Archiv der Kategorie: Allgemein

Überstunden

Ich hab ja nicht schlecht gestaunt, als ich meine Termine für die kommende Woche zusammengestellt habe: Am Dienstag gibt es eine Pressevorführung zu nachtschlafener Zeit um 9 Uhr früh. Ein genauerer Blick auf die Einladung (und ein überprüfender Anruf bei der betreuenden Presseagentur) gibt Entwarnung. PV-Terminübersicht anonymisiertDer Termin wird für einige wenige Kollegen, die zu Interviews abreisen, veranstaltet, und für uns andere ist dies nur eine Gelegenheit, auch zu kommen. Weitere PVs dieses Films zu normalen Uhrzeiten werden folgen.

Lasse ich meinen Blick im Kalender der kommenden Woche weiter nach unten wandern, hebt sich jedoch meine linke Augenbraue. Faszinierend! Am Montag, am Dienstag, am Mittwoch und auch am Donnerstag Abend finden ebenfalls Pressevorführungen statt, natürlich zusätzlich zu den normalen PV-Terminen tagsüber. Damit meine ich nicht die 16-Uhr-Schiene, sondern die schon ganz deutlich im Freizeitbereich liegenden 18.30-Uhr-Termine.

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Farmer John kommt!

Neulich gab es die PV eines sympathischen kleinen Dokumentarfilms: The Real Dirt on Farmer John, hierzulande wohl nur Farmer John. (offizielle Webseite)

The real dirt on Farmer John PostermotivDa geht es um einen amerikanischen Bauern, der den Hof erbt und wirtschaftlich abstürzt. Dann versucht er es mit einer Künstlerkolonie, schließlich mit Bio-Erzeugnissen. Heute sind die Angelic Organics gut situierte Lieferanten einer Biokiste in der Gegend von Chicago.

Alles in allem ein interessanter, sehenswerter Film. Wäre da nicht die kleine Tatsache, daß der Autor des Films niemand anderes ist als Farmer John selbst. Hier steckt also irgendwie mehr dahinter als eine simple Doku, die ein Filmemacher über ein würdiges Subjekt gemacht hat. Wer macht schon Filme über sich selber?

Doch wenn man das erstmal geschluckt hat, kann man den Film umso mehr genießen. Denn die Lebensgeschichte des Farmer John ist wirklich weder uninteressant, noch ereignislos, zumal sie die Modeströmungen der durchlebten Zeiten widerspiegelt – daher auch die Tagline „Mit Mistgabel und Federboa“, und gehört tatsächlich verfilmt. Ich kann den Film nur empfehlen.

Wer nun Farmer John Peterson persönlich kennenlernen will, kann dies tun: Auf einer „KulTour“ wird der Film in Deutschland von ihm persönlich vorgestellt. Livemusik gibt’s von Lesley Littlefield, mehr erfahrt Ihr weiter unten bei der Pressemeldung, die unter dem Trailer kommt.

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MMOvie

Apropos digitales Filmfest: Vorhin bin ich bei BoingBoing über einen Begriff gestolpert, den ich schonmal wußte, wieder vergessen habe und nun schon eine Weile gesucht habe: Machinima heißen die Filme, in denen Figuren und Szenarien aus Computerspielen Verwendung finden. Der Grund ist klar: Jedermann kann fast beliebiges drehen, und das praktisch zum Nulltarif.

Natürlich hab ich gleich mal zu YouTube rübergecheckt und herumgesucht, und dabei ist mir der Trailer für MMOvie, also scheinbar der Trailer für den ersten „offiziellen“ World of Warcraft-Film in die Hände gefallen (was man heute halt so „offiziell“ nennt). Wer den anschaut, hat sofort kapiert, was genau Machinimas (Machinimen? Machinime?) sind – und daß sie auch ganz witzig und ironisch sein können:

Interessant an dieser Stelle: In meinem ersten Interview mit John Lasseter (A Bug’s Life? Toy Story 2? Ich weiß es nicht mehr) fragte ich den Großmeister der animierten Spielfilme (des westlichen Kulturkreises zumindest), ob und wann es denn seiner Meinung nach möglich sein werde, auch Stimmen und Geräusche volldigital zu erschaffen, anstatt sie, wie auch in Computerfilmen noch immer üblich üblich, von realen Quellen aufzunehmen. Er hat mich nicht verstanden, glaube ich, denn er hat nichts geantwortet, was ich mir gemerkt hätte. Dabei halte ich meine Frage, mit deren Beantwortung sich die analoge von der digitalen Welt restlos getrennt haben wird, für noch immer brandaktuell. Vielleicht find ich ja irgendwann die MD wieder, dann kann ich mal gucken, was er so gesagt hat.

