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Krautrock 1

Krautrock,

was ist denn das, fragt sich der Musikbanause, einer wie stefe, hat das was mit dem Ballermann zu tun, mit Sauerkraut? 

Gut, mit dem Sauerkraut insofern, als die Engländer oder die Amis die Deutschen gerne als „Krauts“ bezeichnen. Aber die Musikbezeichnung „Krautrock“ hat dort einen ganz anderen Klang. 

Und das ist die Überraschung dieses Musik-Kompendium-Filmes von Adele Schmidt und José Zegarra Holder, dass Krautrock nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Ballermann zu tun hat; vielmehr, dass einer der Paten für diese Musikrichtung kein Geringerer als Karl-Heinz-Stockhausen (Gruppe CAN) war oder auch John Cage; überhaupt, dass diese Musikrichtung sozusagen der musikalische Ausdruck für die 68er-Generation, den unbändigen Drang nach Offenheit, Freiheit, Kreativität war – und immer noch ist. 

Man musst nicht unbedingt Musiker sein, um sich auszudrücken. Floh de Cologne sind Schauspieler, die die Rollen von Musikern übernommen haben. Es gibt auch eine Beeinflussung durch Beuys. Manche haben Architektur studiert, haben ein klassisches Musikstudium hinter sich. Aber sie haben sich von alle dem wieder gelöst. Das hat zur Folge, dass Gruppen oft nicht lange hielten, dass es immer wieder zu Wechseln kam, was sich beispielsweise in einer Nuance des Namens ausdrücken konnte von FAUST zu faUSt. Denn das Bedürfnis, bloß noch „die eigene Musik zu covern“, wie an einer Stelle gesagt wird, war nicht gerade stark. 

Es gab Mäzene, die eine Gruppe lange haben experimentieren lassen, speziell die aufkommende Elektronik eröffnete jede Menge neuer Möglichkeiten. Aber auch die Beobachtung des Lebens; da gab es Musiker, die drei Monate auf dem Bau gearbeitet haben, um andere Stimmen, andere Töne, andere Lebenseinstellungen kennenzulernen. Oder für ein Konzert wurde spontan ein Bauarbeiter mit einem Presslufthammer und einem zu bearbeitenden Stein engagiert. Schade, dass er das Zeichen zum Aufhören nicht mitbekommen hat. 

Der Film der beiden Dokumentaristen ist wie ein Brevier, wie eine Art filmisches Lexikon bestehend aus Archivausschnitten, Interviews von heute – manche arbeiten schon 46 oder 47 Jahre zusammen und von Konzertmitschnitten; aber es gibt auch Anekdoten und viel Input über die Haltung, wie sie Musik machten und machen und wie sie immer neugierig bleiben, wie sie gerade das lieben, dass vor dem Konzert nie klar ist, was daraus wird, also das Experiment hat einen hohen Stellenwert. 

Einer treibt es besonders weit, ein Weltreisender, der überall mit lokalen Musikern zu spontanen Konzerten zusammenfindet (Domo Suzukis Netzwerk). Musik ist somit Freiheit und gewiss beglückend, das scheint viel wichtiger als das Label, der Erfolg. 

Es gibt Schnittmengen zu anderen Musikfilmen, zur wichtigen Hintergrundfigur Conny Plank (gerade hier wird deutlich, wie diese Musik nichts mehr ablehnt als Vorgefertigtes oder Festgefahrenes) und auch Kraftwerk ; diese erhalten von einem früheren Kollegen den freundlichen Tipp, doch ganz auf menschliche Darsteller zu verzichten und nur noch mit Robotern zu arbeiten. 

Das ist vielleicht der dünne Grat, auf dem Krautrock (der international fast mehr Anerkennung hat als national) wandelt: in jeder Sekunde frisch – NEU! – zu sein und doch ein Konzert zustande zu bringen; ohne verknöcherte Routine. 

Beheimatet ist die Krautrock genannte Muikrichtung im Kölschen Raum und auch in Hamburg mit seiner hochaktiven Musikszene (Beatleszeit).

Einige der Protagonistengruppen: CAN (Namensgebung als Beispiel für die Spontaneität: ein amerikanischer Musiker wurde gefragt, ob er mitmachen wolle, seine Antwort „I can“ führt zum Namen), FLOH DE COLOGNE, KRAFTWERK, KRAUTWERK, NEU!, LA DÜSSELDORF, FAUST, faUSt und WUME. 

