Archiv der Kategorie: Film

Blitz-News

Vorgestern hab ich eine offenbar brandeilige Infomail von Kino Live erhalten, mit dem Betreff:

16.7.07: Blitz-News: Das erste Foto von Harrison Ford beim Dreh von „Indiana Jones IV“ und Clip vom Dreh!

Eine Blitz-News, noch dazu in einer eigenen Mail, bedeutet für mich: Topaktuelle News, die eine sofortige Informierung aller Mailabonnenten nötig machen. Bei Filmthemen wären dies Todesfälle, Preisverleihungen oder echt interessante, aktuelle News.

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kleine Presseschau

Mal wieder ein Bündel kleiner Nachrichten aus der Medienbranche, für die sich eigene Blogeinträge nicht lohnen:

Homer Cerne Abbas Giant Animated GIF

Black Sheep

Heute konnte ich die Pressevorführung von Black Sheep (zu sehen beim Fantasy Filmfest) genießen. Allem vorweg: Ich hab mich amüsiert wie seit Braindead nicht mehr!

Natürlich gibt es bei diesem Thema, den bisher so veröffentlichten Bildern und der Tagline „Get ready for the Violence of the Lambs!“ nicht mehr viel zu spoilern, daher kann ich ja nun frank und frei erzählen:

Die Handlung folgt dem klassischen Muster des Horrorfilms: Eine Gruppe bunt zusammengewürftelter Fremder findet sich überraschend in einer bedrohlichen Situation wieder und wird beim Kampf ums Überleben drastisch dezimiert. Diesmal spielt der Film auf einer Neuseeländischen Schaffarm, Hauptfigur ist Henry, der kleine Bruder des jetzigen Eigentümers Angus, der eigentlich nur kurz zur Farm seiner schon lange toten Eltern gekommen ist, um sich seinen Erbteil auszahlen zu lassen.

Ebenfalls auf der Farm: Die alte Mrs. Mac, gute Seele des Betriebs, Tucker, eine Art Großknecht („Farm Manager“) sowie das Ökoaktivistenpärchen Experience und Grant. Sie Feng-Shui- und Chakrenspezialistin mit Notfall-Aromatherapiekerze im Gepäck, er ein impulsiver Öko, der wohl schon eine Dekade keinen Friseur mehr gsehen hat und sich zwischenzeitlich offenbar auch noch das Hirn rausgekifft hat. Dazu kommen einige Wissenschaftler mit einem ambitionierten Gentechnik-Projekt in einem abgelegenen Labor sowie eine Gruppe potentieller Investoren, die zur Überraschungspräsentation einer Art Superschaf angereist sind.

Während die bei der Schafzüchtung entstandene fleischfressende Abart des Superschafes nicht wie geplant fachgerecht entsorgt werden kann und sich deren Raubtier-Eigenschaften auch noch wie ein Virus und in Windeseile unter den anderen Schafen verbreitet, glaubt Angus noch an den großen Erfolg seines Traumschafes. Seine Präsentation vor den Investoren läuft bereits, während anderswo auf der Farm Menschen schon um ihr Leben blöken, die Katastrophe scheint vorprogrammiert.

Die Handlung ist im Grunde nichts neues, schon der Genreklassiker Braindead wartete mit so ziemlich derselben Geschichte auf, doch das ist völlig egal. Was diesen Film so großartig macht, ist (neben den hemmungslos zelebrierten Blut- und Organorgien) die perfekte Führung dieser wunderbaren Schauspieler. Ob sie nun selbst unbedarft sind oder nur unbedarft spielen, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Doch wer so tapfer durch die einsamen, schafverseuchten Weiten Weiden entlang irgendeiner neuseeländischen Küste stapft und noch in der größten Totale eine Resignation vermitteln kann, wie ich sie zuletzt bei den Rittern der Kokosnuß erleben konnte, hat mein Herz schon gewonnen. Bää-ää-ääh!

Moore vs. Gupta

Ich will eigentlich nicht schon wieder ein Michael Moore-Video posten, doch die Schlammschlacht in den Staaten ist einfach zu faszinierend. Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, daß diese Art der Öffentlichkeitsarbeit, auch wenn sie in der antiken Tradition der freien Rede steht, weitgehend Augenwischerei ist, denn die Fakten sind ja schon gesagt, alles weitere ist im Grunde Zeitverschwendung. Nun müssen die reden, die etwas bewegen können.

