Archiv der Kategorie: DVD

The Brave (DVD)

Großes Indianerehrenwort.

Johnny Depp lässt sich als Indianer Raphael von Marlon Brando als McCarthy in einer seiner letzten Rollen die höheren Weihen erteilen, kassiert einen Vorschuss von 50’000 Dollar, verkauft seine Seele und bietet sich mit seinem Indianerkopftuch und den langen schwarzen Haaren für die Karibikpiratenfilme an.

Der Film wurde 1997 gedreht. Johnny Depp hat mit Paul McCudden und D.P. Depp nach dem Roman von Gregory McDonald auch das Drehbuch geschrieben und die Regie geführt. Er lässt sich ausgiebig Zeit für Stimmungsbilder, für Kinobilder aus dem Fundus der Wild-West-Filme: die Melancholie der Prärie inklusive Gitarrensong dazu, Eisenbahnstrecke, staubige Piste, Rauch, Wind, Sand und irgendwo ein aufgelassenes Fabrikgebäude, einsame Figuren auf einsamen Wegen, sparsame Dialoge und dazwischendrin herzerweichende Vater-Sohn-Szenen.

Die Musik hat Iggy Popp zusammengestellt. Die Stimmung trägt durchgehend, auf dem Schrottplatz, an dessen Fuß die armselige Indiossiedlung steht, in der Siedlung selber, im Campingwagen von Raffael, den er mit seiner Frau und zwei süßen Kindern bewohnt, in der Kneipe oder auf dem Dorfplatz, der zum Rummelplatz wird. Denn über allem schwebt ein Deal, der Schaudern macht: Raffael hat seine Seele, er behauptet zwar: nur seinen Körper, verkauft und hat bereits eine für Indioverhältnisse gigantische Anzahlung kassiert.

Raffael hält mit seinem neuen Reichtum nicht hinterm Berg. Er kauft einen neuen Fernseher, schmückt den Rummelplatz mit Lichtern. Er gibt Geld aus für die Familie. Er behauptet, einen neuen Job zu haben. Das stößt auf Misstrauen, besonders am Stammtisch, denn den Leuten geht es beschissen.

Raffael selbst hat eine Karriere mit Knast hinter sich: Trunkenheit, Randalieren, Einbruch, Körperverletzung. Den Deal, der ihn sein Leben kosten wird, schlägt ihm Marlon Brando vor in einem Echo auf die Rolle des Paten, im Rollstuhl bewegt er sich, spielt Mundharmonika, philosophiert platonisch vom Leben als einem Schattenspiel, ein Ohr wird gut von den Haaren zugedeckt, da könnte ein Knopf für den Text drin stecken und Johnny wirkt wie kniend und anbetend vor dieser schauspielerischen Übergröße, vor diesem Schauspielergott, ganz der aufmerksam gelehrige Schüler.

Und stimmt, so will es das Drehbuch, dem Handel zu, der ein selbstmörderischer mit dem Teufel ist und den er, da er sich zur Aufgabe seines Lebens verpflichtet, nicht mehr wird kontrollieren können. Insgeheim wünscht man ihm, er möge doch auf so ein verflixtes Wort pfeifen.

Vielleicht ist es auch der Handel, den ein Schauspieler, wenn er ein Star, ein großer Star werden will, eingehen muss, er muss die Seele verkaufen. Das scheint mir die zweite Ebene dieses Filmes zu erzählen. Dazu muss er stehen. Mit seinem Indianerehrenwort.

Hannahs Rennen (DVD)

Auf solche Kinder dürfen wir stolz sein. Eine Pferderanch in einer mildgrünen Landschaft in Hancock County, Mississippi. Eine rechtschaffene Familie, die Rhodes. Vater (Luke Perry), Mutter (Candice Michele Barley), Coming-of-Age-Tochter Hannah mit schönem Schmollmund (Danielle Campbell), aufrechter Charakter und der kleine Bruder Rudy, vorpubertär.

Glück rundum. Vater und Tochter reiten aus. Vater schwärmt vom Glück. Dass er hart gekämpft hat, bis es soweit war, erfahren wir später.

Für eine Rührgeschichte ist pures Glück zu wenig. Also lassen die Autoren Sean Huze und Gianna Montelaro den Vater in der Regie von Teddy Smith einen tödlichen Herzinfarkt erleiden. Den spielt er im Pferdestall.

Für die reduzierte Familie heißt es jetzt kämpfen. Mutter ist verzweifelt, Schulden drücken, die sie nie wird bezahlen können. Doch den Drehbuchautoren, die sicher schon andere Pferde- und Coming-of-Age-Filme von Mädchen gesehen haben, kommt der rettende Einfall vom baldigen Pferderennen, bei welchem viel Geld zu gewinnen ist.

