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Michael

Die pädophile Liebe ist eine Liebe, mit der sich unsere Gesellschaft schwer tut und der Erstlingsautor und –regisseur Markus Schleinzer aus Österreich ebenso. Denn er klammert das Thema Liebe gleich schon mal vollkommen aus, fängt somit schon mit einer Bankrotterklärung ans Kino an. Und erschwert sich die Angelegenheit noch dadurch, dass er diese Liebe, die er ausklammert, noch mit Vergewaltigung und Freiheitsberaubung anreichert.

Statt der Liebe zeigt der Macher dieses Filmes nun unseren Protagonisten, als ob er in einer Einmannprozession durch sein Leben geht mit dem Feuereisen auf seine Stirn gebrannt: P Ä D O. Alles wird dadurch bedeutungsvoll. Die Anfahrt zu seinem Häuschen wird bedeutungsvoll. Das Häuschen mit den runtergelassenen Rollläden wird bedeutungsvoll. Dass davor zwar ein Briefkasten ist, ein Garagentor im Anbau, aber keine Haustür, wird bedeutungsvoll. Das automatische Öffnen der Garagentür wird bedeutungsvoll. Die Einfahrt in die Garage wird bedeutungsvoll. Das Schließen des Garagentores wird bedeutungsvoll. Das Rauf- und Runterlassen der Rolläden wird bedeutungsvoll. Das Anbräunen von drei Scheiben Leberkäs bis zur Schwärze wird bedeutungsvoll. Das Öffnen der Tür zur Kellertreppe wird bedeutungsvoll. Das Entriegeln des Verlieses wird bedeutungsvoll. Dann folgt bedeutungsvolles Schwarz, das Innere des Verlieses: Michael steht seinem Opfer im Dunkeln gegenüber. Das große schwarze Loch als Zentrum des Films. Dann ist ein zartes Stimmchen zu hören. Dann kommt der Titel, bedeutungsvoll, der Name des Filmemachers, bedeutungsvoll.

Michael, der Pädo, der Vergewaltiger, der Freiheitsberauber geht bedeutungsvoll durch seinen Alltag. Das will uns dieser Film zeigen. Jede Kleinigkeit wird bedeutungsvoll. Pädophile Freiheitsberauber und Vergewaltiger leben bedeutungsvoll, das will uns dieser Film offenbar erzählen. Das Waschen des Schwanzes im Lavabo nach dem vollzogenen Geschlechtsakt mit dem Buben wird bedeutungsvoll. Das Kreuzchen für die Statistik des Geschlechtsverkehrs in seinem Kalender wird bedeutungsvoll. So viel Bedeutungsfülle ward selten in ein so ausdrucksloses, bedeutungsloses Gesicht wie dasjenige unseres Protagonisten hineininterpretiert. Will auch sagen: pädophile Freiheisberauber und Vergewaltiger haben keine Gefühle. Dafür handeln sie bedeutungsvoll. Das Telefongespräch mit dem Kunden im Geschäft wird bedeutungsvoll. Das Einkaufen wird bedeutungsvoll. Der Ausflug in den Zoo mit dem Buben wird bedeutungsvoll. Das Anbaggern von fremden Buben bei der Go-Kart-Bahn wird bedeutungsvoll. Selbst das Packen der Klamotten und Utensilien für den Skiausflug mit den Kollegen wird bedeutungsvoll. Die Weihnachtsfeier mit dem Buben wird bedeutungsvoll. Sie stehen bedeutungsvoll nebeneinander und singen bedeutungsvoll ein Weihnachtlied. Das Liegen im Spital nach einem Unfall von Michael wird bedeutungsvoll. Die Feier zu seiner Beförderung im Betrieb wird bedeutungsvoll. Das Einschenken von Sekt auf dieser Feier wird bedeutungsvoll. Immer wieder: die Anfahrt zur Garage, das Öffnen des Garagentores, das Schließen des Garagentores, das Runterlassen der Rolläden. Alles wird bedeutungsvoll. Das Schaufeln eines Loches in einem abgelegenen Waldabhang wird bedeutungsvoll. Die Frage einer Passantin, ob er ein Feuchttuch brauche, wie sein Opfer nach dem Zoobesuch erbricht, wird bedeutungsvoll.

Vielleicht versucht der Macher dieses Filmes eine Art Pädophilie-Liturgie zu zelebrieren, Alltagsrituale um die Pädophilie herum.

Vielleicht hat der Macher dieses Filmes sich von Ulrich Seidel fehlinspirieren lassen, hat geglaubt, wenn er Tabus auf die Leinwand bringe, sei er schon ein Hirsch im Filmemachen; Höhepunkt dieser Hirschigkeit ist ein Frühstück von Michael mit Wolfgang. Die beiden sind sich gegenüber. Der Bub sitzt über den Teller gelehnt, stochert lustlos in seinem Essen. Michael steht ihm gegenüber am Tisch, öffnet die Hose, hängt seinen Pimmel raus, fragt den Buben, was ihm lieber sei, dass er ihm seinen Schwanz oder ein Messer reinstecke und der Bub antwortet spontan „ein Messer“ – in der Erinnerung hört sich das durch die inszenierte Spontaneität fast wie Begeisterung an.

Es gibt willkürliche TV-Hintergrundprogamme. Die Nachrichten lassen auf Niederösterreich als Location schliessen, denn Michael schaut die NÖ-Nachrichten. Sonst kommt im TV der Viktoria-Barsch noch vor.

Lange vor Ende des Filmes sehnt man sich nach Befreiung oder Tod. Wie der Tod dann endlich Michael von seinen vermuteten Qualen befreit, befreit der Filmemacher den Zuschauer noch lange nicht. Es muss noch bedeutungsvoll beerdigt werden, bedeutungsvoll geweint, bedeutungsvoll gepredigt, bedeutungsvoll diskutiert unter den Hinterbliebenen, ob man nicht allmählich mal in das Haus gehen solle. Dann werden erst lange bedeutungsvoll Kleiderschränke geräumt. Dann werden bedeutungsvoll Kellerregale geräumt. Immer wieder wird bedeutungsvoll am Verlies vorbeigegangen, aus dem kein Laut mehr zu hören ist. Bis endlich die Darstellerin der Mutter, die nun auch nichts dafür kann, dass sie vom Regisseur, der laut IMDb hautpsächlich Caster ist, für diese kaum zu spielende Rolle gecastet worden ist, bis also diese Mutter endlich bedeutungsvoll den Riegel vor dem Verlies entdeckt, bedeutungsvoll langsam, dann bedeutungsvoll langsam den Riegel öffnet, und schließlich und endlich bedeutungsvoll langsam die Tür öffnet bis sich bedeutungsvoll langsam Schwarz zeigt – und in dieses hinein erst kommt die Befreiung für den Zuschauer, der Abspann.

Fünf Freunde

Ein Kinderabenteuerfilm, der Familienfreundlichkeit ausstrahlt, der die fünf Freunde George, Julian, Anne, Dick und den Hund Timmy aus der bekannten Buchreihe von Enid Blyton zu einem von Peer Klehmet und Sebastian Wehlings neu gepanschten Abenteuer ans Meer und zu einer diesem vorgelagerten Insel mit einem Forscher führt, dessen Forschungsergebnisse von Verbrechern gesucht werden und logisch werden die Kinder denen auf die Spur kommen, da ist nichts besonderes verraten, so laufen Kinderabenteuergeschichten nun mal, die müssen gut enden und so tut die Geschichte es hier auch. Die Inszenierung von Maike Marzuk bringt das lebendig rüber.

Warum ich diesem Film allerdings keine allzu lange Laufzeit gebe, warum ich denke, dass er eher nur zum einmaligen Gebrauch geeignet ist, das liegt zum einen an der eklektischen Neu-Erfindung einer Geschichte aus dem Material der Buchreihe. Die ist mir einfach zu sehr an den Haaren herbeikonstruiert. Und wird eben doch nicht so erzählt, dass hier ein paar Kinder mit ein paar Erwachsenen Räuberspiele erfinden und spielen, dann hätte das Ganze einen hochglaubwürdigen Rahmen. Es wird aus der Perspektive der Vorgänge als eine realistische, glaubwürdige Geschichte behauptet, aber nicht so inszeniert und ist auch nicht so geschrieben.

Der Rahmen dieser Geschichte: Mit einem wunderschönen alten, wackeligen Bus kommen drei Kids an einem kleinen Küstenort an. Es sind die Cousins und Cousinen von George, der halbwüchsigen Tochter eines Forschers und seiner Frau. Sie möchte ernst genommen und nicht mehr Georgina sondern George genannt werden. Sie lernen wir beim Boxtraining kennen. Ihr Vater ist gerade dabei, sich sommer- und konzentrationshalber auf die von der Küste aus zu sehende Insel zurückzuziehen mitsamt seinem Forschungsmaterial im Gepäck. Ziel dieser Forschung ist die künstliche Erzeugung der Fotosynthese zur Energiegewinnung, was weltweit wichtig und äußerst lukrativ werden kann, vor allem wenn sich die Oelvorräte dem Ende zu neigen, und entsprechend sind dunkle Organisationen dahinter, an diese Forschungsergebnisse heran zu kommen. Hier fängt allerdings auch eine große Unglaubwürdigkeit an, ohne jede Vorsichtsmaßnahme packt der Forscher ein paar Kisten und will mit diesen zur Insel rübersetzen. Später sehen wir dann in dem Haus dort eine riesige Forschungseinrichtung – Diskrepanz zwischen dem, was er mitnimmt und wie er zuhause forscht und dem, was dort aufgebaut ist. Auch dass er dort kein Handy hat, ist nicht sehr plausibel, scheint wirklich nur der Geschichte wegen eingebaut, dass er abends um 6 immer ein Lichtzeichen vom Leuchtturm senden muss, um zu bedeuten, dass alles in Ordnung sei.

