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Interview: Drei Fragen an Fiona Rachel Fischer und Nicolas Cassardt

Nicolas Cassardt ist sich seinem Faible für Kunst im weiten Sinne, wie im Interview mit diesem Blog vor zwei Jahren geäußert, treu geblieben. Jetzt hat er mit Fiona Rachel Fischer den Künstler Mario Steigerwald vor die Kamera geholt. Entstanden ist das beeindruckende Porträt eines Menschen, dem Kunst ein Mittel zur Lebensbewältigung ist (siehe die Review). stefe hat den beiden angeboten, ausführlich über das Zustandekommen und die ungewöhnliche Zusammenarbeit zu berichten. Die Antworten bieten eine spannende Lektüre, die einen ungewohnten Einblick in dokumentarisches Filmschaffen gibt und die zeigt, dass qualifizierte filmische Dokumentation deutlich mehr ist, als nur hingehen, die Kamera draufhalten, Mäuschen spielen, die Leute plappern lassen und so zu tun, als ob man nicht dabei sei.

Frage 1: Was war die Geschichte dieses Filmes von der ersten Idee bis zur ersten Klappe?

Fiona: Auch wenn unser Protagonist da jetzt laut protestieren würde: am Anfang dieses Filmes standen einige Zufälle. Ich habe zufällig gerade ein Artikelthema für die Süddeutsche Zeitung gesucht, als Mario Steigerwald in einer Ausstellungsankündigung in einem Nebensatz erwähnte, dass er vor vielen Jahren aus Uruguay geflohen und gefoltert worden sei. Ich kannte ihn zu diesem Zeitpunkt zufällig gerade so gut genug, um einfach einmal unbefangen nachzufragen und er war zufälligerweise gewillt, mit mir darüber zu sprechen. Daraus durfte ich dann ein Porträt für die SZ schreiben, das wirklich viel ins Rollen gebracht hat. Zufällig? Nach dem Artikel hatte ich das Gefühl, dass da eigentlich noch viel mehr gewesen wäre, und dass man die Geschichte von Mario selbst hören, ihn dabei sehen müsste, um sie wirklich zu verstehen. So entstand die Idee, daraus einen Film zu machen, so entstand schlussendlich „Marios Destino“, was übersetzt Marios Schicksal heißt. Unser Protagonist glaubt nämlich nicht an Zufälle und gerade bei dem Film ist er sich sicher, dass all das Schicksal war. Und so unsicher bin ich mir da inzwischen auch nicht mehr.

Nicolas: Ob man es jetzt Fügung oder Glück nennen mag, Fiona und ich haben uns als Produktions-Duo bei unserem ersten gemeinsamen Film perfekt ergänzt. Uns kam ihr Organisationstalent und ihre strukturierte Herangehensweise an den Film sehr zugute, während mir meine technischen und dramaturgischen Erfahrungen aus dem Bereich Spielfilm einen frischen Blick ermöglicht haben.
Marios Destino ist Fionas Debüt als Filmregisseurin, dafür bin ich das erste Mal als Director of Photography bei einem Dokumentarfilm in Erscheinung getreten. Fionas journalistische und gestalterische Neugier, ihr psychologisches Feingefühl und natürlich die gesellschaftliche Relevanz rund um Marios Geschichte waren der Motor für den Film und haben uns motiviert, zwei Jahre lang an dem Projekt zu arbeiten. Dabei haben wir natürlich auch noch mit ein paar Menschen zusammengearbeitet: Wir hatten vier wunderbare Videograph*innen, die mich als Director of Photography bei der Bildgestaltung unterstützt haben – Elisabeth Neugebauer und Julian Sonntag sowie Johannes Ziegler und Dominic Euringer, die sich respektive auch um Beleuchtung und Ton gekümmert haben. Später hat dann noch Jasper Müller den Aufnahmen durch ein tolles Grading den letzten Schliff verpasst.
Marios Destino war außerdem ein wundervolles Projekt, um im Zuge unserer filmischen Arbeit die Strukturen meiner Produktionsfirma MindNC Productions weiter auszubauen und das Thema Finanzierung durch Fördermittel in Angriff zu nehmen. Wir sind dem JFF – dem Institut für Medienpädagogik – und auch der Pazz GmbH, der Plattform für Filmschaffende, sehr dankbar, dass sie uns jeweils mit einer Förderung unterstützt haben. Ganz ohne Budget kann man einfach keinen 70-minütigen Film auf die Beine stellen.

Fiona: Wir wollten einen Film machen, der über Marios Geschichte hinausgeht und zeigt, wie wertvoll geflüchtete Menschen für unsere Gesellschaft sind, dass sie aber gleichzeitig ein ziemliches Päckchen an traumatischen Erinnerungen zu tragen haben, das man aber im Alltag nicht unbedingt sieht. Gerade in der heutigen Zeit, mit dem wachsenden gegenseitigen Unverständnis in der Gesellschaft, erschien uns das als ein essenzielles Thema und das haben unsere Förderer schönerweise genauso gesehen.

