Hat Hossam eine Wahl?
Hossam ist der erwachsene, große Bruder des Jungen Maro, der noch schulpflichtig ist. Der Vater der Jungs hat in einem Stahlwerk gearbeitet. Er ist dort zu Tode gekommen; die Todesumstände erleben verschiedene Erzählungen, es heißt, er sei herzkrank gewesen, von einem Unfall ist die Rede.
Die Mutter ist mit einem kranken Bein an die bescheidene Wohnung gebunden. Nach dem Tod des Vaters kehrt Hossam aus den Bergen zurück. Er selber hat eine Schulausbildung abgebrochen, was er in den Bergen tut und mit wem, das wird besser nicht öffentlich. Er kehrt zurück, um in der Fabrik an der Stelle seines Vaters zu arbeiten und damit die Mutter und den Bruder zu ernähren.
Der kleine Bruder will unbedingt auch in der Fabrik arbeiten, als Handlanger und Bursche für alles ist er zu gebrauchen.
Mohamed Rashad schildert diesen Reintegrationsversuch ins Arbeitsleben unsentimental in dokumentierender Art und bringt uns so ein Stück ägyptischen (der Film spielt in Alexandria) Alltags ganz unsentimental und unpolemisch näher. Er baut auch den Ansatz zu einer Liebesgschichte ein, die, beinah kurios zu nennen, beginnt und diskret im Hintergrund bleibt.
Der kleine Bruder ist ein wacher Beobachter dessen, was sein älterer Bruder tut, er schreckt nicht davor zurück, in dessen Schrank zu wühlen, ja sich eines T-Shirts von ihm zu bemächtigen und es anzuziehen und den Bruder auf die Frage darnach dreist anzulügen.
Maro wird Zeuge, wie alte Welten den größeren Bruder wieder einholen und auch, wie dieser in der Fabrik nur skeptisch beäugt und aufgenommen wird. Die Gründe dafür sind nicht nur edel oder aus purer Schätzung für seinen Vater. Ein Bericht aus prekärer Welt. Ein Bericht aus Ägypten, nicht aus dem touristischen, nicht von dem von Gizeh, Abu Simbel oder vom Roten Meer.