Soniclice
ist vielleicht die Idee, die die Drehbuchautoren Vilde Eide, Kjersti Helen Rsamussen und Natasha Arthur mit Regisseur Pal Oie so zündend fanden, dass drumherum ein Horrofilm gebastelt werden müsse. So richtig nachvollziehbar können sie allerdings nicht erklären, wie die Ton-Läuse, also die Soniclice, funktionieren und wie sie das Wachstum der Lachse im Oslo Fjord positiv beeinflussen sollen.
Anscheinend hat die Idee alle weiteren am Film beteiligten in so einen Taumel versetzt, dass niemand das Drehbuch richtig gelesen hat und dass niemandem aufgefallen ist, dass es am Storytelling total notleidend ist, dass es lediglich aus Versatzstücken besteht, aus denen sich ein ordentlicher Horrorstreifen mit Fjordungeheuer zusammenbauen ließe.
Man müsste den Zuschauer mitnehmen, man müsste ihn an die Angel, an den Haken bekommen, damit er folgt und nicht ständig mit neuen Details aus einer Gesamtsituation konfrontiert wird, die er nicht so richtig einordnen kann und von denen er nicht weiß, ob er sich darauf einlassen soll oder nicht.
Ein Strang wäre die Meeresbiologin mit der aufgespritzten Lippe und dem prima und einheitlich geschminkten Teint. Ein anderer wäre der Lachszüchter, der japanische Kunden von der gefahren- und nebenwirkungslosen Produktmaximierung zu überzeugen versucht, und dass er die Produktion unendlich ausweiten könne, denn es gebe noch so viele Fjorde in Norwegen.
Wieder einer wäre die Tochter des Lachsproduzenten, die mit zwei Jungs eine Umweltaktivistengruppe bildet. Sie will Machenschaften, welchen genau wird nicht nachvollziebar genug geschildert, ihres Vaters aufdecken.
Oder da wären die zwei Typen vor Ort an der Zuchtstation im Fjord, die die krummen Dinge decken. Es gibt zwei Touristen, die plötzlich von der Wasseroberfläche verschwinden. War da so was wie das Ungeheuer vom Loch Ness im Spiel?
Dann ist da die Polizistin, die merkwürdigerweise mit dem Lachsproduzenten verheiratet ist. Die müsste eigentlich auch zwischen alle Stühle und Bänke gerutscht sein, die wäre auch eine Anteilnahme und ein Mitgehen wert; aber auch das funktioniert nicht.
Dann ist da eine Gruppe von Paddlern. Eine Paddlerin verschwindet plötzlich bei der Drehübung in der Tiefe. Und damit auch die Restgruppe aus dem Film. Vergebliche Anteilnahme. Die deutsche Billigsynchro bildet den Sargnagel für den Fim, der vermutlich selbst schon bald in den Tiefen der Fjorde versinken dürfte.