Archiv für die Kategorie: “Filmpreis”

Heute Abend wird wieder mit großem Gehabe der Deutsche Filmpreis verliehen, der eigentlich eine Vorspiegelung falscher Tatsachen ist, denn er ist lediglich der Filmpreis des Vereins Deutsche Filmakademie e.V. Das ist ein Zusammenschluss deutscher Filmschaffender der verschiedensten Gewerke, die nach einem nicht öffentlich einsehbaren Empfehlungssystem in den Verein aufgenommen worden sind. Korrekt müsste es heißen „Filmpreis des Vereins Deutsche Filmakademie e.V.“. Wobei die Vorspielgelung falscher Tatsachen dem Wesen des Kinos und des Filmes durchaus nicht fremd ist. Der Schein des Staatspreises – der also gesamtgesellschaftliche Relevanz beansprucht – wird noch erhöht durch die Tatsache, dass die deutsche Regierung in der Person der Kulturstaatsministerin Frau Monika Grütters 3 Millionen Euro Steuergelder für den Preis spendiert und durch ihre Anwesenheit bei der Verleihung diesen falschen Schein noch mehr befördert. Mitzureden hat sie bei der Entscheidung nicht. Diese beruht auf einem nicht richtig durchschaubaren, mehrstufigen Verfahren und die anonyme Schlussabstimmung liegt bei der Masse der Vereinsmitglieder, wobei viele davon vermutlich gar nicht die Zeit haben, alle in Frage kommenden Filme auch vergleichend anzuschauen. Sie müssen mit ihrer Stimmabgabe ja auch keine Begründung liefern. Und auch die Akademie schuldet weder dem Staat noch der Öffentlichkeit ein Begründung, warum jetzt möglicherweise 3 Tage in Quiberon (ein gehypter Kandidat) absahnt und Western nicht oder umgekehrt oder warum Transit von Christian Petzold gar nicht erst nominiert ist. Der Öffentlichkeit bleibt lediglich Kaffeesatzleserei (Kaffeesatzleserei als Kulturbegründung – wär ja nicht schlecht, da könnten die öffentlichen Gelder gleich gestrichen werden); das erspart eine inhaltliche Auseinandersetzung. Diese scheint vom Verein Deutsche Filmakademie e.V. offensichtlich auch gar nicht erwünscht. Bloss nicht andere gesellschaftliche Gruppierungen in einen Diskurs über die deutsche Filmkultur hineinzeihen. Die hat sich mit dem neulich im Netz aufgefischten Satz „Produzenten-Roundtable: Kein Mensch will schlechte Filme sehen“ abgesichert. Denn wenn niemand schlechte Filme sehen will, dann wird auch niemand schlechte Filme herstellen. So die suggerierte Conclusio. Trotzdem sei die Frage erlaubt, warum denn so viele deutsche Filme kaum jemand sehen will? Selbst „3 Tage in Quiberon“, was von einem großen Star handelt, der die Herzen der Menschen weitherum erobert hat, stürzte nach einem vielversprechenden Arthouse-Start von 40’000 Zuschauern am ersten Wochenende auf gerade mal 10’000 Zuschauer am zweiten Wochenende ab. Von einem Rumsprecherfolg dürfte da eher nicht gesprochen werden. Wobei der Film mehr als nur wohlwollend besprochen worden ist (allerdings nicht von stefe). Ist der Film das Beispiel für ein Kino, was niemand sehen will? Ist diese Falschheit am Deutschen Filmpreis und die Verweigerung von öffentlicher Diskussion über die Begründung, warum just dieser oder jener Film es verdient, gesamtdeutsche Steuergelder als Belohnung zu erhalten, vielleicht mit ein Symptom dafür? Der Beweis dafür, wie völlig neben der Kappe die hochsubventionierte, am Dauertropf hängende und somit künstlich am Leben erhaltene, deutsche Filmkultur ist, eine sich abschottende Filmkultur, die die öffentliche Diskussion scheut wie der Teufel das Weihwasser (aus purer Panik vor Einbußen bei den Geldstörmen)? Hier geht es zu einem Kommentar von stefe zu diesem Thema.