Das Pferd als Mittel zum Erwachsenwerden für eine junge Frau. Das läuft nicht ohne innere Kämpfe ab. Das Böse ist nicht weit. In einer Spelunke, in der Billard um Geld gespielt wird, hängen düstere Gestalten herum, verführbare Gesellen. Der Gläubiger mit dem verlebten Gesicht eines alternden Bonvivant und schmierigen Schurken zugleich, Darden (Thomas Francis Murphy), findet hier den gutmütigen, verschuldeten Jeffrey, im Inneren eine reine Seele auch er, der weiß, dass die Rhodes gute Leute sind, ausgerechnet er soll vor dem Rennen dem Pferd heimlich eine Droge verabreichen (Hannah wird nach dem Rennen sagen, sie habe das Gefühl gehabt, ein anderes Pferd zu reiten).

Genau so gehört es sich für eine Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Frau. Damit ist die Schiene gelegt für eine heldenhafte, mutige, von inneren Kämpfen und Gewissensdiskussionen begleitete Geschichte, in die auch immer wieder der verblichene Vater ermunternd eingreift, an den Stolz und die Ehre und das Selbstbewusstsein seines Nachwuchses appellierend.

Und der Druck, den die Mutter auf die Tochter ausübt. Die Geschichte hält noch einen weiteren Twist bereit, so dass das überaus glückliche Ende der Protagonistin einen der treuherzig und ehrlich mit Dackelblicken strahlenden jungen, muskulösen Männer für einen unbeschwerten Rummelbesuch an die Seite spült.

Musikalisch wird die Geschichte mit sanften, zarten Gitarrenklängen und Songs dezent unterlegt.

Aber auch das: eine Rührgeschichte schön zu erzählen, das will gekonnt sein. Und schön und beruhigend sind die Bilder. Sie verströmen Geborgenheit, denn der Regisseur hat bislang überwiegend als Kameramann gearbeitet. Um der angenehm kurzen Angelegenheit tiefere Bedeutung zu verleihen, hat er seinem Film dieses Zitat vorangestellt: “God forbid that I should go to any heaven where there are no horses.“ R.B. Cunningham-Graham, 1917 in einem Brief an Theodore Roosevelt. – Ein Pferd, ein Pferd, ein Königreich für ein Pferd.

Der Bunker (DVD)

„Im Bunker gedeiht die Bunkermentalität. Das ist das satirisch-absurde Pflänzchen, was Nikias Chryssos mit seinem Film liebevoll pflegt und illustriert.“ So fängt stefes Review an. Es kommt ein Gast zu Besuch, der diese Mentalität auf die Probe stellt.

Von 5 – 7 – Eine etwas andere Liebesgeschichte (DVD)

Du hast mich tief berührt. Ich hätte alles getan, um dich zu retten.
„The Beautiful Kate Kaurate, Age 18 deserved so much better & died so young.
I was so moved by you, I would have done anything to save you.“

Diese im Anspann zitierten Sätze hat die Hauptfigur des Filmes, ein unbeschriebenes Blatt von talentiertem Autor, auf einer Parkbank als Widmung gefunden. Er sammelt zwei Arten von Texten. Das eine sind diese Dedikationen auf Parkbänken, die je eine Liebesgeschichte erahnen (oder literarisch erfinden) lassen; das andere sind die Absagen von Verlagen, mit denen der ambitionierte Nachwuchsschreiber zuhause eine Zimmerwand dekoriert, es werden ihrer immer mehr.

Zu vermuten, dass der Autor und Regisseur Victor Levin, der bisher vor allem als Produzent in Erscheinung getreten ist, damit durchaus eigenes Erleben in den Film einbringt, vielleicht Rückschau hält auf vergangene, jugendliche, dichterische Ambitionen, der Traum, gedruckt zu werden, in den Schaufenstern zu stehen oder im „New Yorker“, der Traum, bekannt und ein Name zu werden.

Wenn man nur das Rezept wüsste. Man müsste Geschichten erzählen, die die Leute mögen. Das sind die Ambitions-Parameter, mit denen Levin seinen Protagonisten ausstattet, Brian Bloom. Er wird dargestellt von einer High-Hope des Kinos, von Anton Yelchin, der eben im Juni bei einem Autounfall tödlich verunglückt ist; eine unerwartet tragische Komponente, die der Film so erhält.

Dabei setzt er auf Zukunft und Hoffnung. Es scheint, dass der junge Autor Brian Bloom ganz systematisch vorgeht im Erfinden seiner Geschichte, in der Erzählung.

Die Erstbegegnung mit Arielle, Bérénice Malohe, eine aparte Französin: sie steht rauchend auf der anderen Straßenseite. Er geht zu ihr rüber. Über Dialog wird sofort eine Affäre daraus mit strikten Regeln: immer nur von 5 – 7 dürfen sie sich treffen (im Carlyle-Hotel, im Kino, im Museum, am See oder in der Vinothek).

Die geheimnisvolle Arielle (zu deutsch: Meerjungfrau), ist verheiratet mit einem französischen Diplomaten, hat zwei entzückende Kinder. Sie hat früher Liebe für Geld verkauft. Es schält sich also auch hier, wie schon kürzlich in Palmen im Schnee ein mehrfaches Konzept der Liebe heraus: Liebe zum Geldverdienen, Liebe zum Unterkommen in der Ehe und die Affäre, die in diesem Falle hochoffiziell wird.

