Gurutum
Guru, Guru, wer ist der größte Guru im ganzen Land. Das war in Schweden im Theater- und Filmbereich bestimmt Ingmar Bergman. Da ist es für einen Theatermann mit Vornamen Ingmar (Robert Gustafsson) ein leichtes, am Stadttheater Kalmar zu scheitern. Seine Frau stirbt an Krebs und im Ortsteil Dopet oder Dopek wird er vom Nacharn als Mini-Bergmann bezeichnet. Hinzu kommt die Urne der Frau und der Streit mit der Tochter, einer Ärztin, was mit der Asche der Mutter zu geschehen habe.
Ein mehr als elendigliches Leben eines verzottelten Alten, damit fängt Hannes Holm (Ein Mann namens Ove) der mit Jonas Karlsson und Robert Gustafsson auch das Drehbuch geschrieben hat, seinen Film an. Ingmar kümmert sich um die Rosen. Er bewässert den Rasen mit dem Schlauch. Das ist wegen der Hitzewelle, mit welchen wir dieses Jahr auch hier bei uns gesegnet sind, also eine hochaktuelle Schnittmenge, verboten. Sein Nachbar, der Kontrollfreak, beboachtet das und spricht ihn darauf an. Daraufhin lässt Ingmar es über seinem Haus regnen. Dazu betritt er ein mythisches Gebüsch und dreht einen verrosteten Wasserhahn auf. Funktioniert. So simpel kann Magie gestrickt sein und so manches Gurutum auch.
Der Film zelebriert vielleicht etwas sehr betulich die Erwartungshaltung an skurriles skandinavisches Kino, suhlt sich darin. Langsam nur bauscht sich der gesellschaftliche Ballon aus Bluff und Bereitschaft an Wunder zu glauben auf. Die Politik kommt, leichtgläubig und opportunistisch, ins Spiel. Sie will sich den Regenscoop nicht entgehen lassen. Auf das angekündigte Regenwunder hin bläht sie sich und das Dorf mit einem Regenfest auf. Warum sollte, was mehrfach funktioniert hat und wovon sie Zeugen wurden, nicht auf Kommando auch für eine größere Öffentlichkeit möglich sein. Skurrilinavien.