Nicolas: Wir haben nach und nach ein Team aus talentierten Mitstreitern geformt, deren Unterstützung und Motivation ausschlaggebend für den Erfolg des Films waren. Im Kamera-Department waren wir eben an manchen Drehtagen zu fünft. Das hat es uns ermöglicht, jede Nuance von Marios emotionaler Erzählung einzufangen und gleichzeitig genug B-Roll zu filmen, dass wir ein buntes Sammelsurium an Schnittbildern hatten. Da Mario keine Aussage auf dieselbe Weise wiederholt hat, sondern seinen Gedanken – wenn man so will – immer eine neue Farbe und Form gegeben hat, war es umso wichtiger, dass alle Passagen aus verschiedenen Perspektiven im Kasten waren.

Fiona: Gerade weil Mario so ein ausdruckstarker, darin fast eigensinniger Charakter ist, war es mir in der Inszenierung besonders wichtig, ihm dafür einen geeigneten Raum zu geben. Er sollte exponiert und gleichzeitig geborgen sein, an einem Ort, der mit seiner Geschichte zusammenhängt. Nach einigem Überlegen fiel die Wahl auf die Bühne des Pepper Theaters des Kulturbunt Neuperlach, wo Mario schon öfters aufgetreten ist und dabei sehr viel über seinen künstlerischen Ausdruck entdeckt hat, also ein Ort, wo er ganz unbewusst schon mit seinem Trauma zu tun gehabt hatte. Dort konnten wir einerseits eine intime und nahe Interviewsituation aufbauen, die unglaublich nah an Mario und seine Geschichte herankommt – auch von den Kameraeinstellungen her. Das schwarze Setting der Bühne hat dazu auch ganz toll gepasst, weil das viel Platz für Imagination lässt und sich Mario vor dem dunklen Hintergrund richtig in die Netzhaut der Zuschauenden brennt. Dazu wollte ich dann noch eine ganz weite Totale, die den ganzen Bühnenraum umfasst, damit wir wirklich alles einfangen können, was vielleicht unerwartet im Affekt des Moments passiert. Außerdem war es mir wichtig, im Kontrast zu der Nähe der anderen Kameraeinstellungen auch radikal auf Distanz gehen zu können und in dieser Totale auch die Interviewsituation mit allen Kameras und Lichtern zeigen zu können, um auch einmal mit der Sympathie zu brechen und etwas nüchterner von außen auf diese sehr subjektiv erzählte Geschichte schauen zu können.

Nicolas: Das große Problem schon zu Anfang der Konzeptphase war, dass wir nicht eben mal nach Uruguay fliegen und die passenden Impressionen einfangen konnten. Und Fotos hat Mario aus seiner Zeit dort auch nicht nach Europa mitgenommen. Seine traumatischen Erlebnisse hätten wir also nur sehr limitiert in Bilder gießen können und KI-Erzeugnisse oder nüchternes Stock-Footage-Material hätten die Authentizität der Geschichte aktiv gesenkt. Ich denke, wir haben das einzig Richtige getan und sein Seelenleben und seine dunklen Erinnerungen als verdrängt und schwer zugänglich gezeigt. Ich habe an einem Abend im Import Export, in dem Mario des Öfteren verkehrt und auch auftritt, bunte Lichter und Nebelschwaden in einem Club-Setting aufgenommen. Die Rauchszenen haben aus unserer Sicht hervorragend als unterbewusste, psychische Bilder funktioniert und haben die visuelle Lücke mit der in der Erinnerung parallelisiert. Marios Erlebnisse entziehen sich dem Publikum so visuell und geben der eigenen Vorstellungskraft Raum, was das Ganze viel eindrücklicher macht
Da waren wir auch durch Der Weiße Hai inspiriert, in dem ja den Großteil des Films höchstens suggestive Elemente von der Bedrohung aus dem Meer zu sehen sind, die gerade dadurch viel stärker wirken.

Frage 2: Was war die Produktions- und Postproduktionsgeschichte von der ersten Klappe bis zur Premiere?

