The Eyes of Others

Italienische Dekadenz der 60er

Kinematographisch angelehnt, sicher im Sinne der Verehrung, an das große italienische Kino der 60er Jahre – und auch inhaltlich dürften sich Schnittmengen finden – schildert Andreas de Sica (ein Neffe des berühmten Vittorio de Sica) inspiriert „nach wahren Begebenheiten“ und mit Fantasie angereichert das Leben des Marquis Lelio (Filippo Timi) über die Dekade der 60er.

Der offenbar endlos reiche Marquis lebt mit Gattin Elena (Jasmine Trinca) mit einigem Personal auf einer Insel in der Nähe von Neapel. Seine Hobbies sind die Jagd, das Veranstalten von Gesellschaften und das voyeuristische Filmen seiner Frau beim Sex mit ihm oder mit ihm und mit Cesare (Matteo Olivetti) oder sie beim Sex mit gut gebauten italienischen Ragazzi in einer Venusgrotte.

Der Marquis glaubt, er kann sich alles leisten, alles kaufen.

Der Film schaut punktuell auf der Insel vorbei. Einmal vergnügt sich der Marquis nächtens mit der Frau eines Gastes in der Jagdhütte. Dabei wird er von einem treuen Diener – wohl wissentlich – beobachtet.

Frivoler geht es in einem anderen Sommer zu. Nacktbaden im Meer, die Grottengeschichte. Wie die Bedienstete Teresa (Maria Giulia Toscano) schwanger ist, will der Marquis ihr und Silverio (Gennaro Apicella) das Kind abkaufen, da er mit seiner Frau offenbar keine bekommen kann.

Ein ander Mal schießt der Marquis auf Touristen, die auf der Insel anlanden wollen. Eine Krise in der Ehe kann die Krankheit von Elena auslösen. Es folgt die Zeit des Dreiervergnügens mit Cesare. Sie verlässt Lelio wegen Cesare.

Am Sylvester am Ende der Dekade findet der Countdown des plötzlich sehr ernsten Beziehungsclinches anlässlich einer großen Gesellschaft mit Maskenball statt; bei dem sollen die Teilnehmenden direkt ihre Sexfantasien schildern.

Andrea de Sica präpariert diese Geschichte einfach gebürstet zu, psychologische Tiefe oder Doppelbödigkeit interessieren ihn nicht, er reduziert sich auf die Position eines Chronisten, der die frivolen und pikanten Moment pointiert herauspickt.

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