenn sie mit Perücke verkleidet sich in eine Gerichtsverhandlungen schleicht, um Feldstudien für eine Rolle zu betreiben, warum sie sich dabei erwischen lässt und der Presse erlaubt, die Bilder als PR für sich und ihre nächste Rolle zu veröffentlichen?
Es scheint, als habe Frau Ferres Herrn Seewald eiskalt um den Finger gewickelt zur geschönten Selbstdarstellung. An diesem Film, der sich offenbar allein an ein dummes Publikum wendet, das keine Ahnung vom Geschäft der Stars hat, wären einzig interessant die Besprechungen und Initiativen im Hintergrund, die dazu geführt haben und dass er so gemacht wurde.
Vom Grundauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes her ist jedenfalls nicht abzulesen, dass auch nur eine einzige Sendung sich ausschließlich an ein dummes, ahnungsloses Publikum wenden soll und dieses in seiner Dummheit, resp. Stargläubigkeit und -verehrung wie hier noch bestärkt werden soll.
Warum muss der arme Edgar Reitz herhalten, um das Märchen von der Entdeckung aufrechtzuerahlten mit der Geierwally; das mag schon stimmen. Wie aber weiter an die Rollen zu kommen ist, was ein Star alles unternehmen muss, um seine Position zu halten und zu festigen, zu welchen Mitteln er da gelegentlich greifen muss, darüber kein Wort. Keine Rede davon, wie Frau Ferres an ihre Rollen, an öffentliche Gelder kommt, welche Kontakte sie pflegen muss, allenfalls auch und ob mit Geschenken. Keine Rede davon. Denn die Branche ist weder intrigant noch korrupt noch sonstwie irgendwie suspekt; die Branche ist wie das Märchen vom Schneewittchen.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers.
Amma & Appa (BR, Dienstag, 3. März 2015, 22.45 Uhr)
Ein erfrischend persönlicher, bayerisch-indischer Erlebnisbericht, fand stefe in seiner Review anlässlich des Kinostarts.
Vereinsheim Schwabing (BR, Donnerstag, 26. Februar 2015, 23.30)
Kleinkunst im Fernsehen zu zeigen ist sicher eine verdienstvolle Absicht der BR-Redakteure Christian Faust und Annette Siebenbürger. Und da Kleinkunst fürs Publikum ist und vom Publikum lebt, ist eine Aufzeichnung, wie hier aus dem
Vereinsheim in Schwabing sicher sinnig, einer Brettl-Bühne.
Was der Moderator Hans Ringlstetter zum affig überkünstelt angeheizten Applaus des vorgeheizten Publikums ankündigt, das sind alles hochprofessionelle Nachwuchskünstler, an deren Begabung und Können kein Zweifel besteht. Sie sind Künstler auf den ersten Stufen von Karriereleitern und die wollen auch Karriere machen. Darum streben sie in solche Sendungen. Die benutzen sie, um ihr Markenbuilding, ihr Branding fortzuschreiben und sich bekannt zu machen: Stefan Leonhardsberger mit spitz gesprochenem Songtext und marionettenhaft eingeübter Gestik zum Problem einer Vaterschaft, Jan Philipp Zymny mit längst nicht mehr unschuldiger Einfalt in gebrüllter Meditation über die Liebe und Nico Semsrott mit relativistischen Sophismen darüber, dass das Negativere der Tröster des Negativen sei, das Üblere der Balsam für das Üble.
