Lifehack

Desktopabenteuer

Desktopkino. Statt wie beim guten alten Juwelen- oder Banktresordiebstahl, bei dem noch handfeste, physische Hindernisse überwunden werden mussten, Tunnels gegraben, raffinierte Sicherheitssysteme mit Überwachungskameras und verräterischen Infrarotstrahlen überwunden, schwere Tresortüren gesprengt werden, so gilt es jetzt vom Bürostuhl aus vorm Bildschirm von den unendlichen vielen Infos, die er parat hat, die richtigen anzuklicken, Passwörter zu finden, Systeme zu knacken. Es ist wie ein Viedospiel.

Kyle (Georgie Farmer), Alex (Yasmin Finney), Sid (Roman Hayeck-Green) und Petey (James Scholz) sind Teenager, gelangweilt. Sie sind Script-Kiddies, Computerhacker. Sie überlegen sich, was sie anstellen können. Sie sind fix drin, sich in Mail-Accounts einzuhacken, sich über die sozialen Netzwerke Infos zu beschaffen.

Die Kiddies stoßen auf den berüchtigten Multimillionär und Selfmademan Don Heard (Charlie Creed-Miles). Sie wollen ihm Cryptowährung abluchsen. Sie sind an sich ganz ordentlich brave junge Leute. Sie wissen auch, dass sie sich hier auf kriminelles Terrain begeben. Aber das Geld lockt, gerade Petey möchte an eine Elite-Uni und das kostet ein Geld, was er nicht hat.

Der erste Teil der Aktion verläuft glatt, ein relativ kleiner Bitcoin-Betrag ist schnell transferiert. Aber, es gibt ein Aber. Unentdeckt sind die Kiddies nicht geblieben. Bei ihnen meldet sich die Tochter des Bestohlenen, Lindsey (Jessica Reynolds). Die liegt im Clinch mit ihrem Vater und möchte mit dem Quartett gemeinsame Sache gegen den Vater machen.

Man sieht, Ronan Corrigan, der mit Hope Elliott Kemp auch das Buch geschrieben hat, kennt die Regeln des Genres und überträgt diese tauglich von dem physischen Bank- und Juwelenraubgenre nahtlos auf das virtuelle Areal. Die Folge davon ist Desktop-Kino pur. Der Bildschirm oder die Leinwand quillt über vor Bildschirm-infos; momentweise, wenn man den Film zuhause am Computer schaut, vermeint man gelegentlich, man sei persönlich angesprochen und ärgert sich, wenn wieder das Zeichen kommt, dass es noch dauert, dass der Computer lädt. Nicht unbedingt ein Film für solche, die noch ohne Internet aufgewachsen sind; so nett die Kiddies sind und so reell die Story ist.

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