The Uprising – Für die Freiheit

Königsdrama,

nein, gerade nicht, das Drama um König Richard II stammt von Shakespeare. Paul Greengrass‘ Film handelt vom selben König, fängt 1581 an, versucht jedoch eine Gesamtsituation zu schildern, was für die Rezeption im Kino immer schwierig ist.

Der Film fängt an mit dem Pflüger (Andrew Garfield). Der zieht mit seinem Ochsen und der Pfluschar einsam in leerer Gegend seine Linien. Großartige Bilder sind das, vermutlich von jenen, die in den Penzing Studios bei München hergestellt wurden.

Wie überhaupt in dieser ersten Phase des Filmes die stupende Sorgfalt von Bildgestaltung und Ausstattung inklusive Kostümen auffällt. Nichts sieht billig aus. Der Pflüger pflügt, er ist niedergeschlagen, hat Frau und zwei Kinder als Pestopfer verloren.

Der Film schwenkt nach London. Dort herrscht ein unmündiger König, ein Knabe, ein Milchgesicht, der Name des Schauspielers ist weder bei wikipedia noch bei IMDb eruierbar. Faktisch aber herrschen der Rat und seine Mutter (Katherine Westerton). Sie haben das Land im Griff. Sie beuten es aus. In ihrer Runde sind die Händler von London nicht vertreten und das wird sich noch rächen.

Das Königreich ist klamm. Keiner will mehr beisteuern. Also entscheidet sich der Rat einvernehmlich, das Volk bluten zu lassen. Da sieht man ganz kurz eine Folie ins heutige Berliner Regierungsviertel aufblitzen. Ist aber schnell vorbei.

Der Film hüpft zurück aufs Land. Das Volk soll blechen. Das lehnt sich auf. Am deutlichsten spricht der Pflugmann. In anderen Städten gibt es parallele Entwicklungen.

Manchmal arbeitet der Film mit krassen Sprüngen. Schon ist das Volk mobilisiert, verständigt sich mit Höhenfeuern und ist auf dem Weg nach London. Der König hat seine Armeen nicht verfügbar, die sind in Frankreich engagiert.

Der Film versucht sich als Berichterstatter von allen Seiten. Der Zuschauer ist selbstverständlich auf Seiten der Gerechtigkeit. Aber irgendwie bleibt er distanziert. Der Film reduziert sich zusehends auf die Beschreibung der fast mechanischen Aktionen und Reaktionen von Autoritäten, ihrer Angst um den Besitzstand und der Wut des Volkes, die kaum zu zügeln ist, das sich aber auch schnell besänftigen und letztlich betrügen lässt.

Der Film läuft auf eine Reihe ungehemmter Gemetzel zu. Alles außer Rand und Band. Der Vergleich zu Shakespeare wird immer schmerzhafter.

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