Der Protagonist Thomas
ist sicher ein interessanter Typ, ein Mensch mit Geheimnis, der viel mit sich selbst ausmacht, kein Selbstdarsteller, noch ein Promi, der PR für sich braucht, ein Mensch, der in unserer Gesellschaft eine Funktion erfüllt im Sektor Freizeit und Unterhaltung, also in jenem Sektor, der den Menschen Gutes tun, sie entspannen möchte.
Thomas ist also auf jeden Fall ein Kandidat, der für die Öffentlichkeit von Interesse sein könnte und der sich, zumindest erfährt man darüber nichts in diesen Lebenslinien von Angelika Vogel unter redaktioneller Betreuung von Johanna Teichmann, also keiner, der sich in den Social Media ausbreitet.
Insofern ist Thomas bestimmt ein prima Kandidat für das Fernseh-Format Lebenslinien. Aber just dieses Format scheint in seiner inzwischen doch recht ausgeleierten Form die langweiligst mögliche Art zu sein, sich so einem Menschen anzunähern.
Die Klammer des Feuerwerkes auf dem Frühlingsfest ist nicht gerade ein Cliffhänger. Aber diese Lebenslinien verzichten vollständig darauf, wie es im Märchen bewährt ist, anzufangen in der Art „Es war einmal“ …, und was und wie daraus geworden ist.
Diese Lebenslinien kommen dröge daher wie ein Lebenslauf, der allenfalls für eine Bewerbung geschrieben wird, geschmückt mit Tanten und Angehörigen und dem unvermeidlichen Besuch einer früheren Schule und eine früheren Wohnung, statt dass sie versuchen, dem Geheimnis dieses Mannes mit einem doch recht ungewöhnlichen Lebensweg auf die Spur zu kommen. Das interessiert sie überhaupt nicht. Wie bei einem Arztbericht müssen noch die Krankheiten vermerkt werden und klar, er ist ein Musterbeispiel, er lässt sich nicht unterkriegen, das ist auch gut so. Aber es so öde zu erzählen, das ist vertane Liebesmüh.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratisch eminent wichtige, gigantische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.