Archiv der Kategorie: Allgemein

This Prison Where I Live

Der Film besteht aus drei ineinander geschnittenen Teilen. Teil 1: Doku über den burmesischen Stand-Up Comedian Zarganar, der zu 59 Jahren Gefängnis verurteilt ist (das Material einer früheren Arbeit von Rex Bloomstein). Teil 2: Doku über die touristischen Schönheiten Burmas. Teil 3: ein PR-Movie für den deutschen Comedian Michael Mittermeier, es ist leider so.

Der Film lässt mich dreifach nachdenklich zurück. 1. dass der Komiker in der Diktatur den viel bessern Nährboden hat, als der sogenannte Comedian in einem gesättigten Wohlstandsland, wo die Leute offenbar nur über die blödesten Blödeleien in vollen Hallen lachen, wie Mittermeier-Auftritte am Anfang des Filmes belegen. 2. die Erkenntnis, viel zu wenig zu wissen über dieses verschlossene, autokratische Land; insofern ist der Film allein schon wichtig. 3. das ungute Gefühl, was mich immer beschleicht, wenn Promis solche „guten Taten“ begehen, weil das immer auch so eine merkwürdige PR für den Promi ist, der sich bei der guten Tat ablichten lässt (Mittermeier setzt sich zuhause am PC mit dem oben erwähnten Film von Rex Bloomstein auseinander, fährt dann als Tourist nach Birma, besucht touristische Stätten und solche, an denen Zarganar gelebt und gewirkt hat und filmt von außen das Gefängnis, in dem Zarganar einsitzt).

eCarTec 2010

Die weltgrößte Messe für Elektromobilität öffnet am heutigen Dienstag in München ihre Pforten – nun schon zum zweiten Mal. Seit ihrer Premiere vor einem Jahr ist die eCarTec außerdem deutlich gewachsen.

Die Elektromobilität ist ein spannendes Thema, denn dass in absehbarer Zeit alternative Antriebssysteme zum Verbrennungsmotor gebraucht werden, ist sonnenklar. Nun gibt es ja eine abenteuerliche Fülle von verschiedenen Systemen, die sich allesamt in verschiedenen Stadien der Entwicklung befinden. Große Hoffnung wird zum Beispiel auf die Wasserstoff-Sauerstoff-Verbrennung (Knallgasreaktion) gelegt, die völlig schadstofffrei abläuft und somit im Grunde ein idealer Energielieferant wäre. Wäre Wasserstoff nur nicht so unendlich aufwendig mit der Elektrolyse aus Wasser zu gewinnen und wäre Wasserstoff nur nicht so unglaublich leicht brennbar. Alternativen dazu rangieren von der Brennstoffzelle über die Kernfusion bis zur Antimaterie bzw. der Annihilation von Materie, also der Überführung von Materie in Energie. Zugegeben, die letztgenannten Methoden sind größtenteils der theoretischen Phsyik zuzurechnen, doch gehört diese Forschung genauso hierher wie der Elektroantrieb.

Nun hat der Elektroantrieb von egal welcher Art Fahrzeug den simplen Vorteil, dass es bereits eine globale Elektro-Infrastrutur gibt. Steckdosen finden sich so gut wie überall. Also konzentrieren sich Markt und Forschung derzeit (auf lange Sicht sehe ich persönlich das eher als eine Übergangsphase) logischerweise auf die Elektromobilität, und die Anwendungsmöglichkeiten sind, wie man auf der eCarTec sehen kann, ja auch faszinierend, vielfältig und breit gefächert.

Den interessierten Messebesucher dürften obige Gedankenspiele eher wenig interessieren, und auf der Messe selbst zählt auch eher die Gegenwart als die ferne Utopie einer perfekten Welt.

Tatsächlich wird es auf der Messe neben dem Mitsubishi i-MiEV und dem Peugeot Ion auch den eRuf Stormster und natürlich den Tesla Roadster geben, doch finden sich auch andere Mobilitätsanbieter wie Elmoto und Segway. Zeitgleich findet übrigens die Materialmesse Materialica statt.

Ein Besuch der Messe, nicht nur zum Probefahren, lohnt sich garantiert, denn was ist spannender, als heute am Puls der Zeit zu fühlen, was morgen weit verbreitet sein wird? Noch dazu beim Auto, dem Lieblingskind der Deutschen?

