Archiv der Kategorie: Allgemein

Potter 6 gewaltig verschoben

Der Start von Harry Potter und der Halbblutprinz ist überraschend vom 11. November 2008 auf den 17. Juli 2009 verschoben worden, meldet soeben der Hollywood Reporter.

Angeblich sei der Autorenstreik daran schuld, aber wenn es schon einen Trailer (s.u.) gibt, denke ich nicht, dass das die alleinige Wahrheit ist.

Normalerweise gibt es immer wieder Startterminverschiebungen, aber bei so einem großen Film gleich so einen großen Zeitraum, das ist schon komisch. Mal sehen, ob wir je erfahren, was wirklich Sache war.

Korinthenkacker im Recht

Mal ehrlich: Wenn Du eine Wortschöpfung ins Leben rufen würdest, die Furore macht, wärest Du dann stolz darauf zu sehen, wenn Deine Wortschöpfung die Runde macht? Oder wärest Du ein Korinthenkacker, der daran festhält, dass niemand außer Dir selbst dieses Wort verwenden dürfte, zumindest nicht in anderer als ursprünglich geachter Form? Na eben. Kein Mensch empfindet sich selbst als Korinthenkacker, und das ist auch vernünftig so.

Und mehr oder weniger coole Wortschöpfungen wie „unkaputtbar“ streifen seither ahnungsvoll das Land den Sprachraum.

Ich wette, Margaret Herrick würde im Grabe rotieren, nebst ihrem sagenumwobenen Onkel, wenn sie wüßte, was für ein kindisches Theater die Academy of Motion Picture Arts and Sciences wegen des Wörtchens „Oscar“ veranstaltet. Sie hätten dafür den Schrebergärtner-Os&%$ verdient.

Bald kein Popcorn mehr im Kino?

Popcorn gehört zum Kino wie die Eintrittskarte. Auch wenn ich persönlich nicht besonders oft zulange, hat sich der gepuffte Mais wahrscheinlich weltweit zum Kino-Snack Nummer Eins entwickelt. Man kann wunderbar zu zweit drin rumgrabbeln, eine größere Portion auch mal die Reihe entlang wandern lassen – ein wohlig-warmes Gemeinschaftsgefühl, vorausgesetzt, jeder hat sich nach dem Klogang die Hände gewaschen. An Popcorn hab ich auch noch Kindheitserinnerungen (selbermachen), schöne, bisweilen aber auch traumatische Kinoerinnerungen (ein Freund hatte an dem die Weisheitszähne herausoperiert bekommen, und die Schalen von den Kernen… naja…) und wenn man eines umschmeißt, lernt man die Leute, die im Kino arbeiten, auch besser kennen.

Und nun wollen die Engländer den Snack abschaffen. Zumindest für einige Vorführungen. Da bin ich, auch wenn ich selbst Kau- und Knuspergeräusche durch unsensible Zeitgenossen gerade in stillen, nachdenklichen Abschnitten eines Filmes hasse wie die Pest, not amused. Hier mehr.

wtp und Nominal Film verleihen „Comeback“

Mit großer Freude habe ich vorhin einen Anruf aus Hollywood von Marina entgegengenommen: Die wtp Film, aus diesem Blog z.B. bekannt wegen der letzten Eigenproduktion Mein Traum oder die Einsamkeit ist nie allein, verleiht erstmals einen Film aus nicht-eigener Produktion.

Es handelt sich um den Abschlussfilm Comeback vom Münchner HFF-Absolventen Maximilian Plettau, ausgezeichnet mit dem diesjährigen Deutschen Kamerapreis.

Die 79-minütige Dokumentation von 2007 begleitet den Ex-Profi-Boxer Jürgen „Rock“ Hartenstein bei der Vorbereitung seines Comeback, das er mit einem Kampf in den USA einläuten will. (Vorsicht, die Boxergebnisse könnten spoilern!)

Der Film lief auf einigen Festivals und wird nun im Verleih von wtp (in Kooperation mit Nominal Film) mit immerhin drei Kopien in die Kinos kommen. Geplant sind eine Bayern-Tour und eine Deutschland-Tour des Films.

Ich freue mich mit wtp über diese Entscheidung, denn so klein hat Leo Kirch auch mal angefangen. Ich bezweifle allerdings stark, dass es weitere Gemeinsamkeiten zwischen den Genannten gibt.

Kritiken zum Film gibt’s unter anderem hier, hier und hier, und bald sicher auch in diesem Blog.

Sollten Journalisten den Baader Meinhof Komplex boykottieren?

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, gibt es in der nächsten Zeit ein Sonderscreening des noch nicht fertiggestellten Baader Meinhof Komplex für einige auserwählte Journalisten, direkt beim Filmverleih. So eine „inhouse“-Vorführung (in einem Screeningraum des Filmverleihs, nicht in einem öffentlichen Kino) ist üblich, wenn ein Verleih die absolute Kontrolle darüber haben will, welche Journalisten zu Beginn der Vorführung tatsächlich im Saal sitzen. Dies ist auch das gute Recht des Filmverleihs, der sein Produkt ja zeigen kann, wem er will.

Nun stößt sich die SZ aber an einigen Bedingungen, die der Filmverleih an den Besuch der hochexklusiven Vorführung knüpft. Verboten ist beispielsweise, Filminhalt oder Besprechnungen des Films vor dem 17. September zu veröffentlichen (Filmstart: 25. September); Interviews mit offenbar beim Vorführtermin zu erwartenden Mitwirkenden des Films dürfen nicht vor dem 12. September veröffentlicht werden. Im Falle einer Zuwiderhandlung sollen sowohl die Publikation (in diesem Falle eben die SZ) als auch der Journalist persönlich eine Konventionalstrafe von jeweils 50.000 Euro an den Filmverleih zahlen.

