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Endlich ordentlich Texte editieren!

Mit der Installation des WordPress-Plugins Advanced Tiny MCE Editor in der (aktuellen) Version 0.5.0 erlaubt es mir endlich, Texte ordentlich zu editieren. Die vielfältigen Möglichkeiten sind schwindelerregend…

Advanced TinyMCE Editor Screenshot

Der Horror beim PR-machen

Wer sich ein wenig mit PR und Werbung beschäftigt, und sei es nur ganz nebenbei und hobbymäßig, dem dürfte schon länger bekannt sein, daß der Markt mehr als übersättigt ist; und daß Werbebotschaften dazu tendieren, beim intendierten Empänger zum einen Ohr hinein- und zum anderen wieder hinauszugehen, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Die Tatsache, daß hierzulande die Werbemacher nach langen Jahren der volksverdummenden Werbung mit Pseudo-Fakten (es gab Ausnahmen) endlich aufwachen und sich ein (spätes) Beispiel an den international schon längst erfolgreichen, kreativen Spots und Kampagnen nehmen, führt im Nebeneffekt dazu, daß manch neue, irre kreative Kampagne mißverstanden werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sie a) nicht konsequent durchgehalten wird, b) nicht ausreichend budgetiert ist oder c) aufgrund der Bedenken zarter Seelen in Positionen mit Entscheidungsbefugnis von vorneherein nur einen halb-aufrüttelnden Kurs fahren soll, um aufzurütteln, aber irgendwie doch nicht zu stören.

Im sehr engen und speziellen Bereich der Bewerbung von Filmen an Filmjournalisten zum Erreichen einer besseren Beachtung des Films in der jeweiligen Publikation (die dann oft in ganz ähnlicher Form fürs Publikum zweitverwertet wird) gibt es meist Kampagnen, die sich durchwegs in die Kategorien „gut gemeint“ und „ach, wenn wir nur mehr Budget gehabt hätten und dazu die Freiheit, zu machen, was wir eigentlich machen wollten“ einordnen lassen.

Man sieht die (oft gute) Idee dahinter und den guten Willen, aber auch die Grenzen, die bei der Durchführung erreicht wurden (im Grunde wie bei Soaps, TV-Produktionen und manchen Filmen). Das ist manchmal, wie in diesem Beispiel, sehr schade.

Myers-Brief unknownHeute habe ich nämlich eine Mail von Michael Myers höchstselbst erhalten, der mich in einem offenbar an mich gerichteten Brief darauf hinweist, daß er nun bald wieder in Freiheit sein und seine Mordlust in die Tat umsetzen wird. An sich eine nette Idee für den Filmstart. Nur leider ein wenig zu brav für meinen Geschmack.

Zum einen scheint Herr Myers nun bei Senator in Deutschland zu arbeiten, wie mir seine Mailadresse verrät, zum anderen fällt dem psychisch kranken Manne keine düsterere Betreffzeile als „Ein Brief von Michael Myers“ ein.

Im beiliegenden Brief spricht er mich mit „Lieber Freund“ an, und der kleine e-Mail-Blutfleck ganz unten ist auch nicht wirklich gruselig.

Sicher wird keiner der Kollegen ernsthaft erschaudern, aber etwas stärkerer Tobak wäre schon lustig gewesen: Ein Brief, keine Mail, und den auf Englisch, der Absender eine kryptische Adresse (bei Mailadresse eine, die nicht so ohne weiteres oder per Whois zu einem Verleih zurückverfolgt werden können sollte), eine persönliche Anrede, und optisch nicht unbedingt einen Handschrift-Font auf liniertem Papier, sondern eine echt aufwendige Produktion, die dann aussehen sollte wie von einem Myers-Opfer mit letzter Kraft geschrieben und blutverschmiert in die Post gesteckt. Okay – das hätte dann auch wieder nach hinten losgehen können, die einen wären zur Polizei gegangen (wenn nicht schon der Briefträger selbst), die anderen hätte den Brief weggeschmissen, aber die restlichen hätten’s aber deutlich cooler gefunden.

