Das Kino ruft Reaktionen hervor. Selbst in Pressevorführungen mit einem eher reservierten Publikum gibt es allerlei Reaktionen, zeitweilig gab es Lachwurzen, die in Lustlaute ausbrachen, wenn nur schon ein Hundilein auf der Leinwand erschien. Ansonsten ist in solchen Spezialscreenings einiges an Reaktion zu beobachten, Lachen, Kichern, Tränen werden weggewischt, an manchen Stellen die Augen zugehalten, auch Stöhnen kommt vor, schweres Schnaufen. Kino löst im Menschen etwas aus, die Bilder gehen über die Augen in den Kopf, die Töne über die Ohren; das Publikum macht mit seinen Reaktionen einen Teil der Vorstellung aus, macht aus der Projektion ein Ereignis, jedes Mal ein anderes. Was wohl bei den neu besprochenen Filmen so alles passiert in den Sälen? Eher andächtig-angeregte Stille dürfte in einem vielschichtigen, deutschen Dokumentarfilm über Gebiete um die Memel herrschen. Gute Laune und Lachen in unterschiedlichen Laustärken dürfte die launige Hommage eines Amerikaners an eine der berühmtesten Phasen des französischen Kinos auslösen. Zwischen Lachen, womöglich Seufzen, gar Stirnrunzeln sind vielleicht in einem kolumbianischen Film zu erwarten, der sich mit dem Lyrikbetrieb und den Kulturfuzzis beschäftigt. Eher lautstark dürften die Reaktionen in einer amerikanisch-deutschen Koproduktion über die Jugend und ihre Handyabhängigkeit ausfallen, wenn da nicht gar Popcorn durch die Gegend fliegt. Bei einem weiteren amerikanischen Film ist denkbar, dass das Publikum in ekstatische Schüttelbewegungen verfällt. Bestätigt fühlen im Kinosessel dürfte sich das Arthouse-Segment bei einer Doku just über diese Art von Lichtspielhäusern. Eine deutsche Doku zeigt eine faszinierende und eine hässliche Seite eines berühmten Amerikaners; kein Wunder, wenn da Wut im Saal aufkäme. Erleichterung könnte spürbar werden bei einem deutschen Film über eine wichtige Phase im Leben der Frau, dass darauf überhaupt mal eingegangen wird. Geniesserruhe dürfte sich bei einem deutscher Meister des Stilistischen anlässlich seines aktuellen Thrillerversuches breitmachen. Eine independente amerikanische Mutterschaftsgeschichte wird vielleicht den Saal in Atemlosigkeit versetzen. Die Reaktionen der Menschen vorm Bildschirm bekommen wir leider nicht mit. Auf DVD rennt ein Mann um sein Leben. Die Öffentlich-Rechtlichen haben ein hemdsärmelig hingerotztes Stück mit einer Perle von Schauspielerin besetzt. Als Humorfernsehen hat es sich weit im letzten Jahrhundert verlaufen. Was den bayerischen Dialekt betrifft, kümmert es sich jedoch.
Kino
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