Brian wird in die Familie von Arielle eingeladen, dem Ehegatten Valery, Lambert Wilson, vorgestellt. Er ist hoch erfreut über die Beziehung. Sie wirke sich positiv auf seine Frau aus. Brian wird die Kinder hüten. Er wird Arielle auch seinen etwas kleinkarierteren Eltern vorstellen. Sein Vater regt sich vor allem über hohe Parkgebühren auf und ist nicht begeistert von der schriftstellerischen Ambition seines Sohnes.

Die Affäre steigert sich. Brians Gefühle werden überdimensioniert, radikal, total, er begehrt sie ganz. Früher hätte dieser Wunsch auf ein Duell mit dem Ehegatten hingeführt. Heute gibt es andere Möglichkeiten.

Levin arbeitet sich sorgfältig voran von Szene zu Szene in der Art eines Dialog- und Salonstückes in die Gefühlsentwicklung des doch sehr akademischen Jungautors und Talentes, der auch noch unter seiner jüdischen Herkunft leidet. Und Levin hat ein Einsehen mit dem Karrierewunsch von Brian und auch mit dessen Gefühlswallungen für Arielle. Diese werden sich legen, Brian wird sie exploiten für den Roman mit ihrem Namen als Titel; der selbstverständlich erfolgreich sein wird.

Bei einem Besuch im Guggenheim-Museum wird bei der Betrachtung des berühmten Hopper-Gemäldes „Night-Hawks“ die Totheit der Figuren konstatiert und kontrastierend dazu der Wunsch zu leben artikuliert (der in der Affäre ansatzweise verwirklicht wird). Und es gibt den selbstironischen Literaturkommentar: „Ihre Geschichte hat eine Ahnung von Größe.“ Dem soll hier nicht widersprochen werden.

Die Musikuntermalung gibt sich sanft-klassisch-getragen.

UHF – Sender mit beschränkter Hoffnung (DVD)

Was ist die bessere Unterhaltung? Diejenige, die sich über die schlechtere Unterhaltung lustig macht, die schlechte Werbung überrissen veräppelt, die Talkshows durch den Kakao zieht, die den eigenen Looserhelden als Jäger des verlorenen Schatzes einen Oscar erträumen, als Conan zum kraftstrotzenden Bibliothekar mutieren oder als Gandhi II von der Maxime der Gewaltlosigkeit abrücken lässt?

Dieser Held ist George, ein Looser par Excellence, es ist zum Verzweifeln, alles, was er anpackt gelingt nicht. Sein Onkel will ihm helfen, einen eigenen, lokalen TV-Sender, Kanal 62, wieder flott zu bekommen, ein aussichtsloses Unternehmen, was von Anfang an auf Erfolglosigkeit programmiert ist, denn in dem amerikanischen Kaff, in dem dieser Film von Jay Levey aus dem Jahre 1989 spielt, dominiert das alte, kapitalistische Arschloch von Fletcher, eine 100 Prozent dreckig dargestellte Figur und ein bisschen dumm dazu, aber das sind sie hier alle und tapsen nur mehr oder weniger geschickt damit in der Weltgeschichte herum, er mit seinem Kanal 8.

Außerdem sitzt in den Räumlichkeiten von Kanal 62 bereits ein freakiger Tüftler, der sich noch als hilfreich erweisen wird, wie Fletcher sich in seiner Medien-Monopol-Stellung bedroht sieht.

Ein gutes Herz kann jedoch, wie die blinde Sau eine Eichel findet, auch mal einen Hauptgewinn ziehen. George hat ein gutes Herz. Deshalb engagiert er Stanley als Hausmeister, einen im normalen Leben kaum brauchbaren Typen, ein langer Komödien-Lulatsch mit breiter Lache und einem merkwürdig gebuckelten Körper, wenn er sich bewegt, mehr Karikatur als Mensch, aber mit überströmender Direktheit gesegnet.

Stanely wird in einem Krisenmoment in eine Sendung einspringen und von da ab geht’s stetig bergauf mit Kanal 62.

Der liebenswürdige, gutgläubig-naiv-großäugige George wird gezeichnet als ein bebrillt verträumter Lockenkopf, der vor lauter TV-Arbeit seine eigene Hochzeit vergisst.

Der Film ist gespickt mit Querverweisen auf TV-Werbung, auf Kinofilme, auf Talk-Shows, die 1989 bekannt und populär waren. Aber auch ohne die Kenntnis derselben mag die DVD mit all der Patina, die der Film in über zweieinhalb Jahrzehnten angesetzt hat, Vergnügen bereiten, lässt genügend Zeit für Sprüche eines heutigen geneigten Publikums, das Spaß am Spaß haben mag.