Seine Tochter George ist nicht begeistert vom Besuch der etwa gleichaltrigen Kinder, die die neu zugezogene Nachbarin vom Bus abholt. Ein Malheur mit dem Hund von George, den sie nicht zuhause halten darf und deshalb bei ihrer Nachbarin unterbringt, schweißt die 5 Freunde jedoch zusammen. Ein Geheimagent, der nicht all zu geheim agiert, ein Vogelforscherpaar, zwei Polizisten spielen in dem nun beginnenden Krimi um die Forschungsergebnisse von Papa die treibenden und hindernden Rollen. Das wird alles nett inszeniert.

Vollends unglaubwürdig wird die Geschichte allerdings durch die Entlarvung der wahren Übeltäter; das ist für die einfach eine Nummer zu groß, so wie sie charakterisiert und eingeführt werden und von Hintermännern nicht die Spur. Es reicht ja nicht aus, an eine geheime Energieformel zu kommen. Die müssste man weiterverkaufen können, dazu bräuchte es Kontakte, von denen der Zuschauer erfährt, damit das plausibel wird, realistischerweise müsste die Geschichte wenigstens eine Hinweis darauf geben; so fragt man sich nur, was wollen diese Dorfdeppen mit solchen Formeln.

Ein weiterer Grund, warum ich der Geschichte eine nicht allzulange Haltbarkeit geben würde, das sind die Figuren. Die sind schon liebenswürdig. Der hotzenplotzgestählte Armin Rohde gibt auch einen sehr lustigen Kinderfilm-Polizisten ab. Allerdings bürden die Drehbuchautoren ihm eine Story auf, die einfach schlicht nicht nachvollziehbar ist für so ein kleines Polizistenhirn. Desgleichen mit seinem Kollegen, der ist jedoch nicht mal lustig, hat kaum Showwert. Gut funktioniert Anja Kling als die Mutter und die vier Kids, denen schaut man gerne zu, da haben die Macher eine ganz gute Mischung gecastet, nicht allzu extrem.

Auch der Vater und Forscher ist schon durch Brille und Frisur recht klar einzuordnen. Weniger gut steht der Geheimagent da; bei ihm hätte es vollkommen genügt, wenn er diese Rolle ernst genommen hätte, den ihm vom Drehbuch zugeteilten Auftrag zu erfüllen, sozusagen als der, der ein Auge auf den Professor wirft zu seinem Schutze. Hier allerdings spielt der Darsteller viel zu sehr einerseits auf Kindertheater und andererseits versucht er, aus einer nicht ganz einsichtigen Interpretation des Buches heraus auch noch einen falschen Verdacht zu erwecken, was zu vielen Gesichtsverziehungen und einer wenig klaren Haltung führt, oberflächlich bleibt.

Zu den beiden Vogelforschern gibt’s nicht viel zu sagen, oder ähnliches wie zum Agenten, die hatten wohl auch das ganze Buch im Kopf und wollten es bedienen, statt sich exakt auf den Rollenauftrag zu beschränken, nämlich die Beobachtung der seltenen Papageientaucher (lustig die Frage eines der Kinder, ob die sprechen können), was garantiert die Spannung im Film erhöht hätte. Schließlich ist da noch die Nachbarin, die ist so 100 Prozent eins zu eins eine Landei-Nachbarin, dass man es gar nicht zusammenkriegt, dass die Autoren ihrer Rolle einen so raffinierten doppelten Boden gegeben haben. Das müssten sie früh wenigstens andeuten, sonst ist die Entdeckung derselben überhaupt kein Aha-Erlebnis, man kann es bestenfalls zur Kenntnis nehmen, solche Kenntnisnahme ist andererseits wiederum nicht unbedingt die Absicht eines Kinobesuches, Kinobesuch soll keine Info- oder Skizzenveranstaltung sein, sondern beim Kinderabenteuer- und Kinderkrimifilm durchaus das Kombinationsvermögen des Zuschauers aktivieren, das tut dieser Film jedoch nicht.

Ein nettes Familienmovie, aber die Autoren haben sich meiner Meinung nach zu schnell mit einem nicht allzu durchdachten Plot, in dem eklatante Unglaubwürdigkeiten drin stecken und in diesem Zusammenhang auch mit flüchtigen Figurkonstruktionen zufrieden gegeben, oder man hätte aufgrund dieses Buches doch viel sorgfältiger einen Cast suchen müssen, der von sich aus mehr mitgebracht und die Sache ernst genommen hätte (so wie Rohde).

Jack und Jill

Hier sind Komödien-Profis am Werk. Sie lassen nichts aus und müssen ihren Heidenspaß bei der Arbeit gehabt haben. Das überträgt sich durchaus positiv.

Wenn Adam Sandler nicht nur sich selbst, sondern auch noch seine eigene Zwillingsschwester spielt, die bei ihm zuhause noch alles durcheinander bringt, so ist das alleweil eine Show, auch wenn die Geschichte nun grad gar nicht neu und grad gar nicht besonders originell ist. (Die Zwillingsschwester kommt zu Besuch und bringt im geordneten Leben von Adam alles durcheinander und will und will nicht wieder abreisen).

Wenn dann noch Al Pacino als Erzkomödiant dazustösst, der für Sandler, der ein Werbetreibender ist, einen Werbespot für Kaffee (kleiner Seitenhieb an einen Hollywood-Kollegen, der sich nicht zu schön für sowas ist) drehen soll, so dürften die sich kaum mehr eingekriegt haben.

Was heißt hier Komödien-Profi? Jeder Satz ein Gag, und wenn der Sachverhalt keinen ergibt, dann sucht man einen, respektive holt einen aus dem reichen Fundus. Wenn eine Autofahrt der Schwester (die besucht Sandler genau in dem Moment, wo er Al Pacino für diesen Werbespot gewinnen sollte) mit einem mexikanischen Komödianten, der hier den Gärtner spielt, langweilig zu werden droht, dann behelfen sie sich mit einem Impromptu von Fürzen, was durch die mexikanischen Speisen ausgelöst worden sein soll. Oder wenn Adam sich als seine Schwester verkleiden will, weil sie sich weigert, Al Pacino, der inzwischen in sie verliebt ist, auf dem Riesenpot von Kreuzfahrtschiff zu treffen, und in deren Kleiderschrank sucht, so muss die Kostümabteilung eine wahre Armada von Schweißflecken überall unter den Achseln faken, sonst wäre so eine Suche langweilig. Desgleichen ist auf dem Betttuch der Schwester deren Silhouette in Schweiß nachgebildet, was in Al Pacino anschmiegsame Gefühle auslöst. A propos Kreuzfahrtschiff: nach der kürzlichen Havarie eines der größten dieser Art vor Italien, dürfte die offensichtliche Schleichwerbung dieses Geschäftszweiges in diesem Film einem Schuß vor den Bug gleich kommen.

Sandler selber hat eine intakte Familie, selbstverständlich in einem übergroßen Haus mit Gärtner; sein Bub ist ein im zarten Säuglingsalter von wenigen Tagen adoptierter Inder der sich immer Getier an den Bauch oder den Rücken klebt, Krebsgetier aber selbst vorm Papagei schreckt er nicht zurück.

Pointen ohne Rücksicht auf Verluste bringt das Buch von Adam Sandler und Steve Koren zu einem bunten Mix von Themen wobei das Jüdische und die selbstironischen Witze der Juden nicht fehlen dürfen. Ein wahres Feuerwerk an Gags und Pointen prasselt in den eineinhalb Stunden auf den Zuschauer nieder. Das wäre dann vielleicht eine Entscheidung: unter die Dusche oder ins Kino? Oder warum sollten die Zuschauer sonst für diesen Film eine Karte lösen? Was erzählt er mehr, als dass Sandler, Al Pacino und Co. Comedy können und bevor sie rumsitzen machen sie lieber eine solche. Es scheint, dass das Thema ursprünglich mal Zwillinge war. Es gibt im Vorspann auch verschiedene Zwillingspaare, die in Selbstäußerungen die Vor- und Nachteile der Zwillingsexistenz erläutern. Aber die Idee, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, scheint schnell verloren gegangen zu sein. Die vordringliche Aktivität scheint sich darauf konzentriert zu haben, die Gags aus den Trickkisten zu holen, keine Löcher entstehen zu lassen, sich womöglich zu übertreffen darin.

Sich verselbständig habendes Komödienhandwerk. Für die Regie zeichnet Dennis Dugan, der seine Raubtiere vermutlich weder zügeln wollte noch konnte.
Wer seinen Spaß daran haben kann, den amerikanischen Stars zuzuschauen, wie sie sich beim Lustigsein lustig finden, der wird hier auf seine Rechnung kommen. Insofern eine Art Hollywool-Insider-Veranstaltung.

Tage die bleiben

Szenen um einen Todesfall und eine Bestattung, präsentiert in sanft-schönen Bildern auf einem vereinnahmenden Klangteppich.

Der Film fängt mit einem ungewöhnlich traumhaft schönen Tod an. Eine Frau am Steuer, der Crash in Zeitlupe, verschwindende Farben wie Wellen, eine Perle an einem Stäbchen schwingt am Ohrläppchen wie eine Miniaturausgabe des Klöppels einer Kirchenglocke, eines Todesglöckleins, eines Himmelsglöckleins, spiegelnd einen verstörend schönen Übergang vom irdischen ins ewige Leben. Selten schöner Kinotod.

