Archiv der Kategorie: People

LIFE-Fotoarchiv ist online frei verfügbar

Die Welt geht einen weiteren Schritt in Richtung Vernunft, nachdem das amerikanische LIFE Magazine nun sein gesamtes Fotoarchiv der Vergangenheit sukzessive online und ohne Beschränkung erreichbar macht – und das natürlich kostenlos. Derzeit stehen bereits etwa 20% der geschätzten 10 Millionen, größtenteils unveröffentlichten Motive online.

So findet sich zum Beispiel kein Foto von Barack Obama, wohl aber eine Menge zur Prominenz der Vergangenheit, von Nixon bis Hitler, Einstein bis Newton. Jede Suche führt zu einer normalen Google-Bildersuche mit dem einschränkenden Suchparameter „source:life“, weswegen sich der findige Googler sich die Life-Suchseite nicht bookmarken muss. Die Bilder liegen üblicherweise in einer Größe von 1280 Pixel in der längeren Seite vor, lassen sich aber leider nicht bequem auf anderen Webseiten einbetten.

Natürlich läßt sich auch mit Schlagworten wie Robot oder Nuclear suchen, was bisweilen zu lustigen Entdeckungen führt. Zum Beispiel ein Reaktor, der dem Atom-Ei in Garching sehr ähnlich sieht, oder diese Maschine zur Wartung von Atomraketen. Ich könnte ewig klicken!

Die Bilder sind meist nicht nachbearbeitet, das heißt, dass zum Beispiel ältere Fotos bereits halb verblichen sind. Schweinkram gibt es nicht, und eindeutige Begriffe zum Dritten Reich oder Vietnam empfehlen sich nicht als Suchbegriff, aßer man sucht Zeugnisse der menschlichen Vergangenheit.

Anderweitig weit verbreitete emotionale oder faktische Suchbegriffe wie „Mountain“ oder „Love“ führen ebenfalls zu keinem Ergebnis. Aber wen interessiert das schon, wenn man Arnold neben einer (Film-)Atombombe posierend finden kann oder Steve Jobs mit kultiger Digitaluhr? (via)

Boll vs. The World

Ein Kollege hat mich auf dieses interessante Interview mit Uwe Boll hingewiesen.

Ich denke auch, dass Boll sich zu einer Art tragischem Helden der Filmindustrie entwickelt hat. Seine Filme sind zwar wirklich nicht die besten (hier meine Review zu Tunnel Rats), doch ist das Argument mit der Vorverurteilung natürlich schwerwiegend. Auch kann Boll wirklich schlecht unter anderem Namen drehen, nur um herauszufinden, ob sein Werk dann plötzlich besser ankommt: Das würde rauskommen, und er würde wohl wirklich in der Luft zerrissen werden.

Boll sitzt in einer Zwickmühle, aus der im Grunde nur ein Weg herausführt: Einen wirklich indiskutabel guten Film drehen. Dem Interview nach scheint er sich dessen bewusst zu sein.

Dear Mr. Moore,

in your latest edition of Mike’s Letter, titled Join Me in Making History, you offer your film Slacker Uprising for free download. You say you’re doing this

as a gift of thanks for coming to my films over the 20 years (you)‚ve been a filmmaker„.

Yet, in your announcement, you say:

That’s why I’m giving you my blanket permission to not only download it, but also to email it, burn it, and share it with anyone and everyone (in the U.S. and Canada only).

You know, us few billions Rest-Of-The-World-citizens, we went to your movies, too. According to imdb.com,

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Narnia 2 – Filmpremiere in Kaltenberg II

Heute startet Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian. Eigentlich wollte ich diesen Post kurz nach meinem ersten Bericht veröffentlichen, doch kam ich nicht dazu.*

Wie ja schon berichtet, hat mir die Premiere wirklich ausnehmend gut gefallen. Die Atmosphäre der Ritterspiele ist genau das Richtige für einen Film wie Prinz Kaspian. Auch hätte man hier gut den Herrn der Ringe in die Welt (zumindest nach Deutschland) schicken können, und sollte Der kleine Hobbit seinen Start im Sommer haben, empfehle ich bereits jetzt eine entsprechende Premiere. Im Fackelschein! Und ohne elektr(on)ische Verstärkung von Musik und Moderation.

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Ist Perez Hilton mehr als nur ein heiße-Luft-Celebrity-Blogger?