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Der deutsche Filmpreis ist der höchstdotierte und gleichzeitig der dümmste Filmpreis der Welt. Er tut so, als sei er ein Staatspreis, dabei ist er ein Innungspreis, der Preis des Vereins Deutsche Filmakademie e.V. Er wird in einem intransparenten Verfahren vorwiegend aus dem Kreis potentiell Begünstigter ermittelt. Es gibt keine Begründungen und keine öffentliche Diskussion. Der Preis lockt mit einem Preisgeld von 3 Millionen Euro. Er fördert das Gelddenken unter den Teilnehmern und nicht das Filmkulturdenken. Er ist nicht nur der dümmste Filmpreis der Welt, er ist auch der bedeutungsloseste. Weil er ein Insiderpreis ist, der sich nicht rechtfertigen muss. Aber die Kulturstaatsministerin gibt ihm den Segen und lässt sich entmündigen. Sie hat kein Mitspracherecht. Sie entbindet sich somit selbst der Verantwortung für die deutsche Filmkultur. Sie schmeißt das Steuergeld raus und hat nichts zu sagen dazu. Sie hintertreibt damit eine öffentliche Diskussion aus Vertretern wesentlicher gesellschaftlicher Gruppen, was für ein Kino typisch und wünschenswert für das Land sei, sie entzieht den Filmpreis einer ihn gesellschaftlich legitimierenden Auseinandersetzung. Wenn es um die Besetzung der Chefposition der Berlinale geht, schreit die Filmbranche laut und keck, sie fordere Transparenz. Wenn es um die Verteilung von 3 Millionen Euro Preisgeld an sich selbst geht, dann verkrümelt sie sich hinter einem obskuren, mehrstufigen Verfahren und außerdem in funktionärshaften Bewerbungsanforderungen. Damit die potentiellen Preisträger bereits mal auf Knien daher kommen. Damit es keine außerordentliche Ehre sei, wie beim Nobelpreis: dass man von einem illustren Komitee, ohne sich bewerben zu müssen, ausgewählt werde. Der deutsche Filmpreis ist der dümmste Filmpreis der Welt und die Filmkritik hat sich damit abgefunden. Offenbar machen aber nicht mehr alle Filmemacher mit. Einige der erfolgreichen und wichtigen Filme seien, war zu lesen, bei den diese Woche verkündeten Nominationen nicht dabei, weil sie sich schlicht nicht beworben hätten. Vermutlich war ihnen der lächerliche, das Untertanentum fördernden Zirkus der Bewerbung zu blöd. So wird der dümmste Filmpreis der Welt, dieses missgeburtige Konstrukt aus Geldgier und Pfründentum, noch dubioser und wertloser, wird zum größten Filmonaniepreis der Welt und zum Schandpfahl der deutschen Filmkultur. Wir gratulieren allen Mitmachern!

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Hat der Vorgängerfilm Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth noch vom geheimnisvollen Gegensatz einer idyllischen, grünen Lichtung mit Pfadfinderlageratmosphäre und einem anrainend hinter einer hohen Mauer geheimnis- und fantasievoll-bedrohlichen Labyrinth gelebt, so ist jetzt zeitgenössische Dystopie angesagt.

Die Auserwählten, die nicht wissen wie ihnen geschah und wie ihnen geschieht und was vor ihnen liegt – das immerhin ist ein schönes Bild für die Situation am Beginn des definitiven Eintritts ins Erwachsenenleben, in einem Beruf oder in eine Position – gelangen erst in eine Art Internat oder Kadettenschule, ohne Tageslicht, ohne Grün. Sie verbreiten das Gefühl dieser Wohligkeit in einer Gruppe Abhängiger in gleicher Lebenssituation.

Täglich werden aus ihrer Mitte einige aufgerufen. Sie verschwinden unter Begleitung der Autoritäten hinter einer Tür, von der bald klar wird, dass keiner der Zöglinge mehr zurückkehrt.

Eben hat es Theresa erwischt, auf die Thomas ein Auge geworfen hat, daran erinnert man sich noch aus derm Vorgängerfilm. Das beunruhigt Thomas sehr. Er fängt an mit einem Kollegen vom Schlafsaal, den er mit seinen Freunden teilt – ein Cast voll sympathischer, erwachsener, aber noch keinesfalls machohafter Männer, offen, neugierig und interessiert – über Lüftungsschächte den tabuisierten Bereich zu erkunden. Er macht schreckliche Entdeckungen, schockierende, alarmiert seine Gruppe und sie versuchen den Ausbruch aus dieser bösen Zone.

