Glanzstück fürs Kriminalmuseum
Ein Trick erfolgreicher Krimis kann sein, dass der Täter im Grunde genommen kein schlechter Mensch ist, ja, der Pole Jan Bojarski (Reda Kateb) ist sogar ein Genie von Graveur, besser als alle Franzosen, die die France-Scheine hergestellt haben. Sein Pech: er ist kein Franzose, die Kriegsumstände, der Film geht bis 1943 zurück, haben ihn in Frankreich stranden lassen, keine Papiere, kein Französisch anfangs. Da liegen nur Hilfsjobs drin.
Dank seines Talents fälscht Jan Pässe und verhilft so Menschen zur Flucht. Er ist einer, der Empathie erweckt, dem man gutes Gelingen wünscht. Und wenn das auf legalem Wege nicht möglich ist, so bahnt sich das Talent, das nicht als Hilfsarbeiter verkommen möchte, auf krummen Touren seinen Weg.
Der Zusatz „nach eine wahren Geschichte“ erhöht den Reiz.
Der Film von Jean-Pau Salomé nach dem Drehbuch von Bastien Daret, Delphine Gleize und Marie-Pierre Huster schildert in der gediegenen Art eines historischen Filmes Aufstieg und Fall dieses ungewöhnlichen Fälschers bis er nach über einem Jahrzehnt ungehinderten Wirkens auffliegt.
Er ist verheiratet mit der leicht blauäugigen und gutgläubigen Suzanne (Sara Giraudeau). Die böse Schwiegermutter (Camille Japy) ist diejenige mit der nötigen Skepsis dieser überaus verschwiegen und zurückgezogenen lebenden Familie mit einem Töchterchen.
Den Kommissar André Mattéi (Batien Bouillon), der für Geldfäschungen zuständig ist, bringt Bojarski schier zur Verzweiflung. Es ist ein raffiniertes Katz- und Mausspiel zwischen den beiden, das Psychologie nicht ausblendet. Denn Künstler wollen Anerkennung, als Fälscher erst recht. Als menschliche Schwäche kommt die Gier hinzu, nicht aufhören zu können. Wenn die Banque de France einen neuen Schein herausgibt, so packt Bojarski den Ehrgeiz, diesen schnellstmöglich mit einer Fälschung zu übertreffen und der Welt zu verstehen zu geben, dass er der bessere Graveur sei.
Der Kommissar muss lange auf den einen Fehler des so sorgfältigen und fast perfekten Verbrechers warten. Aber auch der ist nur ein Mensch und hat eine Vergangenheit. Wenn die ihm über den Weg läuft, so kann die Emotion für Momente die Vorsicht in den Hintergrund drängen.