Fiona: Diese Aufnahmen von dem Brainfog, wie ich es gerne nenne, sind im Import/Export entstanden, wo auch unser erster Drehtag war. Wir haben Mario da bei einem Auftritt begleitet, seinem ersten Auftritt als Autor in der Öffentlichkeit, und sind an anderen Drehtagen in seinen Ateliers gewesen, bei weiteren Performances und auch auf der Jagd nach Motiven, die sich Streetphotography nennt. Das große Interview im Pepper Theater war der wichtigste Drehtag, bis dahin musste alles stehen, auch die Interviews mit seinen Freunden und Künstlerkolleg:innen, weil wir ihm die auch über einen Beamer vorgespielt haben, um eine dialogartige Metaebene einzubauen und mit Film im Film zu spielen. Denn hier kommen verschiedene Erinnerungen zusammen, hier prallen Wahrnehmungen aufeinander, Subjektivität in ihrer Reinform, die objektiv werden möchte. Daraus ist natürlich unglaublich viel Material entstanden: Mario hat viel erzählt und ist sehr tief in seine verdrängten Erinnerungen hinabgestiegen. Da war es wichtig in jedem Interview, ihn erst einmal erzählen zu lassen, was ihn bewegt, und dann nachzufragen. Es waren wirklich Stunden über Stunden an Videomaterial, und das dann auf bis zu fünf verschiedenen Kameras gleichzeitig. Man muss also sagen, dass der Film erst in der Montage seine Form angenommen hat. Wir haben die vielen Aufnahmen gesichtet und Aussagen, Anekdoten, Gedanken und Erinnerungen einzeln herausgepickt, die das große Ganze erzählen. Die Dramaturgie der richtigen Reihenfolge war an dieser Stelle besonders wichtig: nicht gleich alles erzählen, sondern auch einmal eine Frage offen halten, Widersprüche zulassen, entgegen der Chronologie arbeiten. Denn auch traumatisierte Gedächtnisse funktionieren nicht linear, sondern blitzartig, sprunghaft und mit Lücken. Das war uns auch bei der Montage wichtig, diesen Prozess des Erinnerns erzählerisch zu begleiten und durch den Schnitt dazustellen.

Nicolas: Ich fand die Herangehensweise im Schnitt wahnsinnig spannend und neu, da mein Fokus bei vorherigen Projekten eher auf Spielfilm-Regie lag. Da ist man es natürlich gewohnt, minutiös die einzelnen Einstellungen in einer Shotlist oder einem Storyboard zu planen, um im Schnitt möglichst wenig Überraschungen zu haben. Nun war es so, dass es hunderttausende von Möglichkeiten gab, den Film zu erzählen und den narrativen Fokus auf diese oder jene Erlebnisse in Marios Leben zu lenken. Das hat verschiedene Schnittversionen mal schwerer, mal luftiger gemacht und wir haben wirklich lange daran gearbeitet, bis wir mit der finalen Version die Balance erreicht haben, mit der wir zufrieden waren.
Ich denke, unsere Leistung im Schnitt liegt darin, dass weder Marios traumatisches Schicksal und die damit verbundenen Folgen noch sein und kraftvolles Künstlerdasein zu kurz kommen. Wir haben den Final Cut um einige künstlerische, kontemplative Mood Shots ergänzt und das hat ihn visuell abwechslungs- und spannungsreicher gemacht. Das war für mich nebenbei eine ganz interessante Erkenntnis, dass ein Film genug Außenaufnahmen braucht, um nicht zu beklemmend zu wirken.

Fiona: Ein besonderer Fokus lag für mich auch auf der Musik: sie sollte einerseits die Gefühle der Erzählung transportieren und andererseits durch gezielte Momente der Stille das Ringen um Orientierung zeigen, das unser Protagonist in seinem Prozess des Erinnerns durchgemacht hat. Von Anfang an habe ich mir außerdem ganz bestimmte Gitarrenklänge gewünscht, die das Südamerika der Erinnerungen in die Aufarbeitung von heute bringen. Unser Komponist Daniele Volcan hat da einen Score geschaffen, der mir immer wieder selbst Gänsehaut gemacht hat, wenn ich in der Postproduktion vor dem Film saß. Er hat es wirklich wahnsinnig gut geschafft, Emotionalität aufzubauen, ohne zu rührselig zu sein oder dem Publikum diese Emotionen aufzudrücken.

Frage 3: Wo wird man den Film sehen können, was gedenkt Ihr mit ihm zu tun und was habt Ihr, jeder für sich, für spruchreife (oder nicht so spruchreife) Pläne?

Fiona: Nach ein paar Kinoaufführungen sind wir gerade im Gespräch mit weiteren Kinos, konkret geplant ist schon ein Screening des Films am 30. Januar um 20:00 im Lichtspielhaus Fürstenfeldbruck. Danach soll es auch eine Podiumsdiskussion dazu geben, wie Kunst als Heilmittel für persönliche, aber auch gesellschaftliche Traumata wirken kann. Das ist ja auch ein Kernthema unseres Films!

Nick: Wir werden sehr viel dafür tun, dass Marios Destino nach der Kino-Tour auf einer oder mehreren Streaming-Plattformen verfügbar ist und wir damit nochmal ein größeres Publikum mit dem Film erreichen. Parallel baue ich momentan meine Produktionsfirma MindNC Productions stark aus und schaue, welches gesellschaftlich relevante, interessante Thema das Zeug zum nächsten, künstlerisch anspruchsvollen Dokumentarfilm hat.

Fiona: Ansonsten schweben mir auch noch Vorführungen von „Marios Destino“ in einem künstlerischeren Kontext vor, zum Beispiel mit Ausstellungen oder literarischen Lesungen, oder aber eingebunden in Installationen mit Video. Wenn es da konkrete Termine gibt, findet man das immer als erstes auf dem Instagram-Account des Films, auf marios destino film. Und die Kinovorführungen natürlich auch! Neben diesen Veranstaltungen konzentriere ich mich gerade selbst auf das Schreiben, von Artikeln, von literarischen Formen und brainstorme nebenbei schon an der nächsten Filmidee.

