Archiv der Kategorie: Allgemein

Mike TV

Daß Michael Moore immer wieder gern Infos zu seinen neuesten Aktionen und Gedanken per e-Mail verschickt, ist ja weithin bekannt. Nun aber habe ich (und alle anderen Maillist-Abonnenten, nehme ich an) eine Mail von seinem Team erhalten, die unter anderem bekanntgibt, daß das Team um Michael Moore ein „truth squad“ eingerichtet hat, mit dem sie sie Berichterstattung der Medien in Bezug auf Pharmaindustrie und Krankenversicherung durchleuchten werden.

Wenn das mal nicht nach bluttriefender Revolution riecht! Die Mail klingt so, als hätte sie jemand, der anonym bleiben will, ohne Mr. Moores Einverständnis, unter dem vielsagenden Absender „Webmaster„, an dessen e-Mail-Verteiler geschickt:

Absender: maillist@michaelmoore.com

Betreff: Mike T.V.

Tuesday, July 10th, 2007

Today, Michael Moore will be on CNN again for Part Two with Wolf Blitzer, (Did you see Part One? And our response?), a new appearance on Larry King Live with Dr. Sanjay Gupta (appearing, we assume, to apologize for his factual errors), and a rerun of Mike’s appearance on Jon Stewart from 13 days ago.

Those of us who maintain Michael’s website have started a truth squad. Watch for our daily reports on how the media lies, distorts and carries the water for Big Pharma and Big Insurance.

We’ll leave you with this analysis of how the mainstream media deals with Michael Moore.

Thanks!

Webmaster
MichaelMoore.com

Nun, egal, wer obige Mail nun aus welchen Beweggründen herumgeschickt haben mag – seht selbst, wie Michael Moore bei CNN auftrat:

Nachtrag vom 11. Juli: Mehr dazu hier.

Harry Potter und die Heiligkeit der Buchvorlage

Ich bin Harry Potter-Fan.

Ein glühender.

Meine persönliche Begegnung mit dem Zauberlehrling kam erst mit dem ersten Potter-Hype in Deutschland zustande, das war so um den dritten Band herum, glaube ich. Als plötzlich jeder Potter las, war ich überzeugt, daß es sich um ein Pop-Strohfeuer handelte und maß dem ganzen keine weitere Bedeutung bei. Doch als selbst die größten Couch Potatoes mir, einer alten Leseratte, empfahlen, mehr zu lesen, war mir klar: Dem muß ich auf den Grund gehen. Harry Potter mußte ein triviales Rührstück sein, das den kleinsten gemeinsamen Nenner aller potentiellen Kunden anspricht. Pulp Fiction also. Ich wollte Harry Potter hassen. Harry Potter und die Heiligkeit der Buchvorlage weiterlesen

Sicko wirkt

Michael Moore deutet ja ganz gerne an, daß er es gut fände, wenn wegen seines Filmes ordentlich Bewegung käme in die breite Bevölkerung der USA:

Go to your address book on your computer now and send out that e-mail to everyone you know and tell them to find their way to the theater this week. This film stands the chance of igniting a movement. Let’s not let this moment pass.

(Quelle, letzter Absatz)

Während die Realität noch weit entfernt ist von tatsächlichen Demonstrationen, Sternmärschen oder gar drastischeren Aktionen gegen die Krankenversicherungsindustrie der USA, sollte dennoch erwähnt werden, daß sich tatsächlich etwas tut unter den Sicko Flyer ThumbnailKinobesuchern.

Diesen Bericht wollte ich vor einigen Tagen nicht extra posten, aber die dort beschriebene Stimmung stellt dennoch ein Fünklein dar, und scheint nicht nur einmal vorgekommen zu sein. Und Feuer entstehen ja bekanntlich aus Fünklein.