Um diesen Tod dreht sich alles in diesem Film. Die Tote war die Frau von Christian und die Mutter von Lars und Elaine, die uns im Folgenden, fast wie in einem Lehrfilm, viel über das Trauern, das Bestatten und dass das Leben und der Sex weiter gehen, erzählen werden.

Man muss einen Sarg auswählen. Todesanzeigen kann das Töchterchen auch in einem Mülleimer entsorgen. Man kommt dahinter, dass die Mutter einen Lover hatte. Und der Vater eine Geliebte. Gern angeführte Gegenmuster, die das Vorgemache und die Illusion vom intakten Familienleben ankratzen. Der Sohn ist am Anfang einer Karriere als Schauspieler, er hat es bereits zu einem Auftritt in einer dieser Gerichtssendungen gebracht. Die Mutter war Autorin, hatte eben Erfolg mit „Wechselnd bewölkt“.

Es wird diskutiert, ob eine Aufbahrung stattfinden soll. Der Film spielt in Münster und da gibt es offenbar die Tradition, dass Nachbarn sich als Sargträger zur Verfügung stellen; die müssen also angefragt werden. Dieses Anfragen offenbart nun allerdings auch einen etwas hölzernen dramaturgischen Konstruktivismus, denn das Töchterchen macht mit einer Freundin gerade eine Feldforschung betreffs Jugendliche und Sex; und der eine Nachbar, der jetzt wegen der Sargträgerei angefragt werden muss, ist nicht nur Polizist, sondern auch der Vater eines Wuschelkopfes, den die Mädels eh schon im Visier haben. Kurz nach dem Tod der Mutter sollte er vor einem Kühlraum übers Onanieren auspacken; sehr theoretisch erfundene Szene, sehr kopfig, die Autorin wird sich gedacht haben, was kann ich der Trauer entgegensetzen. Verwinkelung der Dramaturgie statt Vereinfachung, Bremse statt Synergie, Themenverkappung durch Themenverkoppelung.

Auch eine Liebesszene zwischen Vater und Geliebter, einer Musikerin, die in Amsterdam vorspielen darf. Die Autorinnen Piat Strietmann und Lea Schmidbauer beziehen das Material für ihre Dialoge aus solchen Konstrukten, wie eben der Sexbefragung oder aus dem naheliegend Materiellen, wie eines Bestattungsinstitutes, der Bedarfsartikel um eine Bestattung herum. Da darf der junge blonde Bestatter, ein deutscher Pierre Richart, Michael Kranz, und ein Freund der Familie erklären, warum er jetzt die Geschäfte besorge, weil der Vater Rückenprobleme habe – oder musste er das nur erklären, weil man einen jungen Darsteller haben wollte und die Autorinnen glaubten, das sei nichts Selbstverständliches, dem Vorurteil, Bestatter hätten alt zu sein, erliegend?

Bestattungsdetails, das sind alles sehr wichtige, konkrete Informationen, die aber mit Spielhandlung und dramturgischer Spannung wenig zu tun haben. Die sehr nach halbfertigem Drehbuchworkshop ausschauen. Es muss nach der Info vom Tod der Mutter gefrühstückt werden, da wäre doch ein Satz schön wie „Essen wird jetzt gut tun“. Das ist vielleicht Ausdruck von Lebenserfahrung der Autorinnen, oder von Self-Made-Dramaturgie-Philosophie, denn solche Dialoge entbehren nicht einer gewissen lebenpraktischen Logik. Aber will ich im Kino Hausmittel gegen die Trauer erfahren? Denn, was solchen Dialogen fehlt, das ist die Motivation, oder gelegentlich sogar Begründung eines Satzes, aus den Figuren heraus. Insgesamt könnte man dafür den Begriff des unvollendeten Drehbuches verwenden. Recherche, was die faktischen Situationen an Texten hergeben: gut und sorgfältig; Recherche, was die Figurkonstruktion und die sich daraus ergebenden Texte hergeben: mangelhaft. Denn die gute Arbeit am Faktisch-Glaubwürdigen behauptet doch auch, dass man faktisch-glaubwürdig bleiben möchte. Aber dann bittschön auch hinsichtlich der Figuren und nicht nur der lebenspraktischen Vorgänge. Lebenspraxis-Drehbuchphilosophie. Wird vielleicht von teuren Professoren und Professorinen gelehrt, hift aber dem Erblühen der Kinolandschaft wenig.

Dazu kommt, dass Pia Strietmann, die auch für die Regie verantwortlich zeichnet, unter Dialogregie einzig zu verstehen scheint: die Schauspieler dazu anhalten, die Sätze knapp und kurz und sachlich wegzusprechen. Möglichst ohne Emotion. Was hier leider auf Kosten des Spiels geht. (Von den Amerikanern heißt es, sie würden die Dialoge immer nachsynchronisieren; so können sie im Spiel die Emotion drin lassen und haben dann trotzdem eine verständliche Sprache). Der Begriff Untertext existiert dabei logischerweise nicht, wegen der Nichtbeachtung der Figurkonstruktion, der Komplexität von Figuren. Aber gerade das ist ein wesentliches Element, Figuren und damit auch die Situationen, in denen sie zurecht kommen müssen, spannend zu machen, damit auch der Film spannend wird. (Es spricht übrigens durchaus für die vorhandenen Qualitäten in diesem Film, dass das so präzise auseinander genommen werden kann!).

Aus den vorgetragenen Gründen scheint es vollkommen ausreichend, die Hauptrolle des Vaters mit einem bierernsten, undurchlässigen deutschen Sprecherschauspieler zu besetzen wie mit Götz Schubert (resp. es wäre die raffiniertere Forderung zu sagen, gerade aus Gründen dieser mangelnden Figurkonstruktion heraus wäre die Besetzung mit einem komplexeren Schauspieler, der von sich aus Untertexte arbeitet, ratsam gewesen).

Da also die Figuren nicht von ihren Schicksalen und Defiziten her gebaut wurden, sondern lediglich als Träger und Sprecher von Trauer- oder Sex-Texten, ist auch der Cast relativ egal, ja man kann nicht mal sagen, ob das jetzt ein guter oder ein schlechter Cast sei, wahrscheinlich ein recht beliebiger und jeder andere beliebige hätte es bei der Regie und den Texten, wenn er einigermassen sprechen und auf Position gehen kann, auch getan, hätte dem Anspruch von Buch und Regie genügt. Wobei das sicher eine interessante Interviewfrage an die Macher wäre: was denn ihre Intention mit diesem Film gewesen sei.

Einzig Max Riemelt, der den Sohn und Schauspieler darstellt, der scheint versucht zu haben, persönliche Biographie für die Rolle im Hinterkopf zu entwickeln, was vom Drehbuch her nicht einfach war, immerhin ist er dadurch in jedem Moment interessant. Es kommen auch doofe Szenen vor, wenn der Pfarrer vor den Sarg tritt und das unkonventionelle Modell sieht, dann muss er beim Senken des Kopfes noch „Mein Gott“ sagen, sehr kleinlich gedacht und überhaupt nicht förderlich für die Rezeption des Filmes, noch der Figur Glaubwürdigkeit verleihend; Verzicht auf den Satz wäre mehr gewesen.

Wir sollten was essen. Ich hab keinen Hunger. Das war das letzte Essen, das Mama gekocht hat. Man bleibt lebenspraktisch aber leider nicht figuranalytisch. Lehrfilm für Beerdigungen. Fall- und keine Figuranalyse. Merkwürdiger Dialog an Supermarktkasse, auch lebenspraktisch, aber genauso wenig figuranalytisch: (…vorher war die Befragung von Francis, dem Polizistennachbarsohn, wie oft er es treibe), dann die Info, wie tot, was meinst Du, dann „kann ich ne Tüte haben“.. und die Kassiererin spricht von Treueherzen… das hat schon was, wie Dialoge laufen können, aber realiter müssen sie eben von den Figuren her zwingend sein; und nicht erfunden nach Drehbuchworkshoprezept nach Hausmacherart, so wirken sie aufgesetzt – und bringen gar nichts.

Wie dann der Vater bei der Geliebten auftaucht. „Wow, ich hatte gerade einen Plan, wie ich Dich vergessen könnte“.

Der Vater, Götz Schubert, ein Routine-Sprecherschauspieler. Schafft keine emotionale Bindung zum Publikum. Was auch fehlt, ist ein Handlungstrang, darum erscheinen viele Szenen beliebig, sind zwar alle um den Todesfall arrangiert, aber oft scheint es, was ja schön ist, lediglich in der Absicht, jetzt die und die Figur zu einem Gespräch zusammenzubringen; im Kino ist deutlich mehr möglich. Es muss ja auch ein bisschen Vergangenheit und Boshaftigkeit ausgpackt werden – und Ziele, und zwar nicht nur lautere, hat eine jede Figur in jeder Sekunde. Schließlich noch ein bisschen Feld- Wald- und Wiesenpsychologie über das Sterben und Beerdigen drübergestreut, so empfiehlt es der Drehbuchlehrer, das macht sich immer gut.

„Geh Du zu Deiner Familie zurück“
Die Dialoge charakterisieren nie die Figuren, sie stammen nie aus der Denkweise der Figuren. Das ist vielleicht eines der großen Defizite dieses Filmes, macht ihn möglicherweise festivaltauglich, denn der Klangteppich ist echt verführerisch und viele Bilder auch, aber im normalen Kino seh ich das sehr skeptisch.