Was ist der bessere Unterhaltungsfilm? Doch derjenige, der hemmungslos all die bereits hemmungslos überzeichnenden Shows noch weiter überzeichnet, grell und unverschämt, aber gleichzeitig herzhaft die Geschichte von einem Verlierer und Träumer erzählt, der mit viel Ungeschick, einem kleinen Quäntchen Glück und einer reinen Seele es den ganzen Kapitalistenschweinen zeigt und so doch noch zu Potte kommt in diesem Leben. Seinem Hausmeister blüht eine angemessene Oscarstatue, wie nur die Provinz sie erfinden kann.

Eine Welt voller Provinztrottel und Semiprofessioneller, mit der der Glücks- und Drehbuchschreibergott ein Einsehen hat.

Palmen im Schnee – Eine grenzenlose Liebe (DVD)

Spätkolonialromanze aus Spanien.

Aus dem schneeigen, bergigen Huesca in Spanien ins tropische Fernando Poo, 1953. Da war dies noch spanische Kolonie. Kilian ist die Hauptfigur. Mit seinem Ableben im Heute fängt der Film in den winterlichen Bergen Spaniens an. Seine Enkelin findet in seiner Hinterlassenschaft ein Schriftstück, das sie neugierig macht und das in die ehemalige Kolonie verweist.

In Rückblenden beschreibt der Film von Fernando González Molina nach dem Drehbuch von Sergio G. Sánchez nach dem Roman von Luz Gabás in epischer Schönschrift die Geschichte von Kilian. Wie er als junger Mann an den Ort seiner Geburt zurückkehrt, in die Kakaoplantage seines Vaters.

In weicher Zeichnung wird das spätkolonialistische Leben auf der Plantage geschildert. Die zwei Gesellschaftsschichten, jene der feinen weißen Herrschaften, der Land- und Plantagenbesitzer und jene der Unterdrückten, der Eingeborenen oder von Sklavennachfahren.

Neben seinem Vater findet Kilian auch seinen älteren Bruder Jacobo, der mit dem herrischen Umgang mit den Indigenen vertraut ist und von dem er die rauen Sitten erlernen soll. Unter der Woche fahren sie mit den Arbeitern auf die Plantagen, treiben sie an. Am Wochende vergnügen sich die anzugbekleideten jungen Herren in der nächsten Ortschaft Santa Isabel und treiben es gegen Geld mit Eingeborenen, denn die Heimat mit der eigenen Frau und den eigenen Kindern ist 6000 Kilometer entfernt – das verbindet sie mit den Plantagenarbeitern, die auch jeweils ein Jahr lang von ihren Familien weg sind; von den steifen Familienessen mit Anzug und Krawatte lassen sich die feinen jungen Herren durch einen Diener wegholen, der kommt und behauptet, es gebe Unruhe bei den Arbeitern.

Mit Kilian ist auch der junge Arzt Manuel auf die Plantage gekommen. Er verliebt sich sofort in die Spanierin Julia. Jacobo, der das Verhältnis zur ihr nie klären konnte, geht leer aus. Kilian dagegen fängt, an Bisila zu lieben. Das geschieht nach einer bezahlten Nacht mit ihr (*siehe Korrigenda unten). Zu ihm, das sei echte Liebe erklärt sie ihm später anhand der Differenz mehrerer Lieben, der verheirateten, jener gegen Geld und des Körpers und eben derjenigen, die sie beide verbinde; dies ist eine Liebe mit Texten wie „ich werde immer bei dir sein“, „ich werde immer bei dir bleiben“, „es darf nicht ans Licht kommen“, „auch wenn du mich nicht sehen kannst, bin ich bei dir“ (bevor sie ein Jahr Auszeit nimmt, bis die Kakobäume wieder blühen).

Dieser Liebe stehen Obstakel im Wege. Sie darf nur heimlich stattfinden. Gelegenheit, sich zu treffen, ergibt sich im Lazarett, denn Bisila arbeitet dort als Krankenschwester. Aber Bisila erlebt auch eine Vergewaltigung durch skrupellose Kolonialisten. Da inzwischen die Stimmung für die Befreiung Guineas von der Kolonialherrschaft überhand nimmt, wird das Verhältnis noch schwieriger.

Dass ein Weißer einen Schwarzen tötet und dann einfach verreist ohne weitere Folgen, das dürfte bald schon nicht mehr möglich sein. Zwei weiße Vergewaltiger werden aufgehängt. Und selbst heute, wie die Nachfahrin von Kilian Nachforschungen anstellen möchte, wird sichtbar, dass Rassenvorurteile und die Wunden des Kolonialismus noch längst nicht verheilt sind.

Wobei hier im Film die politische Dimension als bemerkbares und bemerkenswertes Hintergrundgeräusch deutlich vernehm- und spürbar ist, aber der Liebesgeschichte und der Familienerkundungsgeschichte wird vereinnahmend wie in einer Fotoromanze der Vorrang eingeräumt.

