Archiv der Kategorie: Tipp

3100 Meilen: Laufen für die Seele (DVD)

Nicht ganz so verrückt, wie der Typ, der wegen Corona einen Marathon auf dem eigenen Balkon absolivert, aber 3100 Meilen um einen Block herum zu schaffen, das Ziel setzen sich nur wenige. Sie begründen es spirituell – und sind mit einem solchen Ziel auf der Welt nicht die einzigen.

Siehe die Review von stefe

Cats (DVD)

stefe war einer der wenigen Enthusiasmierten. Vielleicht weil er die Musicalverfilmung im Dolby-Cinema gesehen hat, in welchem er just vorher einen für ihn wenig erträglichen Megablockbuster verogeführt bekommen hat? Siehe die Review von stefe.

DOK.fest München vom Mittwoch, 6. bis Sonntag, 24. Mai 2020 im Internet.

Das Dok.fest München zieht sich dieses Jahr aus der Öffentlichkeit, aus den öffentlichen Räumen zurück, weil Vater Staat überfürsorglich mit seinem Bürgern umgeht und ihnen nicht zutraut, aus Coronängsten genügend Abstand zwischeneinander zu halten, was im Kino ohne weiteres möglich wäre. 

Das DOK.fest München als ein Streaming-Festival. Filme im Internet zu sichten, ist zwar für den Reviewer kein ungewöhnlicher Vorgang, er hat sogar gewisse Vorteile, wobei die Vorführung im Kinosaal das Non-Plus-Ultra bleibt und der wahre Härtetest für Filme. 

Andererseits fehlt dem Festival genau das, was es zum Festival macht: der Kontakt zu den anderen Menschen, der Austausch über die Filme, die Reaktionen der anderen Zuschauer während der Vorführung, die auf Dinge aufmerksam machen können, die man selber übersieht. 

Insofern ist dies nur der Torso eines Festivals, was immerhin für die teilnehmenden Filmemacher den Ausweis einer Festivalteilnahme mit sich bringt, was mitunter für die weitere Laufbahn eines Filmers entscheidend sein kann und noch mehr, die Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben, was für die Finanzierung neuer Projekte hilfreich sein kann, für Filme, die wir vielleicht nächstes oder übernächstes Jahr zu sehen bekommen; das allein ist Grund genug, sich hier Filme anzusehen, um dem Kino beim Überleben in diesen krassen Zeiten zu helfen. 

Coronapolitikgeschädigte Bürger haben hier die Möglichkeit, als Online-Zuschauer ein sicher spannenderes Programm zu erleben als das übliche Fernsehprogramm bietet. 

stefe hat sich im Vorfeld einige der Filme anschauen können.

Reviews zu den Filmen des Internationalen Wettbewerbes DOK.international.

Reviews zu den Filmen der Reihe DOK.horizonte.

Reviews zu den drei Filmen von DOK.network Africa

Und last but not least 3 Reviews zu Filmen außerhalb dieser Reihen, zu JENSEITS DES SICHTBAREN – HILMA AF KLINT, WALCHENSEE FOREVER, zu SCHLINGENSIEF – IN DAS SCHWEIGEN HINEINSCHREIEN und zu SPACE DOGS.

stefes Lieblingsfilm: 143 RUE DU DÉSERT, auf einen Tschai für Müßiggänger!

Born in Evin (Stream)

Eine Tochter interessiert sich für die verdrängte Vergangenheit ihrer Mutter und damit für die krassen Umstände ihrer Geburt in einem persischen Gefängnis. Siehe Review von stefe.

Ab sofort bei Vimeo on Demand, bis Ende Mai verfügbar.

Lebenslinien: Die Tangobäuerin aus dem Allgäu (BR, Montag, 4. Mai 2020, 2200 Uhr)

Eine Frau geht ihren Weg

von Kindsbeinen an, mit einem unglaublichen Élan vital ausgestattet, so dass sie mit 50 einen Selbstversorger-Einödhof im Allgäu kauft; es sei hart, aber warum soll es anders sein und ruhen könne sie ja, wenn das Leben vorbei sei.

Die ansprechenden Lebenslinien von Arndt Wittenberg (Redaktion: Christian Baudissin) fangen mit einem Bild von hoher Spannung an: auf Holzdielen einer Scheune im Oberallgäu sind die Füße eines Tango tanzenden Paares zu sehen, die Damenschuhe mit den hohen, spitzen Absätzen. Das sei ihre Leidenschaft, wird Rosemarie später sagen. 

Allerdings kommt der Tango selbst, den sie mit ihrem Lebensgefährten Arthur, einem Schotten und Geigenbauer, fantastisch tanzt, nur randständig vor. Der Tango hat ihr immerhin die Bekanntschaft mit Arthur gebracht. Sie teilen ihr Leben auf dem Hof. 

Aufgewachsen ist Rosemarie Wegemann zwischen Berkley und München, ihr Vater ein Professor, ihre Mutter Amerikanerin. 

Für das Format Lebenslinien sind Menschen, die sich im Leben überlegen, was sie machen, die begründen, wieso sie so und nicht anders handeln, mit vom Ergiebigsten – ganz im Gegensatz zu häufigen, billigen PR-Promi-Geschichten. Wobei hier indirekt eine bekannte Bio-Landwirtschaft in der Nähe Münchens vorkommt; weil Rosemarie dort über zehn Jahre lang als Schweinemagd gearbeitet hat. 

Rosemaries erster Lebensgefährte und ihr erstes Kind waren dort mit dabei; bis ihn ihre volle Hingabe vor allem an die Tiere überfordert zu haben scheint. So wird es auch mit dem zweiten Lebensgefährten gehen, von dem sie einen Sohn hat. 

Rosemarie erzählt, wie sie schon als Kind in einem Stall hinter Vaters Bungalow in Schwabing sich bei den Pferden wohler gefühlt habe als unter den Gören ihres Alters, deren Interessen sie weder teilte noch verstand. Sie ist ein idealistischer Mensch, nie opportunistisch, nie karrieristisch und damit sie mit Arthur den Einödhof finanzieren kann, arbeitet sie frühmorgens bei anderen Bauern im Stall und nachmittags erteilt sie in der Umgebung Musikunterricht. Das fasziniert auch Arthur, wie sie sich von der einen Herausforderung jeweils bei der nächsten erholt.