Interview: Ein paar Fragen an Nicolas Cassardt (und Philipp Klett)

In Deutschland ist Filmkünstlertum weitgehend Untertanentum, da, wer von Filmkunst leben will, auf die Gunst von weisungsgebundenen Redakteuren und Förderern angewiesen ist. Insofern ist in Deutschland ein filmisches Nachdenken über Künstlertum – außerhalb des Genres der Künstlerbiographie -, wenn vielleicht nicht tabuisiert, so doch immerhin ungewöhnlich.

Einer der Nachwuchsfilmer, der noch nicht in die Fördermangel genommen wurde, hat nun gerade das gemacht, sich mit dem Künstlertum am Beispiel der Malerei auseinandergesetzt im Kurzfilm „Große Kunst“. Der junge Filmemacher heißt Nicolas Cassardt und sein koproduzierender Kameramann ist Philipp Klett. „Große Kunst“ ist ein Schauspielerfilm, ein Ensemblefilm, der eine erfolgreiche Festivalreise verbunden mit einem schönen Preisregen absolviert hat.

„Große Kunst“ spielt in einem Malatelier und kann interpretiert werden als ein Statement der Filmemacher, dass sie sich Großes zutrauen, dass sie aber einen Plan B haben, für alle Fälle, wobei der Plan B dann, gottseidank, doch wieder in Frage gestellt wird. Es geht um künstlerische Ambition und Hybris, aber auch um Talent und Können. Dazu bedarf es eines gewissen künstlerischen Wahnsinns, den transportiert am extrovertiertesten Michael Jamak als Frank, der sich herrichtet wie Salvador Dali. Ein Zitat von Vincent van Gogh gibt den ambitionierten Malern Power: „Wenn du eine innere Stimme hörst, die sagt: ‚Du kannst nicht malen‘, dann male auf jeden Fall, damit diese Stimme zum Schweigen gebracht wird“.

Das neuestes Werk von Nicolas Cassardt und Philipp Klett ist ein dreiviertellanger Film, ein pfiffig gemachter Mystery-Thriller mit Witz und Tiefgang, „Ihr letzter Coup“, der anfangs März im Kino Neues Rottmann in München begeisternde Premiere hatte.

Hier zu den Fragen und Antworten:

Warum ein Kurzfilm?
Ein Kurzfilm ist die ideale Spielwiese für junge Filmemacher. Man muss nicht so viel Geld wie bei größeren Produktionen investieren, die Anzahl der Drehtage ist überschaubar und man findet leichter SchauspielerInnen und Crewmitglieder, die sich auf das Projekt einlassen. Gleichzeitig bietet die zeitliche Beschränktheit in der Erzählweise wiederum kreative Limitationen, die mich zu einer konkreten Geschichte inspirieren. Was kann ich erzählen, das vom inszenatorischen Aufwand und den Kosten her noch im Rahmen unserer Möglichkeiten bleibt? Ist es ein Kammerspiel, ein Psycho-Thriller mit mehreren Locations oder etwa ein Traumszenario mit einem aufwändigeren Szenenbild? Das alles fließt in die Vision mit ein, wenn ich ein Drehbuch schreibe. Das wirklich Herausfordernde ist meines Erachtens die Figurenpsychologie. Wir wollen Figuren sehen, die markant sind, sich einem Konflikt stellen und sich dabei weiterentwickeln. In Kurzfilmen kann man den eigenen Figuren teils nur bedingt Raum zur vollen Entfaltung geben, das finde ich manchmal etwas unbefriedigend. Das Gleiche gilt ja für ihre literarischen Pendants, für Novellen und Kurzgeschichten.
Darum ist die zentrale Frage bei der Produktion eines Kurzfilms: Widmet die filmische Erzählung eher dem Plot oder ihren Figuren die meiste Zeit?