Nun entstand auch diese Flyer-Aktion, mit der sämtliche Kandidaten für die nächste Präsidentschaftswahl aufgefordert werden sollen, unter keinen Umständen Wahlkampfgelder von den HMOs, den Health Maintenance Organizations, anzunehmen. (Lustiger Name übrigens: Gesundheitswartungsorganisationen, fast genauso lustig wie Krankenkasse, klingt beides irgendwie nach Siechenhaus und generell halbgaren Entscheidungen…) Auf der Webseite von MoveOn, einer Organsation für political education, gegründet 1998, läuft die Aktion (derzeit) zwar nur für eine Woche, aber man kann sich nach Anmeldung den hier als Thumbnail angezeigten Flyer runterladen, selber drucken und verteilen – blaues Hemd oder T-Shirt gewünscht.

Nachdem Sicko bei uns ja erst am 11. Oktober startet und unser Versicherungssystem nach der Gesundheitsreform sicherlich von den wenigsten aus dem Effeff rezitiert werden kann, werden wir uns der Einfachkeit halber zurücklehnen und zusehen, wie Amerika (re)agieren wird auf Mister Moores neuen Streifen. Der ist sicher spannend, augenöffnend und erschütternd, keine Frage, wird sicherlich die Herzen der Zuschauer mit Moores kindgleich unschuldigem Tonfall und seinen berühmten simplen Fragen im Sturm erobern, aber wahrscheinlich auch einige kleine Fakten unterschlagen – wir werden sehen.

Nachtrag vom 6. Juli, nachmittags: Auf seiner Webseite hat Michael Moore nun ein internes Memo eines der im Film genannten Versicherer veröffentlicht. In dem Memo wird auf den Film eingegangen, aber auch aufgezeigt, wo Michael Moore in den Augen des Autoren falsche Schlüsse gezogen bzw. den Fokus der Betrachtung bewußt schief gewählt hat.

kleine Presseschau

Ich mag es ja eigentlich nicht, mehrere Infos in einen Post zu quetschen, aber manches muß eben doch gesagt werden:

  • Ich hätte nie, nie, niemals geglaubt, daß es den Comic Book Guy (übrigens das Alter Ego von Matt Groening, hab ich mal irgendwo in einem Interview gelesen) wirklich gibt.
  • Al Gores Sohn wurde verhaftet – wenigstens in einem umweltfreundlichen Toyota Prius mit Hybridmotor. Das wird natürlich Wasser auf den Hämemühlen der Klatschblätter sein und man wird sehen können, wie ernst es denen dann doch mit ihren teilweise recht großspurigen Umweltschutzglaubensbekenntnissen ist.
  • Für Michael Bay zu arbeiten, scheint anstrengender zu sein als unter anderen Regisseuren.
  • Eine interessante Zusammenstellung von Recyclingbemühungen bei Disney-Klassikern hier, Quelle BoingBoing.
  • Diese schöne Zusammenstellung der 20 Best „That Guys“ of All Time lohnt sich wirklich, leidet aber unter schlechtem HTML: Die Namen der Personen korrespondieren nicht immer mit ihren Bildern, so heißt Danny Trejo (#15) in der mir vorliegenden Ansicht noch Noah Emmerich (#14). Und leider fehlt Jeffrey Jones, der mir vom Gewicht abgesehen angeblich ähnlich sieht, gänzlich.

Sex and the City: The Movie

Mit Sex and the City habe ich so meine Erfahrungen. Während meiner Zeit in der Film-PR bei Premiere fand sich mein Name unter einer Pressemeldung, laut derer die Serie auf unserem Sender zu sehen sein würde. Noch am selben Tag stellte man weiter oben in der Hierarchie jedoch fest, daß doch Pro7 das Rennen gemacht hatte und ich mußte ein Dementi für eine Meldung herausgeben, die aus der Sicht der Öffentlichkeit auf meinem Mist gewachsen war. Eine meiner liebsten Erfahrungen aus der Medienbranche…

Nun kommt der Film, meldet der Defamer, sich auf die Variety beziehend. Und weil ich heute nicht so viel Zeit zum Bloggen hatte, steht dies nun auch überall online.

Europäisches Kino

Daß in europäischen Filmen bisweilen auch ganz ordentlich der Bär steppt, zeigt dieser Werbespot der MEDIA 2007-Initiative der EU. Alle Clips hier, eine kleine Jumpsite hier. Nur: Was macht Gegen die Wand plötzlich unter den Szenen?

