Kitkatclub – Kinks of Berlin

Kinky-Szene

Inhaltsverzeichnishaft mit Stroboskopeffekten sind Vor- und Abspann dieser kataloghaften Dokumentation von Philipp Fussenegger der vermutlich recht überschaubaren Kinky-Szene, die im Kitkatclub in Berlin verkehrt und dort nach strengen Regeln mit Einverständnis und inzwischen in Anwesenheit von Awareness-Teams klar definierten, sexuellen Lüsten frönt.

In kunstvollem Schwarz-Weiß würdig eines exquisiten Fotobuches werden einige Protagonisten der Szene und der Betreiber des Clubs vorgestellt. Es sind, dankbar für einen Dokumentaristen, Leute, die sich gerne präsentieren, die sich speziell kostümieren für die Partys in ihrem Lokal. Hier gibt es genügend Drogen und Alkohol. Die Vorlieben können mit Farben von Kostümteilen markiert werden.

Der Film bringt einige Vertreter und Vertreterinnen dieser Szene einem persönlich näher. Er ist bei ihnen mit dabei zuhause, kann einen Blick ins Schlafzimmer werfen, in die Küche, bei der Vorbereitung des Frühstückskaffees dabei sein, bei den Vorbereitungen zum Ausgehen.

Der Film begleitet einige seiner Protagonisten auf dem Weg zur Arbeit oder auch auf dem Weg zur Party. Da kann es im Bus oder auf der Straße schon mal zu einer Anpöbelei kommen.

Der Film ist bei Gesprächen dabei über die Szene, über das Leben, die Zukunft, Krankheit, Drogensucht, Lokalverbot. Er darf bei Pornodrehs des Clubbetreibers mitfilmen und auch beim ausufernden Partyleben im Club.

Es ist nicht unbedingt wie Pillon ein Film für ein breiteres Publikum. Er dürfte sich eher an gezielt Interessierte, gar Interessenten oder Leute aus der Szene wenden. Er berichtet von einer bestimmten Art extrem regelhaften Umganges mit dem den Menschen doch immer umtreibenden Sextrieb, den zu bändigen er allerlei kulturelle Erfindungen getätigt hat, die bekannteste vielleicht die Ehe. Die gibt erst recht Anlass zu einer Unzahl von Filmen.

Die Kinky-Variante dagegen ist primär filmergiebig, aber für den Normalbürger bestimmt auch exotisch. Und mancher regt sich darüber auf, wie eine Szene im ÖPNV zeigt, bei der zwei Mitglieder des Clubs in Szenekleidung unterwegs sind oder wie einer der Protagonisten, noch halb geschminkt, sich auf dem Heimweg befindet und von einem LKW angehupt wird.

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