In unserer Branche gehört der tägliche Blick auf perezhilton.com leider zu den Hausaufgaben. Mich interessiert Celeb Gossip zwar überhaupt nicht, und Perez‘ Meinung sowie die Kritzeleien in den Fotos der Leute schon gleich gar nicht, zumal diese oft genug an Slander grenzen. Aber wenn man wissen will, was gerade so los ist in Hollywood, ist die seine eine von den Webseiten, an denen man kaum noch vorbeikommt.

Aus zwei Gründen habe ich beschlossen, hier einen Post über Perez reinzusetzen: Zum einen ist seine Webseite offenbar satte 5,3 Millionen Dollar wert, zum anderen, und das finde ich viel interessanter, scheint er es ernsthaft darauf anzulegen, selbst in die Moderation von Events einzusteigen. Hier seine „Challenge“ an Mike Myers, die MTV Movie Awards zu hosten:

Im ersten Moment klingt das so, als wollte er lediglich, dass Mike Myers eine musical number als Opener hat, aber im ersten Satz sagt er: „I would love to host the Movie Awards“ – Kann es sein, dass Perez Hilton tatsächlich mehr auf dem Kasten hat als nur Leute schlechtzumachen? Ich wäre dafür, ihm eine Chance zu geben. Blöde ist er ja offensichtlich nicht.

(Wieso hier plötzlich Schrift und Satz anders sind, weiß ich nicht, aber bald gibt’s Besserung!)

9 Minuten John Woo gefällig?

Das Internet macht’s möglich: 9 Minuten von John Woos neuestem, Red Cliff, offenbar abgefilmt in Cannes, sind derzeit (noch) bei YouTube zu sehen.

Klar ist die Abfilmerei illegal, aber der Verlinken zu YouTube sicher nicht. Und mal ehrlich: Wer will den Film nach diesen Szenen nicht im Kino sehen? (via Beyond Hollywood)

Neue Blogger an Bord

Ich freue mich, heute zwei neue Blogger begrüßen zu können:

Mit Markus Risser wird sich hier ab sofort der Meister von Badmovies.de zu Wort melden. Ich bin selbst schon sehr gespannt, was Markus schreiben wird – das ist ja das schöne am Bloggen! Besonderer Dank gilt hierbei Torsten Dewi, der das Synergiepotential erkannte und den Kontakt herstellte.

Alexander Sandvoss

Auch wird es hier bald ein kleines Experiment geben. Mit Alexander Sandvoss wird sich ein versierter Medienmacher aus Südfrankreich zu Wort und Bild melden: Experimentellerweise wird es von ihm ein kleines, möglicherweise nicht ganz regelmäßiges Foto- und Impressionstagebuch von den Filmfestspielen von Cannes geben. Alexanders Augenmerk wird hauptsächlich auf dem visuellen Aspekt liegen, doch wenn er etwas dazu schreiben will, steht ihm das natürlich frei. Alexander bloggt nur für den Zeitraum von Cannes, wer Bildmaterial und Kooperationsmöglichkeiten in dieser Richtung sucht, kann sich vertrauensvoll an Mandoga Media wenden.

Michael Bully Herbig: Fluch oder Segen?

Okay, die Überschrift ist ein wenig reißerisch. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich Bully noch so gut finde wie früher. Als Münchner bin ich ein Bully-Kenner der ersten Stunde: Noch zur Schulzeit ließ ich mich von Markus Langemann und der Morgengcrew radiowecken. Bereits damals spielte Bully, eigentlich nur ein Sidekick, den Moderator an die Wand, der bisweilen recht gestreßt wirkte und auch mal schnappig wurde. Könnte aber auch alles nur Show gewesen sein. Dann kamen die Bayern-Cops, die Bullyparade und auch die Filme.

Heute ist Bully allgegenwärtig: Er castet im TV für seinen Wickie-Film (nein, ich gehe nicht als Faxe), dreht selbst und spielt auch mal kleine Rollen in den Filmen anderer. So zum Beispiel jüngst in Asterix bei den Olympischen Spielen. Und nun kommt der Brandner Kaspar:

Ich halte Herrn Herbig für einen hochkreativen Menschen und für einen überaus fähigen Regisseur. Seine Fähigkeiten für Dialog und Schauspielerführung suchen ihresgleichen. Allerdings halte ich auch Erkan und Stefan für seinen besten Film – denn die anderen Filme zeigen zu deutliche Zeichen der Institutionalisierung des Humors, der zudem auch für meinen Geschmack zu sehr dem Mainstream-Geschmack angepaßt ist*. Ich habe den Eindruck, dass es eine Art „Comedy-Clique“ gibt, die als für den Spaß im Lande verantwortlich verkauft wird (nicht zuletzt durch die Einspieler bei ProSieben).