Gregorio, ein enger Mitarbeiter des Vaters, war einer der Revolutionäre. Vorzeichen der Revolution sind Anschläge mit Schlangen. Ihrer können sich die Weißen noch mit der nötigen Brutalität erwehren. Die Herrschaften erkennen aber: „früher oder später werden wir gehen müssen“. Bald schon wird die „Republik Äquatorialguniea“ ausgerufen.

Ein Ansatz von Kolonialzeitaufarbeitungsfilm.

Das Symbol der Schildkröten wird eingesetzt, die jungen rennen ins Meer; die Weibchen kommen nach Jahren zurück, um die Eier zu deponieren, die Männchen kehren nicht zurück.

Es gibt traumhaft tropische Wasserfallbilder mit hübscher, fast nackter Frau und mit hübscher Frau und hübschem, nacktem Mann. Und überraschend: der häufige, heftige Regen.
Con gran emoción.

*Korrigenda vom14. Juni 2020: bezahlten Sex hatte Kilian mit Sade und nicht mit Basilia; siehe im Folgenden die Leserinnenkommentare von Sophie und von Krissi.

Democracy – Im Rausch der Daten (DVD)

Pflicht-DVD für jeden Demokraten, vor allem für Europa-Zweifler, die hier lernen können, wie kompliziert und Geduld und Zähigkeit fordernd der politische Prozess zu einer Gesetzgebung, hier geht es um den Schutz der persönlichen Daten im Internet, in einem so vielfältigen politischen Gebilde wie Europa mit seinen 500 Millionen Bürgern und entsprechend vielen Meinungen und Interessen sein kann; bestens geeignet auch für den Schulunterricht, auch weil der Dokumentarist David Bernet im grünen Europaabgeordneten Jan Philipp Albrecht einen spannenden, engagierten Protagonisten gefunden hat, der der Doku Thrill verleiht. Und das beste: das Happy-End dieses Gesetzgebungsprozesses in Form eines weitgehenden Datenschutzes für die Bürger vor der maßlosen Datensammelwut von Konzernen wie Google, Facebook oder Yahoo ist inzwischen Realität geworden. stefes Review.

A Man Can Make a Difference (DVD)

„Biopic spannender als jeder Thriller. Kann ein Mann, ein kleingewachsener Mann dazu, etwas gegen die Kriege auf der Welt unternehmen? Ist die Gründung einer Internationalen Strafgerichtbarkeit auf den Weg zu bringen, die Kriegsverbrechen ahndet?“ So beginnt die Review von stefe. Es geht um die Jahrhundertpersönlichkeit Benjamin Ferencz, der zur Drehzeit der Dokumentation von Ullabritt Horn 93 Jahre alt war und noch voller Tatendrang und der zu einem Stück mehr Gerechtigkeit auf der Welt beigetragen hat. Ein Muss für jeden, dem Demokratie und Gerechtigkeit als Ziele wichtig sind – und: Ferencz zuzuhören ist hochspannend.

Die Stadt von morgen – Experimentierfeld Asien (DVD)

4 x 25 Minuten thematisch hochkonzentriert fokussierter, geballter Input an Informationen, Erläuterungen, Bildern, Konzepten, Skizzen, Theorien und Beispielen modernen Umganges mit den Problemen des Bauens in asiatischen Megacities an ausgewählten, exzellenten architektonischen Beispielen, vorgestellt von Stararchitekten. Diese architektonischen Perlen werden ansprechend designt präsentiert von Michael Trabitzsch, Flaire Floquet und Jörg-Daniel Hissen. Manch ein Planungsreferat in unsere Städten könnte mittels gründlicher Beschäftigung mit dieser DVD teure Reisekosten in ferne Länder sparen und bei den Themen Neubau von Stadtteilen und Verdichtung sich inspirieren lassen. Erhältlich über absolutmedien.

Die Eroberung des Zwischenraums

Im ersten Film geht es um die pulsierende, disziplinierte, kaum ruhende, hocheffiziente Megacity Tokyo mit den überbordenden Boden- und Immobilienpreisen. Es gibt Lösungen mit verschiedenen Entwicklungen von Mikroappartment-Häusern, die versuchen, den Bewohnern das Gefühl von Individualität und Privatheit einerseits und menschlicher Gemeinschaft andererseits zu vermitteln.

Osama Nishida stellt seine Yokohama Appartments vor, die zur Straße offene Gemeinschaftsräume haben, die über kleine Stiegen zu den individuellen Einzelräumen führen, gekocht wird gemeinsam, die Einzelräume sind winzig. Hitoshi Wakamatsu hat das Sakura Appartmenthaus gebaut, das gedacht ist, klug Lücken zu füllen und welches mit variablen Wohnungskombinationen arbeitet, die sich den Dorf- oder Kleinstadtcharakter zu eigen machen. Sou Fujimotu präsentiert seine Tokyo-Appartments; die sehen lustig aus, wie ineinander verschachtelte und übereinander gestapelte Giebelhäuschen, die über kleine Pfade zu erreichen sind. Mitsuhiko Sato hat ein Genossenschaftshaus entwickelt, ein Terrassenhaus, das Komatsuagi Terrace; die Bewohner wussten, wer einzieht und waren in die Planung mit einbezogen.