Warum das Thema (also das von Große Kunst)?
Das ist schon eine seltsame Entstehungsgeschichte. Mein Kollege und guter Freund Philip Klett wollte mich mit einer Aufgabe kreativ anregen. Ich sollte mir eine Geschichte ausdenken, in der eine Person schreien will, es jedoch aus irgendeinem Grund nicht kann.
Die Idee für die Aufgabenstellung kam ihm durch ein Gespräch mit einer Bekannten, die Lust hatte, sich schauspielerisch einmal auszuprobieren. Ich weiß nicht mehr, wie sie genau auf so ein absurdes Setting kamen, ich machte mich jedoch gleich daran, mir einen passenden Plot dazu zu überlegen. Dabei dachte ich an Modelle bei Malkursen, die in unterschiedlichen Posen lange stillhalten müssen, um gezeichnet zu werden. Das ist schon eine ermüdende, stumpfsinnige Arbeit. Was aber, wenn auch noch die TeilnehmerInnen des Kurses allesamt ziemlich unbegabt sind? Es ist dann doppelt ärgerlich, wenn man als Ergebnis schließlich so ein Gewurschtel vor die Nase gehalten bekommt. Das fand ich ganz lustig als Ausgangslage für den Film. Außerdem amüsieren mich alle Formen der Kleinkunst, seien es schlechte Laientheater, Trashfilme oder eben stümperhaft gemalte Bilder. Da ist die Diskrepanz zwischen Schein und Sein sehr groß und es wirkt fast immer komisch, wenn Menschen ein verzerrtes Selbstbild haben. Es braucht ja auch eine gewisse Hybris, zu sagen: „Ich mache jetzt Kunst. Nehmt mich bitte ernst.“ Die Figuren in Große Kunst sind größtenteils sehr eingebildet, versponnen und merken nicht, wie schlecht ihr handwerkliches Können und wie platt ihre künstlerischen Einfälle sind. Sie vertreten denke ich eher die Haltung, dass alles subjektiv ist und ihre Kunst daher nicht nach objektiven Maßstäben beurteilt werden kann. Wieso sich also nicht in eine Reihe mit Pablo Picasso, Salvador Dalí oder Frida Kahlo stellen, wenn es vermeintlich kein besser oder schlechter gibt? So eine überhebliche, tendenziell esoterisch-postmoderne Haltung ist mir auch teils in meinem Studium der Theaterwissenschaft an der LMU begegnet und ich hatte Lust, sie ein bisschen aufs Korn zu nehmen. Mit Große Kunst haben wir definitiv keinen Kurzfilm, der große Kunst sein will. Das ist ein kleiner, leichter Film, der auf hoffentlich unterhaltsame Weise das künstlerische Streben persifliert.

Wie stemmt Ihr das Projekt wirtschaftlich?
Philip und ich haben beide Geld in das Projekt gesteckt, um ein ordentliches Kostümbild, die Fahrt- und Übernachtungskosten der DarstellerInnen und die Miete zusätzlichen Equipments finanzieren zu können. Wir hatten keine Förderung und das wäre denke ich bei dem Projekt auch aussichtslos gewesen. Wir hatten Glück, dass wir tolle, passende SchauspielerInnen gefunden haben, die sich bereit erklärt haben, nur aus Spaß an der Sache in dem Kurzfilm mitzuspielen. Das ist wirklich ein Traum jedes Filmemachers und wir sind nach wie vor in gutem Kontakt mit ihnen. Das ist der Idealfall, wenn man für einen Kurzfilm begeisterungsfähige, lustige DarstellerInnen findet, die Spaß an ihrer Rolle haben und das Skript mögen. Ein Film steht und fällt mit der Besetzung. Wir haben Große Kunst auch nur an einem Wochenende in München gedreht, das heißt der zeitliche und monetäre Aufwand hielt sich zum Glück in Grenzen.

Wie habt Ihr die Schauspieler gefunden?
Wir haben über Crew United und Cast Forward Annoncen aufgegeben, die das jeweilige Rollenprofil und das Projekt beschrieben haben. Wir hatten tatsächlich auch insgesamt über 50 Bewerbungen für die sechs Rollen. Ich habe mit recht vielen gezoomt und es waren einige gute DarstellerInnen dabei. Wir haben aber nach richtigen Charakterköpfen gesucht, die obendrein noch eine Begabung im komischen Spiel haben. Da haben sich dann bald unsere Favoriten herauskristallisiert, die sich sofort in ihre Rollen hineingedacht haben. Marion Elskis zum Beispiel, die eine erfahrene Film- und Theaterdarstellerin ist, hat mich bei unserem ersten Zoom-Gespräch gleich mit einer aufgemalten Monobraue begrüßt, ganz ihrer exaltierten Figur entsprechend. Jürgen Höfle, der auch im echten Leben Künstler ist, empfing mich schon ganz im Malerlook mit roter Schiebermütze und Ralf Legat hatte auch gleich Ideen, wie das Kostümbild seiner Figur seiner Vorstellung nach auszusehen hätte. Michael Jamak, der eine Schlüsselrolle im Film hat, hatte sogar eine Idee für das Ende, die seiner Meinung nach mehr zu der Psychologie seiner egomanischen Figur passen würde. Wir haben schließlich tatsächlich die leicht veränderte Version des Endes im Film verwendet. Auch Jessica Cecilia de Jong und Hanna Decker haben ihre Rollen gut ausgefüllt und den Cast mit ihrem jeweiligen Naturell ideal ergänzt. Große Kunst ist letzten Endes – wenn auch im kleinen Stil – ein Ensemblefilm.

