Unausgegoren
wirkt diese späte Rumhängejugend aus Berlin im Film von Martina Schöne-Radunski & Lana Cooper.
Konnie (Ceci Chuh) hat einen Job bei einer Krisenberatungsstelle. Sie will die grölende Neonazi-Szene als Leadsängerin einer Band mit feministischen Texten aufmischen. Das stößt auf Widerspruch. Zur Stärkung ihrer Glaubwürdigkeit behauptet sie, sie hätte eine „Zecke“, einen Linken, getötet, bleibt den Beweis schuldig.
Rudi (Alexander Merbeth) ist eine Zecke. Er will den Neonazischuppen auseinandernehmen. Er lebt selbst nicht allzu zielbewusst; hat mit Freund Cervezito (Tom Lass) eine linke Band. Cervezito betreibt einen Imbiss. Er bietet Rudi an, mit dem weiß gestrichenen Fahrrad Essen auszufahren. Dieser macht das halbherzig, braucht vor allem Pausen, schmeißt das Fahrrad auch mal in einen Kanal, nicht hilfreich fürs Geschäft.
Für seinen Angriff auf den Neonaziladen sucht er unter seinen Freunden Mittäter, auch seine Ex Sandra (Lana Cooper) fragt er, die mit dem gemeinsamen Buben separat lebt. So ein richtiger Motivator scheint Rudi nicht zu sein, ausgereift sind seine Pläne nicht.
Er filtriert sich unter falschem Namen in die tumbe Neonazi-Szene ein, um die Örtlichkeit zu erkunden. Er trifft auf Konnie. Sie spüren, dass sie etwas verbindet, dass sie nicht so richtige Neonazis sind.
Irgendwann kommt eine Pistole ins Spiel. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, wie die Neonazis, vor allem der Wirt Andi (Andreas Anke), den Beweis mit der Leiche haben wollen, weil nirgendwo etwas über den behaupteten Mord zu lesen war und erst recht, nachdem einer der Neonazis in der Nähe des Lokals zum Krüppel geschlagen worden ist.
Der Film arbeitet mit viel Handkamera, teils mit Stroboskopeffekten und mit Effekten, die eine subjektive Wahrnehmungsstörung simulieren und dann auch stark über die Musik, streckt er sich in die Nähe eines engagierten Musikvideos.