Mehr zu MMOvie hier und hier. Und wie WoW Anwendung in unserer Welt findet, parodieren die Simpsons immer noch am besten. (schnell angucken, bevor’s wieder offline ist!)

Bitfilm: Online-Filmfestival

Bitfilm Festival LogoEigentlich wollte ich schon vor einiger Zeit darüber berichten, doch ich bin noch nicht dazugekommen. Ich hab soviel zu tun, ich komm eigentlich zu kaum noch was, wenn man von seltenen, aber umso genialeren Tagesausflügen einmal absieht. Wie dem auch sei:

Derzeit findet das Bitfilm-Festival statt, bei dem jeder, der sich auf der Webseite anmeldet (huch! Es gibt neue iPods!), mit abstimmen kann. Mehr Infos über Bitfilm gibt es auf deren Webseite.

Das Logo mit der Roboterdame finde ich übrigens ein wenig provokativ, und die Wettbewerbsbeiträge kann man auch anderswo begutachten. Besonders bemerkenswert ist hierbei das Pro-Datenschützer-Contra-Schäuble-Video „Big Brother State“ der FH Augsburg, das sowieso schon eine Weile durchs Netz geistert.

Ich selbst sitze diesbezüglich zwischen den Stühlen, einerseits bin ich sehr wohl für einen umfassenden, uneingeschränkten Datenschutz für jedermann (hier geht es nur um Kameraüberwachung im öffentlichen Raum), doch persönliche Erfahrungen mit dem Thema Internetkriminalität lassen mich sehr wohl auch die Pro-Argumente nachvollziehen. Mehr dazu zu gegebener Zeit.

Auch bei Spiegel Online findet sich eines der Videos, ebenfalls von der FH Augsburg, übrigens Stadt der Herkunft meiner Familie.

Katastrophe: Nur 4 Mrd. $ diesen Sommer

Daß Hollywood ein Haifischbecken ist, in dem echte Nemos keine Chance haben, ist uns ja allen klar. Daß das Business in der heute 226-jährigen Stadt knallhart und gnadenlos ist, können wir selbst hier spüren, sei es durch Von-Ganz-Oben-Entscheidungen der Verleiher rund um das Marketing eines Films gegenüber der Presse, oder aber durch die Suppen-Entsalzung fast jeder größeren Produktion, das „Streamlinen“ des Films für eine maximal breite Zielgruppe. Natürlich auf Kosten der Originalität, wer braucht schon sowas.

Der cinematische Einheitsbrei der Gegenwart enthält viel Schon-Gesehenes, Wiedergekäutes, eben Bewährtes. Kein Wunder, wie mir ein Kollege neulich erzählte, daß die Filmstudenten von heute sich am Wochenende am liebsten die dramaturgisch anarchischen wie archaischen Bud Spencer und Terence Hill-Filme von vor Jahrzehnten reinziehen. Damals hat man sich noch nicht so sehr ums Einspielergebnis geschissen und lieber einen Film gedreht, der Spaß macht.

Nun lese ich über den Defamer einen bemerkenswerten Artikel in der NY Times, laut dem ganz Hollywood lamentiert, daß die Einnahmen dieses Sommers trotz Rekordhöhe hinter den Erwartungen zurückblieben. Hintergrund dieses öffentlichen Wehklagens sind wohl die anstehenden Gewerkschaftsverhandlungen der Unterhaltungsindustrie, die natürlich bei Rekordmeldungen positiver für die zu Bezahlenden verlaufen würden. Wie formuliert es der Defamer doch so schön:

„To keep public opinion from favoring the avaricious guilds, who are unreasonably demanding to be paid when their work is selflessly released onto the faddish internets platform, the studios are going to need to step up their „Movies: A Decades-Old Business Where No One Has Ever Made Any Money“ PR campaign.“

Wie traurig es doch ist, dieses öffentliche Eingeständnis, daß die Filme für die Heuschrecken von Hollywood-Executives wirklich nichts weiter sind als nur Mittel zum Zweck, also zu unserem Geld. Sozusagen die Karotte, die man vor uns Esel hängt, damit wir den Karren ziehen. Und sich dann auch noch beschweren, wenn nicht so viel hereinkommt wie erträumt oder nur so tun, um die Kosten zu drücken. Armselig.

