Archiv für die Kategorie: “DVD”

Weil Neukölln nicht Korbach ist, deshalb sind sie alle hier, die Rosa von Praunheim wie in einem faszinierenden Wimmelbild porträtiert. Und stefe fragte sich in seiner Review, warum das an so vielen anderen Orten nicht möglich ist.

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Ichgola Androgyn verändert, vermenschlicht die Sepulkrakultur. stefe war in seiner Review angetan von dieser sanften Dokumentation über das Friedhofscafe Finovo, den Blumenladen und die damit einhergehende Erneuerung des Friedhofs- und Bestatterwesens.

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Hochkonzentriert hochklassisch: ein Raum, eine Zeit, eine Handlung.
Ein Bus, ein Tag, eine Revolution in Ägypten; verdichtet die Ereignisse mitten im Geschehen. In seiner Review nannte stefe den Film von Mohamed Diab „ein Husarenstück“

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Ab heute auf DVD.
Kinoimpulse. Gegen die Anämie und das künstliche Koma des Deutschen Kinos, gegen seine Mutlosigkeit und gegen seine Entmüdigung durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen! Hier die Review von stefe.

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Dieser Film von Peter Solan, der mit Josef Hen und Tibor Vichta auch das Drehbuch geschrieben hat, ist 15 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches der Versuch, mit der Figur von Manfred Krug als KZ-Kommandant Walter Kraft einen Hauch Menschlichkeit in das Ungeheuerlich-Unfassbare der Nazi-Vernichtungsmaschinerie zu bringen.

Anstatt wieder eingefangene Flüchtlinge aus dem KZ, er nennt sie Fliegen, zu vergasen, spürt Walter Kraft in einem von ihnen, in Jan Kominek (Stefan Kvitik) die Boxernatur. Er selber ist leidenschaftlicher Boxer und ihm fehlt es an Herausforderern im öden KZ mit dem regelmäßig schwarzen Qualm aus dem Schornstein.

Kraft schenkt Kominek – und damit den übrigen Fliegen – das Leben, wenn er mit ihm boxt und ihn schlägt. Das ist die ungleiche Geschichte in diesem packenden Schwarz-Weiß-Film von 1962 aus der Slowakei, wie der KZ-Kommandant seinen abgemagerten Gegner auffuttert und trainieren lässt. In Kraft ist der Sportsgeist stärker, die Sehnsucht nach Augenhöhe mit einem gleichwertigen Gegner, als alle Nazimilitärhierarchie. Das ist das Menschliche, was den bestialischen Mechanismus vorerst außer Gefecht setzt, was sozusagen Hoffnung lässt. Es ist diese Konzilianzfähigkeit der Krug-Figur, dieses Patriarchalisch-Familiäre, was so gar nicht ins KZ passt. Aber: kann es einen guten Kommandanten in einem schlechten Lager geben?

Bald erkennt auch der Zuschauer, dass Kominek mit Training und guter Ernährung Kraft deutlich überlegen ist. Das ist der zentrale Konflikt, dass Kraft der hierarchisch Mächtigere ist, der aber so tun will, als habe er es mit einem Ebenbürtigen zu tun. Ein weiterer, elementare Konflikt etabliert sich unter den Gefangenen durch die Privilegierung von Kominek.

Kominek findet im alten Venzlak (Jozef Kondrat) einen heimlichen Trainer, der lange aufmerksam in der Boxwelt gearbeitet hat.

In Stefan Kvietik hat Krug einen ebenbürtigen Schauspieler als Partner, der laut IMDb heute noch dreht. Krug selber fasziniert einerseits mit einer federballleichten Beweglichkeit (Box- und Seilspringszenen), wenn er boxt und mit dieser präsenten Männlichkeit, die ihn für eine Weltkarriere prädesteniert haben könnte. Was wäre bloss aus ihm geworden, wenn er in die USA gegangen wäre. Ihn hat leider später das deutsche Fernsehen domestiziert; wobei er auch dort noch immer herausgeragt ist.

Interesant ist vielleicht auch der Vergleich mit einem der neuesten Nazizeit-Filme, dem vielgelobten, ebenfalls in Schwarz-Weiß gedrehten Der Hauptmann. Hier richtet ein niedrigraniger Soldat, der eine Hauptmannsuniform ergattert, in einem KZ, obwohl der Krieg praktisch vorbei ist, ein Massacker an; Gegenfigur ist ein beamtenhafter KZ-Kommandant. Im Vergleich zum Solan-Krug-Film, der diesen Sportsgeist (der dann so sportlich doch nicht ist) beschwört, eine Menschlichkeit über die Herrschaftsverhältnisse hinaus, ist heute, über 70 Jahre nach Kriegsende nichts mehr zu spüren. Da herrscht blanker Zynismus und Beamtenhaftigkeit. Ein Trend? Und ein Fortschritt in der Behandlung, des eigentlich nicht behandel- und verhandelbaren Themas?

Interview mit Peter Solan
Solan erzählt, wie er auf die Geschichte von Tibor Vichta gestoßen ist und spürte, dass das sein Film würde. Vier Jahre lang kämpfte er gegen den Einwand, das würde ein pro-faschistischer Film werden. Und dann plötzlich ging es, inklusive der Besetzung mit dem Deutschen, Manfred Krug. Gedreht wurde in einem Original-KZ.

Diese Interview ist auch eine spannende Lektion über das Filmemachen.

Solan erzählt in konzentrierter Interviewsituation; er sitzt auf einem Stuhl, der Hintergrund bleibt dunkel. Er spricht über Freigaben. resp. keine Freigabe; zuerst solle er seine positive Einstellung gegenüber den demokratischen Institutionen des Volkes unter Beweis stellen; dafür bekam er einen Kurzfilm. Die Kulturbürokratie. Filmen in der Planwirtschaft.