„Ich hab jetzt einfach keinen Bock auf ..Piknik (?)
Du musst auf andere Gedanken kommen (Fernsehschmonzetten-Satz).
Die Autorinnen zeigen fast mit dem Holzhammer, damit ein jeder es versteht, dass Sex und Leben nebst der Trauer weiter gehen.
„Du bist Schauspieler, krieg ich vielleicht ein Autogramm“ (der Satz bringt weder für den Fortgang des Filmes noch für die Charakterisierung der Figur etwas).
Fühlst Du denn gar nichts.
Was soll ich denn fühlen, dass es für Dich ok ist (Groschenromandialog)
Belehr-, Schulungsfilm für unverhofften Todesfall.
Eine Tattoo-Geschichte muss auch noch her, Arschgeweih, man ist ja so „in“.
Wie der Vater vom Bestatter noch Gegenstände von der Toten in einer Plastiktüte erhält, steht er länger da, hält sie in der Hand wie einen toten Gegenstand, als ob er damit nichts anfangen kann, also ob die Regie ihm das in die Hand gedrückt hat und er weiß nichts anzufangen damit, als ob er keine Beziehung dazu habe, aber das scheint nicht bewusst so gespielt, der Gegenstand ist einfach tot; realiter wäre er doch voller Leben (von der Toten);
Und sagt ihm dann „Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du Dich auf Deine Rolle als Bestatter konzentrieren würdest“. Ein hirnknotiger Satz.

Deprimierende Erkenntnis: Für so ein Buch und so eine Regie reicht es vollkommen aus, die Schauspieler ab Stange oder ab Katalog einzukaufen.

Völlig undifferenzierte Dialogregie; oft sprechen sie viel zu laut, zum Besipiel in der Kirche; die Diskussion wegen dem Sarg, oder auch „Du hast ein Tattoo?“
„Du hast keine Ahnung von unserem Leben hier, vom Leben Deiner Mutteer hast wahrscheinlich nichts gewusst, ihr Buch nicht gelesen“.
Für die These Lehrfilm spricht der Verzicht auf Handlungsfaden (Handlungen sind Aktionen, die auf Entscheidungen von Figuren beruhen und nicht auf Zwängen von Formalitäten etc.).
Die Geschwister frühstücken im Hotel, wohin der Sohn gezogen ist (ja, dort war auch der Vater, als er die Geliebte oder so ähnlich)

Dann sucht der Vater wen, poltert heftig an die Tür eines Einfamilienhauses.
Dann die mehreren Szenen, in den die Tochter bei den Nachbarn anklopft.
Ich suche sex Typen, die den verdammten Sarg meiner Mutter ((oh wie popelig-nasty!)) in dieses Erdloch schütten.
Was hat der Vater eigentlich für einen Beruf?
„So wohnt also unser kleiner Bulle“
„Du hast immer nur Deinen dummen Sexscheiss im Kopf“
Sitcom?
Drehbuchtechnischer Schnellkochtopf.
Die Schnelligkeit der Themenwechsel und die Unabhängigkeit von den Personen suggerieren das.
Es müssen Gespräche her zwischen Sohn und Frau von Vaters Gelieber, der Musikerin; das passiert so, dass der Sohn Totenwache hält (aber das wird nicht dezidiert eingeführt, er sitzt einfach plötzlich im Aufbewahrungsraum; ist also nicht als bewusste Handlung angekündigt oder gar aus einem Konflikt der Figur heraus begründet) und dann taucht die Geliebte des Vaters auf und der Sohn geht ihr nach. Gleichzeitig unterhält sich der Vater mit der Freundin der Tochter im Auto. Wieso ist auch nicht klar. Und was sie besprechen habe ich schon vergessen; es ist immer schwer, wenn einfach Thesen ausgetauscht werden, unabhängig von den Figuren. Wenn Themen abgehakt werden sollen. Eine merkwürdige Drehbuchtherorie scheint dahinter zu stecken. Die Lebenspraxis sehr eingeengt und sehr theoretisch sieht, die das Wesentlichste und das Spannendste am Menschen ausklammert, nämlich seinen Charakter, seine Charakterzüge, seine Eigenschaften und dass er doch immer sich was vornimmt und oft was dazwischen kommt und die sich daraus ergebenden Erschwerungen von Handlungsentscheidungen oder gar deren Verhinderung.

Weißt du, dass Dein Vater stolz auf dich ist? Er hat alle Deine Filme auf Video, alle gesehen (das ist reiner Kitsch, so wie es vorgebracht wird).
Dann folgt diese noch merkwürdigere Szene, wie der Sohn aus der Videosammlung des Vaters ausgerechnet die dümmlichste Gerichtsszene anschaut (was das mit dem Thema des Filmes zu tun hat? Vielleicht war nur die von Riemelt verfügbar?) und der Vater steht plötzlich hinter ihm und kann die Texte mitsprechen (Schmonzette; weil der Konflikt der beiden nie eingeführt wurde, darum ist das nur süß und rührselig und somit belanglos, dumm dazu, da es sich um eine dümmliche Gerichtssoap handelt). … nichts, aber auch gar nichts, was in seiner bisherigen Figureinführung daraufhindeuten liesse, also reiner Drehbuchkitsch, weil jetzt eine Versöhnung zwischen Vater und Sohn her muss, was nicht passt, wird passend gemacht oder das koproduzierende Fernsehen will es so.

Irgenwann sitzt der Vater im kleinen roten Auto im Regen, der Sohn kommt, sieht ihn und der Vater fragt, brauchst du die Schlüssel; ach wie schön, wie versöhnlerisch, also er geht nicht mehr ins Hotel, schließt der kluge Zuschauer daraus, geistiges Niveau und Anspruch der Zuschauer vermutlich massiv unterschätzt.

Bei der Beerdigung rennt der Vater plötzlich weg, holt sein Töchterchen was nicht wollte, unterbricht den Pfarrer in der Rede (wie dumm sind diese Menschen doch gezeichnet vom Drehbuch her, wie stillos) und dann kommt die kitschige Rede, wirklich Priavatfernsehen, mit Rilke und Mutter und Gedicht von der Tochter. Kein verbindliches spannendes Kino sowas. Da muss auf Versöhnung gebogen werden, dass sich die Dielen unterm Zuschauer biegen, wobei vorher nie ein Konflikt etabliert worden ist.

Vorher Papa zur Tochter in der Kirche „Elaine, Du musst Abschied nehmen von Mama, auch wenn das weh tut“ – solche Sätze tun wirklich weh. Und dann sagt sie noch bei der Beerdiung, dass die Mutter eine Affäre gehabt habe.

Das reduzierte Menschenbild des Fernsehens; insofern hat die Besetzung der Hauptrolle sogar was Trash-Haftes, etwas Groteskes. Vielleicht liegts am Grundentscheid, einen Themenfilm zu machen und nicht einen Personenfilm nicht einen über eine Figur, die mit dem Thema konfrontiert ist. Ein Kino der Sachdienlichkeit?

Berlin Kaplani

Gökhan Atilmis spielt Ayhan Kaplani, den türkischen Boxer, der mit 5 Jahren von Antalya nach Berlin kam. Er ist jetzt um die 40, ledig, teils Boxer, teils Türsteher oder verdingt sich auch mal als Hundewalker. Er hat dieses Babyface und die schwungvoll rundlichen Bewegungen, er ist ein Typ, um den man schnell mal aus dem Handgelenk eine Komödie schreiben kann. Und wenn in Berlin Fördergeld ohne Einblick in das Buch zu bekommen ist, so kann doch gleich eine deutsch-türkische Komödie gemacht werden, die teils in Antalya, teils in Berlin gedreht wird. Mit Schauspielern die teils nur des Türkischen mächtig sind, teils auch des Deutschen und die sprechen dann auch in Antalya mitten im Türkisch wieder deutsche Worte, ganz wie im richtigen Leben. Oder wenn die ganze Familie zum Raften geht, wirklich ein malerischer Fluss in der Nähe von Antalya, dann zählen alle unisono „Eins Zwei“, „Eins, Zwei!“.

Zum richtigen Boxen fehlt Kaplani allerdings der Ehrgeiz, denn er hat nichts, wofür zu kämpfen sich lohnt, weder Familie, noch Frau, noch Freundin, noch einen lustigen Neffen – wohlverstanden: in Berlin. Von 50 Kämpfen hat er nur 21 gewonnen, sprich, er hat 29 verloren. So kriselts denn zwischen ihm und dem Manager. Geldforderungen kommen auf. Er muss 17’000 Euro auftreiben. Die könnte er mit einem Scheinkampf verdienen. Dagegen regen sich allerdings bei ihm Gewissensbisse.

Dazwischen lernen wir eine weitere Eigenschaft von ihm kennen: er tendiert zu Panikattacken. Um das zu zeigen wird eine Szene eingefügt, in der er als Bodyguard für einen Sängerstar arbeiten muss. Wie er backstage mit diesem im Lift stecken bleibt, kriegt er eine solche Attacke (der Sänger weiß nicht wie ihm ist, der ist ganz starr vor Schreck). Und es folgt ein Gespräch mit der Therapeutin.

Dann der Scheinkampf. In Runde 5 sollte er sich besiegen lassen. Sein Gegner ist ein Glatzkopf, den er den Blonden nennt. Nach Runde 4 kriegt er eine seiner Attacken, sieht Gespenster und siegt in Runde 5. Pech für die Hintermänner und Gefahr für Ayhan. Jetzt heißt es schnellstens das Weite suchen.