Landschaft und Tradition

Im zweiten Film geht es um die Besinnung der Architektur auf die Natur und auf die Tradition, um eine Alternative zu entwickeln zu den Auswüchsen der amerikanischen Großstädte, wo planlos Wolkenkratzer an Wolkenkratzer in die Höhe ragt, ohne Beziehung zu einander und naturvergessen; es geht darum, der Architektur Natur zurückzugeben oder sie in die Natur einzubetten.

Das Yokosaka Art Museum von Riken Yamamoto, 70 Kilometer von Tokyo entfernt ist ganz unscheinbar in einen Naturpark am Meer eingebettet. Yamamotos Grundidee ist die, dass das Haus vom Meer aus gesehen praktisch unsichtbar bleiben soll; es ist zu großen Teilen in die Erde abgesenkt und von einer ausladenden Terrasse überdeckt. Die Vertikale als Imperativ des Bauens, Integration der Architektur in die Natur, sie fast zu verstecken in der Natur, das sind seine Ideen; entsprechend leicht ist die doppelte Haut des Gebäudes aus Glas und Metall.

In China, in Shan Shui City, stellt uns Ma Yansong, ein Architekt aus der Gruppe der MAD-Architekten, die stark von der kürzlich verstorbenen Zaha Hadid beeinflusst sind, ein Hochhaus mit Garten als lebendigem Organismus vor, das nicht den Eindruck erwecken soll, hier gehe es nur darum, möglichst effizient Menschen zu stapeln. In Beihai, dem ursprünglichen Ausgangspunkt der Seidenstraße, hat Yansong die Fake Hills gebaut, eine szenische Architekturlandschaft, die Ausblicke wie von einem Bergpanorama ermöglicht und in Zentralchina gibt er mit dem Huanshan Mountain Village das Beispiel eines Dorfes aus Luxusappartments, das sich in die Landschaft einschmiegt, Hochhäuser, die gar nicht als solche wahrgenommen werden und die die Geschichten der Großeltern erinnern sollen, eine spirituelle Landschaft.

In Peking folgt ein Einblick in Zaha Hadids Galaxy Soho, das wie eine Insel in der Smog-Großtadt wirkt, einer Oase gleich im pausenlosen Lärm dieser Stadt ohne Kern. Weiter geht es zu den Hofhäusern, die den Mikrokosmos einer Familie umfangen; daran orientiert ist die Hutong Bubble. Pei Zhu hat ein chinesisches Hofhaus renoviert, um dem Verlust des Historischen und des lange Entwickelten entgegenzuarbeiten.

Schwenk zurück nach Japan zum Z 58 von Kengo Kuma, einem renovierten Fabrikgebäude, das heute ein pflanzenloser Bürokomplex ist mit einer mehrstöckigen, pausenlos prickelnden Dauerbewässerung an den Wänden über Lamellen, die nicht nur hilfreich für die Luftbefeuchtung sind, sondern auch raffiniert mit dem Licht arbeiten, so dass die Atmosphäre eines botanischen Gartens entsteht, ein Naturgefühl.

Spektakuläre Kulturbauten

In der Sonderwirtschaftszone Shenzhen bei Hongkong mit ihren 10 Millionen Einwohnern hat Pei Zhu ein Design Museum entworfen und gebaut, es sieht aus wie ein „vom Meer geschliffener Stein“, ein archtiektonisches Faszinosum, das das immer über dem Megacitybau schwebende Dauerthema von Balance und Ordnung hochkonzentriert realisiert, ein Bau mit einem sich endlos fortsetzenden Innenraum; hier scheint alles zu schweben, das ausgestellte Auto ebenso wie der Besucher, ein Konzept, was sich auf die chinesische Kulur beruft und durch Irritation eine Erweiterung der Wahrnehmung anstrebt.

In Dalian im Norden Chinas hat der Wiener Architekt Wolfgang D. Prix von der Coop Himmelb(l)au, die auch die Münchner BMW-Welt entworfen hat, eine Oper als Wahrzeichen in die Sonderwirtschaftszone gestellt, die gleichzeitig auch Konferenzzentrum ist, die wie eine mittelalterliche Stadt funktioniert und nicht hierarchisch organisiert ist, somit eine ungewohnte Raufmerfahrung vermittelt: alles ist in Bewegung; immer muss der Archtiekt entscheiden, ob er eine Aussicht blockiert oder freigibt. Gemeinsinn statt Macht und Repräsentation ist die Philosophie bei diesem Entwurf, der in einer Achse zentraler Straßen mit Meersicht liegt. Ein Gebäude was durch Identitfikationsmomente zu emotionaler Besitzergreifung führen und auch auf die Entwicklung der Umgebung ausstrahlen soll.

In Ningbo hat Wang Shu sich auf die chinesische Geschichte besinnend und im Gegensatz zu den wild hochschießenden Wolkenkratzern ein Geschichtsmuseum hingewuchtet, das mit seinen alten, dunklen, erdigen Materialien an eine mittelalterliche Burg erinnert und dem Betrachter zuruft: „Denk an die Tradition!“ Dahinter steckt Wang Shus bittere Erkenntnis, dass unsere Städte ihr Gedächtnis verloren haben. Es gibt noch weitere Beispiele aus Ningbo, in denen Wang Shu seinem Ruf als einem Vertreter der Horizontalen und der Einfachheit alle Ehre macht, zB ein Kunstmuseum, das aussieht wie ein Lagerhaus.

Neue Stadtmodelle

Hier geht es um architektonische Meilensteine, die teils in Brachen erst geplanter Städte, Maßstäbe setzend gebaut werden.

In Ordos in der Steppenlandschaft in der Nähe der Mongolei hat die Architektin Xu Tian Tian eine Oper gebaut mitten im Niemandsland. Daran sollen sich die Planungen für die Umgebung orientieren. Die Oper liegt wie in einer Senke verborgen da. Das Gebäude ist von den Sanddünen inspiriert.

Ebenso baut Ma Yansong das Ordos Museum, eine raumschiffartige Blase, als ob sie nirgendwo hingehöre. Auch ihr fehlt noch die Umgebung. Aber vielleicht lässt sich die um sie herum zu bauende Stadt wie von einem Kreativimpuls davon beeinflussen.

Zurück in Ningbo: jetzt geht es um die Konzeption neuer Stadtteile, über die Jane Zhang, MADA-Mitbegründerin, erzählt, dass sie keinerlei Planungsvorgaben habe und der Fantasie freien Lauf lassen könne in der Gestaltung von CDDs, neuen Geschäftszentren, die bieten müssen, was die Städte in ihren chaotischen Entwicklungen nicht mehr leisten: menschlichen Bezug.

Ebenfalls in Ningbo hat Wang Shu die berühmten Hochhäuser gebaut, die aus übereinandergestapelten, traditionellen Hofhäusern bestehen und so Nachbarschaftsleben selbst in Hochhäusern ermöglichen: sehen und gesehen werden wie im traditionell gewachsenen Dorf oder Stadtteil; der Mensch und der nächste Mensch als Maßstab.

Dann noch ein Schwenk nach Shanghai zum Internationalen Yacht- und Kreuzfahrthafen; hier wird eine Stadt in der Stadt nach Masterplan wie die Docks in London neu entwickelt.

Zum Abschluss dieses nahrhaft kompakten, architektonischen Asientrips erklärt der Deutsche Meinhard von Gerkan die Millionenstadt, die er als Trabantenstadt Lingang 60 Kilometer von Shanghai entfernt aus dem Boden stampfen darf, die ihr Zentrum bereits hat und die vor allem von einem Offshore-Hafen, der 35 Kilometer im Meer draußen liegt und durch Brücken erreichbar ist, belebt werden soll. Auch er philosophiert über Ordnung und den sichtbaren Mittelpunkt, den bei ihm das Maritim Museum bildet und über die Balance von Vielfalt und Einheit. Er will die Mitte der Stadt, die nur zu gerne verstopft ist, für Aktivitäten freischaufeln und die Wohngebiete und Verwaltungsbezirke konzentrisch anordnen mit genügend grüner Natur dazwischen.

Belmondo von Belmondo – Eine Hommage an den Vater (DVD) – Verlosung

Oh là là, qu’est-ce que c’est, was für ein Abenteuer, mit dem alten Jean-Paul-Belmondo und seinem Sohn Paul im Kabriolet an Drehorte berühmter Filme zu fahren, welch Vergnügen, welch Input an guter Stimmung, welch anregende Reise.

Ein Filmstar sei ein Schauspieler, der selbst einem mittelmäßigen Film zu Glanz verhilft, so ist in diesem Film zu hören. Ähnlich verhält es sich mit dieser mitreißend-unterhaltsamen Dokumentation, die von Belmondo-Sohn Paul als Hommage an den Vater schon im Titel deklariert ist und bei der Régis Mardon Regie führt.

Im gewohnten Biopic-Stil werden Szenen zusammengestellt aus Filmen von Belmondo, aus Interviews, von Drehbarbeiten gemischt mit Statements von Weggefährten, Regisseuren, dazu Videos und Fotos aus dem Familienarchiv sowie Szenen vom Roadtrip, den der Sohn mit dem Vater unternimmt. Leitfaden durch dieses Biopic ist Belmondo selbst, der just diesen Startypus repräsentiert, der noch jeden Film zur Besonderheit werden lässt – so auch diesen.

Die einzelnen Elemente werden zu einem anregenden, erfrischenden, überwältigenden Blumenstrauß gebündelt, aus dem uns durchgehend Belmondo begeisternd entgegenschaut und der Lust auf Kino macht, auch auf Rückblicke in die Zeit, die von ihm mitgeprägt wurde, die Zeit der Nouvelle Vague in Frankreich.

