Für immer 16

Back to the Roots

Die Sehnsucht nach wildem, ursprünglichem Filmemachen, sie ist vielleicht identisch mit dem Titelthema: jenen wilden Moment im Leben des Aufwachens in einer Erwachsenenwelt, des gerade passierenden oder passierten Coming-of-Ages, jene Unvoreingenommenheit, jene Offenheit, jener Lebensborn, der sich nur allzu oft in Routine und Karrieredenken oder im Abrackern für eine Familie erlahmt, es ist eine Sehnsucht weg von sklerotischem Filmemachen in schwerfälligen, verkrusteten Förderstrukturen.

Diese Sehnsucht formuliert sich immer wieder. Im Kino zuletzt vielleicht mit Nouvelle Vague von Richard Linklater oder in der Aktion Dogma 25 einiger erfolgreicher deutscher Regisseure.

Brezel Göring formuliert die Sehnsucht mit diesem in Super-8 gedrehten Streifen nach einem Roman von Francoise Cactus.

Als Protagonistin konnte er die prominente Lilith Stangenberg gewinnen. Sie ist auch im Film eine bekannte Schauspielerin, etwas durch den Wind, ständig rauchend. Sie lädt ihre zwei Freunde Helena (Mücke) und Oskar (Chang Wang) zu einem Urlaub auf einer italienischen Insel ein. Sie entwickeln die Idee, einen Krimi zu drehen, in deren Mittelpunkt eine Mörderin steht, eine Massenmörderin, die Männer umbringt. (Erinnert an Gorgonà)

Da diese Männer stellvertretend für ihren Vater stehen, ist es egal, dass immer derselbe Mann die Rollen spielt, verschiedene Perücken reichen für die Unterscheidung. Dieser ursprüngliche Spaß an Verkleidung. Für die Rolle heuern sie einen Deutschen an, der neben dem Hotel wohnt: Twiggy.

Alles weitab von perfekt, vieles nur angedeutet, als ein Lob naiver Hingabe ans Kino; was gleichzeitig auch Teamleben bedeutet, welchem Neid, Eifersucht, Missgunst nicht fremd sind noch Themen wie Alkohol, Tabletten, Depression. Und so ist die Kamera, die hält wild drauf.

Es fallen Sätze ab zum Drehbuchschreiben, zur Dramaturgie, ganz ohne Penetranz, mehr so als Überlegungen. Und wie bei Godard gibt es nicht den O-Ton, auf der Tonspur sind die Studiostimmen ohne diesen peniblen Anspruch auf Lippensynchronizität, was dem Film einen zusätzlichen Charme veleiht und die Texte gut verständlich macht. Wobei, deswegen muss man sie noch lange nicht auf die Goldwaage legen.

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