Das gewisse Etwas

Rezept, das sich rechnet.

Große Filmproduktionsfirmen, und vermutlich nicht nur in Deutschland, müssen ihren Laden am Laufen halten. Wie hier in Deutschland Constantin-Film mit Oliver Berben an der Spitze. Sie verfügen über Renommee, die nötigen Beziehungen zu den Geldquellen, Finanziers, Filmförderern, Fernsehen. Sie haben Kontakte zu den besten Leuten der verschiedenen Gewerke und zu den bekannten Schauspielern, Regisseuren und Drehbuchautoren.

Was ihnen offenbar manchmal zu fehlen scheint, das sind Ideen für Projekte. So muss es sich bewährt haben, Filme, die in Frankreich – und natürlich nicht nur dort – Erfolg hatten, diese, selbst wenn sie hier im französischen Original – mit Untertiteln oder synchronisieert – gelaufen sind, zu remaken.

Dies war mit Contra so, hier haben stefe einige Punkte in der deutschen Fassung sogar besser gefallen als im Original Die brillante Mademoiselle Neili – Le Brio. Oder Der Vorname im deutschen Remake ebenfalls als Der Vorname , der Nachname, zu Deutsch ebenfalls Der Nachname und später der Spitzname als eigenständiger deutscher Sprößling Der Spitzname.

Allesamt Filme, sie sich für die Produzenten gerechnet haben dürften, die bei der Kritik eher skeptisch aufgenommen worden sind.

Ähnlich dürfte es sich mit dem hier vorliegenden Remake des Filmes Was ist schon normal? verhalten. Auf jeden Fall die Zweitverwertung nach dem Kinoauftritt dürfte sich rechnen.

Der Film ist ein solides Industrieprodukt, deutlich zackig preussischer als das französische Vorbild. Es fehlen ihm Charme und Vibe des französischen Originals, das dieses dort außerordentlich erfolgreich gemacht hat. Vielleicht auch, weil es den Spirit des französischen Komikers Artus ungefiltert atmet.

Die zwei Juwelenräuber Alex (Max von der Groeben) und Karlo (Florian Lukas) geraten auf der Flucht vor der Polizei in eine Reisegruppe Behinderter hinein, weil die Deppen ihr Auto auf dem Behindertenparkplatz abgestellt hatten und dies gerade abgeschleppt wird. Ungünstige Ausgangssituation für die Flucht.

Die Behindertengruppe aus dem Fliederhaus unter Leitung von Mala Emde, die gerade dabei ist, den Reisebus zu besteigen, hält Alex für den erwarteten Otto, den niemand in der Gruppe kennt. Das checken die beiden Juwelenräuber und spielen das Verwechslungsspiel mit.

Karlo gibt sich als der Betreuer aus. Zwischen ihm und Joshua (Simon Rupp) wird sich über den Fußball ein besonderes Verhältnis entwickeln, was in der deutschen Variante allerdings nicht so fein die Annäherung der beiden Welten charakterisiert wie im französischen Original. Dafür wird beim Essen deutlich gezeigt, dass es Pampe ist, sehr dick auf die Teller gehauen.

Das mit dem Handy-Empfang ist so eine Sache, weil man die Ortschaft in Sichtweite hat; das französische Original hat die Abgelegenheit des Ferienhauses glaubwürdiger rübergebracht. Die solide Regie besorgte Marc Rothemund, die deutsche Bearbeitung des Drehbuches Murmel Clausen. So verdienen denn alle ihre Geld und trotzdem dürfte niemand so recht glücklich sein mit so einem Produkt.

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