Archiv für die Kategorie: “Tipp”

Ein deutscher Kinomeister baut einem brasilianischen Meisterfotografen eine topnotch filmische Vitrine. Siehe Review von stefe.

Comments Kein Kommentar »

Kulinarisches Bildungsfernsehen, das durch den Brand von Notre Dame in Paris unerwartete Aktualität gewinnt hinsichtlich Einblicks in den Werdegang der abendländisch-christlichen Kultur und warum sie für uns von Belang ist, auch wenn wir weder kirchlich noch religiös sind.

Der Film von Alessandro Melazzini pickt sich einige herausragende Beispiele des Klosterbaus der Zisterzienser in Italien heraus, teils in Betrieb, teils Ruinen. Die Drohnenaufnahmen setzen besonders schön die Architektur folgender italienischer Zisterzienserklöster ins Bild, von innen wie von außen:
Chiaravalle Milanese bei Mailand
San Galgano bei Siena
Tre Fontane bei Rom
Kloster Casamari
und Fossanova.

Es gibt Rosetten zu sehen.

Die Dokumentation berichtet von der Gastfreundlichkeit der Zisterzienser, von der Ruhe in den Klöstern, den Oasen des Friedens und vom Prinzip des Arbeitens als auch des Betens, davon, dass die Mönche für den Bau der Klöster gerne Land urbar gemacht haben (und auch in Interaktion mit den Städten traten), wie sich die Strenge der ursprünglichen Zisterzienser in Frankreich in Italien der italienischen Mentalität angepasst habe, bunter geworden sei, auch Gemälde an der Wand duldete.

Bemerkenswerter Satz eines Interviewpartners: „Damals gab es vielleicht mehr Europa als jetzt, wo wir offene Grenzen haben“. Und über die Zisterzienser heißt es, dass sie ein europäisches Netzwerk des Glaubens und der Macht errichtet hätten. Womit wir mitten im heutigen europäischen Disput und damit auch mitten in den Europawahlen wären.

Hier geht’s direkt zum Film.

Zwischen den berauschenden Architekturaufnahmen gibt’s immer wieder angenehm kurze Infos und Erklärungen von Fachleuten, Wissenschaftlern, Kunst- und Kirchenhistorikern.

Comments Kein Kommentar »

Liebe über Jahre und einen Eisernen Vorhang hinweg in bestechender Schwarz-Weiß-Fotografie. Siehe Review von stefe.

Comments Kein Kommentar »

Die altehrwürdige Ludwig-Thoma-Moral ist im Internet- und Social-Media-Zeitalter angekommen – der Mensch ist sündig nach wie vor; aber die technischen Möglichkeiten, das zu erzählen, sind wilder und rasanter.

Siehe Review von stefe.

Comments Kein Kommentar »

Zupacken.

Ihr Vater wollte einen Sohn. So hat Jutta Speidel das Zupacken gelernt. So hat sie auch im Umgang mit Männern sich durchgesetzt. Keiner ihrer Gatten wollte nach München. Die Beziehungen sind wieder auseinandergegangen. Eine Freundin meint, dass Männer Angst vor iherer Stärke haben.

Und so wie Jutta Speidel bei der Entwicklung einer ihrer größten Erfolgsrollen am Fernsehen, der Schwester Lotte in Um Himmels Willen, von Anfang an mitgewirkt hat, so dürfte sie die Chance zu einem Lebenslinien-Porträt vom ersten Gespräch an genutzt zu haben, um das Format ohen Federlesens ihrem wichtigsten Projekt Horizont e.V. unterzuordnen. In Andi Niessner hat sie für diese Lebenslinien einen angenehmen Strohmann gefunden, der seinen Namen für Buch und Regie gegeben hat.

(Wie es bei Um Himmels Willen nicht mehr nach ihren Ideen ging, die Serie immer mehr von der Nonnen- zur Bürgermeisterserie sich wandelte, ist sie ausgestiegen).

Der Film trägt, besonders, wenn man mit dem Gesülze und PR-Getue anderer Folgen des Formats vergleicht, ganz klar die Handschrift von Jutta Speidel. Die sonst eher peinlichen Routinen aus dem Format, den Besuch bei alten Wirkungs-, Schul- und Wohnstätten, hakt sie kurz und schmerzlos ab. Immer wieder geht es um Horizont. Ein Projekt, das sie von sich aus gestemmt hat, das anfangs ein Ding der Unmöglichkeit schien.

Auch als Künstlerin managt sie sich selbst. So sind durch ihr Zutun – ein bisschen was über ihre schilldernde Karriere erfährt man auch – mit von den spannendsten Lebenslinien eines Promis geworden, die ihr soziales Projekt uneitel in den Mittelpunkt stellen. Das Format hat sie in ihrem Sinne verformt. So wie sie schon eine ihrer ersten Komparsenrollen nutzte, um gesehen, bemerkt und entdeckt zu werden, so nutzt sie dieses Lebenslinien für ihr soziales Engagement.

Comments Kein Kommentar »

An einem seidenen Faden.

Sie sind ein dünnes Faustpfand für den Schutz des Amazonas und auch nur dann, wenn sie, die nur mit Beil und Feuer ihr Leben bewältigen, überhaupt gefunden werden. Sie sind die beiden letzten ihres Stammes, die im Dschungel leben. Siehe stefes Review.

