Finding Connection

Die Stöpsel im Ohr,

die sind die materielle Verbindung zur KI. Das ist inzwischen auch ein häufiges Frusterlebnis. Man guckt jemanden an, man lächelt, man fängt ein Gespräch an, das können Bekannte sein oder Unbekannte, man merkt, dass sie einen nicht verstehen, man intensiviert seine Gesprächsbemühung und dann ziehen die Angesprochenen lächelnd die Stöpsel, die vielleicht unter Frisur oder Mütze versteckt sind, aus dem Ohr. Die waren also anderweitig connected und unansprechbar.

Das kann gut und gern, wie wir aus diesem Film von Florian Karner von der Filmakademie Baden-Württemberg lernen, die KI gewesen sein. Die Stimmen aus den Stöpseln kommen uns inzwischen bekannt vor von Navis, Computersprachkursen oder auch aus Filmen, in denen die KI zu sprechen anfängt, wenn jemand seine Wohnung betritt.

Die Stöpsel im Ohr sind ein zwiespältiges Ding: sie können einerseits Kommunkation ermöglichen, andererseits aber auch den Menschen isolieren. Von dieser Erfahrung berichtet dieser Film, vom Umgang mit einem Tool, was menschlichen Kontakt zu ersetzen vorgibt, was sich aber auch am Empfänger trainiert.

Der Film zeigt einige Menschen, isoliert, die sich auf eine KI-Beziehung eingelassen haben. Die Kis heißen: Star, Randy, Trudy und Kira. Das hat der Film Her mit Joaquin Phoenix bislang unübertroffen dargestellt. Aber auch die junge Generation von Fimemachern muss sich damit auseinandersetzen. Was den Phoenix-Film so spannend machte, war, dass der Protagonist eine Beziehung gesucht hat.

Der Film hier ventiliert eher im Sinne eines Erfahrungsberichtes, wie es verschiedenen Darstellern damit erging. Er gibt sich mehr als ein Fachfilm aus. Was ihm fehlt, das ist eine Geschichte, die einen interessieren würde, die einen Anfang und ein Ende hat, die eine Entwicklung zeigt, die Spannung erzeugt, ob etwas gelingt, und wenn ja, wie.

Hier sind die Figuren mal beim Einkaufen, mal in einer Mondlandschaft, dann im Flugsimulator sie unterhalten sich über die Stöpsel im Ohr mit ihrer KI, sie sind am Meer, auf dem Fußballplatz oder auf dem Weihnachtsmarkt, gucken sich künstliche Brunnenfontänen an. Das mag beispielhaft sein, das mag den Fachmenschen interessieren, ergibt aber keine Story.

Es dauert fast 20 Minuten, bis eine erste Begegnung von zwei realen Menschen stattfindet. Sie bleibt beliebig, austauschbar; sie ist nicht der Ausgangspunkt für eine Abenteuerreise, für Erzählenswertes. Von der Bildqualität sieht der Film sehr clean aus; macht aber auch verständlich, warum manche Filmemacher sich gern wieder dem Zelluloid zuwenden.

Hier sind Menschen, die vor allem allein sind in ihrer Einsamkeit, die über die Stöpsel im Ohr einen Ratschlag gegen Depression erhalten können. Kurios ist das Gespräch zwischen einer Protagonistin, ihrer Mutter und der KI als Schwiegersohn.
Ein Fachfilm.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert