Sich der Natur zurückgeben,
das ist vielleicht ein früher Recycling-Gedanke, der uns vom Empedokles aus Griechenland überliefert ist. Von dieser Idee dürfte sich Romain Gavras inspiriert haben. Das Drehbuch verfasste er zusammen mit Will Arbery. Auch dieses bringt die Idee der Nachhaltigkeit, also des Schutzes des Planeten, in Zusammenhang mit Menschenopfern, die dem Vulkan auf einer griechischen Insel gebracht werden müssen; eine Idee, die auf das Griechentum, wenn nicht weiter zurückgeht.
Der Film erfindet den eigensinnigen Vulkanforscher Gunnar (John Malkovich). Der lebt zurückgezogen auf dieser Vulkaninsel. Seine Tochter Joan (Anya Taylor-Joy) entwickelt in der Einsamkeit mythisch-mythologische Ideen und Rituale, auch den Gedanken des Menschenopfers im Vulkan für die Vergehen der Menschheit. Bei einem Ritual verbrennt sie bei lebendigem Leib ihre eigene Mutter. Das sind Szenen wie auf der großen Opernbühne, statisch, stilisiert und mit Chor.
Auf einer anderen griechischen Insel soll derweil ein Erdrettungskongress stattfinden in einem zur Festivität freigeräumten Marmorsteinbruch pathetischen Ausmaßes. Der Tech-Milliardär Ben Bracken (Vincent Cassel) ist mit seiner mondänen Gattin Gloria (Salma Hayek) eine der zentralen Figuren.
Der Film lässt nebenei die Info einfließen, dass die Herrschaften selbstverständlich alle mit dem Privatjet eingeflogen seien. Ein weiterer Stargast ist Mike Tyler (Chris Evans); der hat als Octavio in dem Momunemtalstreifen „Firewalker“ Furore gemacht. Er kommt mit seinem Vertrauten Oliver (Sam Richardson) in einer Stretchlimousine angedüst. Der Film vergnügt sich mit einem Blick dort hinein und einem Ohr an den Gesprächen der beiden. Tja, das bisschen Haarausfall, das kann schon bedeutungsvoll sein für einen Filmstar.
Die Klima-Benefizgala wird von einer von Joan gebildeten Terrortruppe gestürmt. Sie lassen unter Bedingungen einige Geiseln frei. Der Rest muss entscheiden, wer ein Held sein soll; diese werden als Vulkanopfer enden.
Mike checkt anfangs nicht, dass das Ernst ist; er sieht wohl sein ganzes Leben als ein Theater, als eine Fake-Veranstaltung. Dadurch hat er eine gewisse Lockerheit. Er gewinnt das Vertrauen von Joan, so dass der Terrorplan gefährdet ist.
Der Film dürfte gedacht sein als überspitzte Satire auf den Umgang der Menschen mit dem Planeten und dass der Planet sich sehr wohl bezahlen lassen wird dafür. Etwas verwirrend ist die Chose schon.