Wenige Neustarts im Kino, laut allscreens zehn Stück, und noch weniger Reviews heute, da wäre Platz gewesen für den neuen Film von Uwe Boll, (First Shift, Max Schmeling) „Citizen Vigilante“, doch das hat nicht sollen sein, da ist die FSK davor, die traut uns den schlicht nicht zu, die befürchtet, wie könnten zu Selbstjustiz und Gewalt gegen Migranten angestiftet werden. Verwunderlich, wenn man bedenkt, was uns schon alles an Selbstjustizfilmen zugemutet worden ist.
Will die FSK den Bürger entmündigen? Will sie Zensur üben? Bloß, weil Boll seinem Film einen realen Fall aus Deutschland einer Massenvergewaltigung durch Migranten zugrunde legt? Bloss weil Elon Musk den Film mag, weil die Rechten den Film mögen? Das ist die Krux eines jeden Verbotes: es macht attraktiv und kreiert Aufmerksamkeit.
Über den Film können wir nichts sagen, da er keine FSK-Freigabe hat und also keinen Verleih und keinen Kinostart und also keine Pressevorführung. Insofern kann nur spekuliert werden vorm Hintergrund von Selbstjustiz- und Bollfilmen, die wir gesehen haben, dass dieser Entscheid der FSK vermutlich töricht ist wie Anton, ja direkt ein exemplarischer Rohrkrepierer, da just diejenigen, die der Meinung sind, in der deutschen Öffentlichkeit würden solche Verbrechen bewusst nur beiläufig kommuniziert, gar totgeschwiegen, sich in ihrer Meinung durch so ein Verbot bestätigt fühlen werden und dadurch erst recht wütend werden; denn sie erfahren von dem Verbot und sie erfahren die Gründe, das bleibt nicht geheim; sie werden es politische Zensur nennen; so besehen kein kluges Vorgehen der FSK, die offenbar glaubt, sie handle im Geheimen und keiner merke es.
Nicht verboten und neu im Kino ist ein Film aus Tunesien, der behutsam und respektvoll ein diffiziles Familienthema behandelt, eine knallig erzählte Geschichte einer Frau, die sich in einer monopolistischen Männerwelt als Wissenschaftlerin durchboxt, ein Porträtfächer über fünf Frauen aus aller Welt, die an einem entscheidenden Moment eines menschlichen Lebens unentbehrlich sind, ein Film aus Deutschland, der ein hübsches Bild aus einem Ausschnitt der Gesellschaft abgibt, ein Ami-Süßwarenprodukt und einen PR-Film mit einem nicht unsympathischen Protagonisten. Auf DVD gibt es eine tragisch-traurig-schöne Liebesgeschichte von zwei Männern.
Kino
MIT LEISER STIMME
Worüber man in Tunesien nicht, oder nur hinter vorgehaltener Hand spricht.
VIRGINIA WOOLF’S NIGHT AND DAY
Die Story der Emanzipation bei allem Kasperltheater glasklar herausgearbeitet
WISE WOMEN
Geburtshelferinnen aus aller Welt mit Leidenschaft
ETWAS GANZ BESONDERES
Bunter Fleckerlteppich aus unserer Gegenwart genäht.
VAIANA
Süß wie Haribo, exotisch mit Baströckchen, mystische Coming-of-Age-Reise
SIMON MESSNER – AUS DEM SCHATTEN
Für den Protagonisten eine traumhafte PR – und die ist sein Geschäftsmodell.
DVD
THE HISTORY OF SOUND
Wenn Liebe über die Liebe zu den Tönen geht.