Archiv der Kategorie: Allgemein

Razzie Noms announced

Razzie LogoDie Nominierungen für die Razzie Awards sind bekanntgegeben worden. Auf der Razzie-Websbeite sind die Nominierungen links im Balken nach Kategorie geordnet, bei Beyond Hollywood gibt es eine gute Übersicht. Am Samstag, den 23. Februar um 10 Uhr morgens Kalifornischer Zeit (also minus 9 Stunden) findet die Verleihung statt. Mehr Infos auf der Webseite (zur Zeit immer wieder down), oder hier.

Der Razzie, zu deutsch „goldene Himbeere„, ist ein Filmpreis, der für schlechte Leistungen im Filmgeschäft vergeben wird. Der Name Razzie, von Raspberry = Himbeere abgeleitet, kommt vom englischsprachigen Ausdruck „to blow a raspberry„, das ungefähr für „pfffrp!“ steht. (Dafür gibt es sogar ein Online-Museum und nicht zuletzt ein Zeitlupen-Video.) Mehr über die Razzies in diesem Artikel der BBC vom letzten Jahr.

Social Networking ist mit Vorsicht zu genießen

Es ist natürlich keine neue Erkenntnis, daß öffentlich (so auch im Internet) preisgegebene Informationen nur schwer wieder zu annullieren sind: Wie schnell ist ein peinliches Foto kopiert worden und verschickt. Die persönlichen „Privacy Preferences“ variieren außerdem von Mensch zu Mensch, und nicht selten, natürlich auch schon vor den Zeiten des Internet, gelangten ursprünglich als „selbstverständlich privat“ geltende Fotos, Videos und ähnliches in die Öffentlichkeit, mit den schlimmsten Folgen.

Etwas anderes ist es, wenn man selbst diese Informationen der Öffentlichkeit preisgibt. Wer Webmiles oder Payback-Punkte sammelt, lädt Unternehmen gerade dazu ein, das eigene Verhalten als Kunde und Werbeziel zu analysieren. Etwas anders verhält es sich beim Einsatz bargeldloser Zahlungsmittel, denn hier hat man ja sein Einverständnis zur Weiterverwertung der gesammelten Informationen jenseits des Zahlungsverkehrs nicht gegeben – meint man zumindest.

Nochmal etwas anderes ist Facebook, eine Social-Networking-Seite wie so manche andere, sei dies OpenBC Xing oder auch die Lokalisten. Im Guardian findet sich ein mehrseitiger Artikel (mir wurde er in Printform zugesandt, die Version ist wesentlich angenehmer zu lesen) zum Datenschutzverhalten von Facebook. Ich kann nur raten: Lest ihn.

Denn wer schon auf der Networking-Seite selbst nicht mehr Herr seiner preisgegeben Informationen ist, sollte besser die Finger davon lassen.

Nachtrag: Andererseits gibt es dank der neuen Medien doch Momente, die man nicht missen möchte, so zum Beispiel diese kleine Überraschung am Set von Scrubs.

Noch ein Nachtrag: Während die Chefs von Facebook Milliarden machen, soll unsereins für die kostenlos übersetzen.

Cloverfield revealed

Vor wenigen Stunden ist in den USA nun endlich Cloverfield angelaufen (hier und hier mehr). Die wenigen bis jetzt erhältlichen Kritiken jubeln, auch wenn der Film wohl kein absolutes Meisterwerk ist. „8 von 10“ und „70%“ ist so ungefähr der Tenor. In anderen Beiträgen (Foren, Blogs) wird teilweise derart hemmungslos gespoilert, daß ich nicht verlinke. Und hoffe, daß es bald eine PV gibt. Auf englisch. Bis dahin: Follow the red tomato!

Medienberufe: Ein heißes Pflaster

So hart wie die Medienlandschaft in Korea (Süd) ist es hierzulande zum Glück noch nicht: Die hier gezeigte Moderatorin wurde wegen unangebrachten Kicherns von ihrem Posten als News Anchor enthoben, schreibt BoingBoing. So schnell kann’s gehen. Damit man den hysterischen Ausbruch überhaupt bemerkt, sollte der Ausschnitt mehrmals angesehen werden…

Was die wohl mit Uli Wickert gemacht hätten? Das ist ja nur noch krank, wenn Ihr mich fragt. Zum Vergleich: Hier ein im Internet nicht ganz unbekannter Ausschnitt einer auropäischen Talkshow, bei der bisweilen auch an unpassenden Stellen leicht gekichert wird (fällt kaum auf):

Huch! Kaum recherchiert man ein bißchen, kommt raus, daß das zweite Video offenbar ein Fake ist. Trotzdem lustig, und die Aussage dieses Posts wird dadurch auch nicht geschmälert.