Schließlich der positiv aufgeladene Begriff des Dilettanten: sich die Freude und den Spaß an der Musik nicht nehmen lassen, ihn über Jahrzehnte zu bewahren. Das überträgt sich auf die Zuhörer – und im Film auf die Zuschauer.

The Wild Pear Tree

Nach Wasser graben,

da, wo keines zu finden ist oder die Frage nach der Sinnhaftigkeit menschlichen Tuns, da der Mensch doch Geist hat, eine Bildung, Sprache, Literatur. 

Als Sinnbild für diese menschlichen Errungenschaften stehen die beiden Hauptfiguren, sie sind Lehrer oder werden es. Sinan (Dogu Demirkol) ist gerade dabei, sein Studium in der 90 Minuten von Can entfernten, größeren Stadt Canakkale zu beenden. 

Sein Vater Idris (Murat Cemcir) ist Volksschullehrer in Can und der Opa von Sinan ist Imam. Also auch die Religion steht vorerst vourteilslos für diese positiven Errungenschaften der Menschheit. 

Aber wie steht es in der heutigen Türkei um diese Dinge? Das ist die Frage, die sich Nuri Bilge Ceylan (Winterschlaf, Once upon a Time in Anatolia) in diesem, seinem neuen Film, Meisterwerk, stellt. Wieder ist er in der heutigen Türkei unterwegs, am Marmarameer und in dessen Hinterland. 

Der Ort, in dem die Hauptfiguren wohnen, ist eine mittlere Stadt mit Industrie. Sie wirkt in manchen Aufnahmen, wenn etwas trübere Stimmung ist, wie ein englischer Industrieort, diese Gesichtslosigkeit, diese anonym Postmoderne von Bauten und Industrie – und gibt mit diesen Bildern einen Querverweis auf die genauen sozialen Studien eines Ken Loach. 

Von Can aus fährt Sinan mit dem Bus nach Canakkale, wo er sein Studium abschließt. Er hat literarische Ambitionen, hier kommt der Titel des Filmes zum Tragen, sein Erstling heißt „The Wild Pear Tree“, ein Buch das er nach erfolgloser Suche selbst verlegt; auch das ist wie Graben nach Wasser auf einem Hügel. 

Den Brunnen für das Wasser will der Vater von Sinan auf dem Grundstück von dessen Vater graben; die Nachbarn raten davon ab. Zu Recht. 

Den literarischen Strang benutzt Ceylan nicht nur, um ein Porträt des Künstlers als eines jungen Mannes zu zeichnen, sondern auch um köstliche Seitenblicke auf lokales und regionales literarisches Treiben und Getue zu werfen, zum Beispiel das Thema der Autorenbiographien zu Präsentationszwecken, worüber sich Sinan wundert. Die gewichtige lokale Literaturgröße Suleyman (Serkan Keskin) gibt Bücher heraus mit dem Titel „Die Kinder von Ida“ (dabei dürfte es sich um eine Geschichte handeln, die in einem Satz zusammenzufassen ist); eine mehr als kuriose Begegnung für einen hoffnugsvollen Nachwuchsliteraten; die lokale Literaturgröße hat wenig Verständnis für Literatur, die eine Metaebene sucht, die Tieferes erzählen will.

Der Titel des Buches ist inspiriert von einer Schulstunde bei Sinans Vater, in welchem dieser auf die Wildheit dieser seltenen Birnen aufmerksam macht. Das ist ein Punch gegen das heutige Bildungssystem unter Erdogan: damals musste sich ein Lehrer noch nicht so philiströs an den Lehrplan halten, konnte auch ein abwegiges Thema wie das des wilden Birnbaumes behandeln, der sich nicht leicht kategorisieren lässt, sich nicht leicht etwas vorschreiben lässt. 

Aber wie ist der Befund über die Erdogan-Türkei? Verheerend. Es kommen die Nachfolger des Imam-Opas vor. Die verstehen unter Religion nicht nur, Äpfel auf fremden Bäumen zu ernten, sondern vor allem den Ritus als ein Geschäft, wo immer eine religiöse Handlung gefragt ist, sind sie da mit offenen Händen für Goldstücke. 

Das Fernsehen? Das sendet Serien, die Mutter und Schwester von Sinan schauen; oder eine eben ausgebildete Lehrerin mit Kopftuch schwärmt davon, dass sie jetzt im Osten der Türkei unterrichten dürfe. 