Hier noch ein paar Impressionen aus dem Ruf Stormster:

Change

Am morgigen Montag werde ich einige schwierige Entscheidungen zu treffen haben, was meine Zukunft angeht. Die Neuprogrammierung meiner Webseite (einem Mediendienstleister für Journalisten), deren ehemaligen Namen ich nichtmal nennen darf – nennen wir das Ganze mal „Plan F“, was ja tief blicken lässt – verzögert sich ein weiteres Mal auf unbestimmte Zeit. Mittlerweile hinken wir anderthalb Jahre hinter dem ursprünglich anvisierten Neueröffnungsdatum vom 1. Juni 2009 hinterher, und ich beginne mich zu fragen, ob ich das Projekt nicht doch abschreiben sollte. Der Verlust wäre, rechnet man die entgangenen Umsätze zu den bisher tatsächlich getätigten Investitionen hinzu, sechsstellig. Entsprechend ungern lasse ich die Sache fahren, zumal ja eindeutig ein Markt dafür besteht.

Doch was tun, wenn? Ich bin vielfältig begabt, was Text, Sprache, Fotografie, Film, Digitales und Querdenken im Allgemeinen angeht, doch das sucht man ja nicht per Stellenanzeige. Filmkritiken schreiben ist schön und hier bin ich gut, doch wenn man nicht festangestellt oder quasi-Alleinlieferant ist, kann man das bei den am Markt vorherrschenden Preisen nur als Zubrot betreiben. Auch bin ich nicht der Typ, der seinen Vorteil auf Kosten anderer sucht, was es ja gerade in den Medien praktisch unmöglich macht, karrieremäßig voranzukommen.

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Goethe!

Was der Trailer auf YouTube verspricht, das hält der Film: biederhandwerkliche Inszenierung fürs Stadttheaterabo, aus der Schulweisheit für die Schulweisheit, bestenfalls für die Sonntagsmatinee oder für die Lehrerschaft als bequemer Ersatz für eine Deutschlektion. – Deutschland bräuchte im Kino dringend eine Erneuerung, eine Nouvelle Vague, einen Back-Up, der die ganzen Möglichkeiten des Kinos wieder freilegt und die fördergenmanipulierten Verengungen der künstlerischen Arterien durchputzt.

Wer sich an „Amadeus“ erinnert, Mozart war auch ein Genie, wie Milos Forman dieses Genie energisch und schier platzend vor Leben, wie ein hupfender, verirrter Tennisball am Hofe eingeführt hat, wie hölzern und uninspiriert lässt Stölzl dagegen seinen jungen Goethe auf einem verschneiten Innenhof einen eckigen Tanz aufführen und die restliche Jugend steht als nicht inszenierte Komparserie drum herum wie bestellt und nicht abgeholt.

Wie sich sowieso bei der Besetzung des jungen Goethe, der als Schauspieler zweifellos das Zeugs zum tauglichen Berufsmann hat, fragt, ob im Lande wirklich gründlich nach einem geeigneten Darsteller geforscht worden ist.

Das andere ist eine Frage der Inszenierung. Den Chor und die Schauspieltruppe inszenieren („den Chor führen“ ist eine der landläufigen Defintionen von Regie) wäre schon mal eines, besonders in Deutschland, wo jegliche Figur-Psychologisierung verpönt ist, glaubwürdige Filmfiguren auf die Leinwand zaubern noch ein anderes. Beides scheint das Ding von Herrn Stölzl nicht zu sein.

Wenn Goethe und Lotte sich auf freiem Felde unerwartet begegnen (er zu Pferd, sie in der Kutsche), nachdem sie sich unabgesprochen gegenseitig besuchen wollten, entsteht der Eindruck, der Regisseur habe den jungen Darstellern gesagt „jetzt macht mal“, hat sich das Material dann angeschaut und es irgendwie zusammengeschnitten. So entstehen höchstens durch Zufall spannende, verbindliche Szenen. Hier eher nicht.