Gerade im Perfektionismus dieser Künstler scheint mir allerdings das Haar in der Suppe einer solchen Sendung zu liegen. Die nudeln ihre Nummern perfekt einstudiert und risikolos runter. Sie kommen mir vor wie fahrende Nummernhändler. Sie zeigen keinerlei Spontaneität, sie können nur vorgeplant aufs Publikum eingehen, sie kommen mir schon so (karriere)angepasst vor – das ist zum Heulen, dass sich da nicht mehr jugendlicher Eigenwillen zeigt und Frechheit oder dass die Redaktion offenbar nichts Frischeres, Frecheres findet (das muss nicht mit dem Alter der Darsteller zusammenhängen; die Redakteure Chrstian Faust und Annette Siebenbürger sollten sich die Freiheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zunutze machen, der nicht auf die Quote zu schauen hat, sondern sich erlauben, gerade nicht-karrieristische Künstlergewächse aufzuspüren; mehr auf die Frische und Wachheit des Geists statt auf die Jahrringe zu schauen – mehr Eigenwille täte der Angelegenheit im Sinne von Demokratie und demokratischem Grundauftrag des Rundfunks nur gut).
Einzig Schankellner Björn Puscha kann sich eine gewisse Spontaneität bewahren bei der Übersetzung ins Lateinische des Titels des nächsten, anzukündigenden Künstlers; aber dass das Publikum den Satz anschließend Wort für Wort nachsprechen muss, ist leider wieder reinste, widerliche Massenmanipulation, die nicht im Sinne des Auftrages eines öffentlich rechtlichen Rundfunkes sein kann.
Einblick in die Kommerzialisierung der Kleinkunst.
Nocebo (BR, Samstag, 21. Februar 2015, 22.30 Uhr)
Christian behauptet, er sei schizophren und nehme an einer Medikamentenstudie teil. Er behauptet ferner, er habe eine Freundin, die nehme auch an der Studie teil und der gehe es schlecht. Keiner glaubt ihm. So rennt und flieht er durch die Nacht von der Polizei zur Psychiatrie zu seiner Schwester und auch zu deren Macker. Er behauptet ferner, er sei nie ein Placebo-Patient gewesen: ergo, Titelerklärung: No-cebo.
Ganz spät in diesem Kurzfilm gibt es einen Moment, in dem wie ein Wetterleuchten die Frage im Raum steht, ob es Liebe überhaupt gebe (das ist bei der Befragung der Freundin). Der Film beantwortet die Frage auch gleich mit einem klaren Ja.
Dieser knapp 40-minütige Film ist die Abschlussarbeit von Lennart Ruff an der HFF München und zeigt wunderschön, was man an so einer Renommier-Film-Schule alles lernt. Musterschülerhaft sind die Szenen eingerichtet, beleuchtet, inszeniert, aufgelöst, geschnitten. Die einzelnen Gewerke dürften allesamt Bestnoten kassieren. Eine bessere Empfehlung für deutsche, themenorientierte Fernseharbeit kann ein Nachwuchsfilmer kaum abgeben.
Gleichzeitig macht der Film allerdings auf die ganz große Schwäche dieser Ausbildung aufmerksam: sie lernen es nicht, eine spannende Geschichte zu erzählen, eine Geschichte spannend zu erzählen, schon gar nicht eine Kinogeschichte, weil die Figuren alle bloß themenfokussiert und -reduziert erfunden sind; wobei hier erschwerend hinzu kommt, dass der Abschlussstudent für das Drehbuch mit Maggie Peren eine sogenannte Fachfrau geholt hat, die das Studium an ebenderselben Hochschule schon hinter sich hat, die an eben dieser Schule das plausible Kinogeschichtenerzählen auch nicht gelernt hat. Auch bei ihrem Film Die Farbe des Ozeans war mein Befund, die größte Schwäche sei das Buch. So könnte man denn von einem schönen Beispiel für eine staatlich hochsubventionierte, sich selbst fortpflanzende Verkümmerung der Drehbuchkultur beim deutschen Film sprechen.
