Spider-Man: Brand New Day

Ein unnverfälschtes Filmerlebnis,

das wünscht sich der Verleih für den Zuschauer und bittet daher die Kritiker inständig, nichts zu spoilern, was ein unverfälschtes Filmerlebnis beeinträchtigen könnte. Nur, was stellen die sich unter einem unverfälschten Filmerlebnis vor? Am besten man konsultiert den Trailer, der wird von den Produzenten zur Verfügung gestellt und freigegeben und müsst garantiert verfälschungsproof sei.

Aus der deutschen Variante des Trailers ist zu erfahren, dass sein Name Peter Parker (laut IMDb Tom Holland) sei und dass er etwas zu erzählen habe, was sich total verrückt anhört. Er verrät einem jungen Mann, dass er Spider-Man sei. Seinen Freunden erklärt er, dass sie ihn vergessen werden und das aus dem Grund, um Schlimmes zu verhindern.

Im Selbstgespräch erklärt Peter Parker weiter, das sei vielleicht seine Bestimmung, allein mit der Wahrheit zu leben. Als Spider-Man bekommt er es mit Scorpion (ist bei IMDb nicht aufgeführt) zu tun. Es folgt eine Begegnung mit einem Monster, das als Dr. Banner (Mark Ruffalo) angesprochen wird. Dann verspricht er einem hübschen Mädchen, das muss JM (Zendaya) sein, dass er sie beschützen werden.

Und schon kämpft er gegen ein halbes Dutzend wie Kung-Fu-Kämpfer gekleidete Figuren. Dann ist der jugendliche Kumpel von vorhin ganz stolz auf seinen Spider-Tracker; Spider müsse in unmittelbarer Nähe sein. Damit kann nur das nächste Filmtheater gemeint sein.

Über den Textstellen laufen überwiegend Action-Bilder. Spieder-Man in voller Aktion. Das dürfte das Faszinierende an ihm sein, diese Dualität zwischen Normalbürger und beinah göttlichem Helden. Und als solcher einer, der den größten Shit auf der Welt und man denkt es mit, in der heutigen Weltpolitik, aufräumen kann, wie einsten Augias seinen Stall, nicht ganz so agrarisch. Mit der Raffinesse der Spinnen ausgerüstet.

Wer möchte nicht seinen Gegner mit einer Handgeste gleich in einen Spinnennetz eingewickelt sehen? Wer möchte nicht mit Handwurf tragfähige Spinnenfäden erzeugen, um sich an einen Helikopter anzuhängen, Autos einzufangen, alles Spinnenfadenmögliche anzustellen?

Ein Spider-Man und seine Talente gestatten Allmachtsfantasien, gut gegen Unterlegenheits- und Ohnmachtsgefühle, kompensatorisch. Wir kennten hier auf der Welt einige Politiker, denen wir gerne Spider-Man schicken würden, gerade auch solche, die vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag zur Fahndung ausgeschrieben sind, aber auch andere, die frei herumlaufen und apriorisch Morde befehlen.

Ein Wort zum Film, um ja nichts zu spoilern: er dürfte vollauf die Spinnensehnsüchte und Spinnenfantasien so mancher Männer und sicher auch von Frauen erfüllen; allerdings wären für diese Geschichte 90 Minuten ausreichend; die genügten für eine volle Pulle Spideradrenalin.

Übrigens, was an Peter Parker sympathisch ist, und das ist jetzt ein Spoiler, er ist als Spider-Man ein Volunteer: ein Votum fürs Ehrenamt.

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