Was gibt es von der Festivalfront zu berichten?
Philip und ich sind mit Große Kunst erst so richtig in die Welt der Filmfestivals hineingewachsen. Wir haben den Kurzfilm bei vielen Festivals eingereicht, und als wir dann das erste Mal für eine Kategorie nominiert wurden, waren wir beide richtig aus dem Häuschen. Wir haben nun insgesamt bei neun Festivals in der Kategorie „Beste Komödie“ gewonnen, wurden bei einigen nominiert und sind bei einigen abgelehnt worden. Insgesamt ist das ein Erfolg, der uns als Filmemacher weiter anspornt, den wir aber auch nicht überbewerten. Es gibt enorme Qualitätsunterschiede bei Film Festivals. Als wir beim Best Istanbul Film Festival gewonnen haben, dachten meine Eltern erst, wir würden jetzt nach Istanbul geflogen werden, um bei der Preisverleihung live den goldenen Award entgegenzunehmen. Die traurige Realität war dann, dass wir ihn hätten kaufen müssen, nachdem wir ihn schon gewonnen hatten. Wir hätten dann auch die Versandkosten selbst zahlen müssen, um ihn in Händen halten zu können. Andererseits gibt es auch sehr schöne Wettbewerbe wie das Europäische Filmfestival Göttingen, wo unser Film ebenfalls lief. Da wurde uns zum Teil die Hinfahrt finanziert, das Hotel plus Frühstück und wir wurden auf sehr liebenswürdige, familiäre Weise in die gesamte Veranstaltung mit eingebunden. Das war ein großartiges Erlebnis und ein perfektes Setting, um einen eigenen Film das erste Mal auf der Kinoleinwand sehen zu können – ein magischer Moment für uns.
Bei den Vienna International Film Awards haben wir – obwohl wir Finalisten waren – die Veranstaltung wiederum vorzeitig verlassen, weil alles so scheiße war. Jede Kategorie hatte drei Stunden Verzögerung, Essen und Drinks waren sehr teuer und die ModeratorInnen waren bemerkenswert unlustig und langweilig. Der Abend hat sich wahnsinnig gezogen und wurde gleichzeitig inszeniert, als wären wir bei der jährlichen Oscarverleihung. Da sind wir wieder bei der Diskrepanz zwischen Schein und Sein.

Gibt es neue Projekte?
Wir haben am 04. März die Premiere unseres mit Abstand größten Projekts gefeiert: Ihr Letzter Coup. Ein fast 60-minütiger Heist-Thriller. Daran haben wir ein halbes Jahr gearbeitet. Den Film haben wir mit einer Crowd Funding Kampagne und einer gehörigen Portion Eigenkapital finanziert. Ich denke, neben unserem hohen künstlerischen und technischen Anspruch bei dem Projekt ist unsere größte Leistung einfach, dass wir den Film gemeinsam grundsätzlich zustande gebracht haben. Ich lehne mich nicht mal allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte es ist leichter, einen zweistündigen Spielfilm mit Produktionsfirma, Fördergeldern und einem großen Team zu drehen, als einen 60-Minüter zu zweit als Hauptverantwortliche mit einem sehr kleinen Team. Wir haben uns beide um die gesamte Organisation, das Casting, Location Scouting, die Finanzierung, die Verträge, Postproduktion die Vermarktung, Promo etc. gekümmert. Philip hat als Director of Photography außerdem die Kameraarbeit übernommen, ich die Regie und das Schreiben des Drehbuchs. Wir haben gegen so viele Widerstände ankämpfen müssen und sind ein so hohes finanzielles Risiko eingegangen, dass ich uns beide nun ohne Scham als Filmproduzenten bezeichnen kann. Manche Produzenten, die Absolventen einer Filmhochschule sind, mögen sich jetzt an den Kopf langen, aber das kümmert mich nicht. Wir sind mit der Produktion von Ihr Letzter Coup durch eine besonders harte Schule gegangen, dass ich uns einen abendfüllenden Spielfilm genauso zutraue. Der wird auch kommen. Jetzt gönnen wir uns aber beide erstmal Erholung nach dem ganzen Stress.

Interview: Drei Fragen an Felix Schaefer

Frage 1: Heute geht Ihr Film Da unten im Himmel im Bezahl-Internet von Vimeo on Demand, Amazon, Itunes und Google Play online. Wie sind Sie als Schauspieler dazu gekommen, einen Film zu machen und just diesen?

Felix Schaefer: Ich glaube, viele Schauspieler schreiben an Drehbüchern in ihrer Freizeit. Schauspieler sind normalerweise sehr interessiert daran, wie Menschen sich verhalten, und wollen das auch durch ihre Kunst zeigen. Ich habe auch schon einige Drehbücher geschrieben, aber hatte davon noch keines verfilmt. Da unten im Himmel spielt nur in einem Raum und war deswegen realistisch zu verfilmen. Ich kam zu der Idee, da ich den Umgang mit der Geschlechterfrage im Moment sehr interessant finde. Was und wer ist denn ein Mann? Der Film gibt da bestimmt keine konkrete Antwort, aber man kann 6 Männer beobachten, die sich mit sich selbst beschäftigen.