Zwischendrin haben wir nach Antalya in eine wunderbares kleines Restaurant mit großem Umschwung geschwenkt. Das wird von einem Onkel von Kaplani betrieben und seine Schwester ist da mit ihrem Mann und der Sohn heißt Fatih. Die wollen das Grundstück zu Geld machen und finden heraus, dass Ayhan Kaplani die Hälfte gehört. Der muss also in Berlin gefunden und nach Kleinasien geködert werden. Das geht dank der beschissenen Situation, in der Ayhan sich befindet, recht widerstandslos.

Nun lernt Ayhan er erst mal seine, wie er findet paradiesische Heimat kennen und eine Frau dazu. Den Neffen will er zum Fussballer trainieren. Die Verwandtschaft jedoch will ihn betrügen. Das heißt, bis er das bemerkt, ist der Betrug schon passiert. Es geht um das Geld aus dem beabsichtigten Verkauf des Restaurants, was ihm zustünde.

Aber in der Komödie darf man nie um eine glückliche Wendung der Dinge verlegen sein. Denn in Berlin hat sich das Blatt gewendet. Die Schuld würde ihm erlassen, wenn er in Istanbul zu einer Meisterschaft türkischer Gastarbeiter aus Deutschland antreten würde.

Der Gegner wird ausgerechnet der blonde Glatzkopf aus Berlin sein. Und jetzt sind wir nicht mehr weit von der Moral der Geschichte entfernt, wer für etwas zu kämpfen hat, sei es Familie, Freundin, Frau, Kind, Neffe, der kann auch gewinnen. Und die hat er doch jetzt kennen und mögen gelernt.

Ein deutsches Wort, was Ayhan sofort auch ins Türkische übernimmt ist das vom „duschen machen“. Denn bei einem Gespräch mit dem Geistlichen in Berlin, wo es um die Reinheit geht, denn Ayhan ist nicht verheiratet, aber er hat so seine Träume, da empfiehlt ihm der Geistliche „duschen machen“. Das Wort wird dann auch in anderem Zusammenhang wieder auftauchen.

Das Drehbuch zu dem Film stammt von Ata Demirer, die Regie führte Hakan Algül.

The Descendants – Familien und andere Angelegenheiten

Mit viel gut respirierbarem Kinoatem aufgeschäumte Geschichte über die kleinen/großen Probleme in Familie und Ehe, Seitensprung und Erbangelegenheiten breit auf die Leinwand gemalt mit der Traumkulisse Hawai und mit viel Platz fürs Gefühl von einem sicher dankbaren Publikum.

George Clooney ist der Held der Geschichte, der nicht nur ein strahlender Held ist. Klischeegeschäftsmann, der sich immer nur ums Geschäft und kaum um die Familie gekümmert hat, der das Heranwachsen seiner beiden Töchterchen, Alexandra und Scotti gar nicht mitgekriegt hat. Scotti ist in einem richtig frechen Alter und Alexandra weit weg in einem Internat, da sie es mit Drogen und älteren Männern hatte.

Clooney spielt Clooney, der hier Matt King spielt, denn auf den Mann ist Verlass, der hat seine Gefühle und Blicke abrufbereit, muss sich nicht groß auf so eine Rolle vorbereiten und ist in jedem Moment attraktiv, auch wenn er hier eine letztlich nicht ganz nachvollziehbare Wandlung vom verantwortungslosen zum sorgenden Vater darstellen muss, auch die vom skrupellosen Geschäftsmann, der sich plötzlich für das letzte Naturreservat auf Hawaii stark macht; denn damit hängt die Erbschaftsgeschichte zusammen, um die es hier geht: sein Clan, der schon ewig auf Hawaii lebte, hat von einer der früheren Königinnen von Hawai eine traumhafte Bucht geerbt; auf die sind Investoren scharf, da könnte fast eine Milliarde drin ligen; doch Clooney versemmelt am Ende seinen versammelten Cousins, die scharf aufs Geld sind, die Rechnung.

Der Anlass für die Wandlung, der ist schon klar, theoretisch zumindest. Denn seine Frau liegt seit einem Bootsunfall im Koma und wird wohl nicht mehr daraus erwachen. Clooney hat aber auch ihre Seitensprungeschichte vor lauter Geschäft nicht mitgekriegt. Das macht ihn fuchsig, wie er mit der Beschäftigung mit der Sterbenden darauf stößt und sein Jagdinstinkt schickt ihn auf die Suche nach dem Rivalen. Den wird er zur Rede stellen. Aber wie aus all dem eine Veränderung in ihm passieren wird, das ist empirisch nicht nachvollziehbar, das scheint eher frommer Wunsch der Drehbuchautoren Alexander Payne und Nat Faxon, denn step-by-styp Nachvollziehbares, weil die Clooney-Figur nicht mit einer Charaktereigenschaft vorgestellt worden ist, die den Prozess der Wandlung in Gang setzen oder bremsen oder beschleunigen könnte, die als Katalysator dienen könnte.

Das dürfte aber fürs große Publikum kein Hindernis sein, sich dem Film hinzugeben; viel handelt letztlich von Kategorien bürgerlichen Anstandes, resp. dessen Konterkarierung durch die kleine aufsässige Scottie oder die nicht minder renitente Alexandra. Dinge, über die man sich bei sich selbst und in der eigenen Umgebung höchst aufregen würde, die man aber vor der Kulisse Hawais elegant aus Distanz betrachten und reflektieren kann. Ein bisschen ist es auch Unterricht übers Ableben. Ein Arzt schildert das ganz genau. Dafür und und überhaupt für alle Szenen lässt sich der Film viel Zeit; damit auch der Zuschauer durchatmen, durchschnaufen kann. Viele werden es nachvollziehen können, wenn Alexandra dem Vater vorwirft, er habe nie Zeit gehabt, er sei immer busy gewesen. Es gibt auch Streit um die Behandlung der Sterbenden, your were puttin lipstick on a corpse.

Melodram. Sie, also die Frau von Clooney, wollte die Scheidung. Sie war drauf und dran, abzuhauen. Brian Speer heißt der Lover. Außerdem gibt’s den Freund Sid von Alexandra, der auch immer wieder die Benimmordnung in der Familie in Frage stellt. Dürfte auch vielen bekannt sein. Über Patientenverfügung wird diskutiert. Hättest Du ihr mehr Matratzensport gegeben.

Man sagt sich liebenswürdige Wahrheiten ins Gesicht, dafür sind vor allem die Kinder zuständig, aber auch Clooney seinem Rivalen gegenüber.
Shut up you motherless hore
Versammlung der Verwandten zur Ankündigung des bevorstehenden Todes, dass man die Maschinen abstellen würde.
Rührende Clooney-Rede
Lange Fahrten durch Landschaft bis in die traumhafte Bucht.
Auftritt von Julie, der Frau des Geliebeten von Elizabeth mit großem Blumenbouqet im Sterbezimmer.
In die Breite gezogen, dann muss Oma Tutu auch noch die Sterbende besuchen und glauben, es sei Queen Elizabeth, also auch ein Schuss Comedy
Sicher ein Stoff für Leute, die selbst in Ehezwängen stecken.
Sehr schöne Szene: das Verstreuen der Asche vom geschmückten Boot aus ins Meer. Dazu leichte Gitarrenklänge.
Schmachtkino?
Bürgerliches Problemmelodram um Sterben, Erben und Seitensprung und auch um Erziehung.

Das Schlussbild ist köstlich; wie bei amerikanischen Sitcoms: in der Mitte der „Bühne“ ein Sofa. Darauf zuerst Clooney, dann die eine und dann noch die zweite seiner Töchter, sie haben eine Decke über die Beine gezogen, schauen Fernsehen und essen Müsli, ein satirisches Familienbild, die Mutter ist weg, das Fernsehen ist geblieben. Die Regie besorgte Alexander Payne.

Ein riskanter Plan

Ein New-York-Film, für den sich die Stadt nicht schämen muss, aber wofür die Stadt nicht extra berühmt werden wird, nach welchem man aber, wenn man aus dem Kino kommt und am nächsten Hochaus vorbei geht, unwillkürlich nach oben schaut, ob auf einem schmalen Sims hoch oben nicht vielleicht Sam Worthington als Nick Cassidy steht und im Fenster daneben eine blond gefärbte Polizeipsychologin ihm vom Springen abzuhalten versucht.

Was da oben abgeht zwischen den beiden, das ist direkt ein Kammerspiel, ein Zweipersonenstück – und solche haben es nicht leicht im Kino. Aber drum herum gibt’s einiges an Action um einen Juwelendiebstahl, gut im Trend könnte man sagen, so viel darf auch verraten werden, denn es steht in der IMDb schon lange drin, obwohl der Verleih einen Sperrtermin zum Publizieren verhängt hat.

Das ist nicht unbedingt das, was die Exposition erwarten lässt. Die fängt filmhandwerklich gekonnt amerikanisch an, stellt in einigen kurzen Blicken über die Stadt und den Zentralpark klar, dass das Movie in New York spielt, dass der Protagonist – und nur einer der so aus einem U-Bahnschacht ans Tageslicht kommt, kann der Protagonist sein, dass der in dieser Stadt in diesem Haus, was vor hat und zwar hoch oben.

Walker nennt er sich, geht, den Blick nach oben gerichtet von der Metro-Station direkt in die Empfangshalle des Hotels, nennt seinen Namen, er hat ein Zimmer bestellt, begibt sich in dasselbe, gibt dem Hotelangestellten ein Trinkgeld, bestellt sich ein feines Essen, merkwürdigerweise hat er kein Gepäck dabei und merkwürdigerweise wird er auch nicht darnach gefragt, kleine Differenz zur Alltäglichkeitserfahrung.