Bis dahin hat der Film wunderbar diese Stimmung, auch von Gemeinsamkeit, am Anfang des Ernstes des Lebens rübergebracht, auch dass dem Zuschauer schwant, dass dieses nicht zimperlich mit den Menschen umgehen wird, dass sie am Ende doch ziemlich anders und beschrieben aussehen werden als heute, geprägt und vielleicht gebeutelt. Aber das sind Fantasien, die über den Ist-Zustand dieses Filmes hinausgehen.

Auch der Chef Janson, Mr. Chance, Aidan Gillen, spiegelt diese Situation mit seiner freundlichen Kumpelhaftigkeit ausgezeichnet, Schullehrer mit einem Hauch Schuldirektorenhaftigkeit.

Thomas und seine Gruppe brechen mit der befreiten Theresa aus. Die Liebe als Motor. Was nun folgt sind gegen zwei Stunden Verfolgungsjagd mit altbekannten Actionmitteln und viel Schießereien – die Waffenindustrie als bewährter Pate der Filmindustrie – Durchquerung dystopischer Wüsten- und Hochhausruinenlandschaften, Begegnungen mit bissigen und teils angeleinten Zombies, Produkten misslungener Experimente von Dr. Paige, Patricia Clarkson, mehr Geisterbahn und Geisterspuk denn Coming of Age oder Lehr- und Wanderjahre, bis auf die kleine Begegnung mit dem Tod von Winston, die offenbar nach wenigen Sekunden des Stehenbleibens der Gruppe als Schattenfiguren, ein Andachtsbild an der Wüstenskyline, abgehakt ist.

Das ist zweifellos gut gemachte Action, aber irgendwie hat sie mit dem exponierten Thema, dass diese Menschen am Anfang von etwas stehen so gar nichts mehr zu tun. Es wird lediglich eine Flucht-, eine Hit-and-Run-Geschichte mit der dominierenden Textzeile „Go!, Go!, Go!, Let’s go!“.

War Teil eins noch eine spannende Bebilderung einer pubertären Beengungs- und Behinderungssituation, so scheint dieser Prozess abgeschlossen, jetzt rennen sie um ihr Leben. So hat dieser zweite Teil eher mit dem Einrücken zum Bund oder in eine Lehre etwas zu tun. Dieses Momentum der Jugend zwischen Adoleszenz und Eintritt in die Erwachsenenwelt ist hier anfänglich vorhanden, verschwindet dann vollkommen aus dem Film. Der dritte Teil wird die Antwort auf die letzte Frage an Thomas geben: so, was ist denn dein Plan? Diese Antwort hätte ruhig hier schon gegben werden können, denn die ganzen Actionssequenzen schieben sie ja nur auf.

Die Regie besorgte Wes Ball nach dem Buch von T.S. Nowlin, der den Roman von James Dashner zur Grundlage hatte.

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… sind verliehen. Hier die Gewinner. Leider schaffen wir zeitnah keine Einschätzung, daher lassen wir das einfach ganz. Tut auch mal ganz gut, etwas unkommentiert zu lassen.

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Es ist mal wieder so weit, die Oscars werden vergeben. Wie jedes Jahr finden Montag regulär Pressevorführungen statt, die, wie jedes Jahr, sehr schlecht besucht sein werden. Denn wer was auf sich hält, guckt die Oscars live, von ein Uhr früh bis kurz vor sechs.

Ich habe, ebenfalls wie jedes Jahr, nicht alle Filme gesehen, die zur Auswahl stehen, daher kann ich keine wirklich gute Einschätzung der Chancen vornehmen. In früheren, privaten, Oscar-Tippspielen lag ich meistens sehr falsch, weil zu oft Wunsch Vater des Gedanken war. Ergo versuche ich es dieses Jahr gar nicht mit einer Prognose.

