Ein Heimatfilm aus dem Hohenlohischen – von der Kunst des Kastrierens – Frauenwirtschaft – vom Sterben der kleinen Höfe – Bauernprotest – Bullenreiten
Siehe die Review von stefe.
Ein Heimatfilm aus dem Hohenlohischen – von der Kunst des Kastrierens – Frauenwirtschaft – vom Sterben der kleinen Höfe – Bauernprotest – Bullenreiten
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Hier geht es vor allem um Doku-Material aus der Zeit der Konzerte in Las Vegas.
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Wieder legt der BR eine Reihe mit exzellenten und über die Community hinaus aufregenden queeren Film auf. Aber für wie unmündig hält er seine Zuschauer, dass die Filme alle in die tiefe, dunkle Nacht hinein verbannt sind, als ob etwas Anrüchiges dabei wäre? Das wäre doch mal einen Versuch wert, diese in der Hauptabendschiene zu senden. Es geht schließlich um Liebe und Toleranz – wenn das mal keine Themen für die Hauptsendezeit sind!
RODEO (18. Juni, 23.15 Uhr)
Dieser Film über eine Motorradbraut riecht nach Benzin.
LILIES NOT FOR ME (BR, 25. Juni)
Die schönste Liebe kann zerstört werden, wenn die Mitmenschen es nicht wollen, und glauben, sie mittels Testikelverpflanzung heilen zu müssen.
CLOSE TO YOU (BR, 2. Juli)
Es gibt ganz andere Qualitäten von Beziehungen als nur die über den Sex.
FIREWORKS (BR, 9. Juli)
Wenn das liebe Dorf mit einer Liebe nicht umgehen kann.
WHAT A FEELING (BR, 16. Juli)
Das delikate Thema lesbischer Liebe mit Wiener Charme und Schmäh angegangen
AUS MEINER HAUT (BR, 30. Juli)
Wie im Liebesakt Allgemeinheit und Indivdualität verschmelzen, so dass der Geschlechterunterschied keine Rolle mehr spielt.
FRAU AUS FREIHEIT (BR, 23. Juli)
Schönstes Genusskino mit menschlicher Tiefe über eine menschliche Transition
„Ich geh jetzt meine Zeit verbringen mit Leuten, die im 21. Jahrhundert leben“.
Damit meint die Protagonistin Dr. Marie Theres Wallner (Caroline Peters), sie treffe sich mit Leuten, für die es keine Rolle spielt, ob ein Mann eine Frau oder einen Mann oder eine Frau einen Mann oder einen Mann liebt. Was eigentlich längst selbstverständlich sein sollte; Glück ist Privatsache und was geht das Intimste, das Bett, die anderen an.
Aber so selbstverständlich scheint das auch heute noch nicht zu sein. Im französisch-luxembourgischen Film Love Me Tender dreht ein Mann nach der Trennung durch, wie seine Frau ihm erzählt, sie sei jetzt mit einer Frau zusammen.
Und eigentlich ein schlechtes Zeichen für unser fortgeschrittenes 21. Jahrhundert, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich bemüßigt fühlt, extra eine Queerreihe aufzusetzen und die dann noch ganz verschämt, als ob dies etwas Anrüchiges sei, tief in der Nacht zu senden.
Der Film von Kat Rohrer behandelt das Thema mit österreichischem Charme, mit einer Komödiantik sondergleichen, wie selten in diesem Themencluster.
Caroline Peters spielt ihre Rolle des Dr. Wallner in der Art eine großen Komikerin, die von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Die aus allen Wolken fällt, wie ihr Mann Alexander (Heikko Deutschmann) nach einer Auszeit, nackt im Dschungel, eine weitere Auszeit braucht und auszieht.
Wallner ist Ärztin in einem Wiener Krankenhaus und fassungslos. Das wirkt sich auf ihre Arbeit aus, worauf ihr Chef Dr. Brinkmann (Joseph Lorenz), ganz Macho, sie vorläufig beurlaubt. In ihrer Verzweiflung über ihre Mannes Auszug kippt sie einen zuviel hinter die Binde und landet sturzbetrunken, nicht nur angetüdelt, in der Pussy Cat Bar. Und, wie ein Sprichwort sagt, man begegnet sich immer zweimal (es kann dann auch mehr werden), stößt sie hier auf Fa Safir (Proschat Madan).
Mit Fa hatte Wallner auf der Straße schon einen unfreundlichen Zusammenprall. Fa ist die Tochter der Patientin Samira (Nicole Ansari-Cox), einer Iranerin, die mit ihren drei Kindern nach Österreich ausgewandert ist.