Er setzt sich kurz an den Tisch, isst einen Happen. Dann steht er auf, begibt sich ans Fenster – und steigt aufs Sims. Er hat einen Mantel an. Was jetzt folgt, das können die Amerikaner auch wunderbar, aber ein bisschen kennt man es auch, wie die ersten Passanten drauf aufmerksam werden, wie der Polizeiapparat in Gang kommt mit Absperrung, wie die Polizeifiguren besetzt und inszeniert sind, das ist alles Routine auf bemerkenswertem Niveau, es tut sich was zwischen den Figuren, es wird der erste Kontakt zum potentiellen Selbstmörder hergestellt, der verlangt innert kürzester Frist eine bestimmte vom Fernsehen bekannte Polizeipsychologin, Elizabeth Banks als Lydia Mercer, sie behauptet in dem Hotelzimmer, das sei jetzt ihr Raum, ihre Show – kleines Kompetenzgerangel hinter den Kulissen – und komplimentiert die anderen Kriminaler raus. Hier fängt das Zweipersonenstück on the edge an, dem wir anfangs gespannt folgen –
und wer sich den Genuss am Film und die Überraschungen nicht nehmen lassen will, der sollte jetzt nicht weiter lesen, denn ich versuche mir gerade klar zu machen, warum mich der Film dann doch nach anfänglich hoch geschraubter Erwartung relativ ungesättigt zurückgelassen hat.

Es dürfte dieses Kammerspiel auf dem Sims sein, das bald auf dieses Kammerspielgleis einfährt und man kann nicht ständig die schier schwindlig machenden Blicke auf die Straße runter zeigen und auch die Menge unten und den Medienaufmarsch, die sind in wenigen Bildern hinreichend abgedeckt, gut hier, das ist originell, der News-Helikopter der Walker fast vom Sims weht. Und wärend man noch damit beschäftigt ist, sich auszudenken, wie sich dieses Zweipersonenstück auf dem Sims noch entwickeln wird, worauf das wohl hinauslaufen dürfte, wird die Luft aus diesem Kammerspiel gewissermaßen rausgelasssen, wie klar wird, dass das alles nur ein Täuschungsmanöver ist, um die Menge, die Medien und die Polizei vom lange geplanten Juewelenraub aus dem Hochhaus gegenüber abzulenken, wie man merkt, dass es hier nur um Zeitgewinn und Ablenkung geht und überhaupt nicht um eine existenzielle Sache.

Es gibt allerdings, kaum ist Walker aufs Sims gestiegen, einen kurzen Rückblick, ein Monat früher in Sing-Sing, dort sass er ein; dann ist sein Vater gestorben und er durfte an die Beerdigung, welche er zum Ausbruch nutzte, eine filmisch leichthändig und schöne gemachte Backgroundinfo.

Im Hochhaus gegenüber feiert übrigens gerade ein Investor und Besitzer des größten Diamanten der Welt ein neues Hochhaus-Projekt, erwartet Presse und Gäste und, auch das tut dem Film eher Abbruch, diese Investorenfigur ist äußerst karikaturhaft besetzt und spielt auch so, das grenzt schon an Kasperltheataer, hilft der Glaubwürdigkeit der Story nicht sonderlich.

Es gibt dann nette Interaktionen zwischen dem Simsspringer und seinem verbandelten Paar, das den Bruch in guter Filmtradition, aber nicht so witzig wie Rififi tätigt, Walker ist mit Kopfhörer und Ansteckmikro mit denen verbunden und wenn die Lärm machen müssen, macht er einen Ansatz zum Springen, dann schreit die Menge auf und übertönt eine allfällige Explosion im Hochhaus gegenüber.
Der Plan verläuft selbstverständlich nicht reibungslos, was zu einem Sich-Überschlagen der Action mit einem nach bewährtem Rezept gestellten Count-Down auf dem Dach führt.

Sollte allerdings die allerletzte Szene als Interpretationshilfe genutzt werden, dann war das Ganze sowieso nur ein Stammtischscherz.

Das Buch hat Pablo F. Fenjves geschrieben, Asger Leth ist der Regisseur.

Drive

Der Däne Nicolas Winding Refn, der sich mit „Bleeder“, „Pusher“, „Walhalla Rising“ als eigenwilliger, hochkünstlerischer Autorenfilmer einen Namen gemacht hat, begibt sich hier in den Sold Hollywoods und führt Regie in einem Actionfilm, zu dem Hossein Amini nach dem Roman von James Sallis das Drehbuch geschrieben hat. Industriearbeit pur. Aber wie Refn das angeht, das vermag durchaus zu vereinnahmen, zumindest in der ersten Phase.

Die Geschichte an sich ist eine sehr übliche. Ein Stuntfahrer, der Driver, gespielt von Ryan Gosling, übernimmt einer Nachbarin und deren Buben zuliebe für deren Mann, der gerade aus dem Knast entlassen worden ist, den Fahrerjob bei einem Bruch. Dabei läuft etliches schief, er gerät in kriminelle Gespinste, wie es gern passieren kann in solchen Situationen. Das zeitigt rasante Autoverfolgungsjagden.

Vorher hat man den Driver bei seinem Beruf beobachten können als gelegentlicher Stuntfahrer bei Filmaufnahmen oder auch mal als Fluchtautofahrer bei Banküberfällen, mehrheitlich arbeitet er in einer Garage und der Garagist erzählt der Nachbarin freizüngig, dass er ihn total ausnutze, dass er ihm weniger als die Hälfte dessen bezahle, was andere Mitarbeiter erhalten. Überhaupt ist der Driver sehr geheimnisvoll. Das zumindest behauptet die Inszenierung von Winding Refn eindrücklich in der einführenden Szene. Wie er total kontrolliert am Steuer sitzt, ganz ruhig die Augen, ganz ruhig das Gesicht. Eine geheimnisvolle Figur so regungslos konzentriert wie Alain Delon als eiskalter Engel. Und wie Refn das ins Bild setzt, welche Lichtspiele, ja welch wahre Lichtorgien er inszeniert und zwar nicht etwa, um den Zuschauer zu berauschen, sondern um das Gesicht des Protagonisten wie in Licht gemeisselt erscheinen zu lassen. Das mitten in der pulsierenden Metropole L.A. Sein Licht hebt förmlich die Konturen der Figuren ins Plastische, 3D überflüssig. Dieses Licht lässt die Farben allesamt erscheinen wie frisch abgewaschen.

Die erste Fahrt des Drivers ist eine kriminelle. Er wartet auf zwei Ganoven, die einen Überfall gemacht haben, er weiß genau, wieviel Zeit ihm bleibt, wann wo die Straßenblockaden aufgebaut werden und wo er genau durch muss, um im Gewühle des in ein Fussballstadion strömenden Publikums im Parkhaus sicher zu landen. Minutiös geplant, minutiös ausgeführt. Um dann gemütlich gegen den Strom und gerade noch vor den einsetzenden Polizeisperren das Areal zu verlassen. Das ist atemberaubend gefilmt von Refn. Jeder Filmstudent sollte sich das genau und mehrmals anschauen.

Er stellt auch allein mit dem Licht, der Schauspieler selber muss ja nur ruhig halten – und sieht auch noch gut aus – aber vielleicht hat Refn ihm noch andere Anleitungen gegeben, aber es ist das Licht, das die Reflektiertheit des Drivers, seine Überlegtheit rausstellt, was ihn so faszinierend macht. Vor lauter Licht habe ich allerdings kaum auf die Musikuntermalung geachtet, die sehr diskret und öfter diese Röhrenemusik war, und aber merkwürdigerweise am Schluss, weißgottnichtwieso, blöd knallig geworden ist, so wie das Korkenknallen nach einem gewonnenen Autorennen.

Refn lässt sich anfangs viel Zeit. Die stumme Fahrt im Lift in einem hohen Appartmenhaus, in dem der Driver wohnt. Hier begegnet ihm seine Nachbarin. Stumm fahren sie beide bis in eine Etage weit oben. Sie kennen sich noch nicht. Auch sie, Irene gespielt von Carry Mullighan, ist schön, weil sie nicht spricht, nichts macht, weil sie nur in Refns magisches Licht getaucht wird, schön wie Frauen in Hollywood nur schön sein können. Später trifft er sie wieder im Supermarkt.

Man könnte fast von einer Erotik der Refnschen Kamera sprechen, wobei für die Kamera selbst Newton Thomas Sigel zuständig ist, die diese zu ihrem Objekt entwickelt, ganz zart streicht sie darüber, oder eben, taucht es in ein unwiderstehliches Licht. Wobei der häufige Kinogänger in der ersten Stunde dann schon bange befürchtet, einen ganzen Film lang von hundert und ein paar Minuten hält das keiner durch.

Der Driver trifft Irene wieder im Supermarkt. Er hilft ihr beim Tragen der Einkäufe, fährt mit ihr im Lift hoch, bringt sie in die Wohnung. Der Bub, dessen Vater noch im Gefängnis sitzt, zieht sich eine Art Halloween-Maske über und, das ist wirklich ein lustiges Witzchen, da zeigt der Driver Humor, denn er hat oft einen Zahnstocher im Mund, aber ganz diskret, und bietet dem Jungen einen Zahnstocher an, den der Junge natürlich unmöglich durch den Larvenmund benutzen kann.