Für die vielen Grüppchen von Cineasten, die sich landauf, landab tief in der Nacht erwartungsfreudig um die Flimmerkisten sammeln werden, gibt es jedoch eine Menge Möglichkeiten, sich die Nacht zu versüßen. Hier einige davon:

  • Der Westen aus Essen hat die Oscar-Kandidaten auf einen schönen, 2-seitiges Sofa-Stimmzettel eingedampft, mit dem man das klassische Oscar-Lotto veranstalten kann. (an besten beidseitig ausdrucken, so hat jeder nur ein Blatt)
  • Die Academy höchstselbst bietet ein Oscar Party Kit mit Koch- und Cocktailrezepten. Die Amerikaner haben’s natürlich leichter, bei denen kommt die Verleihung ja zur Prime Time. Natürlich gibt es auch hier einen Stimmzettel, und außerdem ein Oscar-Bingo für 9 Teilnehmer. (Bingo-Spielregeln hier! Ich nehme an, beim Oscar-Bingo gewinnt, wer als erster eine Reihe oder Spalte markieren kann. Jeder Mitspieler bekommt eine Karte.)
  • Diese Designerin hat ein eigenes Oscar-Bingo für 12 Teilnehmer kreiert. Da es nicht „offiziell“ ist, ist es sicher wesentlich lustiger.
  • Auch im iTunes Store gibt es eine Menge Apps zum Thema Oscar, manche ermöglichen auch ein Oscar-Lotto. Ich hab das nicht näher getestet.
  • Bei Kritikerpapst Roger Ebert gibt es satte 100.000 Dollar zu gewinnen, und zwar für den- oder diejenigen, der sämtliche 24 Oscars richtig tippt. Outguess Ebert heißt dieses Tippspiel.Hier geht’s zur Teilnahme, beim Überfliegen der Regelnhabe ich nichts gefunden, was darauf hindeutet, dass man aus Deutschland nicht teilnehmen dürfe. Nimmt jemand teil, weil er es hier gelesen hat und gewinnt, wäre ich für eine kleine Spende sehr dankbar!
  • Weitere Tippspiele gibt es natürlich massenhaft, hier zum Beispiel Prinz, Moviereporter und Filmstarts.de. Bei MovieMaze.de organisieren sogar die Fans ihr eigenes Tippspiel! Auf englisch sucht man übrigens am besten nach „Oscar Pool“ oder „Oscar Bet“. Und man schreibt es immer noch „Oscar“, nicht „Oskar“…

Und nun: Viel Spaß, eine gute Nacht und möge der beste Film gewinnen!

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Die Oscarnominierungen wurden soeben bekanntgegeben (komplette Liste hier). Um den Oscar für den besten Film streiten sich diesmal sogar 10 Kandidaten:

  • 127 Hours (großartig, spielt aber m.E. nicht in dieser Liga)
  • Black Swan (ich denke, eine hochschwangere Natalie Portman wird die Statuette für die beste Hauptrolle entgegennehmen)
  • The Fighter (konnte ich noch nicht sehen)
  • Inception (nein, spielt absolut nicht in dieser Liga. Ich verstehe nicht, wieso der so faszinierend sein soll. Memento war viel besser.)
  • The Kids are all right (habe ich nicht gesehen)
  • The King’s Speech (habe ich nicht gesehen)
  • The Social Network (ja, der könnte ihn gewinnen. Mir läuft’s immer noch kalt den Rücken runter ob dieses Soziopathen)
  • Toy Story 3 (nicht wirklich, oder?)
  • True Grit (ja, wenn meinereiner auch die PV vor Weihnachten hätte besuchen dürfen, dann hätte ich hier jetzt was tiefschürfendes sagen können)
  • Winter’s Bone (nicht gesehen, meines Wissens ist der auch noch nicht gezeigt worden)

Über die restlichen Nominierungen äußere ich mich in den nächsten Wochen…

Und hier noch das Video:


Watch live streaming video from academyawards at livestream.com

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Zur Verleihung der Golden Globes 2011 lud die Hollywood Foreign Press Association HFPA ein zweites Mal den britischen Komiker, Schauspieler und Regisseur Ricky Gervais ein, durch den Abend zu führen.

Dies hat Gervais am vergangenen Sonntag in Los Angeles getan, und zwar mit ungewohnt spitzer Zunge. Seine Scherze und Anspielungen auf Benehmen, Befindlichkeiten oder auch nur das Alter der Anmoderierten unterschieden sich deutlich von den weichgespülten Floskeln, die meist bei der Oscarverleihung zu vernehmen sind. Ganz in der Tradition des bisweilen kruden, aber immer mit einem Augenzwinkern versehenen, schwärzestmöglichen britischen Humors (den das deutsche Publikum, das vorwiegend nach dem im Stechschritt organisierten Schenkelklopfhumor des närrischen Rheinlands zu ticken scheint, wohl erst durch die Monty Pythons flächendeckend kennenlernte, sich aber davon nicht weiter beeindrucken ließ), lieferte Gervais einen Hieb unter der Gürtellinie nach dem anderen ab.