Quelle: Marketing-Blog.biz (denen ich herzlich für die total nette Postkarte danke, aber dazu nicht extra einen Blogeintrag verfasse, um mich noch auf die Dankesliste zu schummeln)

Nachtrag vom 8. Juli: Das Handelsblatt sieht den Film als Beinahe-Porno und erklärt den EU-Channel bei YouTube für gescheitert. Das mag stimmen, mir ist dort nämlich gar kein EU-Channel aufgefallen. (Ich kann mir allerdings keinen YouTube-User mit höherem Budget vorstellen als die komplette EU, jedenfalls rein theoretisch…)

Nachtrag vom 6. Juli: Dank dem Trackback dieses Eintrages bin ich nun doch auf der zweiten Dankesliste beim Besserwerbeblog gelandet. Ich freu mich tierisch, und zum Dank für den Dank für den Dank für die Karte nun ebendiese hier nachgereicht: Europäisches Kino weiterlesen

Auf zum Kwik-E-Mart!

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Im diesem Fall ist der Schatten gelb: In den über 6000 Seven-Eleven-Filialen Nordamerikas gibt es ab sofort einige Produkte aus dem Simpsons-Universum zu kaufen: Squishees, Buzz Cola und auch Krusty-O’s. Einige der Filialen haben sich auch gleich in stilechte Kwik-E-Mart-Filialen verwandelt, und bei einem eigenen Blog (mit Fotos) laufen die Fäden der 7-11-Kwik-E-Marts zusammen. Auf einigen Blogs wird auch schon eifrig berichtet: BoingBoing und MTV Movies Blog zum Beispiel.

Nicht, daß die Simpsons noch eine Marketingkampagne nötig hätten – aber lustig ist’s allemal. Ich würde zum Beispiel gern mal einen Squishee schlürfen.

Nachtrag vom 6. Juli: Beim Shopblogger habe ich eine schöne Seite mit vielen Kwik-E-Mart-Fotos gefunden.

Sperrfristen und Pinkies

Was ich nicht verstehe, ist neben der Quantenphysik auch die Vielzahl von undurchsichtigen Entscheidungen der Filmverleiher und deren Film-PR-Agenturen. Zwei Beispiele: Sperrfristen und Pinkies weiterlesen

Über das ostentative Filmemachen

Ein Buch, das nun wirklich jeder Cineast kennen sollte, ist Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? von François Truffaut. Dort interviewt der damals 34-jährige französische Regisseur, der zu diesem Zeitpunkt bereits unter anderem Jules et Jim sowie Farenheit 451 im Kasten hatte, den damals 67-jährigen Alfred Hitchcock. Dieser hatte zu jenem Zeitpunkt seine Schäfchen schon lang im Trockenen und sollte nur noch drei weitere Filme drehen. Ein Klassiker der Filmliteratur.

Ich habe das Buch gerade nicht zur Hand, daher kann ich nicht exakt zitieren, doch sinngemäß sagt Hitchcock:

Wenn Du etablieren willst, daß eine Szene in der Schweiz spielt, dann zeige Berge, Kühe und Käse.

Wir alle kennen dieses Stilmittel, das uns meist in der minimalsubversiven Form des Establishing Shot präsentiert wird. Ohne den Eiffelturm wüßten wir nicht sofort, daß wir uns in Paris befinden und so weiter und so fort.

Nun ist mir in den Filmen der letzten Jahre eine Tendenz mit dem Arsch ins Gesicht gesprungen aufgefallen, die mich, gelinde gesagt, erschüttert: Es gibt kaum noch Tabus beim Filmemachen. Über das ostentative Filmemachen weiterlesen

Google vs. Sicko

Sicko PosterLaut dieser Meldung bei BoingBoing bietet Google offenbar an, dem Suchwort „Sicko“ kontraproduktive Werbeinhalte zuzuordnen, möglicherweise mit dem Hintergrund, die Google-Nutzer abzulenken. Nichts dergleichen sei hier behauptet, doch interessant ist’s allemal.

Nachtrag vom 2. Juli: Google hat die Sachlage klargestellt.