Ich will Dich (arte, Freitag, 13. Februar 2015, 20.15 Uhr)
Ein Architektenehepaar plant für sich ein neues Wohnhaus. Die Ehefrau soll den Umbau des Bades bei der Schwiegermutter übernehmen. Ein Freund kommt mit seiner Liebe des Lebens vorbei. Weil die grad Stress haben, laden die Architekten das Paar auf das Wochenende ein. Allerdings hat die Frau des Architekten keine Lust, den Babysitter zu spielen. Diese Bemerkung ist die erste emotionale Reaktion auf die junge Frau des Freundes. So viel die Info nach 3 Minuten. Ein Film, der es offensichtlich auf eine Paarthematik abgesehen hat.
Am Wochenende in der Hütte am See kommt die Paardynamik in Gang. Sie fängt mit den beiden Frauen an, die zuerst allein da sind. Der Film zeigt, dass er zeigen will, dass zwischen den beiden Frauen unsichtbare Schwingungen bestehen. Aufs Auge gedrückte Situationen mit verlorenem Brillantring oder den Croissants. Marie und Ayla zu zweit allein.
Rainer Kaufmann zeigt uns in seiner Regie nach einem Buch von Karthrin Richter und Jürgen Schlagenhof überdeutlich, dass sich jetzt was anbahnt zwischen den beiden Frauen, denn die Filmemacher versuchen, sich fernsehtechnisch am Thema lesbische Liebe abzuarbeiten, die sich zwischen zwei bürgerlichen Hetero-Ehefrauen entzünden kann.
Fernsehtechnisch heißt in diesem Fall: dass das, was hier vorgespielt wird, wohl theoretisch Schritt für Schritt thematisch durchdacht und vollzogen wird. Kopfgeburtig. Der emotionale Nachvollzug durch den Zuschauer interessiert wenig. Denn das würde deutlich mehr Arbeit bedeuten: primär die Präsentation der Charaktere, ihrer Anfälligkeiten und Dispositionen und dann erst das Ingangsetzen der Handlungen, die die Konflikte und Entwicklungen zum nicht gleich absehbaren Ende mit dramatischer Spannung füllt.
Stattdessen blättern uns die Fernsehmacher Kaufmann, Richter, Schlagenhof ein Brevier gepflegt-gediegener, themenvorschrifterfüllender, vollkommen überraschungsfreier TV-Alltags-Langeweileszenen einer bilderbuch-geleckten TV-Familie vor uns auf (mit der Tochter über die Pille reden, Sohn fährt mit der S-Bahn, mit Teppichhändlerfreundin Rita in der Disco, Ehemann treibts im verglasten Büro mit der Mitarbeiterin, Papa fragt mitten in die Familienkatastrophe hinein dämlich: „Was ist denn hier los?“, immer schon die Frage im deutschen TV, die auf flüchtige Drehbucharbeit schließen lässt, Polizei taucht in Hütte am See auf wegen Hasch von Sohn, der Wunsch nach dem Doppelpenthouse oder Marie, die oft entsetzt schaut = „ich spiele bürgerliches Drama“; auch ein Regieproblem).
Durch den Rückgriff auf diese Fernsehroutine-Alltagsszenen ist zu wenig Augenmerk auf das Entstehen der Tändelei zwischen den beiden Frauen und den Übergang zum Ernst gelegt, zudem Verzicht auf einen plausiblen Handlungsfaden. Diese Mängel werden gegen Ende mit fernsehtechnisch hergestelltem Herzschmerz kompensiert.
Fernsehen wie Nippes aus Porzellan. Das soll eine Luxusmanufaktur auf eigene Rechnung herstellen, wenn sie denn Kunden findet, aber garantiert gehört das nicht in den Bereich der Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes, der seine Zwangsgebühren nach einem sozial höchst ungerechten Modell zu Lasten der einkommensschwachen Schichten erhebt. Wer Interesse an solchen De-Luxe-Produkten höherer Langeweile hat, der soll das bittschön nicht über mühsam abgesparte Gebührengelder finanzieren; das hat mit dem Grundauftrag des öffentlichen-rechtlichen Zwangsfunks nichts zu tun. Der soll sich Mäzene oder Finanziers suchen; so würde die Tauglichkeit solcher Projekte im Handumdrehen erkennbar.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers.
Die Parade – Parada (arte, Mittwoch, 11. Februar 2015, 22.05 Uhr)
„Ein pan-jugoslawischer, heftiger Agit-Prop-Streifen von Srdjan Dragojevic für die Rechte der Schwulen, kulminierend in Szenen der Pride-Parade in Belgrad von 2010, heftig angefeindet von Tausenden von Nationalisten und Radikalen, die von eben so vielen Tausenden von Polizisten in Schach gehalten wurden.
Jahre nach den Kriegen, die der Auflösung Jugoslawiens folgten, ist auch in diesem Film zu sehen und zu spüren, wie solche Kriege noch lange die Brutalität und generell das Vorurteilswesen am Leben erhalten, wie Waffen nach wie vor leicht zur Hand sind und Schlägertypen dazu.“
So fängt stefes Review anlässlich des Kinostartes an.
5 Jahre Leben (arte, Freitag, 6. Februar 2015, 20.15 Uhr)
Stefan Schallers eindringliche Verfilmung des die deutsche Politik gnadenlos entlarvenden Kasus Murat Kurnaz. Er ist 1725 Tage von den Amerikanern in Guantanamo gefangen gehalten worden ohne Anklage. Er wurde gefoltert und die deutsche Politik, die davon wusste, war jahrelang viel zu schisserig, besonders der erstmalige Außenminister Steinmeier, ihn rauszuholen. Schaller konzentriert und reduziert sich auf die zwei Jahre in Guantanamo, schildert das Leben dort, führt den Zuschauer mitten hinein in das verbrecherische Lager, das die USA auch unter Obama nicht das Herz und den demokratischen Pepp hatten, aufzulösen. Eher werden die Kuba-Sanktionen aufgelöst denn Guantanamo. Stefes Review anlässlich des Kinostarts.
Der blinde Fleck (ARD, Mittwoch, 4. Februar 2015, 20.15)
Hier greift Kino als Spielfilm nach den Recherchen des Journalisten Ulrich Chaussy demokratisch wach in die von staatlicher Seite merkwürdig lasche Aufarbeitung des Oktoberfestattentates ein. Nach Kinostart und arte zeigt jetzt auch die ARD diesen wichtigen Film. Stefes Review
Paare (arte, ab Montag, 2. Februar 2015, je 19.03 Uhr)
Kalenderblatt-Fernsehen aus dreiminütigen Beiträgen gespickt mit Philsophemen, Binsenwahrheiten und Aphorismen zum Thema Liebe, Ehe und Paarverhalten.
Eine aparte Idee: Paare auf der Couch beim Therapeuten. Und weils für arte ist, müssen alle Stars sein, die ihre Aufgabe, direkt in die Kamera hinein, als ob sie beim Therapeuten säßen, ganz gut lösen. Dabei dürfte gerne eingeblendet werden, wieviel an Gebührengeld sie dafür erhalten. Wobei es für die meisten von ihnen sicher von Vorteil gewesen wäre, wenn sie als Gegenüber einen Menschen und nicht eine Kamerlinse gehabt hätten.
Angenehm ist die Kürze dieses neckischen Formates von Johann Buchholz, der mit David Pfeifer auch die Drehbücher geschrieben hat. Aber gerade, was die Würze betrifft und den Esprit, ist es sicher noch entwicklungsfähig. Im Moment scheinen sie es sich zu einfach gemacht zu haben mit dem Verteilen der Allgemein- und Binsenwahrheiten aus dem Innenleben von Liebenden und Paaren, da scheint noch eine Beliebigkeit zu herrschen, die sich nicht um die Charaktere der Figuren kümmert, vor deren Folie die Texte erst richtig zum Erblühen kämen. Was allerdings deutlich mehr Arbeit bedeuten würde.