Screenshot Michael Myers-MailDiese Kompromißversion dahingegen mag ihre Berechtigung haben, und ich möchte der Pressestelle mitteilen, daß ich die Idee sehr gut, und die Ausführung gut bis befriedigend finde. Außerdem möchte ich klarstellen, daß ich die ursprüngliche Idee dahinter nachvollziehen kann, und diese prima finde! Hoffen wir nur noch, daß die anderen Spamfilter auch so gut trainiert sind wie meiner und die Mail auch zum Empfänger durchlassen…

Kleines Get-Together im Gabriel

Button GabrielGerade komme ich von der Vernissage im Gabriel zurück, und ich kann Euch sagen: Hervorragende Stimmung, wirklich gute und ansprechende Fotos rund ums Thema „100 Jahre Gabriel Kino„, Sekt und Häppchen.

Kollegen waren da, teilweise aus vergangenen Zeiten, aber auch Freunde und Bekannte aller, die mit diesem Kino zu tun haben. Es war richtig irritierend, sich nicht in eine Liste eintragen zu müssen oder abgetastet zu werden.

Es gab kein besonderes Programm, lediglich eine kurze Ansprache der Kinotochter Alex von einer Trittleiter aus (s.u.), und neben den Bildern und visuellen Interpretationen klassischer Motive auch eine DVD-Vorführung im Großen Saal.

Die 45-Minuten-Rolle war ein buntes Potpourri (ich glaub’s ja nicht, daß ich diesen furchtbaren Ausdruck tatsächlich mal in einem Text verwende!) aus Trailern und Ausschnitten zu Filmen vergangener Zeiten, allesamt große Klassiker: King Kong, Der Dritte Mann, Citizen Kane, eine großartige Szene mit Stan und Ollie als Nachbarn, Gabriel Kino AußenansichtPillow Talk, Manche mögens heiß, Spiel mir das Lied vom Tod, 12 Uhr Mittags, und dazu noch der Zeichentrick-Oscargewinner von 1946, ebenfalls ein berechtigter und großer Klassiker.

Auch gab es Trailer zu einigen Käutner-Filmen (Hauptmann von Köpenick, Züricher Verlobung z.B.), zu Sissi und weitere, die mir gerade nicht einfallen. Auch sind die hier verlinkten nicht immer die exakt selben, doch das ist egal.

Wichtig ist, daß die Stimmung stimmt, und diese hat heute sehr wohl gepaßt, teilweise gab es sogar Szenenapplaus oder schallendes Gelächter (bei Tom und Jerry zum Beispiel).

Auf dem Weg zurück ins Foyer, das zu keiner Zeit leer war, da die Rolle den ganzen Abend laufen sollte, einigten ein Kollege und ich uns darauf, daß eigentlich keine Filme mehr gedreht werden müßten, die guten gibt es nämlich alle schon.

Ansprache Alex Gmell

Wer sich die Ausstellung im Gabriel anschauen möchte, dem sei angeraten, dort am besten einmal auf einen Kinobesuch vorbeizuschauen. Das Kino ist nämlich nicht nur von einem rekordverdächtigen Alter, sondern auch noch äußerst bequem, gut bezahlbar und technisch auf dem neuesten Stand. Von zentral gelegen mal ganz zu schweigen. (ich spreche übrigens von München…)

Jetzt bleibt mir nur noch, auf den 150sten des Gabriel zu warten. Das wird dann 2057 sein, da bin ich 84. Könnte klappen. (Mein eigentliches Ziel ist es ja, den hier nochmal zu erleben.)

Vielleicht schaffe ich es ja, mich bis dahin trotz der angespannten Wirtschaftslage finanziell über Wasser zu halten…

100 Jahre Gabriel: Das älteste Kino der Welt?

Die Münchner Pressevorführungen finden meistens im Gabriel Kino in der Dachauer Straße 16 statt. Das Gabriel, von manchen „Gabi“ genannt, ist ein sympathisches Kino mit historischem Flair und wirklich liebevollem, nettem und zuvorkommendem Team, zentral gelegen in der Nähe des Hauptbahnhof, mit prima Cafés und Mittagsrestaurants in der Umgebung. Das Gabriel ist eines der ältesten Kinos der Welt und macht dieses Jahr das Jahrhundert voll.

Zur Eröffnung vor 100 Jahren war das Filmprogramm noch nicht ganz so umfassend (und unrealistisch) wie heute, Charlie Chaplin würde seinen Tramp erst in sieben Jahren erschaffen, Stan Laurel und Oliver Hardy würden noch volle zehn Jahre nicht zusammen drehen. Selbst Thomas Edisons Studioverbund war noch nicht gegründet. Der Farbfilm wurde zwar schon fünf Jahre nach Gründung des Gabriel erfunden, setzte sich aber erst zum 30sten Geburtstag unseres geliebten Kinos durch.