Erstaunlich eigentlich, daß es überhaupt noch Filmemacher gibt, die tatsächlich eine Geschichte erzählen wollen. Sonst gäbe es wohl nur noch Genre-Pornos, so wie The Fast and the Furious es für die Pimp-meinen-fahrbaren-Untersatz-Community gewesen ist.

Just like the Movies

WTC 1993 Julian

Am 11. September kommt die Ausstellung „Just like the Movies“ nach Berlin, in die Oranienstraße 164. In der dortigen Galerie Sakamoto Contemporary wird die mehrfach ausgezeichnete Ausstellung von Michael Kosakowski gezeigt.

Anhand der Pressemeldung (siehe unten) läßt sich nicht unbedingt sofort erschließen, was genau die Ausstellung ausmacht, doch der Beispielfilm von der Webseite sagt in wenigen Bildern alles – und beeindruckt zutiefst.

Anbei ein (im September 1993 von mir geschossenes) Foto vom (Dach des) World Trade Center, das diesen Post thematisch untermalen soll.

Man muß die oft so stark betonte amerikanische Betroffenheit(sromantik), meist vertreten durch patriotische Insignien vor der stolz wehenden US-Flagge, nicht generell nachvollziehen können, um diese künstlerische, aber doch konkrete Auseinandersetzung mit den schrecklichen Terroranschlägen vom 11. September 2001 annehmen zu können.

Hier zuerst noch der Trailer, unten dann die Pressemeldung.

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Asia Filmfest 2007

Plakat Asia Filmfest 2007Wie soeben gemeldet wird, findet das diesjährige Asia Filmfest vom 25. Oktober bis 1. November im Gloria Palast und dem Mathäser am Stachus statt.

Laut der Pressemeldung (s.u., oder PDF) wird es eine komplette Kim Ki-Duk Retrospektive geben, Actionknaller wie Invisible Target und neue Animes wie Vexille.

Ab dem 5. Oktober steht das Programm, und kann online eingesehen werden. Alle Filme werden im Original mit deutschen oder englischen Untertiteln laufen.

Ich wünsche uns viel Spaß!

PS: Für Fans habe ich das Plakat mit der wunderschönen Zhang Ziyi Yukie Nakama in höchster mir vorliegender Auflösung bereitgestellt, einfach draufklicken.

Die Pressemeldung:

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Die Crux mit den Kurzfilmen

Als ich noch Regisseur großen Hollywoodkinos werden wollte, war ich nur einer unter einer Unzahl ähnlich Ambitionierter. Ein Heer von Hoffnungsvollen, das den Filmschulstudenten als willige, unbezahlte Arbeitkräfte rund um die Uhr zur Verfügung stand, was natürlich ausgiebig genutzt wurde. Der Deal war immer derselbe: Erfahrung und Kontakte gegen Arbeitskraft und Zeit. So läuft das Spiel eben.

Auch ich war ein Teil dieses Heeres, und ich habe meinen Teil geleistet. In der Preproduction von Produktionen organisierte unserseins Dienstleistungen und Material. (Meine persönliche Meisterleistung war die kostenlose Organisation eines Sattelschleppers für Matthias Lehmanns „Low Season“ 1995, und zwar für mehrere Wochen.) In der Produktion fuhren wir Cast, Crew oder Equipment, kochten Kaffee, sperrten Straßen und tankten Gennies (Mann, die sind Schwergewichte auf der Straße!) oder hatten andere, vielfältige Aufgaben. In der Postproduction wurden wir meist nicht mehr gebraucht, außer einige wenige für Sekretariatstätigkeiten und ähnliches.

Der große Trick beim Anlocken der edlen Sach- und Dienstleistungsspender bestand immer darin, ihnen zu verklickern, daß der fertige Film im regulären Kinoprogramm vor einem Hauptfilm gezeigt werden würde und dies Werbung für das jeweilige Unternehmen darstellte. Product Placement also, ganz offen.

Nur: Ich hab noch nie einen Kurzfilm vor dem regulären Programm im Kino gesehen. Noch nie. Außer bei Pixar, okay, aber das gilt nicht.