Wenn du arbeitest, dann nicht für das, was es mal sein wird. Was aus einem Film wird, das überlässt er gerne denen, die ihn sich anschauen.

Das war sein letztes Interview, kurz vor seinem Tod im September 2013. Es wirkt so frisch wie von heute.

Interview mit Martin Kanuch
Über die goldene Zeit des slowakischen Autorenfilmes, den sozialistischen Realismus. Über die darin geforderte Authentitzität, Geschichten an Originalschauplätze zu drehen und zu improvisieren. Dokumentarfilm als Übung, Voraussetzung, um Spielfilme zu drehen. Solan habe sich nicht als schöpferischer Regisseur gesehen, ihn interssierten Geschichten, Probleme und die Reaktionen darauf.

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Ein Spielfilm, der sich an realen Gegebenheiten orientiert, an Aktionen, mit klassischer Musik, Kinder aus benachteiligten Milieus an die Hochkultur heranzuführen, ihnen Zugang zur Instrumentalmusik durch aktives Lernen zu ermöglichen. Mit dem Höhepunkt eines Auftrittes eines so gebildeten Orchester in der Pariser Oper.

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Zwei Filme, die zusammengehören wie ein paar Schuhe, die robust genug sind, in die unangenehmen, schlüpfrigen, schleimigen, schmierigen, schlecht beleumdeten Schattengefilde professioneller Humorerzeugung als Comedian oder Witzeerzähler hinabzusteigen.

ENTERTAINMENT
„Diese Witze reiße ich mir buchstäblich aus dem Herzen, um sie Euch vor Euren blöden Latz zu knallen“.

THE COMEDY
Junge Autoren versuchen, die Grenzen des Witzes und des guten Geschmackes auszuloten. Sie testen die Reality auf ihre Comedytauglichkeit. Sie recherchieren unter der Gürtellinie in den Gefilden von Sexismus und Rassismus. Und die Hobos, die Penner, „haben die saubersten Schwänze, weil …..“. Und vom lethalen Einfluss der „political correctness“ auf die Herstellung von Witzen.

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Dieses bayerische Eigen- und Skurrilgewächs (Staatskrise wegen angekündigten Bieselns) hat jedenfalls besser unterhalten als Zwangsgebührenfunktionärshirnkäse wie die Hindafing-Serie (Donau-Village, Schwarze Kassen, Wahlkämpfer), siehe Review von stefe.

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Jugend außer Rand und Band.

Larry Clark, der mit Mathieu Landais auch das Drehbuch geschrieben hat, beobachtet in Paris eine Clique Jugendlicher, die sich an einem Skate-Board-Platz in der Nähe der Seine treffen. Sie hängen rum, fahren Skateboard über einen am Boden liegenden Penner, rauchen, chatten, nehmen alles mit dem Handy auf. Wohin mit der erwachenden und überschüssigen Kraft und diesem Trieb, mit diesem Traum von wilder Liebe?

Atmosphärenfilm, der sich in der Sexsorglosigkeit heranwachsender Jugend ergeht, am Rande zu verstörend schön und ernüchternd. Und mit einer Kamera, die ran geht an die Sehnsüchte der Jugend, an den Jugendkörperbilderrausch, gezwungenermaßen mit stark pornographischem Einschlag. Der Film setzt sich auf die Spur dieser unbändigen Lust und der Lusterzeugung und nähert sich deren Details und überhaupt der Nachlässigkeit im Umgang mit dem Leben, dem maßlosen Drogen- und Alkkonsum in dieser heißen Zeit gemeinsamen Entdeckens der Sexwelt – und auch noch Geld verdienen damit, alles außer Rand und Band, keine Grenzen mehr … bis hin zur Eigentums- und Körperverletzung – und irgendwie doch tiefer Liebessehnsucht von JP zu Max.

Der Lärm der Jugend, die Aufgeregtheit, die Hyperaktivität … es blitzt doch ab und an die Einsamkeit durch … und dann noch ein Auto abfackeln …

Math (Lukas Ionesco) und JP (Hugo Behar-Thinières) sind Freunde, entdecken im Internet Escort-Portale und wie leicht sich so Geld verdienen lässt. Math bietet sich älteren Herren an und muss sich manches gefallen lasse, das zahlt sich in Bargeld aus. JP bietet sich älteren Frauen an. JP ist in Math verliebt, der jedoch nur gegen Geld schwul sei. Da schimmert Unglück durch.

Das einzige Mädel in der Clique ist Marie (Diane Rouxel). Auch sie möchte Sex und geliebt werden. Ist aber bei den Jungs nicht besonders erfolgreich. Sie scheint, wie die Modeschau gegen Ende des Filmes zeigt, aus der Haute Volée zu stammen. Sie verpfeift JP und verfolgt Math und setzt Kettenreaktionen von Unglück und Zerstörung in Gang.

Der Score deckt die Themen ab von „Selfish“ über „Public Enemey“, „Black and Blues“ bis „You are gonna miss me“ und „Touch me“.

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Über lässliche Sünden der Weißen (Atomtests und Plutoniumflocken im Haar). Dagegen fängt das Schicksal in der faszinierenden Person von River Phoenix an zuzuschlagen. Während der Dreharbeiten 1993 ist dieser „gentle and gifted actor“, so Regisseur Sluizer, gestorben. 2012 hat Sluizer, selber ernsthaft krank, den Film zu Ende montiert mit eingesprochenen Drehbuchauszügen nicht gedrehter Szenen. Ein eindrückliches Vermächtnis. Siehe Review von stefe

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