Hirten

Der Traum von der Freiheit in den Bergen

Der Traum, unbelästigt von den Mitmenschen zu sein, von den Vorschriften der Behörden, vom Zivilisationszirkus und der Planetenzerstörung, ein Aussteigertraum, alles hinter sich lassen, allein in den Bergen mit den Schafen, die es zu hüten gilt, Hirte zu sein, dieser Aussteigertraum ist vielleicht sogar ein Zeitphänomen.

Mathyas (Félix-Antoine Duval) aus Kanada hat das so gemacht. Er hat seine Zelte in Kanda, er war dort Werbefachmann, abgebrochen. Diese Info lässt Mathyas nach seiner Ankunft in Südfrankreich in Gesprächen in den Film einfließen. Er besorgt sich Bücher über das Hirtentum, er kleidet sich mit entsprechenden Klamotten, Hut, Tasche ein, er sucht Kontakt zu Schäfern und Schafhaltern. Er hat keine Arbeitserlaubnis und seine Ersparnisse sind begrenzt. Er möchte über seine Erfahrung ein Buch schreiben.

Dieses Buch wird die Grundlage für das Drehbuch von Sophie Deraspe, die auch die Regie führt in diesem Film über eine wunderliche Individualgeschichte. Ein Behördenkontakt lässt ihn Elise (Solène Rigot) kennenlernen, die sich ihrerseits wundert über sein Ansinnen und er müsse sich von Kanada aus für eine Arbeitserlaubnis bewerben. Sie hat aber Verständnis für ihn, vielleicht spürt sie gleich mehr, und gibt ihm ihre Telefonnummer. Der Kontakt ist eingefädelt.

In den Schäferkreise stößt er anfänglich auf Skepsis, doch die Personalnot spielt ihm einen ersten Job zu.

Der Film erzählt als anekdotisch begründete Geschichte schön und spannend, wie Mathyas sich ins Metier hineinbuddelt über zum Teil abschreckende Erfahrungen wie bei einem Schäfer, dessen Behausung zurecht als Müllhalde bezeichnet wird und der grob und gewalttätig im Umgang mit den Tieren ist.

Da Mathyas beharrlich ist und seine Erfahrungen und Erlebnisse schreibend reflektiert, in seinem Tagebuch, aber auch in Briefen an Elise, erfüllt sich sein Traum vom Hirten einer eigenen Herde auf der Alp und Elise hat es ihm inzwischen nachgemacht, ihren sicheren Beamtenjob hingeschmissen, ist ihm nachgereist und begleitet ihn. Für den Job ist das ein Plus, da die Herdenbesitzerin Cécile (Guilaine Londez) Pech mit dem letzten Hirten hatte, der ertrug die Einsamkeit nicht.

Dieser Almaufenthalt mit hunderten von Schafen und einem Hund wird zu einem Abenteuer für sich, ein Sturm und der Wolf tragen das ihre dazu bei. Allein der Almauftrieb mit der riesigen Herde über Tage und durch Dörfer ist ein Ereignis. Dokuinput.

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