Wie sagte doch Fred Allen so bittersüß: „Television is a device that permits people who haven’t anything to do watch people who can’t do anything.

Hier also Michael Moore vs. Sanjay Gupta: Moore vs. Gupta weiterlesen

10.000 B.C.

Nun ist es schon soweit, daß sogar Filmtrailer nur zur Hälfte herausgegeben werden, um die Neugier zu erhöhen. Seit heute ist der Trailer zu Roland Emmerichs neuestem Werk, 10.000 B.C., in voller Länge zu sehen. Und zwar hier in HD, hier und natürlich auf YouTube.

Journalismus liegt mir wohl im Blut

Die Meldung, daß die halb vergessenen Young Indiana Jones Chronicles (offizielle Seite) nun auf DVD erscheinen werden (nach 15 Jahren!) hat mich an eine amüsante Episode aus meiner, naja, journalistischen Vergangenheit erinnert.

Ich war noch Schüler, als ich 1992 hörte, daß George Lucas nach München kommen würde, um seine neue TV-Serie, eben die Young Indiana Jones Chronicles, vorzustellen. Damals (vor der unsäglichen Star Wars Special Edition von 1997, in der Greedo zuerst schießt, und den für Fans gewöhnungsbedürftigen Episoden I, II und III) hatte ich noch gewaltige Ehrfurcht vor dem Mann, der die Holy Trilogy erschaffen hatte, und der nur drei Jahre zuvor zusammen mit Steven Spielberg den genialen Indiana Jones and the Last Crusade ins Kino gebracht hatte. Zu einer Zeit, als digitale Tricks übrigens noch furchtbar aussahen. Journalismus liegt mir wohl im Blut weiterlesen

Mike TV

Daß Michael Moore immer wieder gern Infos zu seinen neuesten Aktionen und Gedanken per e-Mail verschickt, ist ja weithin bekannt. Nun aber habe ich (und alle anderen Maillist-Abonnenten, nehme ich an) eine Mail von seinem Team erhalten, die unter anderem bekanntgibt, daß das Team um Michael Moore ein „truth squad“ eingerichtet hat, mit dem sie sie Berichterstattung der Medien in Bezug auf Pharmaindustrie und Krankenversicherung durchleuchten werden.

Wenn das mal nicht nach bluttriefender Revolution riecht! Die Mail klingt so, als hätte sie jemand, der anonym bleiben will, ohne Mr. Moores Einverständnis, unter dem vielsagenden Absender „Webmaster„, an dessen e-Mail-Verteiler geschickt:

Absender: maillist@michaelmoore.com

Betreff: Mike T.V.

Tuesday, July 10th, 2007

Today, Michael Moore will be on CNN again for Part Two with Wolf Blitzer, (Did you see Part One? And our response?), a new appearance on Larry King Live with Dr. Sanjay Gupta (appearing, we assume, to apologize for his factual errors), and a rerun of Mike’s appearance on Jon Stewart from 13 days ago.

Those of us who maintain Michael’s website have started a truth squad. Watch for our daily reports on how the media lies, distorts and carries the water for Big Pharma and Big Insurance.

We’ll leave you with this analysis of how the mainstream media deals with Michael Moore.

Thanks!

Webmaster
MichaelMoore.com

Nun, egal, wer obige Mail nun aus welchen Beweggründen herumgeschickt haben mag – seht selbst, wie Michael Moore bei CNN auftrat:

Nachtrag vom 11. Juli: Mehr dazu hier.

Harry Potter und die Heiligkeit der Buchvorlage

Ich bin Harry Potter-Fan.

Ein glühender.

Meine persönliche Begegnung mit dem Zauberlehrling kam erst mit dem ersten Potter-Hype in Deutschland zustande, das war so um den dritten Band herum, glaube ich. Als plötzlich jeder Potter las, war ich überzeugt, daß es sich um ein Pop-Strohfeuer handelte und maß dem ganzen keine weitere Bedeutung bei. Doch als selbst die größten Couch Potatoes mir, einer alten Leseratte, empfahlen, mehr zu lesen, war mir klar: Dem muß ich auf den Grund gehen. Harry Potter mußte ein triviales Rührstück sein, das den kleinsten gemeinsamen Nenner aller potentiellen Kunden anspricht. Pulp Fiction also. Ich wollte Harry Potter hassen. Harry Potter und die Heiligkeit der Buchvorlage weiterlesen

Sicko wirkt

Michael Moore deutet ja ganz gerne an, daß er es gut fände, wenn wegen seines Filmes ordentlich Bewegung käme in die breite Bevölkerung der USA:

Go to your address book on your computer now and send out that e-mail to everyone you know and tell them to find their way to the theater this week. This film stands the chance of igniting a movement. Let’s not let this moment pass.