*Nachtrag an dieser Stelle: Natürlich habe ich mich beim Schuh des Manitu und bei Traumschiff Surprise streckenweise fast bepisst vor Lachen, aber diesen Filmen fehlte die … jugendliche Frische und die cineastische Unschuld, wie Erkan und Stefan sie eben noch hatten. Lissi war dann nur noch nett, da fand ich die ganze Yeti-Story zu aufgesetzt, das hätte man auch schöner lösen können.

Abgesehen davon, dass es mir bei deutscher Comedy grundsätzlich die Zehennägel aufstellt (nicht zu verwechseln mit Kabarett, wohlgemerkt), frage ich mich, ob „die Prise Bully“, die so oft zu finden ist, einem Werk nicht eher schadet denn ihm zu nützen. Klar, für die Kasse ist es gut, wenn Bully seine Grimassen zieht, weil der, sagen wir, durchschnittlich interessierte Bürger mehr Bully tendenziell sicher besser findet als weniger Bully. Bully ist irgendwie wie Maggi, das sich früher auch jeder übers Essen geschüttet hat. Er ist jedoch nicht das Salz in der Suppe, eine notwendige Zutat.

Andererseits habe ich mir zum Beispiel die Figur von Hui Buh, dem Schloßgespenst schon immer anders vorgestellt als in der jüngsten Verfilmung. Dieses läppische Gespenst kommt meinen Kindheitserinnerungen an die Hörspielserie mit Hans Clarin nicht einmal entfernt nahe.

Nun mimt Bully den Boandlkramer (den Gevatter Tod, für alle Nichtbayern) in der Vilsmaier-Verfilmung, siehe Teaser. Ich habe jedoch meine Probleme mit dieser Besetzung, denn ich kann den Tod (!) nicht ernstnehmen (!!). Und das ist ja wohl Grundvoraussetzung für den Brandner Kaspar. Mit dem Tod anzustoßen und um sein eigenes Leben zu spielen, ist outrageous, nicht lustig.

Nichts gegen Michael Herbig in Person. Doch man sollte aufpassen: Starke Gewürze verwendet man ja auch nur in kleinen Dosen. Wenn man mich fragt, kann er sich hinter der Kamera besser entfalten, sollte sich mehr auf seine Wurzeln konzentrieren und weniger den Pro7-Comedy-Massengeschmack bedienen. Denn Bully Herbig dürfte noch einige Talente „up the sleeve“ haben, die uns noch gewaltig überraschen können. Doch denke ich, dass der Mann mehrere sehr zufriedenstellende Verträge mit dem Entertainment-System haben dürfte und daher eher wenig Interesse, sich in nächster Zeit neu zu erfinden. Schade. Doch ich bin geduldig.

Romy Schneider im ARRI

Romy Schneider von Thilo WydraVeranstaltungstipp: Unser Kollege Thilo Wydra hat ein Buch über Romy Schneider geschrieben (hier bestellen und unterschreiben lassen! Mir ggf. eines mitbesorgen!) und gibt am Sonntag, den 20. April um 11:30 eine Lesung daraus im Arri-Kino, München. Im Anschluß wird Les Choses de la Vie gezeigt.

Auszug aus der Ankündigung:

Viele verschiedene Wahrheiten gibt es über Romy Schneider, die Schauspielerin, die zum deutschen Weltstar wurde und über ihre wohl berühmteste Rolle einmal resigniert sagte: „Sie pappt an mir wie Grießbrei“. Dass Romy Schneider weit mehr war als nur die „Sissi“, steht außer Frage. In Gesprächen mit ihren ehemaligen Kollegen und Weggefährten hat Thilo Wydra sich mit all den unterschiedlichen Wahrheiten und Sichtweisen befasst.
In seiner Biographie „Romy Schneider“ erzählt er von Leben, Werk und Wirkung einer Frau, die unter Regiegrößen wie Luchino Visconti, Orson Welles oder Claude Sautet arbeitete, an der Seite von Anthony Perkins, Michel Piccoli, Alain Delon und Yves Montand spielte und nicht zuletzt durch ihr kurzes, intensives Leben zum Mythos wurde.