Frage 2: Sie ventilieren in Ihrem Film auf unterhaltsame Weise und mit einer Riege prima ausgewählter Schauspieler elementare Parameter des Menschseins in der Ausformung des Mannseins – und, um auf den Titel zu referieren, ausgerechnet der Keller wird zum Himmel der Männer?

Felix Schaefer: Ja, der Keller ist doch ein wunderbarer Ort. Es gibt keine Auswege, man kann sich nicht von sich selbst ablenken, und man ist ausserdem mal abgeschottet von der Welt. Männer gehen doch oft in den Keller oder die Garage, das ist ein interessanter Ort.

Frage 3: Würden Sie uns freundlicherweise Einblick in die Gelddinge hinter diesem Film gewähren? Wie viel hat die Produktion gekostet, woher kam das Geld? Waren öffentliche Gelder, auch Zwangsgebühren dabei? Wie viel Selbstausbeutung war nötig? Wie sind die Aussichten, dass über das Bezahl-Internet wieder Geld reinkommt und könnte es theoretisch möglich sein, dass der Film auch im Kino zu sehen sein wird oder dass er ins Fernsehen kommt?

Felix Schaefer: Ich habe mir 20.000 Euro von meinen Eltern geliehen, um diesen Film zu produzieren. Das Geld wurde für Technik, Logistik, Verpflegung, Postproduktion usw. ausgegeben. Die Dienstleistungen sind alle auf Rückstellung und sind ca. 400.000 Euro. Falls der Film also Geld macht, nachdem die Schulden bezahlt sind, werden alle bezahlt.

Wie viel hat die Produktion gekostet, woher kam das Geld?
Die eigentliche Produktion des Filmes hat ca. 10.000 Euro gekostet.
Waren öffentliche Gelder, auch Zwangsgebühren dabei? 
Nein.
Wie viel Selbstausbeutung war nötig?
Naja, Schulden habe Ich schon dafür gemacht, aber Selbstausbeutung würde Ich das nicht nennen.
Wie sind die Aussichten, dass über das Bezahl-Internet wieder Geld reinkommt und könnte es theoretisch möglich sein, dass der Film im Kino zu sehen sein wird oder dass er vom Fernsehen ausgestrahlt wird?
Ich kann das sehr schlecht einschätzen wie viel Geld eingenommen wird, weil es das erste mal ist fuer mich und ich keinen Vergleich habe. Ich habe den FIlm allen Verleihern, und allen Sendern Deutschlands angeboten, und keiner wollte ihn. 

Vielen Dank, Felix Schaefer, für die Antworten
und viel Erfolg mit dem Film!

Drei Fragen an Lavinia Wilson und Barnaby Metschurat

Am Donnerstag startet Ihr Film HEY BUNNY in den Kinos. Er spielt in akademischem, deutschem Milieu, setzt grotesk die wissenschaftlich verbiesterte Glückssuche anhand von Tierversuchen mit weißen Hasen der unkomplizierten Glückssuche eines zu Hause gebliebenen Akademikersohnes gegenüber, der am Flughafen gestrandete, mollige Touristinnen abschleppt; derweil gerät ein chronisch beleidigter Profihacker zwischen alle Fronten von Aktivisten gegen Klimawandel, Forschern, Liebes- und Glückssuchern, Tierschützern, Widerständlern, der eigenen komplizierten Liebesfernbeziehung zu einer Afrikahelferin sowie der Polizei und falschen Verdächtigungen.

Frage 1: Sie beide sind erfolgreiche Schauspieler; da hat man doch ein bequemes Leben; warum machen Sie sich die Mühe, selber einen Film zu produzieren, was hat Sie dazu bewogen, den Film zu machen?

Barnaby Metschurat: Das Geheimnis unseres Erfolges liegt darin, dass wir uns immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Wir lieben Film, wir leben Film. Somit ist es für uns ein naheliegender Schritt durch Film die Geschichten zu erzählen und die Fragen zu stellen, die uns beschäftigen.

Lavinia Wilson: Weil wir Lust hatten, diese unsere eigene Geschichte zu erzählen. Auf unsere ganz eigene Art und Weise und mit unserem Humor. Im Film geht es ja auch darum ob man sich traut, für etwas zu kämpfen, was einem wichtig ist und ein Risiko einzugehen, auch wenn man krachend auf die Schnauze fällt damit. Entweder man macht was, oder man lässt es halt bleiben. Wir haben uns für ersteres entschieden.

Der ursprüngliche Impuls kam daher, dass wir ganz oft das Gefühl haben, dass alle um einen herum genau wissen, was man zu tun und zu lassen hat, was richtig und was falsch ist und was das ultimative Rezept fürs Glücklichsein ist, sei es ehrenamtliche Arbeit oder irgendein Ernährungsfetisch. Und man selbst hockt im Auge des Sturms und ist ratlos und überfordert. So entstand unsere Hauptfigur des dauerbeleidigten Adam. Wir wollten sehen, ob und wie wir so einen Typen dazu bekommen können, seinen Arsch hochzukriegen.