Das Militär? Da gibt ein Telefongespräch mit einem Kumpel von Sinan erhellenden Einblick. Der Kumpel ist lieber dem Militär beigetreten, statt den Schuldienst anzutreten; er ist in einer speziellen Eingreiftruppe der Polizei und schildert deren Spaß an gesetzeswidrigen Aktionen, wenn es keiner sieht; ein Horror für jeden Demokratiefreund; aber der Soldat macht sich ein Vergnügen daraus. 

Auch Sinan wird nach dem Ende des Studiums den Militärdienst ableisten. Dafür reicht die Charakterisierung, dass währenddessen Winter ist mit frieren machenden Winterbildern, ganz kurz, ganz knapp. 

Und wie steht es überhaupt um den Lehrerstand, der doch das Humanitäre, die Bildung, die Werte des Menschen an die künftige Generation weitergeben soll? Dafür steht der Vater von Sinan: der ist hochverschuldet, verjubelt all sein Geld bei Pferdewetten oder er behält ein von einem Schüler konfisziertes Feuerzeug für sich; hat den anfänglichen pädagogischen Idealismus längst begraben. Er wird vorzeitig in Rente gehen, um Schafe zu züchten. 

Bleiben noch die Frauen. Hatice (Hazar Ergüclü) war ein Schulschwarm von Sinan. Aber sie verliebte sich in einen Freund von ihm. Wie ein Geldiger, ein Juwelier auftaucht, da ist schnell klar, wen sie heiratet; schon gar nicht Sinan, der versucht hat sie mit Literatur zu begeistern. So viel zu einer Moral, die längst nicht nur in der Türkei Gültigkeit hat. 

Nicht zu vergessen die Demokratie: wie agil die ist, davon legt ein Gespräch mit dem Bürgermeister von Can beredtes Zeugnis ab; das ist der mit der „offenen Tür“ – aber wohl nicht mit dem offenen Geist; Sinan sucht finanzielle Unterstützung für sein Buchprojekt, wie hoch Literatur da zählt, Literatur als solche, die nicht direkt für den Tourismus einsetzbar ist, die sich mit tieferen Fragen der Menschheit beschäftigt oder mit intimen Bekenntnissen, die noch dazu ideologiefrei ist; die nach dem Geheimnis von Liebe und Leben sucht; solche Literatur taugt gar nicht, politisch gesehen, die nicht mal das best erhaltene Schlachtfeld, eine Attraktion des Ortes, erwähnt und würdigt. 

Mit Dogu Demirkol hat Nuri Bilge Ceylan einen großartig vierschrötigen Landschaftstypen gecastet, dem man aber das Geistige, das Literarische abnimmt und mit Murat Cemcir als dessen Vater hat er einen exzellenten Gegenpol von Typen gefunden, der viel Leben hinter sich hat, der diesem nicht mehr viel abgewinnen kann, auch er hatte mal höhere (kulturelle) Ambitionen und weint schließlich nur noch um den Hund, ein Symbol modernen Nihilismus mit einer schräg-verschlagenen Lache. 

Als satirisches Symbol steht auf dem Hauptplatz von Canakkale eine Riesenstatue des trojanischen Pferdes; dieses schleicht sich in Sinans Alpträume.

Um den nicht gerade erbaulichen Türkei-Befund verdaulich zu machen, setzt Ceylan nicht nur einen erstklassigen Cast, eine überwältigend kinogenuine Kamera ein, ab und an bettet er Übergänge auf klassische Musikmotive von Bach. 

Education is great – but this is Turkey“. 

Die Kunst der Nächstenliebe – Les Bonnes Intentions (DVD)

oder wie der französische Titel sagt: die guten Absichten – womit ganz klar nicht von guten Taten die Rede ist; ein weiteres Beispiel aus dem üppig gedeihenden Genre des französischen Integrationsfilmes. Siehe die Review von stefe. 

Kommentar zu den Reviews om 11. Juni 2020

Das Kino noch in der Postcorona-Anruckelphase; es geht weiter mit einer Mischung aus Konjunktiv- und Realstarts. Übergangsphase. Man muss sich das Kino ja richtig wieder erarbeiten!

Kino

NATIONALSTRASSE

Die Welt wäre so friedlich, wenn nicht die anderen immer Stress machen würden. 

UNDINE

Die ganz harte Nummer, was den Anspruch an die Bedingungslosigkeit der Liebe betrifft. 

GEGEN DEN STROM – ABGETAUCHT IN VENEZUELA

Der Dokumentarist ist dem Bundeskriminalamt meilenweit voraus. 

