Archiv der Kategorie: DVD

Monolith – No Way Out (DVD)

KI-Horror-B-Movie

wird man bestimmt genüsslich behaupten können von diesem italienischen Film von Ivan Silvestrini, der mit Mauro Uzzeo und Roberto Recchioni auch das Drehbuch geschrieben hat und der größtenteils ein paar hundert Meilen landeinwärts von L.A. spielt in dieser wüstenhaft filmpittoresken Landschaft, die mehr als alles andere menschliche Einsamkeit und Verzweiflung schildern kann.

Je schöner die Frauen, desto größer der Horror, den KI im stärksten und sichersten Auto der Welt, dem Monolith, veranstalten kann. Dieses bullig-panzerhafte Auto preist der Film anfangs an wie eine Autowerbung und vergisst nicht, darauf aufmerksam zu machen, dass Autos nach wie vor das gefährlichste Spielzeug der Menschen seien.

Musiker Carl (Damon Dayoub) schenkt so ein Auto seiner Frau Sandra (Katrina Bowden) als Kompensation gewissermaßen dafür dass sie aufgehört hat als Sängerin und dass er kaum Zeit für sie und den kleinen Sohn David (Krew Hodges) hat.

Lilith ist in diesem Auto die KI-Stimme des Fahrassistenten, sie bietet an, sie könne auch selber fahren. Steuerbar ist das Gefährt über Handy. Darauf ist auch ein Schildkrötenspiel für den Buben, mit dem er ruhig gestellt werden soll, wenn Mama mit ihm unterwegs ist und versucht, Papa zu erreichen. Alles top of IT-High-Tech.

Jetzt ist Sandra mit David in seinem niedlichen Bärenkostüm im Kindersitz hinten unterwegs zu den Schwiegereltern mit einem prächtigen Haus in dieser lichtstark ariden Zone. Wegen der schwierigen Chats allerdings wird Sandra misstrauisch, ob Carl eventuell mit ihrer besten Freundin zugange sei. Kurz entschlossen gibt sie L.A. als Fahrziel ein.

Eine Staumeldung veranlasst sie, einen Umweg zu programmieren. Und wie das nicht nur im Film gerne so ist mit den Abkürzungen oder eben den Umwegen: es wird ein Trip in den wahren Horror. Frau allein mit Kind und absolut sicherem und mit KI- und Kleinkind vollgepacktem Auto in der Wüste. Da scheint sich alles, was an Natur- und menschlicher Technikgewalt möglich ist, gegen die verzweifelt kämpfende Frau verschworen zu haben.

Womit wir allerdings keine Erfahrung haben, ist, was passiert, wenn ein KI-strotzendes Auto den Boden unter den Füßen verliert …

Adagio – Erbarmungslose Stadt (DVD)

„Tief in der Scheiße“ sitzt der junge Mann Manuel und wird von bösen Menschen nach allen Regeln des Thrillers ausgenutzt und zu Dingen gezwungen, die er nicht unbedingt tun möchte – und ringsum brennen die Wälder vor den Toren Roms.

Siehe die Review von stefe.

The Last Kumite (DVD)

Spiel mit Urängsten

Alles ist ein Game. Nur Kumite, das sind Kämpfe auf Leben und Tod und illegal und finden irgendwo in Russland oder wo auch immer statt. Sie werden organisiert von Ron Hall (Matthias Hues), einem kinomalerischen Abenteurer, einer Impresario-Figur, der vor nichts zurückschreckt, wenn es ums Geld geht. Und der Geld hat und damit seine kleine Welt regiert, zu regieren glaubt. Die wiederum macht anderen Angst, die plötzlich in seinem Spinnennetz landen. Und wenn sie es nicht freiwillig tun, dann wird eben Gewalt angewandt.

Nur die besten Kämpfer sind für Ron interessant. Den allerbesten glaubt er für sich gepachtet zu haben, das ist der furchteinflößende Dracko, der bei einem Gladiatorenkampf auch mal seinem Gegner den Kopf umdreht. Das sei Mord, findet seine Ex-Trainerin.

Der Protagonist Michael Rivers (Mathis Landwehr) ist Karate-Kämpfer in New York und hat seiner 14-jährigen Tochter Bree (Kira Kotenbach) geschworen, damit aufzuhören. Hier tritt Ron Hall auf den Plan und will ihn für einen extraordinären Kampf gewinnen, bei dem er eine Million Dollar erhält. Michael lehnt ab.

So entführt Ron Hall seine Tochter und da ist Michael aber flugs auf dem Weg. Hier findet er sich mit mehreren anderen Spitzenkämpfern wieder, zum Teil wurden ihnen auch Liebste entführt, unfreiwillig also und Gladiatorenkämpfe nach Halls Maßstäben sind kein Zuckerschlecken.

Es geht ums Überleben in einer korrupten Umgebung mit jeder Menge typischer Security-Typen. Trotz totaler Überwachung scheint es Spielräume zu geben, zumindest für Michael, um sich auf den Kampf vorzubereiten, da ist noch Loren (Billy Blanks), der Dracko auch gut kennt.

Es geht nicht primär um Logik in diesem Film von Ross W. Clarkson, der mit Sean David Lowe auch das Drehbuch geschrieben hat; es geht viel mehr um den Kitzel mit Ängsten, wenn ein Mensch plötzlich in unbekannter Umgebung ist, wenn er keine Kontrolle, keine vertrauten Gewohnheiten mehr hat, wenn er total überwacht scheint und wenn er noch mit dem Verlust von Frau oder Tochter zu kämpfen hat.

Es geht aber selbstverständlich auch um schöne Kampf-Showwerte in einem Movie, das sicher als unbeschwerte Kost ideal fürs Heimkino sein dürfte. Dabei kommt tieferer Sinn vor, es gehe bei Karate um Frieden und Balance, auch wenn ein Ron Hall das missbraucht und lieber den Kitzel auslotet, wie weit zu gehen Menschen bereit sind, wenn es um Geld, ums Überleben, um die Rettung von Angehörigen geht.