Kommentar zu den Reviews vom 6. August 2026

Das Kino kennt keine Rast und keine Ruhe. Donnerstags – und nicht nur dann – branden die Neuheiten an, kämpfen um ihre Plätze auf der Leinwand und um die Gunst von Kritik und Publikum. Noch bevor alle Sommerferien zu Ende sind, noch bevor die „Sommerflaute“ mit weniger als einem halben Dutzend Neustarts an einem Donnerstag vorbei ist, zieht das Feld der Neustarts merklich an in einen hoffentlich gloriosen Kinobst. Einen starken Kontrapunkt zum sommerlichen Eisvergnügen setzt eine Horrorgeschichte aus der amerikanischen Provinz. Die Franzosen amüsieren sich distinguierter mit einem Klassikmusikversuch unter fordernden Bedingungen. In Skandinavien schaut sich eine Frau Mutterschaft unterm Aspekt des Body-Horrors an. Ein Ungar hat an einem schwarzen, griechischen Huhn seinen Narren gefressen und es zu seinem Protagonisten gemacht. In Berlin versucht ein Linker, mehr engagiert als organisiert, einen Neonazischuppen zu zerlegen. In Italien schmeichelt sich ein versautes Bürschchen in die scheinbar hermetisch abgeriegelte Gefühlswelt seiner Französisch-Lehrerin ein. Eine Amerikanerin lässt ihr Luderchen die Herzen eines italienischen Clans gewinnen und diesen bekochen. Eine Österreicherin füllt zwei Stunden Film mit Traurersatztexten.

Kino
ICE CREAM MAN
Provinz- und Süßigkeitenhorror schlechthin

DER KLANG DER STRADIVARI
Ein Quartett aus lauter egomanischen, Primadonnenzicken

NIGHTBORN
Mutterschaft hat mit Blut zu tun.

LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS
Ein Huhn als Guide zum Menschenschmuggel

FLIEG STEIL
Einen Neonaziladen auseinandernehmen

LA GIOIA
Gefühlsschmelze einer italienischen Französischlehrerin

YOU, ME & ITALY
Luderchen ist ein verkanntes Kochgenie

EVERYTIME
Zwei Stunden Sprachlosigkeit der Trauer

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