Comments Kein Kommentar »

Tom Selleck spielt Matthew Quigley, einen berühmten Scharfschützen. Er ist ein Mann, der keine Berater braucht (wie heutzutage die Intendanten der ARD, wenn sie den demokratischen Grundauftrag den Beitragszahlern erläutern wollen). Mit seinen glasklaren Augen sieht er selbst, was Sache ist und entscheidet seine Handlungen.

Quigley wird für einen lukrativen Auftag nach Australien gebucht. Er soll für den Großgrundbesitzer Elliott Marston (Alan Rickman – in der exzellenten deutschen Version von Hans-Peter Hallwachs gesprochen) Dingos jagen.

Nach kurzer Vorstellung kommt Quigley in Australien an in diesem Film von 1990 von Simon Wincer nach dem Drehbuch von John Hill. Schon beim Gedrängel beim Verlassen des Schiffes zeigt Quigley, dass er sich durchsetzt, dass er Rüpelhaftigkeit nicht duldet und eingreift. Auf dem Kai bekommt er es mit der verrückten Crazy Cora (Laura San Giacomo) zu tun, die sich ihm an die Brust wirft und ihn für Roy hält. Dies ist der Anfang einer nicht unverrückten Liebesgeschichte und wird durch den Film hindurchgehen, immer auch mit der nötigen Portion Humor versehen.

Seine Scharfschützenkünste präsentiert Quigley gleich nach Ankunft auf der Farm auf Marstons Verlangen. Die sind stupend. Sein Gewehr ist eine Spezialanfertigung.

Die Exposition der Geschichte und der Figuren endet damit, dass Quigley klar wird, dass sein Job nicht die Jagd auf Dingos sein soll, sondern diejenige auf Aborigines und Deserteure der (operettenhaften) Regierungsarmee. Auch hier braucht er keinen Berater, um zu entscheiden, dass er das nicht mitmacht.

Das lässt sich der herrschsüchtige Marston nicht gefallen. Es folgt der Tiefpunkt für den Helden. Er wird in der Weite Australiens gefesselt ausgesetzt mit kaum Überlebenschance. Ebenfalls gefesselt neben ihm: Crazy Cora.

So entwickeln sich einerseits Drama, andererseits Liebesgechichte und dazu auch noch ein Erzählfaden mit den Aborigines in erzählökonomisch hervorragender Art und vor allem ist klar, Quigley will sich nur zurechtbuddeln, er ist nicht der Rächertyp oder gar ein Selbstjustizler, resp. seine Nerven müssen lange strapaziert werden, bis er sich entscheidet, Marston auf seinem Landsitz herauszufordern und für den finalen Countdown zu sorgen, wobei er auch hier nicht wild jeden erschießt, der ihm in die Quere kommt.

Der Film ist eine wunderbar doppelte Reise in die Vergangenheit: in die Siedlerzeit in Australien und in der Kinogeschichte immerhin 30 Jahre zurück in eine großartige Panavisions-Welt.

Comments Kein Kommentar »

Hochsensibel erzählte Geschichte einer Chinesin, die am Lido von Venedig ausgebeutet wird. Hier geht’s zum Arte-Link, also zum Film, der hier bis 31. März verfügbar sein wird. Und hier zur Review von stefe.

Comments Kein Kommentar »

Salsa und Gewalt.

‚Schuld‘ ist der Titel dieses unterhaltsamen Wien-Krimis von 2012 mit der unwiderstehlichen Charmebolzen-Kommissarin Angelika Schnell (Ursula Strauss). Sie ist selbst von Schuld geplagt wegen einem Schießvorfall in der Remise. Wobei das ein Nebenthema ist, das dafür sorgt, dass die Routinen innerhalb der Polizeiinspektion aufgeschreckt werden.

Das Hauptaugenmerk wirft der Krimi jedoch auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“.

Die Krimihandlung, die Aufklärung des gewaltsamen Todes einer jungen Architektin, führt durch verschiedene Bereiche, die sich damit befassen: Forscher, Autoren, Referenten, Anti-Gewalt-Trainings, Guatemala ist durch eine ehemaliges Opfer prominent vertreten; aber Gewalt gegen Frauen kann es auch in besten Wiener Familien geben.

Der Krimi nach dem Buch von Verena Kurth und in der Regie von Michi Riehl zeichnet sich aus durch spritzige Dialoge, gelungene Typen in der Besetzung und Ursula Strauss wirkt in ihrer einmalig unverkrampften Art wie eine Moderatorin, die auf bestens genießbare Weise ein schweres Thema uns vor Augen führt.

Mit dieser Folge aus der Reihe „Schnell ermittelt“ beginnt der BR diesen Freitag eine Reihe von 14 Freitag-Abenden, jeweils um 20.15 Uhr, mit Schnell-Krimis, auf die sich der Zwangsgebührenzahler freuen darf.

Comments Kein Kommentar »

Das Erwachen der Hexe in einem Mädchen vor Ende der Kinheit ist eruptiv-explosiv und unberechenbar. Siehe die Review von stefe.

Comments Kein Kommentar »