Scary, das war eines der ersten verständlichen Wörter, die der Driver gesprochen hat – beim Anblick der Maske. Könnte auch das Thema für den Film gewesen sein.
Der Driver ist in L.A. „for a while“.

Anschmiegsames Kino aber nicht ohne Schalk.
Es folgen die Gespräche des Drivers mit seinem Agenten einem ehemaligen Stuntfahrer, der auch die Garage betreibt und Jobs vermittelt und hinkt – klar, typisch ehemaliger Stuntfahrer denkt man.
Bevor er mit der Nachbarin eine Spritzfahrt unternimmt, noch der Satz: „there are no wheels on my car“.

Spritzfahrt ins Flussbett. Idylle an fließendem Wasser, Mutter, Kind, Nachbar. Irgendwo, irgendwie schön, familiär – aber hier beginnt der Driver sein Geheimnis zu verlieren. Die Verführung durch die Familie ist zu groß. Sie geben auch ein hübsches Bild ab als Kleinfamilie, wenn er den Sohnemann trägt. Bald soll der Papa aus dem Knast kommen. Der gibt eine rauschende Party und immerhin passiert nicht die Eifersucht, sondern die beiden Männer spannen sogar zusammen. Papa engagiert den Driver für eben jenen tödlichen Gig, der als Falle für den ehemaligen Knasti geplant ist.

Von da an geht’s bergab. Der Driver hat jetzt zwar das Geld. Aber er will die Hintermänner, die es auf den Knasti abgesehen hatten, erledigen. Dazu muss er erst die Frau bedrohen, die ungehindert mit der Geldtasche aus dem Laden marschiert kam. Währenddessen wurde der Exknasti dann von einem anderen bulligen Auto aus erschossen. Jetzt gerät der Driver, der ja kein Killer ist, im Gegensatz zu Delon, immr mehr in die Fänge und Gespinste des Verbrechens und mit ihm fängt auch Refn an abzuschmieren. Jetzt gibt es keine Atmosphäre mehr zu etablieren, kein Geheimnis mehr zu behaupten. Jetzt sind wir auf dem irdischen Boden plumpen Verbrechens und Trashs angelangt.

Der Driver gibt sich keine Blösse, und Refn hat bereits blutig trashige Filme schön gemacht und lässt es dezidiert und nicht weniger heftig trashen und messern und bluten und grausamen und Finger zerquetschen, einen Arm aufschlitzen oder ganz grausam in Anwesenheit der Nachbarin einen Killer im Lift nach einer ablenkenden Kussszene, das ist nun schon fast abgeschmackt, an die Wand und auf den Boden schleudern und ihm den Kopf eintreten, dass es nur so kracht. Refn kennt da gar nichts und glaubt wohl immer noch Kunst zu machen dabei. Gleichzeitig pustet er aber auch den letzten Rest des Geheimnisses aus dem Film und reiht sich ein in eine endlos lange Reihe ganz normaler Krimitrashfilmer. Vielleicht etwas künstlerischer. Aber dass das Buch nicht mehr her gibt, das kann man nicht ihm anlasten. Ihm könnte man höchstens anlasten, dass er das Buch eingangs so gut verfilmt hat, was es gar nicht hergibt und dadurch die Erwartung allzu hoch geschraubt hat, auch mit den hervorragenden Besetzungen, die dann zu abgemurkst werdenden Knallchargen verkommen.

Der Aufbau der Familienidylle dürfte als der erste Teil des Bröckelns des Geheimnisses von Film und Driver zu sehen sein, auch dass er findet, das sei cool. Und man sich am nächsten Wochenende wieder treffen wolle. Irene jobbt übrigens in einem Schnellrestaurant als Bedienung, dort trifft er sie einmal und sie hat ein Schild mit ihrem Namen drauf.

Schneidende Sägeblattmusik.
Der Überfall, der scheinbar aus dem Ruder läuft, passiert bei „Money to Loan“ „PawnShop“, der Mord wurde in den Nachrichten als das „Valley Killing“ gebracht.

Am Schluss noch ein Song über allem „ my love… the sun rise… a brighter day where all the shadows will fade away…

The Artist

Es gibt Leute, die vollbringen im Kino wahrhaftige Wunderwerke. Erst vor kurzem hat Lech Majewski in „Die Mühle und das Kreuz“ ein fast 500 Jahre altes Gemälde von Peter Bruegel auf der Kinoleinwand lebendig werden lassen. Jetzt verzaubert uns Michael Hazanavicius mit einem ähnlich genialen Wunderwerk, das die Zeit des Übergangs vom Stummfilm zum Tonfilm wieder lebendig werden lässt, und wie! Eben nicht nostalgisch. Nicht museal. Nicht als Abklatsch oder brav-getreuliche Rekonstruktion, sondern als frisch-fröhlicher Event, als ob damals heute sei. Verblüffende Timemachine.

Ein Leinwandstar aus der Stummfilmzeit, Jean Dujardin als George Valentin, verweigert sich dem technischen Fortschritt des Tonfilmes, denn er sieht sich als „Artist“, als Künstler – als ob das Kino nichts mit Technik zu tun habe. Die Frage also, ob er nicht ein etwas abgestandenes Künstlertum zelebriert. Er produziert, wie das Studio die Stummfilmstars nicht mehr will, seine eigenen Streifen – und floppt. 1929 kommt die große Wirtschaftskrise dazu – zu welcher heute angesichts der Währungs-, Bank- und Börsenturbulenzen gerne Parallelen gezogen werden, insofern auch ein aktueller Streifen. Oder auch 3D ist so ein technischer Fortschritt, dem sich zumindest der Kritiker gerne mal verweigert, verweigern täte.

Durch einen Zufall ist Valentin noch vor 1929 auf ein Tanzmädchen gestoßen, das dank seiner Hilfe zum Star geworden ist; Bérénice Bejo als Peppy Miller; die ihre große Zeit mit dem aufkommenden Tonfilm hat. Parallel zu ihrem beispiellosen Aufstieg verläuft der beispiellose Abstieg von Valentin. Seine Frau verlässt ihn, er muss seinen Frack verpfänden, sein Hab und Gut wird versteigert, er neigt zu selbstzerstörerischer Depression.

Aber da wir im Film sind und Peppy ihren Gönner nicht vergessen hat, wird’s noch zu einem guten Ende kommen.

Was ist so faszinierend an diesem Film? Das ist das Gefühl, das Hazanavicius vermittelt, einen wie durch einen Time-Channel in jene Epoche zurückzubeamen – und nicht in ein Museum, thats the difference. Obwohl, das ist wahrscheinlich genau das, was verhindert, dass man von Nostalgie-Kram sprechen muss, er viele gewagte technische Dinge treibt, zwischendrin momentweise überhaupt kein Ton, praktisch kein gesprochenes Wort im ganzen Film, kleine Gags, die wunderbar sind, der Fox-Terrier des Stars, der sich tot umfallen lässt, wenn der Star zur Pistole greift, überraschende Spiele mit dem Ton, wie der Tonfilm aufkommt, welchen Klang ein Glas macht, das abgestellt wird, richtig altmodisch oder wie beim Stummfilm sind die Zwischentitel auf schwarz und wie beim Stummfilm sprechen die Darsteller, ohne dass was zu hören ist.

Viel zu der Atmosphäre dürfte die Orchestermusik beitragen, die vor allem vom Elan und der Begeisterung für das Medium Film erzählt. Im Gegensatz zu der heute oft bis zum Überdruss eingesetzten – vor allem voluminös um des Volumens willen – Filmorchestermusik, die offenbar nur noch von der Panik vor der Stille, die als Leere empfunden wird (oder vorm Wegzappen des Zuschauers) getrieben wird und damit alles zudonnert. Hier ist der Mut zu Stille das Knallige.

Film als Erlebnis, das dürfte hier die erste Qualität sein. Die Geschichte, die würde man heute vielleicht als eine Romantic Comedy zu verkaufen suchen.

Fängt mit einer Filmszene an, die mit „Long live freee Georgia“ aufhört.
Ein vorpsychologisches Kino.
Plakat in seiner Garderobe, wo Peppy reinkommt: „Thief of her Hart“.

Das ist vielleicht wirklich ein nostalgisches Element: der treue Diener oder Kammerherr von George, der für ihn auch die Autogrammkarten ausfüllt.
Der Film, den George selbst produziert „Tears of Love“, da gibt’s dann eine ganz traurige Premiere; Peppy war drin und ihr aktueller Freund („Toys“ hat sie ihre Verehrer einmal genannt) macht George das vergiftete Kompliment, sein Vater habe ihn sehr verehrt. Das sind Allerweltsgeschichten von Künstlern, aber wie sie hier gebracht werden, nicht zu dick, nicht zu dünn, nicht mit Zeigefinger, eher trocken stiebitzend auf die Leinwand gebracht.
Seine Frau ist plötzlich „unhappy“ wie es mit seiner Karriere nicht mehr läuft.
1931 dann die kleine Wohnung.
Die Auktion seiner Besitztümer.

Später dann regt George sich auf, wie stupid er gewesen ist.
Eine Geschichte von Realitätsverweigerung. Vielleicht muss man gar keinen tieferen Sinn drin suchen, sondern sich einfach dem Kinobann hingeben.
Kino als Eskapismus? Eigentlich nicht.
Einfach meine Frage, was sind das für Kinotüftler?
Wollen sie Mahnung an unser heutiges Kino sein?
Oder ist das auch wieder viel zu umständlich gedacht?
Oder ist es nur dieses launige, hey Zeitgenossen, ich nehm Euch mal kurz mit auf einen ziemlich verrückten Trip, den so nur das Kino bieten kann? Also doch auch wieder Jahrmarkt (den wir philosophisch nun endlich ergründen und evaluieren sollten!).

