Archiv der Kategorie: Allgemein

Heimatkunde: Kleinster Trailer aller Zeiten

Wir hatten einen in der Klasse, der hat so gegen 1995 ein .avi-Filmchen mit einem sprechenden Haifisch per Mail herumgeschickt, weil er den so lustig fand. Der Film hatte 6,5 MB und hat bei allen ca. 30 Empfängern die Mailbox verstopft. Da praktisch auch jeder noch über die analoge Telefonleitung online ging, dauerte das Runterladen der Mail von diesem Klassenkameraden bei idealer Verbindung mindestens eine Viertelstunde. Natürlich pro Mailbox, also mindestens 7,5 Mannstunden. Leider konnte keiner hören, was der Hai sagte, da die Datei auch noch defekt war. Wir hätten ihn erwürgen können.

Damals war es noch Netikette, nicht mehr als max. 1 MB Anhänge zu verschicken. Heute ist das Datenschleudern kein Problem mehr, 20 MB sind kein Thema, die meisten Mailboxen fassen heute mehrere Gigabyte.

Die meisten Einladungen zu Pressevorführungen beinhalten nicht einmal einen Link zum Trailer des Films (eigentlich Marketing Basics, aber dafür gibt’s ja (Firmenname in Umfirmierung)). Nun habe ich eine Einladung zu einer Pressevorführung von Heimatkunde erhalten, in der gleich der ganze Trailer angehängt war – cool! Allerdings in winzig klein. Aber man kann ihn gut anschauen. Daher poste ich den Trailer hier, wie ich ihn erhalten habe: 160 auf 90 Pixel, 984 kB. Scheint außerdem ein sympathischer Film zu sein:

[quicktime width=“160″ height=“120″]https://www.filmjournalisten.de/wp-content/uploads/heimat.mov[/quicktime]

Gemeinsam schaffen wir es!

Beim erschöpften Bloglesen (die neue Heizung läuft seit heute Abend, ab morgen kann ich endlich wieder zuhause duschen) habe ich beim Marketing-Blog erfahren, dass es einen Generator für Pressemeldungen gibt. In eine Maske trägt man einige Details zu seinem Unternehmen und dem neuen Produkt ein, mit einem Klick kommt dann eine Pressemitteilung raus. Ich habe natürlich gleich mal (Firmenname in Umfirmierung) eingegeben…

Bis auf die ein, zwei Fehler im Text (abseits der Grammatikfehler, die man wohl selbst ausbügeln sollte) sieht die Meldung tatsächlich aus wie das PR-Geschwaller der täglichen Art. Ich bin irgendwie schon beeindruckt. Und hoffe zugleich, dass es in Zukunft nicht nur noch solche Meldungen geben wird:

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Trockene Wissenschaft

Ich habe jüngst über die Ängste geschrieben, die manche Menschen wegen der nun noch 8 Tage entfernten Inbetriebnahme des Large Hadron Colliders plagen. Dabei habe ich versucht, in einigen Nebensätzen auf einige physikalische Grundsätze einzugehen, von denen ich selbst auch nur Hobbywissen habe. Nun, Alpinekat macht es da deutlich einfacher und viel effektiver: Die Physikerin erzählt in 4 Minuten und 48 Sekunden, was der LHC genau machen wird und wieso das cool ist. Als Rap. Wissenschaft ist doch nicht so trocken, wie man meinen möchte. (via)

Radionachrichten

Liebe Radiokollegen,

schön, dass die Nachrichten auch im Radio so schnell an die Öffentlichkeit gehen können wie in Internetmedien. Dass das Verfassungen der Meldungen schnell gehen muss, kann ich mir denken. Aber ein paar Basics sollte man dann doch recherchieren:

  • Wenn ein Haus brennt, die Nachbarn beim Brandausbruch etwas gehört haben wollen und auch noch Benzingeruch am Brandort zu riechen ist, sollte man trotzdem noch keine Detonation dignostizieren. Das Verbrennen von Benzindämpfen nennt man maximal eine Verpuffung. Die umgangssprachlich meistens verwendete Explosion unterscheidet in ihrer Definition deutlich zwischen den verschiedenen Ausprägungen.
  • Nicht nur Feuerwehrler sollten zwischen Retten und Bergen zu unterscheiden wissen.
  • Ich kann es nicht oft genug betonen: Man kann einen Tatort oder den Ort eines Unfalls nicht oder nur mit unglaublich großem Aufwand hermetisch abschotten. Ich finde die Verwendung von hermetisch als Metapher für streng absolut fehl am Platze: Tödlich ist ja ebenso eindeutig, und das wird auch nicht falsch verwendet – noch zumindest.
  • Nachdem derzeit recht viel über Arnold Schwarzenegger berichtet wird, sollte man sich vielleicht über dessen Spitznamen besser informieren: Erstens spricht man selbigen nicht „Guwernator“, sondern „Gawwanäida“, den Governator, zweitens wird er nicht nur in Amerika so genannt, sondern weltweit; und drittens ist dieser Spitzname keine willkürliche Wortschöpfung. Wenigstens den Zusammenhang zum Terminator sollte man dem Nachrichtenhörer doch wohl erklären können. Steht ja immerhin in der ersten Zeile.
  • Ach ja, und Schwarzenegger war früher nicht „Buddybuilder“, sondern Bodybuilder.
  • Und: Die Stadt Los Angeles spricht sich „Loss Änn-dschiliss“, nicht „Lohs Äin-scheless“. (Ich sollte mal die IPA-Zeichen auswendig lernen…)

