Hommage, Collage, Annäherung
an einen sensiblen Künstler, an den Filmemacher Amos Guttman,
einen israelischen Ausnahmefilmkünstler.
Salzgeber bringt im Zusammenhang mit der Restaurierung von Guttmans viertem und letztem Film Amazing Grace diese DVD heraus. Es ist eine doppelte Hommage. Die Hommage von Shauly Melamed von heute, die wiederum ein Interview mit dem Filmemacher von 1992 durch seine langjährige Assistentin benutzen darf. Dort ist Amos Guttman bereits gezeichnet von AIDS. Es war, nachdem er Amazing Grace fertiggestellt hatte.
Für ein neues Projekt „Notre Dames des Fleurs“ nach Genet, hatte er bereits ein Buch geschrieben. Er habe sich am europäischen Kino orientiert, aber er meine, eher amerikanisches Kino zu machen.
Mit seinem dritten Langfilm, einem Kriegsfilm, was in Israel nicht nur naheliegend, sondern auch ausdrücklich erwünscht ist, erlebte er einen Misserfolg. Als Erfolgsverwöhnter fällt es ihm schwer, damit umzugehen. Er ist einer der Filmemacher, die genau ihre Filme machen müsssen ohne Konzessionen an Zeitgeist, an die politische Weltlage. Das macht seine Filme denn auch so faszinierend, wie alles stimmt, wie alles einen Atem ausströmt, auch seine Ehrfurcht der Sache gegenüber, seine Achtsamkeit im Umgang mit dem Metier, mit den Schauspielern, mit den Bühnenbildern, ja mit allem, was zu einem Film gehört.
Es ist diese Mischung aus Kunst, Künstlertum und auf der anderen Seite die Beobachtung des Lebens um ihn herum, des sich Inspirierenlassen durch die Menschen seiner Umgebung; daher auch die Arbeit sowohl mit Laien als auch mit Profis.
Die Collage besteht aus einer verführerischen Mixtur aus Filmausschnitten, Interviews, auch ad hoc neu gemacht wie mit der Schwester oder dem Lebenspartner, oder solchen von früher, Nachrichtenausschnitte, Drehmitschnitte; sind alle harmonisch, so wie er es wohl hätte haben wollen, ineinandergefügt.
Dass er schwul war, war nicht sein zentrales Thema, nicht im aktivistischen Sinne, es war seine Lebensrealität, die so Eingang in die Filme findet. Und er versteht es, diese einerseits verführerisch schön, aber andererseits eben auch melancholisch mit ihren traurigen und menschenverachtenden Seiten zu schildern, diese unendliche, schier unstillbare Sehnsucht nach Schönheit und dann wieder der kaltblütige Umgang mit Freundschaften. Diese Bio-Kränzchen ist eine wunderbare Ergänzung und Vertiefung zu Amazing Grace.
Hommage, Collage, Annäherung an einen sensiblen Künstler, an den Filmemacher Amos Guttman, einen israelischen Ausnahmefilmkünstler. Salzgeber bringt im Zusammenhang mit der Restaurierung von Guttmans viertem und letztem Film Amazing Grace...