Kino, weils Laune macht.

Arirang

Kim Ki-Duk macht das, was viele schon lange im Internet machen: er stellt eine Kamera vor sich und räsoniert sich sein Lebensunglück, ja, eher Unglück als Glück, teils ironisch, teils scheinbar sehr ernst, in die Kamera.

Er als Weltelite-Profifilmer macht es etwas komplizierter und da ihn Gewalt in seinen Filmen immer interessiert hat, tut er sich hier insofern auch welche an, als er in einem Haus in den Bergen, das offenbar kaum geheizt werden kann, sich im Winter für Monate einquartiert, in einem der Räume ein Überlebenszelt aufbaut, in dem er vermutlich auf Isomatten schläft.

Jedes Mal, wenn es klopft, und er eine Hoffnung oder eine Angst damit verbindet, reißt er den Reißverschluss des Zeltes auf und das macht einen fürchterlichen Ritsch oder Ratsch. Er hat sehr viel Zeit in die Ausstattung seiner Behausung gesteckt. Er hat alles selber gemacht. Ständig ist ein Brummeln und Zischen und Stumpfen und Köcheln von seinen selbstgebastelten Maschinen zu hören.

Dieses Überlebens- oder Rückzügs- oder Reflektions- oder Selbstdarstellungsgebäude ist fantastisch ausgestattet mit Maschinen von allerlei Art, einer selbstgebauten Kaffemaschine und einem Holzofen der oben einen Schieber hat, in den man genau einen mittelgroßen koreanischen Fisch zum Braten reinschieben kann. Ständig ein Kokeln und Brutzeln. Später macht er aus dem ausgehölten Fischkopf ein fantastisches schaurig-dämmriges Beleuchtungsteil.

Überall ist alles voller Schläuche wie ein mysteriöses Geheimlabor. Eine Überlebens- oder Selbstzerstörungsmaschinerie. Zum Waschen muss Kim Ki-Duk erst Wasser schöpfen und umschöpfen, man sieht auch wie er Schnee in die Anlage zur Wasssergewinnung schaufelt, armseligst und kompliziertest zugleich ist unser weltberühmter, zerknirschter und outgeburnter Filmdirektor eingerichtet, auch den Blick auf die Welt hat er sich erhalten mit einem Fernrohr, mit dem er die kleine, winterliche Talschaft unter sich absuchen kann.

Ständig stopft er getrocknete oder frischere Früchte in sich hinein und auch später einen Fisch, da hält er dann den Fischkopf vor sich und reißt seine Schnauze auf wie der und stopft sich die Teile, die er eben aus ihm rausggestochert hatte selbst in den Mund. Und philosophiert darüber, dass wir ständig Natur zerstören, wenn wir essen, dabei haben diese Öko- und Bewahrungsgedanken von ihm keine so rechte Überzeugungskraft.

Auch einen Computermonitor hat er. Und Schrauben und Werkzeug, man könnte auch meinen, bei einem Erfinder zuhause zu sein. Und da er ein weltberühmter Direktor ist, hat er auch Tiger und Palmen und Bären und Löwen und viele andere grausame Filmfest-Trophäen mehr. Die passen nicht in die armselige Hütte. Für die hat er am Fusse des Anwesens einen moderner Baucontainer hingestellt. Da ist die Galerie der Filmplakate und Originalzeichnungen und eben auch Platz für die Trophäen. Zu denen hat er ein zwiespältiges Verhältnis.

Er macht also überwiegend das, was viele Youtube-Blogger machen, er hockt vor der Kamera und redet und redet; wes das Herz voll ist, des fließt der Mund über. Vielleicht reden ihm sonst die Menschen zuviel drein, oder er traut sich nicht. Hier hat er den Bildschirm für sich und da er davon nicht genug kriegen kann, inzeniert er sogar Zwiegespräche mit sich selber und das dürfte kaum mehr zu toppen sein: mit seinem Schatten. Da erzählt er über ein Leben, über den Burn-Out, über ein Projekt von einem Soldaten, der Jahrzehnte nach dem Krieg aufs Schlachtfeld zurückkehren möchte, um das Skelett des Soldaten, den er einmal getötet hat, wieder auszuscharren. Statt dessen hat er sich jetzt für diesen Monolog-Film entschieden, der nun wirklich nur für Leute vom Fach interessant sein dürfte und am ehesten in Zehnminuten-Cllips auf youtube passen würde. Was Kim Ki-duk macht ist vielleicht insofern schmerzhaft – er redet auch über den Film, das Kino als Ort des Sadismus, des Masochismus: dieses Internet. Jedermann kann seine Kacke verbreiten, gar auf die große Leinwand bringen.

An einer Stelle seines etwa zweistündigen Monologes dankt er den großen Festivals, die ihn überhaupt erst ans Licht der Öffentlichkeit gebracht haben, aber er schimpft auch über sie, und er schimpft über die koreanische Politik, die sich dann seiner Auslandserfolge rühmt, aber die Filme selten gesehen hat, wie auch das koreanische Publikum nicht gerade die Kassen stürmt für seine Filme. Er schimpft auch heftig über die Darstseller, ihre Eitelkeit, böse, negative Figuren darzustellen, das sei ja so einfach.

Es ist viel Reflektion übers das Filmemachen drin und glücklich sei er sowieso nur, wenn er Filme machen kann. Hier macht er überwiegend einen unglücklichen Eindruck, rauft sich oft die Haare. Aber er spielt auch einen grandiosen Weinkrampf, wenn er Szenen aus eigenen Filmen anschaut, den Mann mit dem nackten Oberkörper, der den Mühlstein hinter sich her durch eine waldige Landschaft einen steilen Abhang nach oben schleppt und auch noch eine Buddha-Statue in Händen hält. So ganz uneingenommen von seinem Werk scheint dieser Kim Ki-duk nicht zu sein, zumindest will er uns das suggerieren.

Er reflektiert über Grausamkeit, über gute und böse Rollen. Ein Film mit viel geistigem Input. Film als Ort der Auseinandersetzung.

Anfangs brüllt er ständig READY ACTION! Als ob er sich wie ein Verrückter über die Verrücktheit des Drehens lustig machte. Immer wieder singt er das Lied „Arirang“ und erklärt an einer Stelle, dass man das in Korea singe, wenn man traurig, mies drauf, melancholisch sei. Das singt er bis zur Gehässigkeit.

Am Schluss nimmt er eine Pistole, fährt damit los in die große Stadt. Hält bei verschiedenen Gebäuden, leider wurden die Inschriften darauf nicht als Untertitel wiedergegeben, so dass nicht klar wurde, was für Menschen aus welchen Lebensbereichen er mit je einem Schuss ins Jenseits befördert haben dürfte, nehmen wir an: Produzenten oder Filmförderer.

Es ist auch eine gewisse Parallele zum japanischen Film „Confessions“, nur dass hier der Autor selber tiefe Einblicke in die Abgründe seiner Gefühls- und Gedankenwelt gibt, Confessions von brutalen Gedanken, von Rachegedanken, von Hassgedanken macht.

Zwischendrin kamen mir Flashs an den autobiographischen Film von Godard, wie er vor seinem großbürgerlichen Studiotisch in seinem exklusiven Haus am Genfersee sitzt und die Regale, die sein Werk füllen, anschaut und wie er Streifen aus seinen Film in der Hand hat und gegen das Licht hält (da schaut er nicht weniger verzweifelt als Kim Ki-Duk hier). Wie in der Malerei die Selbstportraits auch was Spannendes sind, so haben Filmemachers autobiographische Projekte etwas vor keiner Zerstörungskraft Halt machend Bohrendes. Selbstportraits von Künstlern, die glücklich sind, gibt es die, oder sind die nur nicht bekannt, weil sie reizlos sind, nur wenn sie sich geschunden, gebrannt, ausgebrannt, verzweifelt, elendlichglich präsentieren, sind Künstler im Selbstportrait spannend.
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Andererseits scheint Kim Ki-Duk, sich über sich selbst, über sein absurdes Künstlerleben kaputt zu lachen, über sich als lonely person, person, die basically lonely sei, der darum die anderen Menschen immer gut beobachten konnte. Dann ärgert er sich aber wieder, dass er eigentlich sein Leben nicht lebe. Echt erbarmungswürdig der Zustand, in dem er sich uns präsentiert, ohne einen menschlichen Kontakt. My life: docu und drama zugleich.

Auch eine Trotzphase kommt vor: ich bin noch Regisseur brüllt er in die Kamera. Ich habs nicht verlernt. Aber drei Jahre habe er keinen Film mehr gemacht. Er schimpft über den Teil der Filmwelt, der nur masturbiere, die Assholes. Evil, das kann ich auch. Das deckt sich mit Godard, zu zeigen, wie ein Huhn getötet wird, das ist keine Kunst. Ein bisschen böse sein, das ist keine Kunst. Was aber wäre denn Kunst, das beantwortet er nicht, weil er die Frage nicht stellt.
Sadismus, Self-Torture, Masochismus.

Auf die Frage, was der Mensch, das Leben sei, bringt er den Vergleich mit Benzinverbrennung, Umwandlung von Energie oder mit elektronischen Teilen, die transformieren.
Der Kampf und die Natur.
Immer klopft es wieder, aber niemand da, außer dass die Katze mal raus will. Warten auf was?
Am Steuer seines Autos schreit er STOP IT KIM KI DUK!
I stop it here.