Aus dem Zusammentreffen in der Bar wird eine Nacht, von der Resi, wie Theres abgekürzt genannt wird, nicht mehr genau weiß, was da war. Jedenfalls stolpert sie in die lesbische Liebeswelt vollkommen unvorbereitet, so etwas hätte sie nie gedacht, hätte sie sich nie ausmalen können, wäre ihr um nichts in der Welt auch nur in den Sinn gekommen. Und dann war es plötzlich da. Und gar nicht so übel.
Der Film arbeitet gekonnt mit Komödienstrukturen. Er jongliert mit dem Thema, dass so was verschwiegen werden müsse, versteckt, dass erst recht für die iranische Familie Lesbentum ein großes Tabu sei und auch Resi möchte es vor ihrer Tochter Anna (Allegra Tinnefel) verborgen halten.
Geschickt schraubt der Film die Verwicklungen, die sich durch den Beruf von Resi und die Krankheit der Mutter von Fa und der Liebesgeschichte ergeben, zu immer neuen Konstellationen und Konflikten hoch und kriegt dann rechtzeitig die Kurve zu einem Happy-End. Die als Eiszapfen apostrophierte Ärztin wirkt dann abgeschmolzen, befreit.
Mitten im impulsiven Leben von Sizilien
gedeiht 1980 ganz unauffällig die Liebe der beiden Jungs Nino (Gabriele Pizzurro) und Gianni (Samuele Segreto). Das fällt niemandem weiter auf. Das Leben quirlt. Die Männer hocken vor der Dorfkneipe. Der Onkel von Gianni betreibt eine kleine Mofa-Werkstatt. Vom Vater heißt es, der sei im Norden am Arbeiten.
Mutter Lina (Simona Malato), kann mit dem Buben beim Onkel unterkommen. Der schickt ihn am Abend noch ein gutes Stück weit weg, ein Moped, was ein Geburtstagsgeschenk sein soll, abliefern. Den Rückweg muss er zu Fuß antreten.
Gianni wird im Dorf verspottet als Giannuzza, sein Vornamen als weiblicher Diminutiv. Er ist der Opfertyp. Andere Jungs und Männer bedrängen ihn, schminken ihm die Lippen rot. Er wird als Schwuchtel bezeichnet. Toleranz ist nicht das charakterisierende Merkmal der Dörfler.
Giuseppe Fiorello schildert das Leben in Italien attraktiv, ausladend. Es dauert bis Gianni und Nino die erste Begegnung haben. Und dann wieder bis zur zweiten. Gianni taucht bei der Familie von Nino auf. Sein Vater hat Gesundheitsprobleme, kann aber niemanden einstellen. Er installiert Feuerwerke für Dorffeste. Nino arbeitet mit seinem Vater.
Gianni bekommt beim Onkel von Nino einen Job im Steinbruch. Hier holt Nino Gianni von der Arbeit ab mit seinem Moped. Es gibt Gerüchte über die Vergangenheit von Gianni. Er stellt sich aber als ordentlicher, zuverlässiger Arbeiter an.
Die Freundschaft zwischen ihm und Nino wächst. Unauffällig. Sie gehen schwimmen zusammen. Es gibt romantische Momente. Immer wieder schauen die Leute Fußball. Es ist 1980 und die WM und Italien haben einen guten Lauf.
Wie Gianni mit Nino die Feurwerksarbeit übernimmt, weil der Vater so krank ist, enzündet sich wie ein Feuerwerk die Liebe; ein Romanze flammt auf. Sie verstecken das nicht, oder aber: in so einem Dorf bleibt nichts geheim. Da zeigt sich die hässliche Seite einer solchen Dorfgemeinschaft. Aus der Romanze wird ein Drama, dann eine Tragödie.
Horror, der unendlicher Romantik in die Parade fährt.
Testikelverpflanzungen sind die historischen Begebenheiten, auf die sich dieser Film von Will Seefried beruft, ein Verfahren aus den 1910ern und 1920ern, das von einem später mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichneten Arzt durchgeführt wurde, um Homosexuelle von ihrer Krankheit zu heilen. Allein diese Vorstellung ist der Horror. Dieses Horrible kommt besonders zur Geltung, da der überwiegende Teil des Filmes in unendlicher Bild- und Liebesromantik schwelgt.
Im Zentrum ist die Liebe der Jünglinge Owen Jamer (Fionn O’Shea) und Philipp (Robert Aramaya). Die heiße Phase ihrer Liebe wird in weichen Farben in ebensolchem Licht geschildert.
Owen wird Schriftsteller. Mit seinem Buch „Ein untauglicher Soldat“ hat er Erfolg. Ein wichtiger Horroreinschluss im Film ist der Aufenthalt von Owen, Jahre später, in einer psychiatrischen Klinik. Krank, klar. Aber auch zum Krankwerden.