„Those weren’t Indians.“

Saugeiler Trailer zu einem fiesen Western mit From Dusk till Dawn-Twist. The Burrowers sieht aus wie eine Mischung aus Tremors, Ravenous, The Evil Dead, Dances with Wolves und, öh, Runs for his Life. Und The Hills have Eyes, The Descent. Horrormonsterzombiespaß garantiert! Nehme ich an.

movie trailers and clips

Lustig wird’s spätestens in der Videothek, wenn Babysitter The Borrowers für die lieben Kleinen bestellen und The Burrowers bekommen. Englisch müßte man können…

Kalte Dusche

Wir bekommen derzeit eine komplett neue Heizung eingebaut. Der bisherige Heizkessel war ein Viessmann duo parola-e von ca. 1973: Dank der Ölkrise gab es innovative Entwicklungen, und man konnte den Kessel mit wenigen Griffen auf Feststoff umrüsten. So ließ sich mit Kohle, Holz oder Sperrmüll heizen, und die Leichen seiner Feinde konnte man auch noch bequem entsorgen.

Eine neue Heizung ist zwar ziemlich cool, doch bedeutet dies auch, dass wir drei Tage kein warmes Wasser haben werden. Zwar kann ich endlich guten Gewissens auch Töpfe und Pfannen in die Spülmaschine geben, doch leider kann ich auch nicht warm duschen.

Heute nachmittag haben zwei nette Monteure bereits im Keller die Kaminwand aufgestemmt, morgen werden Rohre und Kabel verlegt. Die neue Heizanlage haben sie auch schon runtergeschleppt. So viel Schweiß hab ich selten gesehen. Das neue Kaminrohr (im Bild noch aufgerollt in der Verpackung) wurde schon eingezogen – übers Dach. Ich wäre weder schwindelfrei noch leicht genug, um überhaupt auf den Biberschwänzen gehen zu können – geschweige denn klettern.

Mein Nachbar hat mir mittlerweile angeboten, dass ich morgen und übermorgen bei ihm duschen kann, dann schlurfe ich also in Bademantel und Schlappen durch Neubiberg. Das wird cool. Ich sollte mir eine Duschkappe und eine Badebürste besorgen, allein schon, weil’s so blöd ausschaut. Aber immer noch besser als stinken.

Krabat

Die Pressevorführung zu Krabat fand bereits in der vorletzten Juliwoche statt, doch verbat mir eine Sperrfristklausel, vor dem 1. September darüber zu schreiben. Hier also eine Review aus dem Juli, auto-veröffentlicht zum September. Vielleicht bin ich zu diesem Zeitpunkt ja schon Lotto-Millionär und auf den Seychellen, während dieser Artikel hier brav online geht. Coole Vorstellung… (Nachtrag vom 1. September: War mal wieder nix…)

Dass Krabat eine absolute Pflichtlektüre für ältere Kinder und Jugendliche ist, steht außer Frage. Ebenso sollte jeder das Buch unbedingt gelesen haben, bevor er oder sie sich dieser oder jeder anderen Verfilmung hingibt.

Die Handlung ist hinreichend bekannt: Krabat, ein bettelarmer Junge von 14 Jahren, wird als Knecht bei einer großen, düsteren Mühle angenommen. Bald stellt sich heraus, dass der Müller nebenher auch noch Schwarze Magie unterrichtet, die anderen elf Knechte sind bereits seine Schüler. Krabat ist zunächst fasziniert von den Möglichkeiten, erkennt aber bald auch die Schattenseite der schwarzen Magie. Er stellt sich gegen den Meister, was nicht nur ihm das Leben kosten kann.

Technisch halte ich Krabat für einen der besten deutschen Filme der letzten Jahre. Bereits in der ersten Einstellung schweben computeranimierte schwarze Raben über einer kargen, winterlichen Landschaft. Die Raben sind perfekt animiert und verhalten sich wirklich so, wie man es von ihnen erwarten würde. Lediglich wirkten sie ein wenig ins Bild hineingesetzt, was aber auch an der Kopie für die Pressevorführung gelegen haben mag (die vielleicht noch „Work in Progress“ war). Doch die Eröffnung ist schonmal perfekt. Krabat weiterlesen

Klingelton für Trailerfreunde

Wirklich jeder, der schonmal einen Trailer auf englisch gesehen hat, dürfte die Stimme von Beau Weaver kennen. Und nun gibt es – kostenlos – einen Klingelton, extra nur für Filmfreunde. (via)

Die Angst reist mit

Heute mal ein paar Worte etwas abseits vom Filmjournalismusthema, aber dafür zu einem der wichtigsten Themen überhaupt: Die Zukunft des Planeten.

Was bisher wohl nur Science Fiction-Lesern aufgefallen sein dürfte, ist, dass die Welt dieser Tage erstmals vor der kompletten Zerstörung stehen könnte. Ich spreche nicht von Umweltverschmutzung und Klimaverschiebung, ich spreche nicht von Verwüstung und Unbewohnbarkeit, sondern von der kompletten Vernichtung.

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