(Quelle, letzter Absatz)

Während die Realität noch weit entfernt ist von tatsächlichen Demonstrationen, Sternmärschen oder gar drastischeren Aktionen gegen die Krankenversicherungsindustrie der USA, sollte dennoch erwähnt werden, daß sich tatsächlich etwas tut unter den Sicko Flyer ThumbnailKinobesuchern.

Diesen Bericht wollte ich vor einigen Tagen nicht extra posten, aber die dort beschriebene Stimmung stellt dennoch ein Fünklein dar, und scheint nicht nur einmal vorgekommen zu sein. Und Feuer entstehen ja bekanntlich aus Fünklein.

Nun entstand auch diese Flyer-Aktion, mit der sämtliche Kandidaten für die nächste Präsidentschaftswahl aufgefordert werden sollen, unter keinen Umständen Wahlkampfgelder von den HMOs, den Health Maintenance Organizations, anzunehmen. (Lustiger Name übrigens: Gesundheitswartungsorganisationen, fast genauso lustig wie Krankenkasse, klingt beides irgendwie nach Siechenhaus und generell halbgaren Entscheidungen…) Auf der Webseite von MoveOn, einer Organsation für political education, gegründet 1998, läuft die Aktion (derzeit) zwar nur für eine Woche, aber man kann sich nach Anmeldung den hier als Thumbnail angezeigten Flyer runterladen, selber drucken und verteilen – blaues Hemd oder T-Shirt gewünscht.

Nachdem Sicko bei uns ja erst am 11. Oktober startet und unser Versicherungssystem nach der Gesundheitsreform sicherlich von den wenigsten aus dem Effeff rezitiert werden kann, werden wir uns der Einfachkeit halber zurücklehnen und zusehen, wie Amerika (re)agieren wird auf Mister Moores neuen Streifen. Der ist sicher spannend, augenöffnend und erschütternd, keine Frage, wird sicherlich die Herzen der Zuschauer mit Moores kindgleich unschuldigem Tonfall und seinen berühmten simplen Fragen im Sturm erobern, aber wahrscheinlich auch einige kleine Fakten unterschlagen – wir werden sehen.

Nachtrag vom 6. Juli, nachmittags: Auf seiner Webseite hat Michael Moore nun ein internes Memo eines der im Film genannten Versicherer veröffentlicht. In dem Memo wird auf den Film eingegangen, aber auch aufgezeigt, wo Michael Moore in den Augen des Autoren falsche Schlüsse gezogen bzw. den Fokus der Betrachtung bewußt schief gewählt hat.

kleine Presseschau

Ich mag es ja eigentlich nicht, mehrere Infos in einen Post zu quetschen, aber manches muß eben doch gesagt werden:

  • Ich hätte nie, nie, niemals geglaubt, daß es den Comic Book Guy (übrigens das Alter Ego von Matt Groening, hab ich mal irgendwo in einem Interview gelesen) wirklich gibt.
  • Al Gores Sohn wurde verhaftet – wenigstens in einem umweltfreundlichen Toyota Prius mit Hybridmotor. Das wird natürlich Wasser auf den Hämemühlen der Klatschblätter sein und man wird sehen können, wie ernst es denen dann doch mit ihren teilweise recht großspurigen Umweltschutzglaubensbekenntnissen ist.
  • Für Michael Bay zu arbeiten, scheint anstrengender zu sein als unter anderen Regisseuren.
  • Eine interessante Zusammenstellung von Recyclingbemühungen bei Disney-Klassikern hier, Quelle BoingBoing.
  • Diese schöne Zusammenstellung der 20 Best „That Guys“ of All Time lohnt sich wirklich, leidet aber unter schlechtem HTML: Die Namen der Personen korrespondieren nicht immer mit ihren Bildern, so heißt Danny Trejo (#15) in der mir vorliegenden Ansicht noch Noah Emmerich (#14). Und leider fehlt Jeffrey Jones, der mir vom Gewicht abgesehen angeblich ähnlich sieht, gänzlich.