Am Anfang waren wir bestimmt ein bisschen naiv, aber anders macht man so was nicht – und irgendwann waren wir schon so weit gekommen, dass wir nicht mehr aufhören konnten. Und jetzt sind wir unendlich stolz. Ganz abgesehen davon haben wir so viel übers Filmemachen gelernt, das verändert auch unsere Arbeit als Schauspieler.

Frage 2: Ihr Film müsste förderwürdig sein, denn er beschäftigt sich mit akuten gesellschaftlichen Themen, vom chronisch beleidigten, non-kommunikativen Intellektuellen, dem besten Trekker, über die Glücksgenforschung mittels Tierversuchen, Demenz, Widerstand, Wissenschaftskritik (Wissenschaftler wollen sich nicht austauschen, sie wollen forschen, sie sind Wölfe), Weltveränderung und Afrikahilfe spielen auch eine Rolle, warum nehmen Sie keine Filmförderung und keine Fernsehhilfe in Anspruch, obwohl Ihre Schilderung des akademischen Milieus allein vom Drehbuch her schon zutreffend und überzeugend wirkt? Hat das vielleicht mit dem Satz über die Sponsoren etwas zu tun: Sponsoren, man kann nicht ohne sie, aber mit ihnen auch nicht?

Lavinia Wilson: Ja, der Satz triffts ganz gut. Aber Ihre Aufzählung zeigt ja auch schon, dass wir keinen monothematischen Film machen wollten. Keines dieser Themen ist das eine Thema des Films, sondern sie schwingen alle mit, oft durch unsere ironische Brille; wir wollten gerade kein Relevanzkino machen, das sich einer Sache annimmt und sie mit einer leicht verständlichen Message versieht, Tierversuche sind böse, Glück ist nicht chemisch herstellbar, Demenz ist schrecklich, Familie ist furchtbar und trotzdem super oder so was, das weiss man ja alles. Sondern all diese Themen prasseln auf unsere Hauptfigur ein und werden zum Teil auch nur angerissen, das Leben ist nun mal oft komplex und unfertig. Auch wenn alle Figuren letztlich auf der Suche nach Glück sind.

Wir haben schon nach einigen Gesprächen mit potentiellen Geldgebern gemerkt, dass das aber anscheinend nicht so gern gesehen ist, dass man so keine Filme macht, wir sollten uns doch auf ein Thema konzentrieren. Aber genau das stand im Widerspruch zu dem Spirit unseres Projekts und unserer Idee, es ging uns ja auch gerade um diese Überforderung, dass die Welt von vielen als kompliziert und absurd wahrgenommen wird – und gleichzeitig sehr komisch sein kann. Die Reduktion ist eine große Kunst und macht für andere Filme bestimmt Sinn, aber uns war von Anfang an klar, dass wir keinen Blockbuster machen, sondern einen kleinen überbordenden persönlichen Film. Der aber auch auf keinen Fall wild und strange um der Hipness willen sein sollte. Kurzum, wir waren schwer einzuordnen und wir hätten uns in jedem Fall auf einen langen, steinigen Weg im Fördersystem einstellen müssen – und da haben wir uns gedacht, dass diese Energie doch lieber gleich ins Filmemachen gesteckt werden sollte. Allerdings kann man diese Selbst- und Freundesausbeutung nur genau einmal machen, ich würde all die tollen Menschen, die uns umsonst geholfen haben beim nächsten Mal sehr gerne bezahlen. Aber jetzt haben wir ja mit „Hey Bunny“ unsere Visitenkarte. Barnaby sitzt schon an einem neuen Drehbuch.

Barnaby Metschurat: Es ist immer leicht, über Institutionen zu meckern. In dem Punkt sind wir eher amerikanisch drauf: Wir begreifen die Möglichkeiten, die sich uns nicht bieten, als Chance und kreieren daraus neue Wege. Man kann viel anstellen, wenn man sich selber für sein Produkt verantwortlich sieht. Aber ich würde es mir immer anhören, wenn mir jemand helfen möchte, meinen Film besser zu machen. Ob mit Geld, Rat oder Tat.

Frage 3: Wer soll Ihren Film anschauen?
Barnaby Metschurat: Keine Ahnung, was meinen Sie? Das ist eigentlich die Frage, die dir der Verleiher stellt, wenn du ihm dein Drehbuch vorstellst. Und Du hast am Besten eine gute Antwort darauf. In unserem Fall hab ich mir die Frage nie gestellt, weil ich ein unvernünftiger Geschäftsmann bin. Ich wollte einfach nur eine lustige und wahrhaftige Geschichte erzählen. Und ich habe mir gedacht, dass sich dadurch bestimmt jemand angesprochen fühlt.

Lavinia Wilson: Ich finde, alle Leute, die nicht doof sind und Humor haben.

Vielen Dank für Ihre Antworten
und gute Resonanz auf Ihren Film!

stefe