Folklore mit Jazz
ist das signifikante Merkmal der Unterbiberger Hofmusik. Sie besteht aus dem Protagonisten des Filmes, Franz, seiner Frau, seinen drei Söhnen und abwechselnd mit Gästen aus der Jazzszene, darunter international berühmte Namen.
Der Familienname ist Himpsl. Die Band ist beheimatet in Neubiberg bei München. Vater Franz stammt aus dem bayerischen Wald, is a Woiderer, einer der raus muss, der immer Grenzen sprengen muss, der immer wieder Neues anreißen muss. Dadurch ist er und mit ihm seine Familie und die Band in der Welt herumgekommen.
Oft sind die Konzerte organisiert in Zusammenarabeit mit dem Goethe-Institut oder mit der deutschen Botschaft. Franz gibt auch Workshops. Besonders im arabisch-sprachigen Raum ist das ergiebig, weil er Hocharabisch spricht, schreibt und versteht.
Franz sieht Musik als eine Art Esperanto der Verständigung. Eine konträre Position im Zugang zu den Menschen nimmt seine Schwester ein, die im Bayerischen Wald geblieben ist. Sie gibt Kurse, in denen die Menschen zu sich selber finden sollen.
Woher diese Orientierung nach außen, dieses Sich-migrantisch-Fühlen und daher auch immer auffallen wollen beim Franz kommt, das bleibt offen; er ist als Einheimischer im Bayerischen Wald aufgewachsen.
Franz war jahrzehntelang Lehrer. Aus der Zeit erzählt er die Anekdote, wie er im Musikzimmer der Schule versucht habe, ein türkisches Lied einzuüben. Die Putzfrau habe ihn dabei beobachtet. Bis zum Chor der türkischen Putzfrauen sei da nur noch ein kleiner Schritt gewesen.
Diese Offenheit hat ihn wohl zu dem gemacht, was er geworden ist, ein quirliger Unterhalter, einer, der Menschen aus aller Welt zusammenbringt und der auch mal beim Überflug über dem Iran mit seiner Band ein Stück zum besten gibt.
Der Dokumentarist Matthias Ditscherlein hat einen guten Zugang zu seinem Protagonisten und dessen Musikern und schafft so ein lebendiges Bild vom Unterbiberger und seinem Familienunternehmen.