Wieder da…

Uff, was für ein Alptraum. Ich bin ja nun wirklich ein flammender Apple-Evangelist und liebe meinen Computer nun wirklich sehr, doch daß ausgerechnet ich ausgerechnet diesen Bug abbekommen muß, ist schon scheiß-ärgerlich. Zum Glück konnte ich Datenverlust vermeiden, hier ein kleiner Erfahrungsbericht. Die Tage geht’s dann weiter, ich muß erstmal ein paar hundert Mails abarbeiten (die meisten betreffen offenbar die scheinbar unzureichende Länge meines Alimentenkabels), und außerdem ist ja eh grad Filmwoche in München, wo die Presse nicht hindarf.

US-Zensurpolitik nun auch bei uns?

Im Googlewatchblog habe ich einen offenen Brief des Schwulenforums Gay Romeo gefunden. Der Autor beschwert sich bei der Geschäftsführung von YouTube (also Google) über das mehrmalige Löschen von – nicht Videos, nein, ganzen Accounts! – mit Videos, die laut seiner Aussage „komplett jugendfrei“ waren. Nur schwul eben.

Was war da passiert? Möglicherweise ist der Account automatisch gelöscht worden, weil im Namen aller Wahrscheinlichkeit nach das Wort „gay“ vorgekommen ist. Möglicherweise wurden die Accounts jedoch auch mit voller Absicht der Betreiber von YouTube gelöscht. Egal, welche Alternative hier zutrifft (denn was hat „gay“ auf der Zensurliste zu suchen??), so geht’s ja wohl nicht.

Sicher kann man nicht für eine ganze Nation (und somit für deren Unternehmen und dessen internationale Filialen) sprechen, doch bei Attributen wie Prüderie, Empörung (echte, aber auch gespielte, angeheizte usw.), Echauffierung und übermäßigem Schutz der Bevölkerung (vermeintlich verlangtem auf der einen sowie tatsächlich verlangtem auf der anderen Seite) springt einem aus der eigenen Erfahrung doch immer wieder die USA ins Auge. (Wie kann das mit der ach so groß geschriebenen absoluten Freiheit einhergehen? Das hab ich nie verstanden.)

Jack Nicholson antwortete seinerzeit auf der Pressekonferenz zu As Good As It Gets (mit dem ein noch sichtlich schüchterner Greg Kinnear in seine Karriere eingeführt wurde) auf die Frage eines Kollegen, wie er zur Clinton-Lewinsky-Affäre stünde, ziemlich exakt in diesem Wortlaut: „What good is a President who doesn’t fuck?“

Nun, nach Janet Jacksons Nipplegate-„Skandal“ (engl.) (inkonsequenterweise sehr wohl auf YouTube zu finden, doch muß man sich zum Angucken einloggen und sein Geburtsdatum bestätigen; Sicherheitsmaßnahmen, als würde man einen Atomreaktor betreiben, und alles nur für ein paar Pixel Titte!) wurde ja zum Fluch-Schutz für die arme, unbeleckte Amerikanische Öffentlichkeit und vor allem die Kinder, ach je, die Kinder, so ziemlich alles, was mal live übertragen werden sollte, um Sekunden verspätet übertragen, damit sich „Patzer“ noch raus*bleep*en ließen. Völlig lächerlich. Wie die Löschung eines Schwulen-Channels bei YouTube eben. Noch lächerlicher allerdings die offensichtliche Weigerung von GooTube, (bis jetzt) auch nur dazu Stellung zu nehmen.

Ich kann, obwohl ich stock-hetero bin, den Jungs vom anderen Ufer jedoch nur meine wärmste Solidarität bekunden und sie in diesem nicht unwichtigen kleinen Streit moralisch unterstützen. Sie kämpfen an einer der vielen Fronten, an denen derzeit von außen an Phantásien unserer Freiheit geknabbert wird. Diese überall voranschreitende Invasion der hier-und-da-Zensur in Kombination mit dem Generalverdacht der Vorratsdatenspeicherung kann ich, übrigens selbst ein Opfer der bisher eher laxen Überwachungsmöglichkeiten (mehr dazu zu gegebener Zeit), einfach nicht gutheißen.