PARIS CALLIGRAMMES

Filmische Fundgrube an der Seine, Kinobouquinismus. 

ANTON BRUCKNER – DAS VERKANNTE GENIE

Das Einfache ist das Ausbaubare, aber in seiner Größe offenbar schwer Anerkennbare. 

Stream

WIE EIN FREMDER – EINE DEUTSCHE POPMUSIK-GESCHICHTE

Lanzeitdoku über einen musikalischen Reifungsprozess. 

DIE TOCHTER DES SPIONS

Kalt-Kriegs-Schicksal. 

DVD

DIE FANTASTISCHE REISE DES DR. DOLITTLE

Ohne Mordversuch am britischen Königshof keine verrückten Abenteuer eines Dr. Dolittle.

WIE EIN FREMDER – EINE DEUTSCHE POPMUSIK-GESCHICHTE

Die Differenz zwischen Hyperambition und Loslassenkönnen. 

DER UNSICHTBARE

Quälende Schatten der Vergangenheit.

DIE HEINZELS – RÜCKKEHR DER HEINZELMÄNNCHEN

Höchste Zeit nach Corona, dass die wieder auftauchen – die würden glatt ein Konjunkturprogramm wummen!

TV

TATORT – LASS DEN MOND AM HIMMEL

Überaus menschlich trotz überkonstruierter Gemengelage. 

Nationalstraße

Vandam in Prag.

Vandam (Hynek Cermák) hat ein klares Weltbild: Frieden ist nur der Zustand zwischen zwei Kriegen. Seine einfach eingerichtete Wohnung in einer Satelliten-Plattenbauvorstadt von Prag ist mit Karten und Grafiken zu historischen Schlachten geschmückt. Nach Drogen, Gewalttätigkeiten und Knast hat er mit 50 sein Leben geregelt bekommen, wie er findet. Seinen erwachsenen Sohn darf er nicht sehen. 

Vandam arbeitet auf dem Bau. Seinen Kumpel Psycho (Jan Cina), ein wunderbarer Gegentyp zum glatzköpfigen Vandam, unsicher und irritierbar, braucht er, weil dieser einen Führerschein hat, um ihn im alten Skoda, prima „tschechische Wertarbeit“, zu fahren. 

Vandam hält wenig vom Politiker-“Gelabere“, wie gut und schön doch alles sei; er hat die Welt anders kennengelernt. Mit seinem geradeaus Motto „Wahrheit und Liebe“ konnte er sich nicht aus dem Plattenbauleben hinauskatapultieren wie sein größerer Bruder. Vandam ist da geblieben, wo er mit seinem alkoholkranken Vater aufgewachsen ist. 

Gerade weil sein Weltbild so klar ist, lässt er sich leicht in Auseinandersetzungen hineinziehen. Selbst sieht er sich als tolerant und friedlich. Kein Mensch stört ihn, egal woher er kommt, wie er aussieht und spricht. Nur, wenn so einer Stress macht, dann wird er auf seine gut trainierte Muskelkraft zurückgreifen, 200 Liegestütze am Stück, Vorbild ist ein Hollywood-Held ähnlichen Namens. 

Die Story in dieser großartigen Verfilmung des Romans von Jaroslav Rudis durch Stepan Altrichter ist einfach, gerade einfach genug, um Vandam in neue und extreme Stresssituationen zu bringen. 

Die Stammkneipenwirtin Lucy (Katarina Janecková) ist hochverschuldet. Ein Immobilienhai will Geld und Kneipe eintreiben. Das verursacht Stress für Vandam und treibt die Geschichte auf dem Felde der Gentrifizierung voran als starkes Soziodram mit einem wunderbaren Cast, einer prima deutschen Nachsynchronisation und ein paar ungewöhnlich leisen Ansichten von Prag. 

Gegen den Strom – Abgetaucht in Venezuela

Nicht ohne Romantik

und Abenteuer, seien Flucht und über 25-jähriges Untertauchen gewesen, erzählt Thomas Walter in Venezuela dem Filmemacher Sobo Swobodnik (Lebe schon lange hier, Therapie für Gangster – Suchtkranek Straftäter und die Forensik, 6 Jahre 7 Monate und 16 Tage – Die Morde der NSU, Der Konzertdealer).Nach Sichtung des Filmes wirkt die BKA-Website voll verschnarcht. 