In dokumentierten Roadtrip Vater-Sohn oder in Archiv-Aufnahmen kommen nebst Jean-Paul Belmondo und seinem ihn interviewenden Sohn Paul zu Wort: Ursula Andress, Brigitte Bardot, Alain Delon, Claude Brasseur, Philippe de Broca, Geschwister, Eltern und Oma von Jean-Paul, Claudia Cardinale, Costa-Gavras, Vittorio De Sica, Sophia Loren, Claude Lelouche, Jean Marais, Jean-Pierre Melville, Ariane Mnouchkine, Jean Rochefort, Henri Verneuil und viele, viele andere bis hin zu einem Mann, der als Bub in Rio einen Schuhputzer für Belmondo gespielt hat.

Es lebt eine Kinozeit hoch, in der die Jugend immer gespannt war auf die neuen Filme ihrer Stars wie Belmondo oder Alain Delon. Belmondo wird charakterisiert als einer, der irgendwie immer ein großes Kind war und es heute noch ist, der lieber rumgealbert hat und im Moment, wenn die Klappe geschlagen wurde, in Sekundenbruchschnelle sich auf die Rolle konzentrierte; ein Mann, der nicht dem gängigen Schöneitsideal entspricht, aber enorm verführerisch wirkt.

Die Reise geht zuerst nach Italien, Cinecitta, Gespräch über die Frauen, Kinder hat er nur von den beiden, die er geheiratet hat. Es war immer Liebe auf den ersten Blick. Brigitte Bardot hat er vergöttert, mit ihr nie gedreht, nur geprobt und ihr die Brust gestreichelt. Es geht entlang der Côte d’Azur nach Monaco, wo er den Familienurlaub verbrachte, sich voll den Kindern widmete, Papparazzi verdrosch und auf Wasserskiern waghalsig Tempo gab. In Südfrankreich hingen seine Plakate in allen Polizeistuben. In Paris hat alles mit dem Theater begonnen. Anfangs hat er in Krankenhäusern gespielt. Bald ist der wiegende Gang dieses jungen Mannes aufgefallen. Er hatte sich als junge Gaukler absolut frei gefühlt. Chabrol und Godard haben ihm den Weg ins Kino eröffnet. In Rio geht es um das Thema Stunts. Welch hochriskante Aktionen Belmondo selbst gespielt hat bis zum Aufspringen ans Seitenfenster eines fahrenden Busses ohne Absprerrungen im laufenden Verkehr in Guerillamanier und die Businsassen wussten nicht, was los war. Oder Exzesse in Mexiko. Und jede Menge Anekdoten. Auf dem Konservatorium hat es ihm nur zu einer lobenden Erwähnung gereicht. Dass in jener Zeit in Paris sich einige junge Künstler wie eine Bande zusammengerottet hatten.

Der Star Belomondo, der einem die Freude an Kino wiedergeben kann, mit dieser unglaublichen Symmetrie zwischen Mensch und Rolle, ein lebende Legende, der die Sprache der Straße spricht, obwohl aus einem Künstlerhaus – sein Vater war Bildhauer -, der über den Moden steht, der immer unterhaltsam ist, erfrischend, nie bierernst, mit strahlender Präsenz; der mit seiner Persönlichkeit die Filme prägt; der in jeglicher Art von Kleidung glaubwürdig sei, ein Akrobat der Seele und des Herzens.

Haltung zur Kunst: auf die Frage, warum er dauernd in den Louvre gehe, habe sein Vater geantwortet, „um zu lernen“; da war er gerade mal 80.

Sicher, man kann kulturphilosophisch oder kultursoziologisch ins Gründeln kommen, warum ein Star, dessen Wirkung wie eine Injektion an guter Stimmung und positiver Energie ist, typisch für die 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts ist, in welcher Zeitspanne er mehr als die Hälfte seiner Filme gedreht hat, siehe IMDb. Ob es sich um eine Art unbedingten Willen der ersten Nachkriegsgeneration handelte, die mit dem aufkommenden Wohlstand etwas haben will vom Leben, die Zukunft haben will, die Chancen haben will, die alles für möglich halten will? Jedenfalls ist so eine Figur als Symbol für die heutige Zeit, in der Verteilkämpfe, Besitzstandswahrung, Karrierismus, Pfründentum und die sich weitende soziale Drift ganz andere Rahmen setzen, als Ideal für die nachwachsende Generation schwer vorstellbar.

Zu diesem Film verlosen wir 2 DVDs des Films. Um an der Verlosung teilzunehmen, unten in einem Kommentar bis zum 25. April 24.00 Uhr schreiben, welche Rolle Belmondo für Euch gespielt hat, als Ihr Euch Euren Filmgeschmack entwickelt habt. Unter allen Kommentaren, die nicht gelöscht werden müssen (Beleidigungen usw.), entscheidet ein Zufallsgenerator.