Bei der (nicht allzu umfassenden, geb ich ja zu) Recherche für diesen Blogeintrag stolperte ich über diesen hervorragenden Artikel in der SZ, der leider einen kleinen Fehler aufweist: Es gibt im großen Saal nur einen einzigen Sitz mit Getränkehalter (ganz links, zweite Reihe von hinten), dort hat die Autorin wohl gesessen. Die wirkliche vielfältige und interessante Geschichte des Gabriel wird umrissen, auch die Porno-Vergangenheit (bis 1993!) wird nicht verschwiegen. Auch gibt es noch ältereKinos„, doch die wenigsten dürften noch in Betrieb sein. Meine persönliche Meinung: Weiter so, und bitte wieder Wurstsemmeln! Und natürlich meine herzlichsten Glückwünsche!

Am kommenden Donnerstag um 19 Uhr findet zum 100-jährigen eine kleine Foto-Vernissage statt, zu der die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. Hier die Webseite, und der Flyer zum Event:

Flyer 100 Jahre Gabriel

Handyverbot im Kinosaal – ist das was Neues?

Bei Spiegel Online gibt es einen Artikel, der auf die Problematik der Abfilmerei durch Handies hinweist (gesehen beim Law Blog). Unsere Branche kennt natürlich die Sicherheitsmaßnahmen der Verleiher; die Übung, unsere Handies abzugeben, machen wir ja mehrmals die Woche, kein Problem.

Auch die nervige Abtasterei und die unverschämte Beobachtung durch Nachtsichtgeräte nehmen wir hin. *zähneknirsch.* Ein Absatz im besagten Artikel scheint übrigens meinen Verdacht, daß diese Sicherheitsmaßnamen gegenüber der Presse in den USA nicht so sehr forciert werden wie hier, zu bestätigen.

Ich frage mich erneut, wo der Reiz bzw. die Gefahr einer Handyaufzeichnung liegt, und ob so eine Aufnahme wirklich den Besuch des Kinos ersetzen kann. Hier als Beispiel eine Kino-Aufnahme des Endkampfes von Rocky Balboa, die ich bei YouTube gefunden habe. Kann so ein Stück Film verhindern, daß ich ins Kino gehe? Gibt es wirklich Menschen, die sich komplette Spielfilme in so einer Qualität ansehen würden, um sich ein paar Euro zu sparen? Wenn sie zu arm fürs Kino sind, wären sie eh nicht gegangen, also ist mit einer Raubkopie nichts verloren, und wenn sie zu knausrig sind, dann sind sie selber schuld, wenn sie sich so quälen. Um es mal ganz deutlich zu sagen: Ich sehe das Problem nicht.

Was anderes sind hochwertige Abtastungen oder Screener-DVD-Rips, die die Runde machen, aber dafür muß man weder die Journalisten, noch die Zuschauer im Saal ärgern. Finde ich.

Zur Info hier noch die Übersicht über derzeitige Standards von Videoauflösung. Handy-Videos liegen so ungefähr bei QVGA (der rote Knubbel oben links bzw, der grüne Rahmen, nicht verwechseln mit der Fotoqualität!), Kinofilme dahingegen bei QXGA (unten rechts bzw. blauer Rahmen, üblicherweise 2K-Bereich). Wenn man mal die Kasterl (danke, Skitch!) vergleicht, sieht jeder Laie, daß die Qualität der Kinovorlage noch lange nicht in Gefahr ist. (Normals DVDs liegen übrigens maximal in PAL-Auflösung vor.)

Wikipedia - Auflösungen Handy und Kino

Hollywoods Kopfgeburten

Eine schon immer problematische Angelegenheit ist, wenn Filmemacher Themen anpacken, von denen sie nichts verstehen. Hier bieten sich drei Auswege an:

  1. Gründliches Informieren über den tatsächlichen Sachverhalt einer Sache nicht nur vor dem Dreh, sondern schon bei der Ideensammlung.
  2. Beschäftigung mit dem Sachverhalt auf einer (vermeintlich) höheren geistigen Ebene, meist unter Vernachlässigung der tatsächlichen Gegebenheiten und ohne genaue Information über diese.
  3. Vorsätzliches Ignorieren der eigenen Unwissenheit, konsequentes Überrollen aller eventuellen Hindernisse (Logik, Naturgesetze und so) und gutmeinender Ratschläge (meist von besser informierten Untergebenen) zur Durchsetzung der eigenen Vorstellung eines Sachverhalts.

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