Ein Film über einen vom Bundeskriminalamat immer noch als Mitglied einer linksterroristischen Vereinigung gesuchten Mann ist selbstverständlich immer auch ein Statement zu diesem offenbar nicht ad acta gelegten Verfahren. Es geht, so ist es diesem Film zu entnehmen, um eine beabsichtigte Sachbeschädigung (Sprengstoffanschlag gegen ein im Umbau befindliches Abschiebegefängnis) von 1995. Die Begründung für die geplante Tat (zur Ausführung ist sie nicht gekommen) der drei „Terroristen“, es waren noch Bernd Heizbreder und Peter Krauth mit von der Partie, war „friedensstiftend“, wie Walter dem Dokumentaristen sagt. Diese Begründung war politisch und das muss der Grund dafür gewesen sein, dass die drei als extrem gefährliche Täter – immer noch – gesucht werden. 

Die Drei tauchen unter. Da fängt durchaus Romantik und ein bewegtes Leben an, wie Walter es schildert. Sie waren Typen, die für Linke in Ordnung waren und durch ein Netzwerk von ähnlich Gesinnten durch die halbe Welt beschützt und weitergebracht wurden. Da spricht Walter heute noch voll Bewunderung darüber. 

Der Grund, sich nicht zu stellen, war der, dass sie eine (vermutlich: exemplarisch) drakonische Strafe zu erwarten gehabt hätten. Stattdessen sind sie abgetaucht. Sie landen alle Drei in Venezuela unter dem Chavez-Regime, das in den frühen 2000ern durch die Umverteilung nach unten ein passables politisches Modell für ein sozialistische Land abgab, was dann aber von der Partei unterminiert worden sei. 

2017 machen sich die Drei, die immer in Verbindung geblieben sind und auch nicht weit voneinander entfernt in Venezuela leben, öffentlich, tauchen wieder auf. 

Walter betreibt etwas Landwirtschaft, lebt mit einer deutschen Lebensgefährtin in wild wucherndem Dschungel, hat Hühner, Anpflanzungen, stellt auch Schockolade her und pflegt mit seiner Gitarre einen linkspolitischen Country-Stil, bei dem ein Text, dass er wieder nach Hause möchte, seinen Platz hat. 

Im Film entwickelt Walter Songs mit dem Musiker Pablo Charlemoine aus Berlin. Der besucht ihn und sie nehmen zusammen Musik auf. Um das Studio mit Strom zu versorgen, bringen sie den eigenen Generator mit, den sie am Abend wieder einen steilen Fußweg zu Walters Behausung hinauftragen. 

Der Film, der mit minimalsten Mitteln gedreht wurde, gibt Impressionen vom leidenden Land Venezuela ab. Immer wieder fällt der Strom aus. 

Walter ist ein unverbesserlicher Romantiker, nach wie vor ein linker Idealist und hat, das macht der Film deutlich, dank der unwirksamen Verfolgung durch die deutsche Kriminalpolizei, ein sehr viel spannenderes Leben gehabt, als dasjenige in einem deutschen Knast. Den Deutschen Steuerzahlern sind durch die fortwährende Fahndung enorme Kosten entstanden. Walther amüsiert sich, wenn er eine Sendung Aktenzeichen XY vorgespielt bekommt, wie ungenau die Personenbeschreibung sei und wie wenig offenbar die verfolgenden Behörden über die Ausgeschriebenen sich zusammenreimen können. 

Walter vermutet auch, dass einige aus diesen Behörden den mutmaßlichen Aufenthalt der Gesuchten in Lateinamerika zum Anlass genommen haben, um ein paar hübsche Badetage am Meer in Lateinamerika zu verbringen. 

Walter verfolgt mittels Zeitungs- und Zeitschriftenlektüre aufmerksam das Geschehen in Deutschland.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle (DVD)

Ein Tier- und Drachenarzt, der in einem Dornröschenschlaf dahindämmert, wird wegen eines Mordversuches am britischen Königshof in die Probleme der Zeit zurück und in eine schräg-komödiantische Abenteuerreise hineinkatapultiert. Siehe die Review von stefe.

Der Unsichtbare (DVD)

Ist die Begegnung mit dem Toten – Beweis für den Tod ist die Urne mit der Asche – Einbildung einer kranken Psyche – oder gibt es diesen Ehemann, der der Gattin das Leben unerträglich machte, immer noch? Hat sich die Witwe befreit – oder doch nicht? Ist der Horror Einbildung oder real? Siehe die Review von stefe