Und mal abgesehen davon, das Weihnachtsvideo der Bear Force One, das auch entfernt worden ist, ist doch echt zum Quietschen – und die sexuellen Anspielungen nun wirklich harmlos!

Wer dem Ganzen noch mit Galgenhumor gegenübertritt, ist Jimmy Kimmel, der jede Woche Audio und oder Video zensiert, was mitunter zu ganz neuen Bedeutungen führt. Dies mag lustig anzusehen sein, hat aber einen wahren Kern. Und der darf keinesphalls außer Acht gelassen werden. Hier ein Beispiel, mehr bei Milk & Cookies:

Übrigens: Damit eventuelle (selbsternannte) Sittenwächter hier auch auf ihre Kosten kommen, hab ich im Text ein paar kleine, plumpe, teilweise homoerotische Doppeldeutigkeiten versteckt und zur leichteren Auffidung kursiv gesetzt. Bin gespannt, wann ich Post bekomme, wegen der Unsitte mangelnder Eigenzensur. Und hier noch der Originalbrief auf Gay Romeo.

Conan Reloaded

Das letzte Gerücht, das ich bezüglich Conan gehört habe, besagt, daß es nach Conan the Barbarian und Conan the Destroyer einen weiteren Film (mit Arnold Schwarzenegger) unter dem Titel King Conan geben sollte. Der kurze „Bericht“ ist ewig her, ein möglicher Film liegt wegen der derzeitlichen politischen Betätigung von Arnie natürlich auf Eis.

Nun lese ich bei BeyondHollywood, daß doch glatt eine Neuverfilmung von Conan the Barbarian geplant ist. Offenbar ist diese News nicht neu, doch ist sie das für mich und reißt mich ziemlich vom Hocker. Wofür braucht es bitteschön eine Neuverfilmung? Geld, natürlich. Aber mir mag diese Zerfleischung der Klassiker ganz und gar nicht gefallen. Die neuen Filme werden ja auch nicht besser, nur gefälliger. Die Situationen, in denen irgendwelche Stuntleute von Klippen hängen, werden noch prekärer (und damit unrealistischer) sein, die Sprüche noch platter, die Zuschauer ohne Kenntnis des Originals noch begeisterter und so weiter und so fort: Die Rechnung geht auf. Geld regiert die Welt.

Doch mal ehrlich: Ist sowas nicht jammerschade? Wer kann denn bitteschön gegen einen jungen Arnold Schwarzenegger anstinken? Gegen James Earl Jones? Gegen den rauhen Charme von John Milius‘ Inszenierung?

Sollen sie doch lieber einen neuen Film drehen, meinetwegen sogar aus der Conan-Reihe, aber die Heiligtümer nicht antasten.

Cloverfield: gekonntes Marketing

Aufgrund eines Kommentars habe ich mich ein wenig bei Merzmensch umgesehen, der sich offenbar gewaltig auf Cloverfield freut. Hier erstmal ein Teaser, wie er letztes Jahr vor Transformers lief, und nach dem man nichtmal wußte, wie der Film heißt.

Ich bin ganz baff, mit welchem Aufwand online subtil geworben wird. Da gibt es nicht nur Fake-Nachrichten in einer Menge Sprachen, sondern auch eine komplette Webseite der Firma Tagruato, die im Film wohl eine entsprechende Rolle spielt, samt unternehmenskritischem Skandal-Blog, und natürlich auch einen echt bescheuerten Werbespot samt Webseite für ein fiktives Erfrischungsgetränk namens Slusho! (das von Tagruato hergestellt wird)
Wer sich jetzt an Fake-Webseiten wie Schnick und Schnack (war für Hornbach, wie ja mittlerweile jeder mitbekommen haben dürfte) oder den Spiderman-Corporate Blog von Sony (siehe dort ganz unten) erinnert fühlt, hat völlig recht. Nur ist dieses Paar Schuhe eben nicht nur eine Nummer größer und auch deutlich wagemutiger als die Werbebemühungen hierzulande. Selbst die großen Medienhäuser in den USA konnten nicht rausfinden, was Sache war, nachdem der erste Teaser ohne Titelbezug oder sonstwas vor Transformers geschaltet war, hier ein klassischer Ausschnitt von CNBC, 1:36 Minuten „Nachrichten“ mit dem Inhalt Null:

Ab hier Spoiler! Ihr wurdet gewarnt!

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