Ein Film nach einem Text von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder
Die beiden sind ein berühmtes Autorenpaar. Sie haben einen Text über eine altes Paar geschrieben; Lebensroutinen, das Aneinandervorbeileben, sie arbeitet noch in der Stadtbibliothek, er ist bereits in Rente und widmet sich seinem Garten, seinen Pflanzen und Blumen.
Lose geht es um die zweite Hochzeit der Tochter. Die Mutter will hingehen, der Vater nicht, da muss es wohl eine Entfremdung geben.
Durch den Job der Frau und Mutter fließen literarische Referenzen in den Text ein. Sie organisiert Lesungen mit Autoren.
Innerhalb des Paares herrscht ein deutliches intellektuelles Gefälle, er interessiert sich überhaupt nicht für Bücher.
Ein weiteres Thema ist, ob sie nicht auch in Rente gehen wolle, damit das Paar noch ein paar Reisen unternehmen könne.
Die zwei Protagonisten haben keine Geschichte, sie haben auch keine prägnanten Charakterisierungen und damit Konfliktpotential; immerhin gibt es Erinnerungen an früher, an Zeit der Verliebtheit und der Albernheit.
Es scheint sich um typische Erzählliteratur zu handeln, die erklärt und berichtet, weil sie kein Kino ist, weil es kein Bilderbuch und kein Animationsheft ist, kein Bildmedium. Literatur, die auf das Wort vertraut, von zwei souveränen Autoren geschrieben.
Irgendwer, ein Anonymus vielleicht, muss die gloriose Idee gehabt haben, diesen Text zu verfilmen und zwar gleich als Kinofilm. Mit der Drehbuchfassung und der Regie, auch das wären interesssante Vorgänge, zu erfahren, wie es dazu kam, ob es einen Wettbwerb gegeben hat oder ob der Zuschlag per Gunst erfolgt ist, wurde der renommierte Subventionsstar Andreas Dresen als Regisseur und Drehbuchautor damit betraut. Vielleicht hatte er nicht allzu viel Zeit für die Drehbucharbeit. Er scheint nach dem Küchenprinzip gehandelt zu haben, neben sich die Prosa, vor sich den Computer, oder die Prosa bereits darauf, so dass er – noch easier – nach der Copy-and-Paste-Methode gleich ganze Prosapassagen in die Drehbuchfassung rüberkopieren konnte, da noch eine kleine Änderung, dort noch eine und die Verteilung der Texte auf die zwei Hauptrollen.
Auch das bleibt im Dunkeln, wie Dagmar Manzel an die Rolle der Frau und Joachim Król an die Rolle des Ehegatten gekommen sind, ob es da eine Ausschreibung, einen Wettbewerb, ein Casting gegeben hat oder ob das auf dem Gunstwege passiert ist.
Es müssen mehrere Unglücke zusammengekommen sein bei diesem Projekt. Dank dem Drehbuch wird aus dem Paar ein geschwätziges Paar, was kaum Momente textloser Routine oder inneren Monologes zulässt; darunter leidet die Glaubwürdigkeit schon mal gewaltig.
Auch die Idee, ausgerechnet diese beiden Stars zu besetzen, scheint nicht glücklich gewesen zu sein. Man sieht zwar, wie sie sich bemühen, Alter und Beziehung zu spielen. Aber das wäre ja genau das Geheimnis solcher in Jahrzehnten gereiften oder auch erstarrten Beziehungen, dass sie nicht herausgestellt werden müssen. Und auch das ist unglaubwürdig, ein altes Paar, das fast pausenlos über seine Beziehung redet.
Das Problem ist, dass der Film kaum dramatische Handlung hat, keine Konflikte, außer Meinungsverschiedenheiten, dazu wird gelegentlich theatralisch gebrüllt. Auch die Regie scheint mit dem – selbstverschuldeten – Drehbuchproblem überfordert gewesen zu sein, dass das Paar immer in die Szene kommt, um etwas zu besprechen, um den Zuschauer informed zu halten über den Zustand dessen, was die Autoren als eine alte Liebe sehen. So wird zusehens nebulöser, was denn Andreas Dresen, Dagmar Manzel und Joachim Król mit diesem gestelzten Film zu erzählen beabsichtigen.
Ein Film nach einem Text von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder Die beiden sind ein berühmtes Autorenpaar. Sie haben einen Text über eine altes Paar geschrieben; Lebensroutinen, das Aneinandervorbeileben, sie...