Weiter mit den Figuren. Der Kästner von Moritz Bleibtreu, der ist so formlos, so bescheidenen Plis, so unprägnant angelegt, dass er selbst am mittleren Stadttheater damit nicht als premierentauglich durchgehen dürfte. Vater Buff von Burghart Klaußner: wie undeutlich bleibt diese Figur im Gegensatz zum Pastor, den Klaußner im Weissen Band unter Haneke gespielt hat, wie punktgenau hat Haneke ihn dort geführt, wie steht er hier in der Stube, als ob das innere Drahtgestell zur Rolle fehle; warum hat er die Rolle nicht abgesagt? Muss Jersualem stottern, weil er die einzige Figur ist, die natürlich und Empathie ermöglichend rüber kommt?

Es entsteht oft der Eindruck, gerade die jungen Schauspieler spielen nur Karikaturen, die sich über sich selber lustig machen (Regie-Intention möglicherweise: „zeigen“ dass Jugend flachst und albern ist) – viele Szenen kommen dadurch wie gymnasiales Schülertheater rüber („ein Krug für die Tränen!“); so wirkt auch das Liebesgeplänkel zwischen Goethe und Lotte beliebig, austauschbar, und es ist nicht zu verstehen ist, warum Lottes Verlobung mit Kästner den Goethe dermaßen treffen soll.

Das Opernbühnenbild wirkt verschliert und verschleimt, die Retouche von Stadtaufnahmen der Heute-Zeit ins 18. Jahrhundert fordert ihren Preis, sieht aus wie colorierte Fotos aus der Frühzeit der Fotografie – was wollte uns der Bühnenbildner oder die Postproduktion damit sagen?

Damit der letzte im Publikum die Message des Filmes versteht, nämlich dass der  Werther-Roman, dem die unglückliche Liebe zwischen Goethe und Lotte Buff zugrunde liegt, den literarischen Durchbruch für den jungen Goethe bedeutete, darf er im auf alt gemachten Filmfrankfurt auf dem Dach einer Reisekutsche noch Autogramme geben. In etwa so oder ähnlich hat das deutsche Stadt- und Staatstheater vor 30 Jahren versucht, die Klassiker aufzumotzen.

Die Musik soll jene Intensität herstellen helfen, die der physischen Kraft des geschulten Sprechvorganges professioneller Darsteller entspricht, mit der nach alter Mimenregel noch jede mittelprächtige Stadttheateraufführung über die Runden zu retten ist.

Einmal mehr geht ein Kostümfilm den leidigen Weg so vieler Vorläufer, aus dem Fundus für den Fundus, der Staub, nur kurz aufgerührt, setzt sich sogleich wieder.

QUINTESSENZ: Abfilmerei rückständigen Stadttheaters mit Banalaussage (dass Goethe mit dem Werther den literarischen Durchbruch hatte).

Gainsbourg – der Mann, der die Frauen liebte

Ein feierliches Kino ist das, weniger stringentes, aus sich heraus erzähltes Biopic denn üppige Sättigungsbeilage, opulente Stilleben-Dekoration, die das Detail und das Arrangement liebt, eine Hommage-Veranstaltung, die großartig mit Chansons durchsetzt ist.

Es ist die Beschreibung in immer neuen, originalgetreuen Settings eines Künstlers mit einer Vita ohne Brüche, wie es scheint, außer dass er nach der Begegnung mit den „Frères Jacques“ seinen Vornamen von Lucien zu Serge änderte, eines Menschen, der schon als Knabe wusste, dass er die Frauen liebt, der sich begierig dem Aktzeichnen widmete und der bei der Nazi-Okkupation der erste war, der begierig sich den Judenstern holte und ihn als Sheriffstern  trug.

Die inneren Widerstreite von Lucien/Serge werden bildhaft eingefügt in Form einer zeichnerisch animierten Comic-Fratze mit riesig langen Fingern und einer Nase wie Pionocchio und Ohren sooo groooß. Dieses alter Ego verstärkt jedoch nur den Wunsch von Serge, das zu tun, was er immer schon tun wollte, das zu sein, als was er sich immer schon gesehen hat.

Der Film drapiert wunderschöne Bilder aus dem Leben von Serge Gainsbourg zu einem geschmackvollen Gedenk- und Verehrungs-Tableau, bestehend aus genauen Milieuschilderungen in eleganten Innenräumen und Musiklokalen, so den Gainsbourg-Kosmos evozierend, der ohne Weltstars wie Juliette Greco oder Brigitte Bardot nicht denkbar wäre.

Max Schmeling

So viel Kinogefühl und Gefühl und Kino ist selten im Kino in Deutschland. Uwe Boll ist ein Vollblut-Kinomensch. Aber er hat auch den Kinotunnelblick; er bezieht das Kino nur aufs Kino, das dürfte seine größte Qualität und gleichzeitig sein größtes Handicap sein.

So wird es eher ein Kino für Filmfreaks, die sich darüber freuen, wie schön Boll Boxkämpfe aufnimmt, wie er Filmgesichter findet, die im deutschen Kino eher ungewöhnlich wirken (da hat er sich offenbar nicht auf den deutschen Casting-Einheitsbrei verlassen), wie er selbst Heino Ferch als Trainer des Boxers zu einer ansehnlichen Charge modelliert, wie er es schafft, historisches Material aus der Nazizeit und dem Weltkrieg nahtlos (bis auf kleine Rhyhtmusdifferenzen) zu integrieren und auch Henry Maske zur Filmfigur zu stilisieren.

Ganz großer Schmerzpunkt der Geschichte und was sich an den Kassen negativ bemerkbar machen wird, ist – einmal mehr – das Buch, hier von Timo Berndt, einem TV-Routinier. Schade, schade. K.o. durchs Buch.

Konferenz der Tiere

Dieser Film dürfte als Musterbeispiel gelten dafür, wie zu viele Drehbuchköche den Brei verderben können. Laut IMDb werden als Autoren angeführt: Oliver Hurly, Reinhard Kloss, Klaus Richter, Sven Severin, diese alle als verantwortlich für das „screenplay“, also das Drehbuch und Erich Kästner, der leider nicht mehr intervenieren kann, für das „book“, also den Roman bzw. die Vorlage. Offenbar aber gab es keinen Lead-Author, einen der für die große Linie und für die Dynamik des Stoffes, welche über Konflikte die Spannung erzeugt, die dann schließlich zur Konferenz führt, verantwortlich war (bei Kästner gings noch um Krieg und Frieden); ein Lead-Author also, welcher genau analysierte, worin Qualität und Hintergründigkeit von Kästners Vorlage begründet ist. Kästner bei IMDb so anzuführen und sich im Film selbst bei den Credits aus der Verantwortung zu stehlen mit dem Hinweis „inspiriert“ durch, das ist halbseiden.

Es kann einem richtig leid tun bei dem Einsatz und dem Aufwand, den ein in 3-D animierter Film erfordert, bei dem langen Produktionszeitraum, dass da nicht mehr herausgeschaut hat. Denn es sind einzig einige sichere Gags, die die Kinder zum Lachen bringen werden. Aus dem Prozess, der zu der Konferenz führt, sind die Zuschauer praktisch ausgesperrt. Es wird animiert auf Teufel komm raus, aber der geistige Vorgang wird ausgeblendet.

Wenn das Erdmännchen mit getrockneter Hyänen-Kacke Golf spielt, so ist das lustig. Das Wort Kacke ist fast immer lustig und ein Lacher. Später gibt es ein Echo auf das Teil, wenn Erdmännchen im Luxus-Resort echte Golfbälle vorfindet (dass der Resort-Erbauer den Tieren mit dem Bau des Dammes das Wasser abzapft, das ist hier der reduzierte Anlass für die Konferenz). Auch Kettenreaktionen von fallenden Felsbrocken, die durch einen solchen Kackball ausgelöst werden, sind eine sichere Bank. Nur was haben sie mit dem Thema zu tun?

3-D ist immer noch beeindruckend, wenn es über die Savanne fliegt oder über das Okavango Delta; wenn es Nashorn- oder Büffelherden über die Steppe donnern sieht; genauso, wenn es eine riesige Staudamm-Mauer hinaufschaut schier in die Unendlichkeit, dann hochfährt und oben plötzlich auf der Ebene des glatten Wasserspiegels sich findet, darüber hinweggleitet und schließlich auf dem grünen Rasen vor dem Luxus-Resort landet. Eindrückliche Dinge, Aha-Erlebnisse. Effekte. Aber was haben die mit einer Konferenz zu tun?

Vielleicht waren die Macher schlicht zu vernarrt in die Idee, einen animierten Tierfilm in 3-D mit einem bekannten Autorennamen im Hintergrund zu produzieren und haben vor lauter Begeisterung für die Details und die liebevolle Herstellung der verschiedenen Figuren, ihrer Bewegungsabläufe, ihrer Haut oder ihres Felles vollkommen aus den Augen verloren, was sie eigentlich erzählen wollten.

Vielleicht haben die Macher aus denselben Gründen überhaupt nicht bemerkt, wie dissonant doch der Chor, das Zusammenspiel der Tierstimmen ist, also es geht hier um den menschlichen Cast, der im Studio seine Stimmen abgab, der schon von den verschiedenen Intentionen der Akteure her überhaupt nicht zusammenpasst, akustisch nicht zu einer konferierenden Einheit finden kann.

3-D hat gekreißt und einen geistigen Pieps  geboren.

Das Ende ist mein Anfang

Tiziano Terzani, der ein berühmter Autor und langjähriger Südostasien-Korrespondent des SPIEGEL war, hat in Absehbarkeit des eigenen Todes seinen Sohn Folco zu sich gebeten und ihm aus seinem Leben erzählt, besonders über seine spirituellen Erfahrungen der letzten Jahre; der Sohn hat das ab Tonband aufgeschrieben und unter dem Titel, den jetzt auch der Film trägt, veröffentlicht.

Jo Baier weist mit der Besetzung von Bruno Ganz als Terzani auf die Verlogenheit der Figur hin.

Er inszeniert ihn mit einer bemerkenswerten Widersprüchlichkeit zwischen Text und Geste, zwischen Geist und Machthaltung, zwischen Bescheidenheit und eitlem Startum. Im Text behauptet Terzani, er möchte ein ANNAM, ein Namenloser werden, also loslassen von Individuum und Machtanspruch, auch dem über seinen Sohn. In der Manieriertheit seiner Gestik, die schon an die Gebärdensprache der Gehörlosen grenzt (und wohin sich ganz offensichtlich Ganz’ früherer sprecherischer Manierismus transformiert hat; in der Sprache versucht er den direkten Ton) behauptet er indes das Gegenteil, nämlich nachdrücklich seinen irdischen Machtanspruch und sein darstellerisches Alleinstellungsmerkmal; durch die Festlegung in Details hinein, wie seine Asche zerstreut werden soll, will er auch über den Tod hinaus bestimmend bleiben.

Da die Inszenierung aber auf einen Angelpunkt verzichtet, an dem die Diskrepanz zwischen Behauptung durch Text und Behauptung durch Gestik als gewollt erkennbar wird, bleibt die Bilanz „Star/Terzani gegen Annam“ unentschieden und dito der Eindruck vom Film.

Adèle und das Geheimnis des Pharaos

So könnte es gewesen sein, aber so war es natürlich nicht. Papa Besson spaziert mit seinen Blagen am Louvre vorbei. Sie sehen die Glaspyramide davor. Fragt eines der Blagen, Papa, qu-est-que-c’est? Darauf fängt Papa Besson an zu flunkern, zu fabulieren und zu fantasieren was das Zeugs hält von ägyptischen Pyramiden und von Mumien und davon, dass es einen Professor gebe, der solche Mumien wieder auferwecken könne, aber nicht nur dies, er könne auch Dinosaurier-Eier, die über 100 Millionen Jahre alt seien, zum Ausbrüten bringen und Besson erfindet eine unerschrockene, taffe junge Frau Adèle (und engagiert dafür die imponierende Louise Bourgoin), die Forscherin ist und die unbedingt das medizinische Wissen einer der Mumien braucht, denn ihre Schwester ist beim Tennis-Spielen unglücklich gestürzt und …  Papa Besson kommt vom Hundertsten ins Tausendste und spinnt ein Märchengarn  bis er schließlich die junge Frau für ihre Verdienste auf eine bekannt luxuriöse Abschiedsreise schickt – und lässt uns mit offenem Mund zurück.