Kurzfilme fristen also eine Art Schattendasein. Als „Übungsgenre“ der Filmschüler, in nächtlichen Kultuprogrammen der Dritten, auf ein paar Festivals und neuerdings im Internet (natürlich illegal), doch wirtschaftlich wohl eher unrentabel, wahrscheinlich sogar bei den Oscarprämierten.

Nun wagt die Kurzfilmagentur Hamburg den DRM-freien Downloadvorstoß: Für drei Euro kann man sich den gewünschten Film als Disk-Image samt Menustruktur und Cover zum Selberdrucken herunterladen. Ob man das Image dann tatsächlich als DVD brennt oder sich den Film nur auf seinen digital Entertainment Hub (z.B. AppleTV) rippt, ist jedem natürlich freigestellt.

Ich finde das einen guten Schritt, denn Kurzfilme haben eigentlich keinen wirklichen Markt. Diese Entscheidung, und die Erfahrungen, die die Kurzfilmagentur mit dem Downloadservice machen wird, könnte Signalwirkung auf die Filmverleiher haben. Schade ist nur, daß man den Film nicht online vorab ansehen kann, um die Kaufentscheidung zu treffen. So bleibt das Dilemma, daß man den Film erst kennen muß, um in kaufen zu wollen – doch woher?

Ich persönlich bin gegen einen dauernden Krieg von DRM vs. Hacker und für eine vernunftorientierte Regelung. Auch denke ich, daß die große Mehrzahl aller Kunden grundsätzlich bereit ist, für gutes Programm auch zu zahlen, aber die goldenen Zeiten des Sahne-Abschöpfens sind für Verleiher vorbei. Langfristig hoffe ich sogar, daß auch die Star-Gagen wieder auf ein weniger perverses Maß zurücksinken werden, aber das ist wohl nur eine wilde Fantasie von mir. Ein paar Euro für einen Film, den ich mit Freunden teilen kann, wären fair. Immerhin sind wir 6 Milliarden potentielle Kunden, es läppert sich also in jedem Fall, und mehr als gut Leben kann (und braucht) keiner.

Nun, Schluß mit meinen halbgebildeten und tagträumerischen wirtschaftsphilosophischen Exkursionen, hier die Pressemitteilung der Kurzfilmagentur, DRM-frei und zum Selberlesen (Verlinkungen von mir), oder als PDF:

Neuer Kurzfilmdownload!

Die KurzFilmAgentur Hamburg bietet Kurzfilme als Download-to-Burn

Hamburg, 30.08.2007

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Unterbesuchte PVs

Es ist meines Erachtens das erste Mal, daß ein Pressebüro in einer Mail derart deutlich die Unzufriedenheit über eine schlecht besuchte Pressevorführung zum Ausdruck bringt:

Sehr geehrte Damen und Herren !

Ehrlich gesagt: In den ersten Pressevorführungen waren Sie nicht so zahlreich. (Trotz unserer begründeten Empfehlungen.) Die anwesenden Kolleginnen waren umso begeisterter, weshalb wir Ihnen eine weitere Chance einräumen wollen, (Red: Filmtitel) dort anzusehen wo er hingehört: Im Kino.

Wir können Ihnen versichern (Red: einige Filmdetails); dass sein Film uns vor allem aber einen spannenden, abwechslungsreichen, filmisch innovativen und unterhaltsamen Kinoabend verschafft hat. So jetzt aber mal.

Anliegend erhalten Sie eine Übersicht der bundesweiten Previews. Da wir -anders als bei Pressevorführungen- Ihren Besuch bei den Kinos ankündigen müssen, bitten wir um möglichst baldige Rückmeldung, welche der Vorstellungen Sie besuchen wollen.

Trauen Sie uns.

Mit freundlichen Grüßen

(Red: Pressebüro)

Dies macht mich stutzig.

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Peter Jackson, ein wahrer Enthusiast

Peter Jackson hat die Möglichkeit, eine neue Kamera zu testen, dazu verwendet, ein kleines Drama rund um den Ersten Weltkrieg zu drehen. Während andere Filmemacher lustlos ein paar Farb- und Schärfetafeln zwischen zweitem Frühstück und Lunch vor besagter Kamera umherwedeln würden, zeigt sich der ungefilterte Enthusiasmus des offenbar wahrhaft getriebenen Peter Jackson im Kurzfilm Crossing the Line, der bis dato noch nichtmal in seiner IMDb-Filmografie aufgetaucht ist. Hier die Hintergründe, hier Kamera-Testbilder und hier eine Art Trailer zu Crossing the Line: