Eine Fotoelegie, wie es anfänglich scheint über eine zarte Vater-Sohn-Beziehung, von einem Vater, der seiner Familie den Rücken zugekehrt hat und dem der Sohn oft auch lästig war, der ihn aber jetzt, da der Sohn bei der Mutter lebt, offenbar regelmässig besucht und der Vater fängt an den Sohn zu lieben und zu mögen. Ein vereinnahmender Film von Vlado Skafar.
Die Bande entwickelt sich über viele Gesprächspausen, über ruhiges nur Nebeneinandersitzen beim Fischen, aber wenn der Cigaretten-Rauch des Vaters stört, dann steht der Bub, eine früher Teen, auf.
Ganz behutsam und langsam nur nähert sich die Kamera, die eine schöne Wald-See-Gegend fast pointillistisch oder wie die impressionistischen Maler aufnimmt, beobacht ihren Gegenstand erst aus gebührender Distanz, um ihr Objekt, die kostbare zu entwickelnde Vater-Sohn-Beziehung, wie ein respektvoller Dokumentarist, ja nicht aufzuschrecken oder zu verstören oder negativ zu beeinflussen.
Geräusche gibt es anfangs so gut wie keine. Man glaubt sich erst in einem Stummfilm. Bis dann ganz leise mal ein Vogel zu hören ist. Vater und Sohn sind an einem See am Fischen. Dann sitzen sie erst wortlos nebeneinander. Der Sohn ist ein wunderbarer Wuschelkopf, blond, könnte genauso gut ein Mädchen sein. Es ist Sonntag. Der Tag, wo Gott zu ruhen pflegte, der Tag für das Nachdenken, für die Besinnung auf die menschlichen Beziehungen, auf die Condition Humaine, was sie wertvoll macht, das wird dann im Abspann in dem englischen Song deutlich you never learn just to love an be loved in return.
Bis dahin vergehen wunderbare 70 Minuten. Das erste Thema über das Vater und Sohn sprechen ist das Holz. Der Vater fragt den Sohn, woran er denke, er meint, an Holz. Vater verlangt Präzisierung. Dann stört der Cigarettenrauch. Mit Themensprüngen entwickelt sich das Gespräch vom Horoskop über das Auge und das Gehirn, die bags, Beutel seien, in denen Dinge gesammelt werden und die dann weitergegeben werden, Geschichte also, ein Bild für Geschichte, dieser Faden wird später fortgeführt mit der Frage, was der Bub werden möchte, er meint Lehrer, und zwar weil die nicht gekündigt werden können und weil Geschichte ihn interessiere, worauf der Vater entgegnet, er sei wohl eher vom Geschichtslehrer angetan und das sei der Grund.
Das Vorbild. Das Ideal, wonach zu streben ist. Vorher aber haben sie sich über das Alphabet unterhalten, der Bub hat ein eigenes Alphabet erfunden, Papa meint, der eine Buchstabe sehe aus wie Titten, Bub meint, Brüste, Vater, aber nur eine.Dann sitzen sie am Feuer. Bub malt die Wangen des Vaters mit verkohltem Holz an. Wolken. Papa fängt an zu träumen.
Vater und Sohn spannen einen dünnen Faden über den Beziehungspunkt Fantasie und Träume.
Dann ist Papa zuhause am Kochen und Aufdecken. Der Sohn zeigt ihm ein Video, wie er am Elektroklavier pour Elise spielt. Papa fragt, ob das sein Zimmer sei. Man spricht kurz über die Mama. Mama hat das gefilmt.
Der Bub ist bei einem Pferd.
Das Gespräch zwischen Vater und Sohn geht in freier Natur weiter. Der Bub erzählt, wie er nach den Ferien sich gefreut habe, die Schulkameraden wieder zu sehen. Dass er auch mit solchen gesprochen habe, mit denen er sich sonst nicht unterhält. Und über Veränderungen wird geredet. Darauf erzählt der Vater von einem Kameraden, der sich sehr verändert habe.
Auf dem Feld überholt sie ein Mann in weissem Hemd. Sie unterhalten sich kurz über ihn. Der Bub geht zu ihm hin, fragt, was los sei. Der sei von seiner Freundin nicht erhört worden. Der Bub meint, der würde besser zu einem Fussballmatch gehen, weder hier zu verzweifeln.
Der Vater erzählt von einem Kameraden, der ertrunken sei; sie sind jetzt im Gras, wo ehemals ein Kanal war,. Sie liegen im Gras. Schneiden Grimassen. Nah beieinander. Innerer Monolog. Vater macht sich bewusst, dass er seinen Sohn liebt. Sie sprechen hier über den Beruf. Und auch über Angst. Der Bub hatte Angst wegen seinem Herz. Wegen einer Diagnose. Und wie die Mutter ins Spital musste. Es geht dann auch darum, seine Gefühle zu zeigen. Über Tränen, die nicht zu kontrollieren sind. Sie spielen Fake-Fussball, bis Vater erschöpft ins Gras fällt. Sie liegen nebeneinander. Atmen. Beim gegenseitigen Betrachten findet der innere Monolog statt. Der Bub erinnert sich an die Familie, wie sie nocht intakt war. An einen Vulkanstein, den der Vater von den Azoren mitgebracht hat und den der Bub aufbewahrt und darin seinen Vater sieht.
Der Film ist kommt ohne jedes künstliche Geräusche aus,nur Natur und Text. Bis eben am Schluss der englische Song von der Liebe und dann noch etwas slowenisches auf der Gitarre begleitet zum Abspann.
Es ist Montag. Aufstand von Arbeitern, denen die Entlassung droht. Eine Frau am Lautsprecher, man sieht sie nicht, sie müsse ihr Kind ernähren und könne das alles nicht finanzieren, die Schule, die Bildung. Ein kurzer Monolog eines schier zahnlosen älteren Mannes, der auch zwei Kinder ernähren muss und nicht kann,. Die Frau spricht von 750 Euro, die ihr reichen müssen und schimpft über die Spiitzenverdiener, die Millionen einstecken.
Der Vater sitzt in einem einfachen Strasssencfé mit anderen Männern, erzählt von der Arbeitslosigkeit, der drohenden, und dass er noch einen Nachtwächterjob habe. Dann erzählt er davon, wie er sich dort die Zeit vertreibt, wie er den Bäumen auf dem Areal die Namen von Päpsten gibt oder von Literaten wie Tolstoj. Und dass er in jedem Menschen, der vorbeigehe, einen potentiellen Dieb sehe.