Nun regt sich scheinbar die ganze Welt über Gervais‘ Gags auf. Auf YouTube gibt es Videokommentare, bei Twitter und Facebook gingen entsprechende Sprüche über den Äther, und die Presse sprang bereitwillig auf den „Bandwagon“ auf (1, 2, 3). Ich verstehe das nicht.

Zum einen ist der rabenschwarze britische Humor ja ein altbewährtes Mittel zum Lockern selbst maximalzementierter Zwerchfelle, zum anderen ließ die HFPA den netten Herrn aus England ihre Verleihung ja bereits im letzten Jahr moderieren und kann nun nicht behaupten, die Katze im Sack gekauft zu haben. Außerdem ist Gervais und sein bissiger Humor durchaus allgemein bekannt (hier ein Auftritt aus einem seiner Kabarettprogramme). Und obendrein waren die Gags offenbar abgesprochen, denn bei Conan O’Brien erzählte Gervais (vor der Globes-Verleihung!) einen geplanten Eröffnungsgag, der es dann doch nicht in die Verleihung geschafft hat.

Meine persönliche Erkenntnis aus dieser Sache: Die ganze Aufregung ist weitgehend gespielt und von den Medien überproportional aufgeblasen wurden. Dass Gervais sich nun selbst äußern muss (zu welchen Vorwürfen, bitteschön?), ist geradezu lächerliches Schmierentheater (4, 5). Schade, dass die Presse da mitspielt. Denn dass Ricky Gervais bei der Verleihung bestens ankam, hört man eindeutig an der Reaktion des Publikums. Und dass es nicht wenige überempfindliche, weltfremde, chronisch beleidigte und streckenweise besonders klagefreudige Menschen in den Staaten gibt, ist ja auch bekannt. Doch Rückhalt erhält Gervais aus den Reihen der Kollegen, also ist alles dann doch gut ausgegangen.

Hier die Gags von der Verleihung, der „banned“ Gag bei Conan und die Reaktion der Zuschauer bzw. Betroffenen:

Nachtrag: Hier ein längeres Interview mit Ricky Gervais bei Piers Morgan Tonight mit einer sehr gut formulierten Erklärung, worüber man Witze machen darf und worüber nicht:

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Der Filmkritkerverband VDFK hat die Nominierungen für den Preis der deutschen Filmkritik 2010 bekanntgegeben.

Sieben Nominierungen insgesamt für das Drama zum Thema Familienehre und Zwangsehe Die Fremde von Feo Aladag. Tom Tykwers Drei folgt mit fünf Nominierungen, danach Die kommenden Tage von Lars Kraume. Dennis Gansels Vampirfilm Wir sind die Nacht erhielt drei Nominierungen, je zwei Nominierungen entfallen auf Boxhagener Platz, Schwerkraft, Parkour und Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen.

Alle Nominierungen könnt Ihr diesem PDF entnehmen.

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Morgen geht’s nach Nürnberg, ich bin schon ganz gespannt. Wie ich ja schon schrieb, bin ich in der Filmkritiker-Jury beim Filmfestival Türkei-Deutschland. Ich hab keine Ahnung, wie stark ich eingespannt sein werde, wieviele Filme ich gucken werde, ob ich dazukomme, zu bloggen oder zu twittern. Laptop, iPhone und Fotoapparat hab ich dabei, ich bin also gerüstet.

Im Blog gibt’s ein paar vorprogrammierte Beiträge (Reviews am Donnerstag zum Beispiel), und am Sonntag bin ich ja eh schon wieder da.

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Hier meine Prognose für die Oscars 2010. Wie immer so neutral eingeschätzt wie möglich und nicht das pure Wunschdenken:

Nachtrag: Tja, da lag ich mal wieder gewaltig daneben. Hier die Gewinner, diesen Eintrag editiere ich später noch um.