Sollten Journalisten den Baader Meinhof Komplex boykottieren? weiterlesen

Da Hood

Normalerweise seh ich es ja nicht so gerne, wenn die Klassiker meiner Kindheit verwurstet werden, aber in diesem Fall mach ich mal ne richtig phatte Ausnahme:

(via)

Mein Leben als Arbeitgeber

Ich habe beschlossen, eine Assistenz für (Firmenname in Umfirmierung) anzuheuern, damit auf der Webseite die Basisdienste zuverlässig bedient werden, auch wenn ich mal keine Zeit haben sollte – was in letzter Zeit gehäuft vorkam und deshalb untragbar war (deswegen hab ich auch noch keine Rechnungen verschickt). Vor einigen Wochen hatte ich in drei umliegenden Gymnasien Zettel mit einem Jobangebot für ein paar Stunden die Woche ausgehängt, und – keine Antwort bekommen. Nicht ein Schüler hat sich für einen Nebenjob interessiert. Ganz schön enttäuschend.

Dann habe ich kurz nach (bayerischem) Ferienbeginn im Internet inseriert. Hier war das Ergebnis reziprok proportional zu meinem ersten Versuch: Mein Leben als Arbeitgeber weiterlesen

Bernie Mac: 1957 – 2008

Für mich völlig überraschend ist heute Bernie Mac mit nur 50 Jahren gestorben. Er litt offenar an Sarkoidose, was ich nicht ahnte, was aber angeblich mit der Todesursache Lungenentzündung nichts zu tun hat. Furchtbar. Seine Auftritte in Ocean’s Eleven und den Nachfolgern werde ich nie vergessen. Bernie Mac startete seine Filmkarriere nach einer Komikerkarriere erst 1992 mit Mo‘ Money, dessen deutschen Titel ich hier nicht wiederzugeben wage. Wikipedia, Google News, Hollywood Reporter.

Warumme?

Gestern habe ich in einer Pressevorführung Taken gesehen, der auf deutsch 96 Hours heißen wird. Die Pressebetreuung bat mich, so lange vor dem Filmstart, der Anfang Oktober sein wird, noch keine Review online zu stellen. Das mach ich gern, gerade heute Abend wollte ich meine Kritik schreiben und dann so ca. eine Woche vor dem Start auto-veröffentlichen. (So steht meine ausführliche Kritik zu Krabat auch schon bereit und kommt am 1. September.)

Nun erreicht mich aber die aktuelle Startliste des Verleihs, und da steht drin:

Terminverschiebungen:
THE ROCKER startet nun am 08. Januar 2009 (war 18.09.)
96 HOURS ist nun ohne Termin (war 02.10.)

Und da frag ich mich: Wieso? Nach dem Film haben nämlich alle Mann noch zusammengestanden und uns gegenseitig bestätigt, wie klasse wir ihn fanden. Erfrischend, endlich mal wieder ein … so-und-so-Film, richtig klasse. (Ich will immer noch nichts verraten…)

Man möchte fast meinen, dass der Verleih den Starttermin auf unbestimmte Zeit verschoben hat, weil wir Kritiker den Film gut fanden. Das ist natürlich ein wenig vorschnell, ähnlich dieser urbanen Legende, nach der Waschmaschinen an Herzinfarkten schuld sein müssen, weil deren Verteilungsstatistiken praktisch identisch sind. Natürlich stimmt das nicht, wahrscheinlich ist die Entscheidung des Verleihs schon vor der Pressevorführung gefallen. Doch warum, bleibt offen. Schade, denn Taken ist wirklich klasse. Aber das sollte ich (noch) nicht weiter ausführen.

Doch halt: Den Trailer gibt’s ja auch noch. Und der spoilert nur ganz wenig:

Die echten Blockbuster

Im gestrigen Beitrag habe ich ja erwähnt, dass sich die überdurchschnittlich hohe Bewertung der heutigen Filme im Verhältnis zu den früheren durch den heutzutage deutlich raffinierteren Marketing-Hype erklären lässt. Auch wollte ich irgendwann noch ein paar Worte zur IMDb-Bewertung eines Filmes fallen lassen, denn die dortigen Punkte sind nun wirklich nicht repräsentativ. Laut IMDb-Chart ist The Dark Knight der beste Film aller Zeiten, was nun wirklich stark bezweifelt werden darf. Nicht, dass der Film schlecht ist (Review folgt irgendwann), aber der Beste? Aller Zeiten? Kommt schon, das glaubt Ihr doch auch selber nicht.

Nun hilft mir die Webseite, auf die ein Kumpel mich hingewiesen hat: Die US-Einspielergebnisse, inflationsangepasst. Diese Übersicht hilft nun wirklich, wenigstens den finanziellen Marktwert eines Filmes einzuschätzen – und mal ehrlich: Die Kurven der IMDb-Meinungsklicks und der Einspielergebnisse dürften ja wohl ziemlich ähnlich verlaufen.

Und diese Liste zeigt die Filme schon eher nach der wirklichen Wertigkeit, und nicht so, wie die medienhypegeschwängerten Batman-Jünger sich das heute so gern auf ihre Fahnen schreiben. Platz 2 ist Star Wars, Platz 21 der Pate, Platz 47 der ursprüngliche Batman und The Dark Knight rangiert derzeit auf… Platz 66, zwischen Lady and the Tramp und Close Encounters. Na also.

Ach ja, und dass Morgan Freeman im Krankenhaus liegt, dürfte mittlerweile ja die Runde gemacht haben.