In der Klinik soll Schwester Dorothy (Erin Kellyman) den jetzt bleich gezeichneten Owen in Gesprächen an einem Esstisch in einem praktisch leeren Esssaal behandeln. Sie hat Verständnis für Owen. Sie besorgt ihm eine Schreibmaschine, die ihm entzogen wurde.
Blicke zurück schildern, wie es so weit gekommen ist. Philipp, der Medizin studierte, will sich von seiner Krankheit heilen lassen. Er hat den Eingriff genau studiert, der kann auch von Laien durchgeführt werden. Owen und Philipp versprechen sich, sich gegenseitig zu heilen. Erst führt Owen den Eingriff an Philipp durch; Szene auf das Konto der Horrorseite des Filmes.
Geübt wird das Nähen der Wunde an Orangen. Kein Problem für Owen, der auch stickt. Owen möchte dann aber nicht, dass Philipp den Eingriff an ihm vornimmt.
Die zwei Liebenden leben in einer lauschig-romantischen Bruchbude im Grünen. Eines Tages taucht dort Charles (Louis Hofmann) auf. Der ist auf der Suche nach seinem Vater. Der Zuschauer hat dazu bereits eine Info.
Da Philipp geheilt ist, entwickelt sich eine Liebe zwischen Owen und Charles. Der ist in der Stadt verheiratet und hat ein Kind. Aber er hat auch dieses Verlangen nach Männern. Er denkt nicht daran, geheilt werden zu wollen. Er gibt Owen Tipps, wo in der Stadt sich Männer treffen.
Horrorperspektiven und -bilder liefert die psychiatrische Anstalt. Gegen die setzt der Film Bilder von Meer, Natur, freien Körpern, Schönheit. Aber, dass Menschen das nicht schön finden können, das macht frösteln. Vom Text her liefert ein Gedicht über Lilien den romantischen Input.
In Coburg, Canada,
und in Toronto
Coburg in Kanada ist eine Kleinstadt. Hier ist Sam (Elliot Page) in bürgerlichen Verhältnissen bei Mutter Miriam (Wendy Crewson) und Vater Jim (Peter Outerbridge) mit Geschwistern aufgewachsen. Es war eine schwere Jugend in dieser Kleinstadt, weil Sam als Mädchen geboren war, sich aber als Junge fühlte.
Sam ist nach Toronto abgehauen und hat wenig Kontakt zur Familie. Es taugt ihm hier, er lebt sein Leben als Schlampe, wie er sagt. Er ist ein aparter, feingliedriger Mann, der Tiefe und Ernst ausstrahlt. Er wohnt in Toronto bei einer Freundin, wie er sagt, es ist Emily (Sook-Yin Lee). Das Verhältnis ist ein offenes, vertrautes.
Der Geburtstag seines Vaters führt Sam zurück. Im Zug trifft er Katherine (Hillary Baack). Die beiden haben sich zu Schulzeiten prima verstanden. Sie ist in Coburg geblieben, verheiratet, zwei Kinder.
Der Film spielt vor allem in Coburg und dort im Elternhaus von Sam. Er wird zu einer Rückschau auf das Leben von Sam, was er alles durchgemacht hat. Im Nachhinein zeigt sich, dass von Elternseite enorme Ängste, aber auch Verständnis da gewesen ist.
Einen dramatischen Mittelpunkt hat der Film in der Auseinandersetzung mit dem neu in die Familie aufgenommenen Schwager Paul (David Reale). Der ist überfordert mit Sam und seiner Transgeschichte. Er fährt die üblichen Klischees, Vorurteile und Provokationen auf. Er repräsentiert jene Seite der Gesellschaft, die mit dem Phänomen nicht umgehen kann.
Mit Katherine hingegen trifft sich Sam wieder. Die beiden geben ein im Kino – und wohl auch im Leben – selten zu findendes Beispiel von Vertrautheit und Verständnis, von Offenheit. Katherine wird sagen, sie habe sich damals bei ihm einfach wohlgefühlt, obwohl sie kein Liebesverhältnis hatten. Sie hat sich bei ihm aufgehoben gefühlt, sicher.
Der Film von Dominic Savage, der mit seinem Protagonisten Elliot Page auch das Drehbuch geschrieben hat, schildert das verhalten, subtil, menschlich. Wie er überhaupt sein Thema diskret und zurückhaltend angeht. Fast am Rande der Erkennbarkeit zeigt er einmal die Narben der Brust-OP von Sam. Ein weicher, leicht verspielter Sound begleitet die Erzählung.
Aus Anlass des größten weltweiten feministischen Sportereignisses heute im Azteken-Stadion in Mexiko-City sei der Hinweis auf den Film Copa 71 erlaubt.
Es sind Erinnerungen an ihn (den Vater), wie es im englischen Originaltitel heißt (Reminders).
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Zwangsgeschenke von Schülern aus Verehrungszwang für brutalen Diktator
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