  • Bester Film: Avatar (lieber wäre mir District 9 gewesen)
    • Gewonnen hat The Hurt Locker. Fein! (0 Punkte für mich)
  • Bester Hauptdarsteller: Morgan Freeman (obwohl Jeff Bridges (der Dude!) immer noch keinen Oscar hat!)
    • Gewonnen hat Jeff Bridges, ich hätte mich einfach trauen sollen. (0)
  • Beste Hauptdarstellerin: Gabourey Sidibe
    • Gewonnen hat Sandra Bullock, aber ich habe The Blind Side nicht gesehen. (0)
  • Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz (obwohl Stanley Tucci ihn genauso verdient hätte)
    • Gewonnen: Christoph Waltz, yesss! (1)
  • Beste Nebendarstellerin: Anna Kendrick
    • Gewonnen hat Mo’Nique. Tja. (1)
  • Beste Regie: Kathryn Bigelow (mein persönlicher Favorit wäre allerdings Quentin Tarantino gewesen)
    • Gewonnen: Kathryn Bigelow (2)
  • Bestes Originaldrehbuch: The Hurt Locker (mein Favorit: A Serious Man)
    • Gewonnen: The Hurt Locker (3)
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: An Education (mein Favorit: District 9)
    • Gewonnen: Precious (3)
  • Beste Kamera: Avatar (mein Favoit: Inglourious Basterds)
    • Gewonnen: Avatar (4)
  • Bester Schnitt: Inglourious Basterds (alternativ: District 9)
    • Gewonnen: The Hurt Locker (4)
  • Beste Art Direction (Szenenbild): Avatar (die Ausstattung war ja nun wirklich nicht zu schlagen)
    • Gewonnen: Avatar (5 Punkte hab ich mittlerweile)
  • Bestes Kostümdesign: Coco avant Chanel (Coco Chanel! Natürlich gibt’s den Oscar für das kleine Schwarze!)
    • Gewonnen: The Young Victoria (5)
  • Bestes Makeup: Star Trek (keine Ahnung, ist geraten)
    • Gewonnen: Star Trek (6)
  • Beste Filmmusik: Up
    • Gewonnen: Up (7)
  • Bester Filmsong: „Almost There“ von Randy Newman
    • Gewonnen hat „The Weary Kind“ aus Crazy Heart (7)
  • Beste Tonmischung: Avatar (da rappelt’s im Karton, äh, im Kino)
    • Gewonnen: The Hurt Locker (7)
  • Bester Tonschnitt: Inglourious Basterds (ist Wunschdenken)
    • Gewonnen: The Hurt Locker (7)
  • Beste Visuelle Effekte: Avatar (District 9 hatte zuwenige davon und Star Trek hat das schwarze Loch nicht verstanden, das ärgert mich)
    • Gewonnen: Avatar (8)
  • Bester Animationsfilm: Up (The Princess and the Frog war zu Disney-glatt, daran ist man schon gewohnt, und bei Fantastic Mr. Fox hat man erst gesehen, was Wallace and Gromit für eine Arbeit gewesen sein muss.)
    • Gewonnen hat Up. Hurra! (9)
  • Bester Ausländischer Film: Un propèthe (Das weiße Band ist trotz deutschen Geldes für mich ein österreichischer Film)
    • Gewonnen: El secreto de sus ojos (9)
  • Bester Dokumentarfilm: The Cove (Wunschdenken)
    • Gewonnen hat The Cove! Ich lag erstaunlich oft richtig! (10)
  • Bester Kurzdokumentarfilm: China’s Unnatural Disaster (oder The Last Truck, beides schön heiße politische Themen)
    • Gewonnen hat Music by Prudence (10)
  • Bester Animierter Kurzfilm: Wallace and Gromit in „A Matter of Loaf and Death“ (muss natürlich sein)
    • Gewonnen hat Logorama (10)
  • Bester Kurzfilm: The New Tenants (geraten)
    • Gewonnen hat The New Tenants (11 Vorhersagen in 24 Kategorien habe ich richtig, nicht schlecht. Obwohl, das sind ja nichtmal 50%…)

Zur Info: Leider habe ich auch dieses Jahr nicht jeden Film sehen können, der nun im Oscar-Rennen ist. Daher musste ich einen Teil meiner Entscheidungen aus den Aussagen von Kollegen über die anderen Filme ableiten. In manchen Fällen konnte ich nur raten. Dieser Eintrag wird wahrscheinlich nach der Oscarverleihung um die Gewinner erweitert.

Ich bin gespannt, ob ich den Amazon-Gutschein von gutschein-codes.de gewinne!

Nachbemerkung: Hätte ich doch The Hurt Locker gesehen…

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